Archiv für die Kategorie „Ausstellungen“

Objekt der Woche #4 – Bernstein-Kreuzfuß

Mittwoch, 31. Januar 2018

Das heutige Objekt war schon zu unserer Eröffnung 1987 ein Highlight unserer Sammlung und wird auch in unserer neuen Dauerausstellung in der Bernstein-Abteilung wieder zu sehen sein: Der Bernstein-Kreuzfuß aus der Zeit um 1675. Der Kreuzfuß besteht aus einem mit Bernstein beklebten Holzkern sowie eingearbeiteten Elfenbeinreliefs, die Szenen aus der Passionsgeschichte und Barockornamente zeigen. Rechts und links oben stehen Maria und Johannes als Beifiguren der Kreuzgruppe, das eigentliche Kreuz ist leider nicht mehr erhalten.

Bernstein-Kreuzfuß

Das Objekt stammt aus englischem Adelsbesitz und stand vermutlich früher in einer Privatkapelle. Es ist ein repräsentatives Objekt der ostpreußischen Bernsteinkunst des Barock und ein bemerkenswertes Werk des europäischen Kunsthandwerks.
Gerade an der Küste des Samlands ist das Bernsteinvorkommen besonders hoch, sodass wir uns glücklich schätzen können, einige herausragende Bernsteinobjekte in unserer Sammlung zu besitzen.

Objekt der Woche #3 – Porträt des Daniel von Tettau, dem „Helden von Malplaquet“

Mittwoch, 24. Januar 2018

Am 18. Januar 1701 setzte sich in Königsberg der bisherige Kurfürst Friedrich III. selbst als neuer „König in Preußen“ Friedrich I. die Krone auf und legte damit einen wichtigen Grundstein für den weiteren Aufstieg Preußens. Das zerrissene Land – im Osten das Herzogtum Preußen, im Zentrum die Mark Brandenburg und im Westen am Rhein weitere Gebiete wie Kleve und Ravensberg – fand sich im neuen Königreich zusammen; der Name Preußen galt bald für das gesamte Königreich.
Der Weg dahin war allerdings steinig, da der Kaiser in Wien eine solche Rangerhebung zunächst ablehnte. Als 1700 der König von Spanien, kinderlos starb, begann über den vakanten Thron ein Streit zwischen Frankreich und dem Kaiser Leopold I., der nun dringend Verbündete brauchte.
Er erlaubte Friedrich daher die Krönung, wenn sie außerhalb des Reiches – etwa in Königsberg – erfolgte und sich nur auf Preußen, nicht aber auf Brandenburg bezog – daher der Titel „König in Preußen“. Neben hohen Geldzahlungen sollte Friedrich auch noch 8.000 Mann für den Kampf im 1701 ausbrechenden Spanischen Erbfolgekrieg stellen.

Porträt des Daniel von Tettau

Porträt des Daniel von Tettau

Und hier kommt der 1670 in Königsberg geborene Daniel von Tettau ins Spiel, ein General im preußischen Heer und Sohn eines Kanzlers des Herzogtums Preußen, Joh. Dietrich von Tettau. Er begleitete den Kronprinzen und späteren „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., fiel aber 1709 in der blutigsten Schlacht des 13 Jahre währenden Erbfolgekrieges, als bei Malplaquet 90.000 Alliierte unter Prinz Eugen von Savoyen und dem Duke von Marlborough auf 80.000 Franzosen unter Marshall Villars aufeinanderstießen und zusammen mindestens 36.000 Tote und Verwundete auf dem Feld blieben.
Das Gemälde wurde 1945 aus dem historischen Rahmen geschnitten, zusammengerollt und mit dem Flugzeug vom Tettauschen Gut Tolks bei Preußisch-Eylau aus Ostpreußen in den Westen gerettet. Der Familienverband hat für die neue Dauerausstellung einige dieser seltenen Porträts dem Museum zur Verfügung gestellt, das Porträt Daniel von Tettaus wird in der historischen Abteilung zu sehen sein.

Objekt der Woche #2 – „Aus dem Königsberger Hafen“ von Norbert E. Dolezich

Mittwoch, 17. Januar 2018

Diese Woche stellen wir Ihnen eine Grafik von Norbert E. Dolezich aus dem Jahr 1934 vor. Diese kleine Radierung ist nur circa 6 cm hoch und 18 cm breit und ist ein späterer Abzug von der originalen Platte. Dieses Exemplar ist zudem koloriert.
Zu sehen ist ein Blick in den Königsberger Hafen. Mehrere Schuppen verteilen sich am Kai, im Wasser liegen Frachtkähne, rechts ein größerer Frachtdampfer und ein großer Ruderkahn. Im Hintergrund ist eine Kirche zu erkennen.

„Aus dem Königsberger Hafen“ von Norbert E. Dolezich

„Aus dem Königsberger Hafen“ von Norbert E. Dolezich

Norbert Ernst Dolezich wurde 1906 in Bielschowitz, Oberschlesien, geboren und studierte in Königsberg, Berlin und Köln Kunstpädagogik und Bildende Kunst. Von 1941 bis 1945 war er als Dozent für Graphik an der Kunstakademie in Königsberg tätig. Nach dem Krieg ließ er sich in Recklinghausen nieder, wo er weiter als Kunsterzieher und Schriftsteller arbeitete. Er starb 1996. Nur wenige seiner Werke aus der Zeit in Ostpreußen sind erhalten geblieben. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen dieses Werk in der neuen Dauerausstellung im Bereich „Bildende Kunst“ präsentieren zu können. Die Künstler und Künstlerinnen der Königsberger Kunstakademie stellen einen Schwerpunkt unserer Sammlung dar, sodass neben Norbert E. Dolezich noch viele weitere Namen der Königsberger Kunstakademie in unserer Sammlung vertreten sind.

Objekt der Woche #1 – Kugelfußbecher

Mittwoch, 10. Januar 2018

Dieses Jahr ist es endlich so weit! Unsere neue Dauerausstellung wird Ende August ihre Türen öffnen und wir sind schon mächtig gespannt auf das Ergebnis unserer jahrelangen Arbeit. Um Ihnen und uns die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlichen wir ab sofort jede Woche ein Objekt, das in der neuen Dauerausstellung zu sehen sein wird.

Kugelfußbecher

Den Anfang macht dieser Kugelfußbecher aus dem Jahr 1715, der in dem Ausstellungsbereich „Religion“ zu sehen sein wird. Er ist aus Silber, innen vergoldet, und in ihn sind insgesamt dreizehn Münzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert eingelassen. Sie stammen aus Brandenburg, Preußen und Polen. Der Becher wurde in Allenstein, im heutigen polnischen Olsztyn, gefertigt und stellt ein bedeutendes Werk deutscher Goldschmiedekunst dar. Zu dieser Zeit war es insbesondere das wohlhabende Bürgertum, das solche Arbeiten in Auftrag gab. So ist es auch bei diesem Objekt, denn der Münzbecher war ein Geschenk des Taufpaten an den Täufling.

Das Ostpreußische Landesmuseum zu Gast in der Domsaitis Galerie, Klaipeda/Memel in Litauen

Mittwoch, 18. Oktober 2017

von Dr. Jörn Barfod

Eine Malerlandschaft mit Licht und Raum und Wasser und Sonne – so beschrieb der Künstler Ernst Mollenhauer (1892-1963) die Kurische Nehrung. Er musste es wissen: Ein Vierteljahrhundert fast verbrachte der dort sein Leben und Arbeiten, im Zentrum der Künstlerkolonie Nidden. Der berühmte Hermann Blode wurde sein Schwiegervater und Mollenhauer übernahm das Hotel von ihm, das der Treffpunkt für die Künstler auf der Nehrung war. Neben vielen kulturellen initiativen verhalf er auch Thomas Mann zu seinem Sommerhaus in Nidden (heute Nida, Litauen).

In Erinnerung an die alte Künstlerkolonie Nidden und zum 125. Geburtstag des Malers Ernst Mollenhauer wurde am 6. Oktober in der Pranas-Domsaitis Galerie in Klaipeda/Memel eine Ausstellung mit Werken dieses ostpreußischen Expressionisten aus dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg eröffnet.

Dr. Jörn Barfod vom Ostpreußischen Landesmuseum eröffnet die Ausstellung in der Domsaitis Galerie

Dr. Jörn Barfod vom Ostpreußischen Landesmuseum eröffnet die Mollenhauer-Ausstellung in der Domsaitis Galeriei Klaipeda/Memel in Litauen

Das Ostpreußische Landesmuseum kann einen repräsentativen Querschnitt durch das malerische Werk Mollenhauers in Memel präsentieren, darunter auch drei der der absolut raren früheren Arbeiten. Der Künstler verlor 1945 fast sein gesamtes bis dahin geschaffenes Werk. Seine Tochter, Frau Maja Ehlermann-Mollenhauer, vermachte den künstlerischen Nachlass dem Ostpreußischen Landesmuseum.

Mollenhauers farbstarke Gemälde stellen den Betrachter ganz unvermittelt vor die Wucht der Naturgewalten, die den eigentümlichen Landstrich der Kurischen Nehrung prägen. Beispielhaft dafür prangt auf manchen Bildern die große Sonne. Diese kraftvolle Malerei, sein Markenzeichen, entwickelte der Künstler nach dem Studium an der Königsberger Kunstakademie bei Ludwig Dettmann und Arthur Degner auf der Kurischen Nehrung und in Begegnungen mit Max Pechstein weiter.

Ernst Mollenhauer: "Nehrungssonne"

Ernst Mollenhauer: "Nehrungssonne"

Nach der Flucht 1945 wurde Mollenhauer in Düsseldorf und Keitum/Sylt ansässig. Er schuf noch einmal das gewaltige Panorama der malerischen Welt Niddens neu. Seine Begeisterung für diese einzigartige Landschaft wusste er auch poetisch auszudrücken: „Nidden, du unvergessliches Wunderland! Wenn der Herbst seine Farben ausschüttete, dann warst du ein einziges Märchen, in dem Gott, der aus weitem Himmel zusah, den Menschen verzauberte, dann war Frieden, dann war Hohezeit, ein heiliges Lied zu singen, IHM zur Ehre.“

Besucher bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie_Domsaitis

Besucher bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie Domsaitis

Auch die Besucher der Vernissage in der Domsaitis-Galerie in Klaipeda/Memel spürten etwas von dieser besonderen Energie in der Malerei von Ernst Mollenhauer.

„Versunkene Welt Ostpreußens. Erinnerungsbilder von Eduard Bischoff“ im Heimatmuseum Lötzen in Neumünster (noch bis 15.7.)

Dienstag, 18. April 2017

Ein Bericht von Dr. Jörn Barfod
Die Heimatsammlung der Kreisgemeinschaft Lötzen besteht seit Jahren in Neumünster. Unter der engagierten Leitung von Frau Ute Eichler finden hier Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die sehr zum kulturellen Leben der ganzen Stadt beitragen. Nun wurde hier am 18. März 2017 wieder einmal eine Ausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg eröffnet. Die Präsentation zeigt den neuerdings wieder ganz aktuell gewordenen Farbholzschnitt.
Die großen Holzschnitte schuf der ostpreußische Maler Eduard Bischoff (1890-1974) in den Jahren zwischen 1954 und 1964. Sie zeigen Momente aus dem Leben in Ostpreußen aus den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem thematisieren sie das Schicksal der 1944/45 geflüchteten Ostpreußen aus dem Erleben eines Betroffenen.

Eduard Bischoff: Fischerkneipe, 1960, Holzschnittfolge

Eduard Bischoff: Fischerkneipe, 1960, Holzschnittfolge

Bewusst wählte der Künstler alltägliche Szenen aus dem Leben der ländlichen Bevölkerung und der Fischer von der Kurischen Nehrung. Diese waren ihm persönlich besonders vertraut. Zudem galten sie vielen seiner Zeitgenossen als charakteristisch für das Ostpreußen, das sie in Erinnerung hatten. Im Bemühen, auch ein wenig seiner verlorenen Heimat ein Denkmal zu setzen, gestaltete Bischoff die Menschen, Tiere und Landschaften hier in großen, einprägsamen Formen.

Eduard Bischoff: Reiter, 1960, Holzschnittfolge

Eduard Bischoff: Reiter, 1960, Holzschnittfolge

Den großen Erfolg dieser Holzschnittreihe „Ostpreußen“ in ihrer Entstehungszeit kann man heute noch nachvollziehen und erlebt diese Wirkung in den beeindruckten Reaktionen des Ausstellungspublikums. Entsprechend war die Resonanz der Besucher der Ausstellungseröffnung „Versunkene Welt Ostpreußens. Erinnerungsbilder von Eduard Bischoff“ im Heimatmuseum Lötzen in Neumünster.

Das OL freut sich über ein neues Gesicht im Haus

Dienstag, 11. April 2017

„PriMus – Promovieren am Museum“ – So lautet das neue Validierungsprogramm der Leuphana Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit sechs Museen der Region. Mit dabei ist natürlich auch das Ostpreußische Landesmuseum. Julian Windmöller wird im Rahmen des Programms in den nächsten drei Jahren seine Doktorarbeit über den Münnich-Nolcken’schen Nachlass am OL schreiben und gleichzeitig dazu eine Ausstellung konzipieren. Ein ambitioniertes wie spannendes Projekt!

Julian Windmöller hat Geschichte, Philosophie und Englisch in Tübingen und Moskau studiert.

Insgesamt sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler fertigen im Rahmen von PriMus ihre Doktorarbeiten an. Ziel von Primus ist es, Theorie und Praxis, das heißt auch Universität und Museum enger miteinander zu verbinden. So entstehen nicht nur sechs wissenschaftliche Arbeiten über noch schlummernde Sammlungsschätze, sondern auch sechs Ausstellungskonzepte, um die Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit zu vermitteln. Ein weiteres Ziel ist es, die Einstiegssituation in das Berufsfeld „Museum“ zu verbessern. Derzeit werden nach einem mindestens fünfjährigem Studium, zwei Jahre Volontariat und oft vier Jahre Promotion verlangt, um dann auf befristeten und gering bezahlten Stellen einzusteigen. PriMus möchte mit seinem Modell einen Gegenentwurf entwickeln, junge Experten für das Museum zu qualifizieren: Promotion und Volontariat werden befruchtend auf zusammen drei Jahre miteinander verzahnt. Ein solches Vorhaben ist ambitioniert, aber wir sind davon überzeugt, dass nur solche Programme dabei helfen, das Berufsfeld „Museum“ nachhaltig zu verbessern.

Für Julian Windmöller heißt das zunächst: Inventarisieren, denn der über 300 Objekte umfassende Nachlass der deutschbaltischen Adelsfamilie von Nolcken wird von ihm erstmals dokumentarisch und fotografisch erfasst. „Die Inventarisierung stellt die Grundlage für meine Arbeit dar – sowohl für die Promotion als auch für die Ausstellung“. Die vielfältige Sammlung reicht von Porzellan über Silber und Porträts hin zu Möbeln und Stichen. Zusätzlich befindet sich der schriftliche und fotografische Teil des Nachlasses im Herder-Institut, unserer Partnerinstitution in Marburg. Es stehen also auch Forschungsreisen nach Hessen an. Aber nicht nur dorthin. „Ich hoffe für die Ausstellung auch mit weiteren Partnern im In- und Ausland kooperieren zu können. Das Schloss Allatzkiwi in Estland, das früher der Familie von Nolcken gehörte und aus dem ein Teil der Sammlung stammt, beherbergt heute ein Museum. Eine Kooperation bietet sich hier geradezu an.“

Die Finanzierung der Ausstellung ist dabei nochmal ein Projekt für sich. Im Rahmen von PriMus werden zunächst nur die Konzepte erarbeitet, die Realisierung erfolgt erst danach. Bereits jetzt freuen wir uns daher, wenn sich Leute vorstellen können, die Ausstellung von Julian Windmöller finanziell zu unterstützen. Neben der Ausstellung selbst werden Restaurierungsmaßnahmen, Transport- und Leihkosten und weitere Kosten anfallen. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Ausstellung und sind gespannt, welche Ergebnisse die Arbeit von Julian Windmöller zu Tage fördern werden. Herzlich Willkommen!

Weitere Informationen: www.leuphana.de/ipk/primus

Das Ostpreußische Landesmuseum zu Gast in Rastenburg / Kętrzyn: Alexander Kolde

Montag, 10. April 2017

Ein Bericht von Dr. Jörn Barfod

Seitdem im vergangenen Jahr im Museum in Kętrzyn (Polen), dem historischen Rastenburg in Ostpreußen, das Ostpreußische Landesmuseum eine Ausstellung über den Maler Alexander Kolde (1886-1963), eröffnete, besteht eine gute Zusammenarbeit der beiden Museen.

Die Burg in Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Die Burg in Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

In der beeindruckenden mittelalterlichen Ordensburg ist das Museum der Stadt Kętrzyn untergebracht. In diesem besonderen Ambiente ausstellen zu können, macht Spaß. Dazu kommt, dass die Kollegen im Hause sehr freundlich und zuvorkommend sind. Das erleichtert die Zusammenarbeit.

Burghof Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Burghof Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Die Alexander Kolde Ausstellung brachte einen expressionistischen Maler an den Ort seiner Jugend zurück. Kolde wuchs in Rastenburg vor dem Ersten Weltkrieg auf. Später wurde er einer der führenden Maler in der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg, bis er 1936 von den Nationalsozialisten Malverbot erhielt. 1945 musste er flüchten und kam nach Schleswig-Holstein. Seine farbstarken expressionistischen Werke können bis heute die Betrachter in ihren Bann ziehen. In seinem Werk nach 1945 finden sich viele Erinnerungen an Rastenburg, was in der Ausstellung gebührend hervorgehoben wurde.

Alexander Kolde: St. Georg in Rastenburg, Öl, um 1955

Alexander Kolde: St. Georg in Rastenburg, Öl, um 1955

Nach dem Erfolg dieser Malerei-Ausstellung bat das Museum in Kętrzyn gleich um eine weitere Präsentation aus dem Ostpreußischen Landesmuseum. Unter den Vorschlägen fiel die Wahl auf ein historisches Thema: Napoleon und die Königin Luise. In 30 historischen Grafiken werden die Geschichte der Eroberung Preußens durch Napoleon und seine Armee 1806, der Friedensschluss in Tilsit 1807 und die Begegnung Napoleons mit Königin Luise geschildert. Hinzu kommen einige Szenen aus dem Leben der preußischen Königin.

Ausstellung: Napoleon und Luise

Ausstellung: Napoleon und Königin Luise

Auch diese Geschichte berührte Ostpreußen und Rastenburg/Kętrzyn. Die Besucher entdecken sie als Teil ihrer Regionalgeschichte. Das Museum steuert zur Ausstellung zwei historische Objekte aus der Zeit der Kriege 1813-15 bei. Mit den Totenlisten der in den Schlachten gestorbenen Männer aus Rastenburg kommt man der Lebenswirklichkeit jener Zeit sehr nahe.

Totenschein für den Kanonier Christian Kroll aus Rastenburg, 1813_

Totenschein für den Kanonier Christian Kroll aus Rastenburg, 1813

Flüchtlinge besuchen das Ostpreußische Landesmuseum

Mittwoch, 8. Februar 2017

Seit knapp einer Woche ist die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg wiedereröffnet. Sie ist noch bis  zum 7. Mai 2017 zu sehen.

Teilnehmer des Deutsch-Einführungskurses, bestehend aus Geflüchteten verschiedener Länder, kamen am 7. Februar zu Besuch. Unter der Leitung von Britta Müller wurden sie von der „Diskussionsrunde der Frauen der VHS-Lüneburg“ begleitet. Die Idee hatte Britta Stegmann, eine der aktiven Ehrenamtlichen des Ostpreußischen Landesmuseums.
Das Museum baut auf das Thema Flucht und Vertreibung auf, die Besucher brachten dazu ihre eigenen Geschichten mit. Ein gelungener Nachmittag mit anregenden Unterhaltungen.

(Elias Richter / Silke Straatman)

Arno Surminski-Ausstellung in Königsberg / Kaliningrad

Montag, 24. August 2015
Russisches Plakat der Ausstellung "Erinnertes Leben - Gelebte Erinnerung"

Russisches Plakat der Ausstellung "Erinnertes Leben - Gelebte Erinnerung"

Am 6. August 2015 wurde im Museum „Friedländer Tor“ in Kaliningrad/Königsberg die Ausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums über das Leben und Werk des bekannten ostpreußischen Schriftstellers Arno Surminski eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung waren Arno Surminski und seine Frau persönlich anwesend.

Es war die erste Kooperation unseres Hauses mit den Kollegen aus dem einstigen Königsberg, die in ihrem Museum die Geschichte der ehrwürdigen Stadt an der Pregel präsentieren.

Die Direktorin des Museums, Frau Marina Yadova, begrüßte zahlreiche Gäste und Besucher. Besonders freundliche Worte richtete sie an Arno Surminski, der sich, wie sie sagte, mit seinem ganzen Werk gegen den Krieg ausspreche. Er stelle die Geschichte Ostpreußens literarisch dar, das Museum erfülle die gleiche Aufgabe, bloß mit museumsspezifischen Darstellungsformen. Es gebe viel Verbindendes.

Marina Yadova, Direktorin des Museums Friedländer Tor

Marina Yadova, Direktorin des Museums Friedländer Tor

Anknüpfend an die Worte von Frau Yadova brachte Arno Surminski in seiner Rede zum Ausdruck, wie froh er ist, dass die Ausstellung nach zahlreichen Stationen in Deutschland und Polen auch in Kaliningrad in Russland gezeigt werde. Sie könne helfen, das Verbindende zwischen den Menschen unterschiedlicher Nationen zu zeigen: Polen, Russen und Deutschen, jetzigen und alten Bewohnern Ostpreußens. Er wünschte der Ausstellung viel Erfolg. Nach der Eröffnung fand eine Lesung statt, in der Arno Surminski aus seinem Buch „Sommer vierundvierzig oder Wie lange fährt man von Deutschland nach Ostpreußen“ die Passagen über die Zerstörung Königsbergs vorgetragen hat.

Lesung

Arno Surminski wurde 1934 in Jäglack (heute Jeglawki) im Kreis Rastenburg (heute Ketrzyn/Polen) in Ostpreußen geboren. Dort lebte er gemeinsam mit seiner Familie, bis seine Eltern 1945 deportiert wurden. Surminski blieb allein zurück und wurde 1947 nach mehreren Lageraufenthalten von einer Familie in Schleswig-Holstein aufgenommen. Seit 1972 arbeitet er freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Zu seinen Bestsellern gehören die Romane „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland“ und „Polninken oder Eine deutsche Liebe“. Einige große Romane spielen im nördlichen Teil Ostpreußens, der heute zu Russland gehört, wie  „Sommer vierundvierzig oder Wie lange fährt man von Deutschland nach Ostpreußen“ und „Winter Fünfundvierzig oder Die Frauen von Palmnicken“. Die Romane „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland“ und „Vaterland ohne Väter“ sowie zahlreiche Erzählungen wurden ins Russische übersetzt.

Arno Surminski vor der Ausstellung

Arno Surminski vor der Ausstellung

Wir bedanken uns herzlich für die tolle Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte!

Eröffnungsrede

Eröffnungsrede