Archiv für die Kategorie „Ausstellungen“

Mal-und Kulturreise nach Krakau vom 8. bis 15. Juli 2013. Ein Reisebericht

Freitag, 4. Oktober 2013

Reiseleitung: Frau Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen und Baltikum am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg
Künstlerische Leitung: Gudrun Jakubeit, aus dem Atelier Gudrun Jakubeit in Lüneburg

Auf geht´s! Mit Malausrüstung im Reisegepäck trafen sich am 8. Juli 2013 die Malkursteilnehmer und weitere Mitreisende, sowie die Reise- und Kursleitung in den Morgenstunden am Hamburger Flughafen. Warschau war das Zwischenziel, dann ging es weiter nach Krakau. Einige Teilnehmer hatten ihre Anreise selber organisiert. Das Hotel lag so zentral in der Altstadt, dass wir direkt zu Fuß starten konnten. Schon am ersten Abend hat uns die lebendige Kulturmetropole mit einer lauer Sommernacht voller Gaukler, Kleinkünstler, Musiker und junger Menschen auf den Straßen begrüßt.

Die nächsten Tage waren reichlich angefüllt mit einem hervorragend geleiteten Besichtigungsprogramm und anschließendem Malkurs direkt vor den Motiven.

Residenz als Motiv

Die Wawelburg

Auf der oben gelegenen Terrasse, direkt auf den berühmten Tuchhallen, konnten wir recht ungestört die ersten Versuche starten. Die Skizzenbücher, Aquarellblöcke, Pinsel und Stifte wurden gezückt, dem Turmbläser gelauscht. Die riesige Marienkirche mit dem farbenfrohen Treiben auf dem Marktplatz entpuppte sich zu einer echten Herausforderung.Nach der „Eroberung“ und Besichtigung der Wawelburg wurde am Nachmittag am Weichselufer, auf der gegenüberliegenden Seite in einem schattigen Plätzchen, die imposante Residenz gemalt.

Das schattige Plätzchen

Das schattige Plätzchen

Kazimierz: das jüdische Viertel wurde leider unter Regenschirmen besichtigt, doch sein malerischer Charme reizte uns Maler zu einem weiteren Besuch.
Der Platz vor unserem Hotel bot sich wunderbar an, um Übungen in Perspektive und Farbenlehre zu praktizieren und das Trainieren schneller Farbskizzen zu unterrichten.

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Krakau zeigte sich in allen Facetten: stürmisch und regnerisch, heiß und farbenfroh. Die vielen Bars, Kneipen und Restaurants rundeten nach einem arbeitsreichen Tag am Motiv das sinnliche Erlebnis mit wahren Gaumengenüssen ab.

Krakauer Eindrücke

Krakauer Eindrücke

Am letzten Maltag wurden wir wieder von der Sonne begrüßt. Es ging ein letztes Mal zu dem berühmten Platz und wir versuchten gegen die davon flitzende Zeit an zu arbeiten. Alle Maler und Malerinnen hatten große Fortschritte gemacht, schade, gerade jetzt am Ende des Tages den Pinsel wieder einpacken zu müssen. Die große Werkschau krönte als Abschlußausstellung den letzten Tag der Malreise. Es ist ein ergreifender Moment, wenn alle in dieser Woche entstandenen Bilder von allen Teilnehmern präsentiert und besprochen werden. Weit über 60 Werke zeugten von einem sehr intensiven und kreativen Schaffensprozess.

Gudrun Jakubeit

Gudrun Jakubeit

Die Künstlerin bedankte sich bei ihren Schülern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen, gab konstruktive Kritik, Tipps und konnte zusammen mit Frau Kern mit der gesamten Gruppe auf eine gelungene Reise und die Freude am Malen mit einem Glas Sekt anstoßen.

Teilnehmer

Teilnehmer der Malreise

Eine weitere Mal- und Kulturreise Anfang Juli 2014 nach Nidden, auf den Spuren der Künstlerkolonie auf die Kurische Nehrung, Litauen, in Zusammenarbeit mit Frau Agata Kern, Herrn Dr. Barfod und der Künstlerin Gudrun Jakubeit ist in Planung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Kern: Tel: 04131 – 7599515
oder an das Atelier Gudrun Jakubeit: Tel: 04131 – 603555

Wer neugierig geworden ist, ist sehr herzlich zum Besuch unserer Ausstellung eingeladen: Impressionen aus Masuren und Krakau: 5.10. – 3.11.2013 im Ostpreußischen Landesmuseum

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013


Dienstreisen bilden

Dienstag, 21. Mai 2013

Reisebericht von Dr. Eike Eckert

Nach Abschluss der Ausstellung „Glanz und Elend“ machte ich mich mit meinem Kollegen Dr. Hinkelmann am 30.4. auf eine Dienstreise nach Estland, um die Leihgaben in die dortigen Museen und Archive zurückzubringen.

Unser Transporter im Schiffsbauch

Unser Transporter im Schiffsbauch

Mitsamt Museums-Transporter ging es bei  herrlichem Frühlingswetter über die Ostsee: Von Travemünde vorbei an Bornholm und Gotland zunächst nach Helsinki und weiter nach Tallinn.

Die Hafenausfahrt von Tallin

Der Hafen von Tallinn

Angekommen in Estland steuerten wir zunächst die Universitätsstadt Tartu/Dorpat  an– übrigens die Partnerstadt von Lüneburg. Sie liegt ca. 2 Autostunden von der Hauptstadt Tallinn/Reval entfernt. Der Frühling hatte sich in Estland noch nicht recht einstellen wollen, spektakulär waren jedoch  die vielen Störche in ihren Nestern am Streckenrand.

Karl Ernst von Baer, deutsch-baltischer Naturforscher, gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts.

Durch den Feiertag blieb uns Zeit für einen Spaziergang durch die alte Hansestadt, vorbei am Denkmal des großen Naturforschers Karl Ernst von Baer. Im Anschluss besichtigten wir das Universitätsmuseum im alten Dom. Am nächsten Tag wurden wir kurz nach der Öffnung im Estnischen Nationalmuseum vorstellig, wo wir die volkskunstlichen estnischen Exponate bei der Kollegin Riina Reinvelt ablieferten.

Im Estnischen Nationalmuseum: Dr. Eike Eckert und Reinvelt

Im Estnischen Nationalmuseum: Dr. E. Eckert und R. Reinvelt

Nach einem weiteren Stopp im Estnischen Nationalarchiv ging es zurück nach Tallinn, wo wir sogleich unsere Hauptleihgeber im Kunstimuuseum (Kumu) aufsuchten. Das moderne Museum – 2008 zum europäischen Museum des Jahres ernannt – steht inmitten von repräsentativen Regierungsgebäuden im Kadriorg-Park. Nach Erledigung der Formalitäten kamen wir in den Genuss  einer Führung durch das Haus. Die vielfältige Sammlung beeindruckte und ein wenig neidisch nahmen wir die riesigen Depoträume wahr, über die das Haus verfügt.

Schon mal ein Museums-Magazin gesehen? So schaut es im Kumu aus. Es ist das größte und modernste Kunstmuseum im Baltikum.

Schon mal ein Museums-Magazin gesehen? So schaut es im Kumu aus. Es ist das größte und modernste Kunstmuseum im Baltikum.

Weiter ging es mit unserem Transporter durch die engen Gassen der Altstadt, wo wir das Estnische Historische Museum in der Großen Gildehalle als letzten Leihgeber aufsuchten. Dr. Liibek, der Leiter des Museums, nahm die Exponate entgegen und erörterte mit mir zukünftige Kooperationsmöglichkeiten seines Hauses mit der deutschbaltischen Museumsabteilung im Ostpreußischen Landesmuseum.

Im Mittelalter trafen sich die reichen Kaufleute der Hansestadt in der „Großen Gilde“ - heute befindet sich hier das Estnische Historische Museum

Im Mittelalter trafen sich die reichen Kaufleute der Hansestadt in der „Großen Gilde“ - heute befindet sich hier das Estnische Historische Museum

Während ich nach der Rückgabe die anregende und übersichtliche Ausstellung zur estnischen Geschichte und der Geschichte der hansischen Kaufmannschaft näher begutachte, zog es Dr. Hinkelmann in das naturkundliche Museum. Den Abschluss bildete ein Spaziergang durch die Anfang Mai bereits mit vielen Touristen bevölkerte Altstadt. Zurück nach Lüneburg ging es auf demselben Seeweg über die Ostsee.

Dr. C. Hinkelmann mit Reiselektüre während der Fährfahrt

Dr. C. Hinkelmann mit Reiselektüre während der Fährfahrt

Vor dem Fährwechsel in Finnland hatten wir sogar noch die Gelegenheit für einen Spaziergang an der sonnigen Uferpromenade Helsinkis.

Als Neuerwerbung grüßt im Ostpreußischen Landesmuseum:

Mittwoch, 10. April 2013

Frau Amtsrat Dallmer blickt aus diesem Portraitgemälde den Betrachter ruhig an. Sie ist schon über ihre Lebensmitte hinaus, in den 50ern, aber sie hat auch noch gut 20 Jahre vor sich. Als sie geboren wurde, 1726, regierte der Soldatenkönig in Preußen, zu dem ihr Geburtsort in der Provinz Ostpreußen, Loebegallen, gehörte. Als sie mit gut 78 Jahren 1805 in der Bezirkshauptstadt Gumbinnen starb, war Friedrich Wilhelm III. König und seine Frau Luise eine europaweit gefeierte Königin.

Catharina Dorothea Gertrud wuchs in Loebegallen im Kreis Pillkallen, damals in Ostpreußen, heute im russischen Gebiet Kaliningrad, als Tochter des landwirtschaftlichen Gutspächters Caspar Dietrich Filius und seiner Frau Anna Magdalena Seiden, auf. Später heiratete sie einen ebensolchen Gutspächter im Nachbarkreis Gumbinnen, den Johann Friedrich Dallmer (1711-95) in Plicken, 1742. Sie war noch nicht 16 Jahre alt.

Bildnis Catharina Dorothea Dallmer, Öl, unbekannter Künstler, um 1780

Bildnis Catharina Dorothea Dallmer, Öl, unbekannter Künstler, um 1780

Mindestens drei Kinder sind aus den Quellen bekannt: 1751 wird die Tochter Catharina Helene Dorothea geboren, 1753 der Sohn Ludwig Christoph Bernhard und 1756 der Sohn Karl Reinhold Dallmer, alle in Plicken. Im nahen Gumbinnen wurden sie getauft. Nur zwei Jahre danach kam der Krieg nach Ostpreußen, das als Teil des Königreichs Preußen von russischen Truppen erobert und bis 1762 besetzt wurde.  In Europa wütete der Siebenjährige Krieg.

Es kamen wieder friedliche Zeiten und Frau Amtsrat Dallmer konnte das Großwerden ihrer Kinder erleben. Später zogen sie und ihr Mann in eine Wohnung in der Stadt Gumbinnen. Aus dieser Zeit, um 1780, mag das Gemälde stammen, das uns überliefert ist. Wahrscheinlich gab es als Gegenstück auch das Portrait ihres Mannes dazu. Das Gemälde trägt keine Malersignatur, nur hinten die Angabe des Namens und Sterbedatum der Dargestellten. Sie überlebte ihren Mann um 10 Jahre und starb in Gumbinnen am 28. April 1805, musste also Preußens Niederlage gegen Frankreich 1806 und die französische Besetzung nicht mehr miterleben.

Einblick in den Ausstellungsaufbau zu "Auserwählt". Die Ausstellung ist vom 13. April bis 22- September 2013 zu sehen.

Einblick in den Ausstellungsaufbau zu "Auserwählt". Ein Teil der Bilder hängt schon. Doch zeigt die Ausstellung noch viel mehr. "Auserwählt" stellt höchst unterschiedliche Einzelstücke aus der Sammlung des OL, die zwar wichtig sind, aber bislang nicht präsentiert wurden. Zu sehen ist die Ausstellung vom 13. April bis 22. September 2013.

Dieses Stück Geschichte anschaulich machen zu können hat wiederum eine private Spende an das Ostpreußische Landesmuseum ermöglicht! Zu sehen ist es ab Samstag in der neuen Ausstellung “Auserwählt. Sammlungsobjekte mit Geschichte“.

Rätselraten im Scharffschen Haus

Freitag, 22. März 2013

„Neues Bauen“ in Lüneburg überrascht seine Besucher und das in vielerlei Hinsicht. Also gleich vorweg der Tipp: Nichts wie hin!

Das Scharffsches Haus in der Heiligengeiststraße 38. Hier wird noch bis 28. April die Ausstellung Neues Bauen gezeigt. In naher Zukunft wird es der Eingangsbereich des OL

Das Scharffsches Haus in der Heiligengeiststraße 38. Hier wird noch bis 28. April die Ausstellung "Neues Bauen" gezeigt. In naher Zukunft wird es der Eingangsbereich des OL.

Eine Gruppe Lüneburger Architekten und die Denkmalpflegerin der Stadt haben in Trägerschaft von OL und Museumsverein für das Fürstentum Lüneburg diese Ausstellung entwickelt und bereits zur Eröffnung platzten die Räumlichkeiten aus allen Nähten.

Im Gespräch (von links): Dr. Joachim Mähnert (Dirketor OL), Volkwin Marg (gmp-Architekten), Carl-Peter von Mansberg (von Mansberg Architekten)

Im Gespräch mit einem jungen Gast (von links): Joachim Mähnert (Direktor OL), Volkwin Marg (gmp-Architekten), Carl-Peter von Mansberg (von Mansberg Architekten)

Es ist eine Ausstellung vor allem für Lüneburger selbst. Sie zeigt eine Stadt, die im ständigen Wandel begriffen ist. Prof. Dr.-Ing- h.c. Volkwin Marg, der international renommierte Architekt, selbst aus Königsberg/Kaliningrad stammend, berührte und begeisterte in seinem Grußwort die Zuhörer. Neben ihm sprachen auch der Direktor des OL, Dr. Joachim Mähnert, Ulrich Mädge, der Oberbürgermeister der Hansestadt, sowie der Vorsitzende des BDA Niedersachsen, Harald Kiefer.

Volkwin Marg bei seiner Eröffnungsrede

Volkwin Marg bei seiner Eröffnungsrede

Architektur verändert das Bild der Stadt. Wer an Lüneburger Architektur denkt, hat meist sofort die Altstadt mit den alten Giebelhäusern vor Augen. Doch um den Stadtkern herum entstehen viele neue, moderne Gebäude, über deren Qualität oder Aussehen man sich streiten kann. Das ist das Los des Architekten. Einer der bekanntesten von ihnen ist Daniel Libeskind, der das neue Audimax der Leuphana Universität entworfen hat.

Modell des von Daniel Libeskind geplanten Audimax

Modell des von Daniel Libeskind geplanten Audimax

Selbstverständlich darf ein Modell dieses sich noch im Entstehungsprozess befindlichen Gebäudes nicht fehlen. Doch Lüneburg hat noch viel mehr zu bieten. Die Ausstellung zeigt Pläne, Modelle und vor allem viele und vielseitige Fotos.  „Neues Bauen“ gibt nur wenig Antworten auf viele Fragen, die sich dem Betrachter stellen. Die brennenste ist meist: Wo ist das denn zu finden? Doch das “wo” und “wer” sollte offen bleiben.

Einblick in die Ausstellung "Neues Bauen"

Einblick in die Ausstellung "Neues Bauen"

Wer bereits ein zweites oder drittes Mal die Ausstellung besucht hat (schließlich ist der Eintritt frei, nur um eine Spende wird gebeten), der wird merken, dass auch die Ausstellung nicht stehen bleibt. Nach und nach kommen mit der Zeit Beschriftungen hinzu. Reinschauen lohnt sich also auch für die, die schon da waren.

Zweifach vertrieben – Spuren vergessener NS-Opfer und Gedenken im russischen Königsberger Gebiet

Donnerstag, 21. Februar 2013

Am 30. Januar 2013, zum 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten, stellte Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, im Ostpreußischen Landesmuseum ein Kapital ostpreußischer Geschichte vor, welches in der Forschung bisher nur unzureichend Beachtung findet. Der Vortrag widmete sich sieben – meist unbekannten – Orten im russischen Königsberger Gebiet (Kaliningrader Oblast), die für verschiedene Opfergruppen des Nationalsozialismus stehen, und Formen des dortigen Gedenkens an sie.

Uwe Neumaerker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Die Zeit des Dritten Reiches wird in der Erinnerungskultur zuweilen ausgeblendet, häufiger beschränkt sie sich auf die – tatsächlich – unvergleichliche Schönheit der Natur, das “Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen”, und auf die tragischen Ereignisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen sowie die grausame Rache der Soldaten Stalins 1944/45. Beschwiegen werden dann aber jene, die bereits vor Kriegsende Opfer im Deutschen Osten geworden waren – durch die eigenen Landsleute. Sie wurden ihrer Heimat beraubt und aus der Erinnerung an Ostpreußen ´vertrieben`. Hierzu gehören die ostpreußischen Juden und die als ´Zigeuner` verfolgten Sinti, die Angehörigen der polnischen Minderheit und die Patienten aus Heil- und Pflegeheimen, ebenso wie der ´Todesmarsch` und die anschließende Massenerschießung am Ostseestrand von Palmnicken Anfang 1945 mit bis zu 7.500 ermordeten jüdischen Häftlingen.

Das Holocaustdenkmal in Palmnicken: gen Himmel ausgestreckte Hände des Künstlers und Überlebenden Frank Meisler, eingeweiht am 31. Januar 2011

Das Denkmal in Palmnicken: gen Himmel ausgestreckte Hände vom Künstler und Holocaust-Überlebenden Frank Meisler, eingeweiht am 31. Januar 2011

Was wenige wissen: In Ostpreußen lebte bis zum 2. Weltkrieg die größte Sintiminderheit Deutschlands. Reinhard Florian ist ein Sinto, der überlebte – die Konzentrationslager Mauthausen, Auschwitz, Gusen und einen Todesmarsch – und der bereits seit seiner Kindheit soziale Ausgrenzung, Gewalt und Entrechtung ertragen musste. Zweifach vertrieben, dies machte Neumärker bereits mit seinen ersten Sätzen deutlich. „Vier Wochen nach seiner Befreiung am 6. Mai 1945 hat der 22-jährige Sinto Reinhard Florian aus Matheningken bei Insterburg nichts anderes im Sinn als heimzukehren: ´Ich wollte unter allen Umständen schnell zurück nach Hause. Nach Ostpreußen! In meine Heimat. Von da komm’ ich. Da gehöre ich hin! (…) Ich war doch Deutscher, ein Deutscher aus Ostpreußen. Der Krieg hatte daran nichts geändert. Wie sollte ich mich auch anders fühlen? Ich bin groß geworden in Deutschland und kenne kein anderes Land. Ich spreche auch nur Deutsch. Selbst als ich aus dem Lager kam, gab es für mich nur Deutschland`“ Der gesamte Vortrag ist bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas nachzulesen.

Im Gespräch mit dem Puplikum: Uwe Neumärker, Dr. Joachim Tauber (Direktor Nordost-Institut), Dr. Joachim Mähnert (Direktor Ostpreußisches Landesmuseum)

Im Gespräch mit dem Publikum: Uwe Neumärker, Dr. Joachim Tauber (Direktor Nordost-Institut), Dr. Joachim Mähnert (Direktor Ostpreußisches Landesmuseum)

Neumärker veranschaulichte, dass mit diesem Kapitel ostpreußischer Geschichte auch ein Kapitel gesamtdeutscher Geschichte beleuchtet wird. Sein Vortrag gab gewissermaßen auch einen Ausblick auf die sich im Entstehungsprozess befindende neue Dauerausstellung des Museums, die auch dieses Thema selbstverständlich nicht ausschließen wird.

Seit 2005 leitet Uwe Neumärker das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas”, die im Zentrum Berlins gelegene zentrale Holocaustgedenkstätte Deutschlands. Das Denkmal besteht aus dem überirdischen Stelenfeld und einem unterirdischen Ausstellungsraum, dem „Ort der Information“. Seit seiner Einweihung vor knapp 8 Jahren haben mehr als 10 Millionen Menschen das Stelenfeld besichtigt.

Zu dem Vortrag eingeladen hatte das Ostpreußische Landesmuseum gemeinsam mit dem Nordost Institut / IKGN Lüneburg.

Lehrreiche, sensationelle oder liebliche Alltagsbegebenheiten

Freitag, 18. Januar 2013

Das Ostpreußische Landesmuseum konnte dank privater Spenden vor Kurzem zwei großartige Gemälde erweben, die eine wichtige Ergänzung für die kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des Ostpreußischen Landesmuseums darstellen.

Es handelt sich um Genrebilder von Reinhold Dannehl (1833-88) und Carl Hübner (1814-79). Genrebilder gehörten zu den beliebten Gemäldearten des 19. Jh., die häufig Alltagsszenen in einer meist idyllisch-lieblichen Art darstellen.

Wer aus bedrängten und bedrängenden Lebensverhältnissen heraus wollte, fand schon im Mittelalter manchmal den Ausweg des Auswanderns. Lockende Angebote, sein Glück zu machen, gab es vor 700 Jahren im Osten, im 18. und 19. Jahrhundert z.B. in Amerika, der „Neuen Welt“.

Für die Genremalerei des 19. Jh. bot diese Thematik offenbar reizvolle Aspekte, sie zu Kompositionen zu verarbeiten. So wanderten in jener Zeit auch aus Ostpreußen viele Menschen Richtung Westen aus, in die entstehenden Kohlereviere des Ruhrgebiets oder über den Ozean nach Amerika. Dies schildert das Gemälde aus dem Jahr 1865 des aus Königsberg stammenden Malers Carl Hübner: Die Auswanderer.

Carl Hübner, Die Auswanderer, Öl, 1862

Carl Hübner, Die Auswanderer, Öl, 1862

In einem kahlen Raum, der mit Kisten und Kasten angefüllt scheint, sitzt rechts eine Auswandererfamilie, Vater, Mutter und ein Kind, zwei Matrosen gegenüber, die rauchen und offenbar einen Grog zu sich genommen haben. Der als Bauer in seiner altertümlichen Kleidung erkennbare Auswanderer zahlt mühsam Münzen auf den Tisch, die er aus einem schon schmalen Geldbeutel zog. Seine Frau sieht besorgt zu. Hinter ihr an der Wand hängt eine Landkarte mit den Umrissen des amerikanischen Kontinents.

Die beiden Matrosentypen, der eine mit Ringelpullover und Strohhut, der andere in Ölzeughose und dunkler Jacke, sehen nicht sehr vertrauenerweckend aus. Sie sind aber diejenigen, die das weitere Reiseschicksal der Auswanderer zu bestimmen scheinen.

Hübner schuf im seinerzeit beliebten Genre-Fach, Darstellungen von lehrreichen, sensationellen oder lieblichen Alltagsbegebenheiten, offenbar gern dramatische, konfliktreiche Szenen, wie einige Bildtitel seiner in Königsberg zwischen 1833 und 1879 ausgestellten Arbeiten zeigen: Die Auspfändung, Der Wucherer, Die Brandstätte oder: Der Abschied der Waise, Die Eifersüchtige, Der unwillkomm’ne Freier, Die Sünderin vor der Kirchenthüre. Hübner verbrachte zwar seine Hauptschaffenszeit ab 1838 in Düsseldorf, seine Arbeiten waren aber stets in seiner Heimatstadt auf den wichtigen Kunstausstellungen vertreten.

Reinhold Dannehl malte 1865 den spielenden Knaben vor einem Bauernhaus. Gezeigt wird dem Betrachter ein Vorplatz eines Bauernhauses, auf dem ein Knabe mit einem Hund spielt. Da der Knabe links in der Hundehütte steckt und auf allen Vieren zu stehen scheint, ist er dem ihm gegenüber rechts vorn sitzenden Hund zugeordnet, mit dem er „verkehrte Welt“ zu spielen scheint. Im Bildfeld darüber sieht man eine jüngere Frau aus dem Fenster lehnend mit einem Strickzeug beschäftigt. Diese geruhsame Szene wird noch mit einigen dekorativ verteilten Hausratsgegenständen ergänzt. Das tiefstehende Licht und die geruhsame Stimmung der Schilderung deuten auf eine abendliche Szene hin. Es scheint, als erwarteten Frau und Kind den von der Arbeit heimkehrenden Vater.

Reinhold Dannehl, Genreszene, Öl, 1865

Reinhold Dannehl, Genreszene, Öl, 1865

In einer bürgerlichen Stube wäre das Gemälde ein Ausdruck traulichen Familienlebens. Es stellt dabei auch einen nachklang des von manchen Städtern idyllisch- idealisiert gedachten Landlebens. Aspekte wie die Härte des Lebens, Armut, schwere Arbeit usw. sind nicht zu finden.

Der Maler Reinhold Dannehl war Schüler der Königsberger Kunstakademie, lebte ab 1857 in der Hauptstadt Ostpreußens als freischaffender Maler und war einige Jahre lang auch Lehrer an der dortigen Kunst- und Gewerkschule. Er gehörte zum festen Bestandteil der Königsberger Maler und Kunstszene. Aus den Katalogen der Königsberger Kunstvereinsausstellungen, die Dannehl 1861-71 regelmäßig beschickte, wissen wir, dass er tatsächlich hier ausschließlich Genrebilder zeigte, u. a. auch eine „Bauernstube“.

Belege für diese im 19. Jh. auch in Ostpreußen typische Malerei gab es zuvor in der Museumssammlung fast nicht. Daher sind diese Neuzugänge eine wirklich bedeutende Ergänzung des Bestandes und schließen eine merkliche Lücke.

Kinder helfen Kindern: Das Ostpreußische Landesmuseum unterstützt das Straßenkinder-Projekt “Jablonka”

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Sie sind Kinder, oft Waisen. Sie wurden vernachlässigt und auch geschlagen. Sie haben nichts zu essen. Sie haben kaum Kleidung. Sie sind krank. Sie leben auf den Straßen Kaliningrads und das auch im eisig kalten Winter. Die Stadt Kaliningrad hat kein Geld, um die Kinder zu unterstützen. Aber Sie brauchen dringend Hilfe!

Diese Hilfe bekommen die Kinder in „Jablonka“ (dt. Apfelbäumchen), dem Rehabilitions-Zentrum in Kalingrad (ehemals Königsberg) der Ev.-Luth. Propstei der Nordkirche weltweit. Zu den Mitarbeitenden gehören ein Psychologe, ein Pädagoge und ein Arzt, die sich liebevoll um die Kinder und Jugendlichen kümmern.

Bis zu zweihundert Kinder und Jugendliche kommen tagsüber in das Zentrum. Sie erhalten Medizin, Essen und vor allem menschliche Wärme und Zuwendung. Bis zu vierzehn Kinder können in den zwölf Containern übernachten und sie gehen wieder regelmäßig zur Schule. Der Platz für ein Kind in „Jablonka“ kostet etwa 12 Euro pro Tag.

Das Ostpreußische Landesmuseum unterstützte das Projekt im Rahmen der Sonderausstellung „Versöhnender Schmerz – Deutsch-Russische Erinnerungen an den Exodus der Ostpreußen in Werken von Erhard Kalina und Elena Steinke“.

Elena Steinke ist in Königsberg/Kaliningrad geboren und freischaffende Künstlerin.

Elena Steinke ist in Königsberg/Kaliningrad geboren und freischaffende Künstlerin.

Pastorin Christa Hunziger stellte das Projekt „Jablonka“ mit einem Bilderbeitrag zum Internationalen Museumstag am 20. Mai 2012 im OL vor. Sie ist Europareferentin am Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit und koordiniert die europäischen Partnerschaften der Ev.-Luth. Kirche. Diese hat in Norddeutschland unter anderem Partnerschaften nach Kaliningrad, Polen, den drei baltischen Ländern, Rumänien, Kasachstan und St. Petersburg.

Pastorin Christa Hunziger bei der Projektvorstellung.

Pastorin Christa Hunziger bei der Projektvorstellung.

Kinder helfen Kindern: Sowohl beim Internationalen Museumstag, als auch während der Kinderclub-Treffen haben Kinder Postkarten gemalt, um den Kindern in Kaliningrad zu helfen. Die Postkarten wurden verkauft und der beträchtliche Erlös wurde an die Nordkirche weitergeleitet. Die Gelder kommen den Straßenkindern zu Gute.

Postkartenmalaktion

Postkartenmalaktion

Mit einem Schreiben vom 27. November 2012 bedankt sich Pastorin Christa Hunziger beim Ostpreußischen Landesmuseum für die eingegangene Spende mit den Worten (Teilzitat):

„Liebe Mitarbeitende des Ostpreußischen Landesmuseums, liebe Frau Straatman,
auch von mir ein herzliches Dankeschön für die Spende. Ich freue mich, dass im Laufe der Ausstellung so viel zusammen gekommen ist für die Kinder in Kaliningrad… Alles Gute und herzliche Grüße, Ihre Christa Hunziger“.

Wir sind froh, dass wir helfen konnten! Wenn auch Sie spenden wollen, wenden Sie sich an:

Zentrum für Mission und Ökumene – nordkirche weltweit
Agathe-Lasch-Weg 16
22605 Hamburg

Tel: 040/88181-0
Fax: 040/88181-210

Email: info@nordkirche-weltweit.de

http://www.nordkirche-weltweit.de/

Direkter Kontakt:
Pastorin Christa Hunzinger – Europareferat
Tel.: 040 88181-413
Email: c.hunzinger@nordkirche-weltweit.de

Endspurt bei Glanz und Elend

Mittwoch, 21. November 2012

Neue Ausstellung:  Glanz und Elend. Mythos und Wirklichkeit der Herrenhäuser im Baltikum

Noch gut eine Woche ist Zeit und bis diesen Freitag werden bereits alle Exponate für die neue Ausstellung – mehr als 200 Stück- das Ostpreußische Landesmuseum erreicht haben. Gerade ist unser Bus im „Süden“ unterwegs und sammelt die Objekte aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ein, nachdem er letzte Woche noch im Baltikum auf Tour war.

Die Kuriere aus Riga übringen die wertvolle Fracht!

Heute Vormittag erreichte uns ein besonderes Exponat aus dem Museum für Ausländische Kunst in Riga: eine Urne zum Gedächtnis der Gräfin Marie Elisabeth von Lieven aus dem Jahr 1803 aus der Werkstatt von Johann Gottfried Schadow.

Entpacken...

Entpacken...

Das Marmorgefäß ist mehrere 100 Kilogramm schwer – entsprechend brauchten unsere Helfer technisches Gerät und eine Menge Feingefühl, um das ganze milimetergenau mit dem Marmorfuß zusammenzubringen.

Beim Aufstellen ist technisches Gerät und Feingefühl gefragt

Beim Aufstellen ist technisches Gerät und Feingefühl gefragt

Urnen sind ein typischer Bestandteil der Landschaftsgärten im Baltikum, die nach englischem Vorbild während des ganzen 19. Jahrhunderts angelegt wurden. Georg Philipp von Lieven (1771–1847) bestellte die Urne in Berlin bei dem Bildhauer Johann Gottfried Schadow im Angedenken an seine verstorbene Mutter Maria Elisabeth (1738–1803).

Ein Naturschriftsteller aus Ostpreußen präsentiert sich im Westen

Freitag, 28. September 2012

Noch im März war das OL mit der Ausstellung über Walter von Sanden-Guja (1888-1972) in Allenstein / Olsztyn in Polen zu Gast. Mittlerweile hat sie einen großen Sprung nach Westen gemacht. Seit 13. September 2012 ist die Ausstellung  in der Martin-Opitz Bibliothek in Herne zu sehen.

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Christoph Hinkelmann, eröffnete die Leihausstellung, die noch bis zum 25. Oktober 2012 in Herne zu bewundern ist, mit einem anregenden Vortrag über Leben und Werk des wichtigsten Natur- und Tierschriftstellers des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.

Dr. Christoph Hinkelmann in Gespräch mit Dr. Hans-Jakob Tebarth, Direkter der Martin-Opitz-Bibliothek Herne

Dr. Christoph Hinkelmann in Gespräch mit Dr. Hans-Jakob Tebarth, Direktor der Martin-Opitz-Bibliothek Herne (von rechts)

Walter von Sandens Werk ist zu Unrecht fast vergessen. Umso mehr freut es uns, dass sich die Ausstellung großer Nachfrage erfreut. Ein Besuch in der Martin-Opitz-Bibliothek lohnt sich damit allemal. Wer es aber nicht nach Herne schafft, der kann auch ins Ostpreußische Landesmuseum kommen, um sich über das Wirken von Walter von Sanden zu informieren. Betrachten Sie beispielsweise die Skulptur von Ingo den Fischotter oder lesen Sie in unserer Bibliothek über die Birkenmaus.

Ingo als Skulptur und als Original. Die Skulptur befindet sich im Ostpreußischen Landesmuseum.

Ingo als Skulptur und als Original. Die Skulptur befindet sich im Ostpreußischen Landesmuseum.

Mit der Birkemaus und dem Fischotter Ingo hat sich von Sanden intensiv über viele Jahre auseinander gesetzt. In „Alles um eine Maus“, berichtet von Sanden, wie ihm der erste Nachweis der seltenen Birkenmaus gelang. „Ingo. Die Geschichte meines Fischotters“ gehört zu seinem berühmtesten Buch, mit dem es gelang einen bösen Fischotter zu einem Sympathieträger zu machen.

Aber sehen Sie selbst….

Die Erweiterung um eine deutschbaltische Abteilung nimmt Gestalt an. Aufbruchstimmung im Ostpreußischen Landesmuseum!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Anstoßen auf die Deutschbaltische Abteilung – hoher Besuch im OL während der Hansetage

Es geht los! Denn auch im Ostpreußischen Landesmuseum selbst war während der Hansetage nicht nur starkes Besuchergedränge der vielen gut gelaunten Gäste aus aller Welt, sondern obendrein deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Anlässlich der weithin Aufmerksamkeit erregenden Ausstellung zur historischen Hanse „Vertraute Ferne“ besuchten am Samstag, 30. Juni, hochrangige diplomatische Vertreter der drei baltischen Länder Lettland, Estland und Litauen das Ostpreußische Landesmuseum.

In der neuen deutschbaltischen Abteilung wird die Hanse eine wichtige Rolle spielen, da z.B. mit Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) viele bedeutende Hansestädte im Baltikum lagen. Hier: Eindrücke aus der Hanseausstellung “Vertraute Ferne” mit Medienstation

Ihr Blick richtete sich auf die neu zu begründende deutschbaltische Abteilung des Museums, die jetzt als weltweit erstes Museum für Kultur und Geschichte der Deutschbalten als eine neue und bedeutende Brücke ins Baltikum konkrete Gestalt annimmt. Denn die Hanse-Ausstellung „Vertraute Ferne“ zeigt mit ihren fast 200 mittelalterlichen Exponaten Leihgaben aus 7 Ländern und bildet damit nahezu den gesamten Hanseraum ab. Naturgemäß liegt ein Schwerpunkt aber im europäischen Osten. In der neuen deutschbaltischen Abteilung wird die Hanse eine wichtige Rolle spielen, da z.B. mit Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) viele bedeutende Hansestädte im Baltikum lagen. Denkt man zusätzlich noch an die alten preußischen Städte wie Danzig, Elbing, Königsberg und Thorn, wichtige Hansestädte des Deutschordens-Staates, wird deutlich, welch wichtige historische Klammer die Hanse für das in Lüneburg gelegene Museum darstellt.

Sektempfang im OL:  (v.l) E. Mickus, litauischer Botschaftsrat, H. Liivrand, estnischer Kulturattaché, C. E. Laantee Reintamm, estnischer Gesandter, S.E. I. Klava, lettischer Botschafter, Prof. Dr. Garleff, Vorsitzender der Carl Schirren Gesellschaft, R.-D. Carl, Vorstandsvorsitzender der Ostpr. Kulturstiftung, Dr. J. Mähnert Museumsdirektor des OL, H. Hilgendorff, stellv. Stiftungsratvorsitzender der Ostpr. Kulturstiftung

2014 schließlich – mit dem Abschluss des Modernisierungs- und Erweiterungsbaus des Ostpreußischen Landesmuseums – wird die deutschbaltische Abteilung ein fester Bestandteil der Dauerausstellung sein, die in enger Kooperation mit der in Lüneburg ansässigen Deutschbaltischen Kulturstiftung, aber auch mit dem Nordostinstitut als dem zentralen Forschungsinstitut für das Baltikum geschaffen wird. Die hohen Gäste zeigten sich von dem ambitionierten Vorhaben wie auch von der laufenden Hanse-Ausstellung begeistert und stießen beim gemeinsamen Sektempfang darauf an. Schließlich präsentiert das Museum nicht nur ungewöhnliche archäologische Funde, sondern z.B. auch den originalen und überaus prächtigen Revaler Codex lübischen Rechts von 1280 aus dem Staatsarchiv Tallinn.

Derart hochwertige Leihgaben belegen die guten Kontakte und Kooperationen des Ostpreußischen Landesmuseums zu Museen und Archiven nicht nur zu Polen und Russland, sondern jetzt auch zu den baltischen Ländern. Der Verband bildender Künstler Litauens war im übrigen während des Hansetages mit einer Sonderausstellung vertreten und präsentierte sich mit einer dokumentarischen Ausstellung, welche wesentliche Aspekte der wechselvollen Geschichte der Künstlergemeinschaft Litauens zeigte.

Sonderausstellung aktueller litauischer Kunst im OL. Der Verband Bildender Künstler Litauens präsentierte sich während des Hansetages: Dr. J. Mähnert, Museumsdirektor, G. Legotaitė, Galerie Meno parkas Kaunas / Lit. Künstlervereinigung, Delegierte der Stadt Kaunas, Dr. E. Eckert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des OL