Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Arbeitskreis Jagdmuseum trifft im Berliner Jagdschloss Grunewald

Mittwoch, 28. Juni 2017

Ein Bericht von Dr. Christoph Hinkelmann

Am 7. April 2017 fand im Berliner Jagdschloss Grunewald das jährliche Treffen des Arbeitskreises Jagdmuseen statt. Es war bereits das achte seit der ersten Zusammenkunft im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum im September 2010 in München. Das Ostpreußische Landesmuseum mit seiner bedeutenden jagdhistorischen und –kulturellen Geschichte war jedes Mal durch den Leiter der Abteilung Naturkunde/Landwirtschaft, Dr. Christoph Hinkelmann, vertreten.

Es ist kein Verein, der sich am 10. September 2010 in München zusammengefunden hat, sondern eine lose Verbindung von Fachleuten in jeweils etwas ungewöhnlicher Aufgabenstellung mit gemeinsamen Interessen und Sorgen. Frauen und Männer, die Jagd- (und Fischerei-) Museen bzw. jagdkundlichen Abteilungen oder Bereichen, wie im Fall unseres Museums, vorstehen, vertreten Spezialthemen innerhalb einer Museumslandschaft, die von Kunst und Kultur bzw. von Darstellungen der uns umgebenden Natur, von ihrer Nutzung und naturkundlichen Themen ganz allgemein geprägt ist. Mit all diesen Bereichen haben Jagdmuseen Berührungspunkte.

Jagdschloss Grunewald (Foto Wikipedia)_

Jagdschloss Grunewald (Foto Wikipedia)_

Die Treffen dienen dem Erfahrungsaustausch, dem Kennenlernen der einladenden Einrichtungen oder Vorträgen über alle interessierende Themen. Im Jagdschloss Grunewald standen zudem gemeinsame, die verschiedenen Häuser interessierende Themen im Mittelpunkt. Es wurden in Berlin-Grunewald ein gemeinsamer Flyer konkret beschlossen und ein gemeinsamer Internet-Auftritt diskutiert, denn mehr Außenwahrnehmung unserer vielseitigen Angebote kann gewiss nicht schaden.

Ferien im Museum — Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 21. April 2017

Bericht von Silke Straatman


Unter dem Motto „Bernstein-Entdeckertage“ konnten interessierte Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren in der Woche vor Ostern im Ostpreußischen Landesmuseum auf Entdeckungstour gehen.
Die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ (noch bis 7. Mai 2017) bietet hierfür faszinierende Einblicke in das Ökosystem eines „Bernsteinwaldes“, einen Lebensraum, der über 40 Millionen Jahre zurückliegt.

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein gewährt Einsicht in eine ferne Vergangenheit. Im Harz, das ein subtropischer Baum vor 40 bis 50 Millionen Jahren in Nordeuropa abgab, finden sich häufig kleine Tiere und Pflanzenteile. Diese eingeschlossenen, gut erhaltenen Kleinlebewesen nennt man auch „Inklusen“. Sie zeugen von einem Leben längst vergangener Zeiten.

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Das machte neugierig. Für die Bernstein-Quizfragen mussten die jungen Feriengäste schon genauer hinschauen. Aber die Kinder bewiesen Forscherdrang und wussten, wie man kniffelige Fragen lösen kann.
Jeder konnte sich einen eigenen Rohbernstein aussuchen. Mit ein paar Experimenten ließ sich herausfinden, ob der Bernstein wirklich echt ist.

Dann ging es an die Arbeit: Schleifen und Polieren. Aus einem verkrusteten bräunlichen Brocken wurde ein wunderschönes Schmuckstück, das unter dem Mikroskop auf „Inklusen“ untersucht wurde.

Schleifen des Rohbernsteins

Schleifen des Rohbernsteins

Am Ende waren alle richtige Bernstein-Experten geworden und konnten ihren wertvollen Talisman mit nach Hause nehmen.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Wer Lust bekommen hat, in den Ferien ins Ostpreußische Landesmuseum zu kommen, kann sich schon jetzt in den Sommerferien für die letzte Juliwoche (25. bis 28. Juli, täglich 13:30 bis 16:30 Uhr), einen Platz reservieren.
Dann heißt unser Motto: „Erlebte Geschichten künstlerisch gestalten – Wir entwerfen unser eigenes Ferientagebuch“

Das OL freut sich über ein neues Gesicht im Haus

Dienstag, 11. April 2017

„PriMus – Promovieren am Museum“ – So lautet das neue Validierungsprogramm der Leuphana Universität Lüneburg in Zusammenarbeit mit sechs Museen der Region. Mit dabei ist natürlich auch das Ostpreußische Landesmuseum. Julian Windmöller wird im Rahmen des Programms in den nächsten drei Jahren seine Doktorarbeit über den Münnich-Nolcken’schen Nachlass am OL schreiben und gleichzeitig dazu eine Ausstellung konzipieren. Ein ambitioniertes wie spannendes Projekt!

Julian Windmöller hat Geschichte, Philosophie und Englisch in Tübingen und Moskau studiert.

Insgesamt sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler fertigen im Rahmen von PriMus ihre Doktorarbeiten an. Ziel von Primus ist es, Theorie und Praxis, das heißt auch Universität und Museum enger miteinander zu verbinden. So entstehen nicht nur sechs wissenschaftliche Arbeiten über noch schlummernde Sammlungsschätze, sondern auch sechs Ausstellungskonzepte, um die Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit zu vermitteln. Ein weiteres Ziel ist es, die Einstiegssituation in das Berufsfeld „Museum“ zu verbessern. Derzeit werden nach einem mindestens fünfjährigem Studium, zwei Jahre Volontariat und oft vier Jahre Promotion verlangt, um dann auf befristeten und gering bezahlten Stellen einzusteigen. PriMus möchte mit seinem Modell einen Gegenentwurf entwickeln, junge Experten für das Museum zu qualifizieren: Promotion und Volontariat werden befruchtend auf zusammen drei Jahre miteinander verzahnt. Ein solches Vorhaben ist ambitioniert, aber wir sind davon überzeugt, dass nur solche Programme dabei helfen, das Berufsfeld „Museum“ nachhaltig zu verbessern.

Für Julian Windmöller heißt das zunächst: Inventarisieren, denn der über 300 Objekte umfassende Nachlass der deutschbaltischen Adelsfamilie von Nolcken wird von ihm erstmals dokumentarisch und fotografisch erfasst. „Die Inventarisierung stellt die Grundlage für meine Arbeit dar – sowohl für die Promotion als auch für die Ausstellung“. Die vielfältige Sammlung reicht von Porzellan über Silber und Porträts hin zu Möbeln und Stichen. Zusätzlich befindet sich der schriftliche und fotografische Teil des Nachlasses im Herder-Institut, unserer Partnerinstitution in Marburg. Es stehen also auch Forschungsreisen nach Hessen an. Aber nicht nur dorthin. „Ich hoffe für die Ausstellung auch mit weiteren Partnern im In- und Ausland kooperieren zu können. Das Schloss Allatzkiwi in Estland, das früher der Familie von Nolcken gehörte und aus dem ein Teil der Sammlung stammt, beherbergt heute ein Museum. Eine Kooperation bietet sich hier geradezu an.“

Die Finanzierung der Ausstellung ist dabei nochmal ein Projekt für sich. Im Rahmen von PriMus werden zunächst nur die Konzepte erarbeitet, die Realisierung erfolgt erst danach. Bereits jetzt freuen wir uns daher, wenn sich Leute vorstellen können, die Ausstellung von Julian Windmöller finanziell zu unterstützen. Neben der Ausstellung selbst werden Restaurierungsmaßnahmen, Transport- und Leihkosten und weitere Kosten anfallen. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Ausstellung und sind gespannt, welche Ergebnisse die Arbeit von Julian Windmöller zu Tage fördern werden. Herzlich Willkommen!

Weitere Informationen: www.leuphana.de/ipk/primus

Das Ostpreußische Landesmuseum zu Gast in Rastenburg / Kętrzyn: Alexander Kolde

Montag, 10. April 2017

Ein Bericht von Dr. Jörn Barfod

Seitdem im vergangenen Jahr im Museum in Kętrzyn (Polen), dem historischen Rastenburg in Ostpreußen, das Ostpreußische Landesmuseum eine Ausstellung über den Maler Alexander Kolde (1886-1963), eröffnete, besteht eine gute Zusammenarbeit der beiden Museen.

Die Burg in Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Die Burg in Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

In der beeindruckenden mittelalterlichen Ordensburg ist das Museum der Stadt Kętrzyn untergebracht. In diesem besonderen Ambiente ausstellen zu können, macht Spaß. Dazu kommt, dass die Kollegen im Hause sehr freundlich und zuvorkommend sind. Das erleichtert die Zusammenarbeit.

Burghof Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Burghof Rastenburg / Kętrzyn (Polen)

Die Alexander Kolde Ausstellung brachte einen expressionistischen Maler an den Ort seiner Jugend zurück. Kolde wuchs in Rastenburg vor dem Ersten Weltkrieg auf. Später wurde er einer der führenden Maler in der ostpreußischen Hauptstadt Königsberg, bis er 1936 von den Nationalsozialisten Malverbot erhielt. 1945 musste er flüchten und kam nach Schleswig-Holstein. Seine farbstarken expressionistischen Werke können bis heute die Betrachter in ihren Bann ziehen. In seinem Werk nach 1945 finden sich viele Erinnerungen an Rastenburg, was in der Ausstellung gebührend hervorgehoben wurde.

Alexander Kolde: St. Georg in Rastenburg, Öl, um 1955

Alexander Kolde: St. Georg in Rastenburg, Öl, um 1955

Nach dem Erfolg dieser Malerei-Ausstellung bat das Museum in Kętrzyn gleich um eine weitere Präsentation aus dem Ostpreußischen Landesmuseum. Unter den Vorschlägen fiel die Wahl auf ein historisches Thema: Napoleon und die Königin Luise. In 30 historischen Grafiken werden die Geschichte der Eroberung Preußens durch Napoleon und seine Armee 1806, der Friedensschluss in Tilsit 1807 und die Begegnung Napoleons mit Königin Luise geschildert. Hinzu kommen einige Szenen aus dem Leben der preußischen Königin.

Ausstellung: Napoleon und Luise

Ausstellung: Napoleon und Königin Luise

Auch diese Geschichte berührte Ostpreußen und Rastenburg/Kętrzyn. Die Besucher entdecken sie als Teil ihrer Regionalgeschichte. Das Museum steuert zur Ausstellung zwei historische Objekte aus der Zeit der Kriege 1813-15 bei. Mit den Totenlisten der in den Schlachten gestorbenen Männer aus Rastenburg kommt man der Lebenswirklichkeit jener Zeit sehr nahe.

Totenschein für den Kanonier Christian Kroll aus Rastenburg, 1813_

Totenschein für den Kanonier Christian Kroll aus Rastenburg, 1813

Sommerakademie 2016

Freitag, 9. September 2016

Die Kunst der Zeichnung oder Der Weg von der Skizze zum Entwurf
Eine Woche lang, vom 25. bis 29. Juli 2016, stand die Kunst der Zeichnung in ihrer Funktion von der Skizze zum Entwurf eines Bildes im Vordergrund. Als Inspirationsquelle unserer Arbeit wurden eindrucksvolle “Architektur-Objekte” norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt.

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Die Künstlerin Elena Steinke begleitete diesen Workshop sehr professionell und konnte die hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten und ihrem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven eröffnen.
Die Originalkulissen der Stadt Lüneburg, besonders seiner bedeutenden Backsteinkirche St. Johannis, boten bestmögliche Arbeitsbedingungen, um frei vor Ort zu skizzieren und dann im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseums auf Grundlage der entstandenen Skizzen die Entwürfe für zukünftige Werke zu schaffen und zum fertigen Bild weiterzuentwickeln. Ein intensiver Prozess voll Kreativität und Kontemplation.

Die Ergebnisse werden besprochen

Die Ergebnisse werden besprochen

Machen Sie sich einen Eindruck von dieser intensiven Kunstwoche, die das Ostpreußische Landesmuseum jedes Jahr einmal im Sommer anbietet. Vielleicht haben Sie Lust, im nächsten Jahr dabei zu sein, dann schauen Sie sich den folgenden Kurzfilm an:

https://youtu.be/7SPbYwSP3Nk

(Silke Straatman)

Ferienstarter – Großer Familientag in den Lüneburger Museen

Dienstag, 2. August 2016

Sonntag, 26. Juni 2016 von 11 bis 17 Uhr


Dieser Aktionstag der vier Lüneburger Museen (Deutsches Salzmuseum, Museum Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum und Kloster Lüne), der am ersten Ferien-Sonntag der Niedersächsischen Sommerferien stattfand, war ein voller Erfolg. Das Wetter hat mitgespielt, so dass viele Familien das Angebot gern wahrgenommen haben und per Fahrrad eine Lüneburger Museumstour starten und dabei auch noch an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen konnten. Insgesamt waren ca. 200 Museumsbesucher unterwegs und haben die Chance genutzt, die Lüneburger Museen einmal anders kennenzulernen. Es lockten tolle Mitmach-Aktionen für die Kinder wie Filzen, Salzsieden, Bernsteinschleifen sowie Schreiben mit Feder und Tinte im Kloster-Skriptorium. Die Erwachsenen konnten derweil bei Kurzführungen die Museen kennenlernen. Ein prima Familienangebot, welches von den Teilnehmenden sehr gelobt wurde.

Bernsteinschleifen bei bestem Wetter vor dem Ostpreußischen Landesmuseum

Im Ostpreußischen Landesmuseum wurde Rohbernstein zu wunderschönen Schmuckstücken geschliffen. Das gefiel nicht nur den Kindern, auch die Eltern hatten viel Spaß daran. Bei Kurzführungen konnten sich die Erwachsenen zudem das Brauereimuseum anschauen, das direkt mit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum verbunden ist.

Spannend für die ganze Familie

Ein toller Talisman

Wer sich in jedem Museum einen Stempel abgeholt hat, nahm an einem Gewinnspiel teil und konnte einen von vier  Gutscheinen für einen Kindergeburtstag seiner Wahl in einem der vier Museen gewinnen. Viele Kinder nahmen begeistert daran teil. Die glücklichen Gewinner  sind: Tilmann H.  7 J. aus Lüneburg, Louis K.  9 J. aus Brietlingen, Lotta W. 7 J. aus Adendorf und Pelle F.  6 J. aus Lüneburg. Die Preisverleihung fand im Kloster Lüne statt.

Die_gluecklichen_Gewinner

Silke Straatman (Abteilungsleitung Bildung und Vermittlung)

Kant-Stadt Lüneburg

Mittwoch, 11. Mai 2016

“Kant-Stadt Lüneburg” – so könnte sich die hübsche mittelalterliche Hansestadt künftig auch nennen. Denn besiegelt ist: Die weltweit umfänglichste Sammlung zu Immanuel Kant (1724-1804) und bedeutende Werke von Käthe Kollwitz (1867-1945) kommen nach Lüneburg. Am 7.4. wurde der Übernahmevertrag in einem feierlichen Festakt zwischen beiden Trägern – der Ostpreußischen Kulturstiftung und der Stiftung Königsberg im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft – unterzeichnet.

Das Ostpreußische Landesmuseum übernimmt damit den wesentlichen Teil der Exponate des Anfang 2016 geschlossenen Museums „Stadt Königsberg“ aus Duisburg. Aus wissenschaftlicher Perspektive eine ideale Gelegenheit, Ostpreußen als Erinnerungsort für ganz Deutschland darzustellen und seine Bedeutung überzeugend gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Mit den in fast 50 Jahren gewachsenen Königsberger Sammlungen erhält das Ostpreußische Landesmuseum nach Einschätzung von Fachexperten und der Bundesregierung hochwertiges Kulturgut. Damit wird Lüneburg in den nächsten Jahren zur wichtigsten Stadt in Deutschland für die Präsentation des Königsberger Philosophen Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag im Jahre 2024 bevorsteht. Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert ist begeistert, denn die Exponate aus Duisburg schließen wichtige Lücken in den Beständen seines Hauses. Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeigte sich höchst erfreut über den historisch bedeutsamen Zuwachs in seiner Hansestadt.

Acryl-Malworkshop im neuen Kunst-Atelier

Donnerstag, 28. April 2016

Das neue lichtdurchflutete Kunst-Atelier im Ostpreußischen Landesmuseum ist künftig der Ort für Kunst und Kreativität. Beim ersten Malworkshop in den großzügigen Räumlichkeiten ging es um kunsthistorische Hintergründe und Maltechniken mit Acrylkünstlerfarben. Acrylfarben reiften im Laufe der Zeit in rasanten Entwicklungsschritten zu einem exzellenten Malmedium heran. Sie geben den Künstlern die variabelsten Ausdrucksmöglichkeiten: Lasierende Effekte wie bei der Aquarellmalerei, Spachteltechnik wie bei der Ölmalerei oder für Collagen und Assemblagen. Alles ist mit Acrylfarben möglich!

Während des Wochenendseminars mit der Künstlerin Elena Steinke wurden die fast unbegrenzten Möglichkeiten der vielfältigen Nutzung von Acrylfarben studiert und auf verschiedenen Malgründen ausprobiert. Elena Steinke ist 1964 in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie studierte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Breklum / Nordfriesland. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien mitgewirkt.

Gemeinsames kreatives Schaffen mit begeisterten Teilnehmerinnen beim Acryl-Malworkshop können im Video angeschaut werden: https://youtu.be/bBeN5v7N2tk

In den Semesterferien – Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum vom 17.08.-26.10.2015

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Hallo,

Mein Arbeitsplatz- beim Recherchieren

Mein Arbeitsplatz- beim Recherchieren

mein Name ist Juliane Ries und ich studiere mittlerweile im 5. Semester Kulturwissenschaft und Geschichte an der Universität in Vechta. Ein wichtiger Bestandteil im Studium ist die Durchführung eines Pflichtpraktikums. Dieses wird benötigt um das Studium erfolgreich zu absolvieren.

Jedoch ist mir das Praktikum durch die tolle Atmosphäre und die interessanten Aufgaben im Ostpreußischen Landesmuseum nicht wie eine Pflicht vorgekommen – ganz im Gegenteil. Von Anfang an habe ich mich sehr auf das zehnwöchige Praktikum gefreut, da mir das Museum als gebürtige Lüneburgerin und aufgrund meiner zahlreichen Besuche im Kindesalter in positiver Erinnerung geblieben ist.

Zunächst wurde mir das gesamte Museum, inklusive des Magazins, der Sammlung und des Neubaus gezeigt. Am spannendsten waren für mich die Sammlung des Museums mit ihren unzähligen Objekten und der Neubau. Der Neubau hat mich sehr neugierig auf das Endergebnis gemacht, das bestimmt toll sein wird! Meine Aufgaben im Museum beinhalteten die Mithilfe bei der Konzeption der neuen Dauerausstellung und das Sammeln von Informationen, Daten und Objekten.

Die Geschichte in und um Ostpreußen wurde bei mir weder in der Schule noch im Studium thematisiert, deshalb durfte ich mich zum Beginn des Praktikums mit der Thematik vertraut machen und viel recherchieren. Meine Recherche habe ich hauptsächlich in der hauseigenen Bibliothek und in der musealen Partnerbibliothek des Nord–Ost-Instituts vorgenommen. Mein gewonnenes Wissen konnte ich direkt in den ersten Aufgaben zur Geschichte Ostpreußens einsetzen und vertiefen.

Im Anschluss daran durfte ich mich mit der Datenbank des Ostpreußischen Landesmuseums „First Rumos“ vertraut machen. Mittlerweile kenne ich mich mit der Datenbank gut aus. In der Museumsdatenbank werden sämtliche Angaben über die Objekte und die Objektgeber eingetragen. Am interessantesten dabei fand ich das Inventarisieren neuer Objekte. Im Zuge dessen werden vorab Laufzettel für jedes einzelne Objekt erstellt. Dort werden grundsätzliche und präzise Informationen über das Objekt, den Objektgeber, die Geschichte und den Zustand  des Objektes vermerkt. Der Laufzettel hat mich beim Inventarisieren am meisten begeistert, da ich darüber schnell Informationen über das Objekt und den Objektgeber erlangen konnte.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter haben mich sehr unterstützt und mich mit lehrreichen und abwechslungsreichen Aufgaben gefordert. Ich habe die Möglichkeit bekommen, in der deutschbaltischen, naturkundlichen und kunsthandwerklichen Abteilung Erfahrungen zu sammeln. Zudem wurde mir viel gezeigt und ich durfte an unterschiedlichen Sitzungen teilnehmen, sowie das Außenmagazin des Museums und den Sitz der Carl-Schirrin-Gesellschaft besichtigen.

Das Lager im Atombunker unter dem Schulzentrum Oedeme empfand ich als besonders beeindruckend. Hierbei handelt es sich um ein vom Museum als Außenlager genutzten Raum, der durch seine Lage im Atombunker seinen ganz eigenen Charme bekommt. Die Jagdwaffen aus dem 17./18. Jahrhundert, welche ich mir aus nächster Nähe angucken durfte, fand ich ebenfalls sehr beeindruckend.

Durch die Teilnahme an den unterschiedlichen und zeitintensiven Sitzungen habe ich gemerkt, wie aufwendig allein die Konzeption der Dauerausstellung ist und wie viel es zu beachten gilt. Es fanden sogenannte „DAK-Sitzungen“ mit allen wissenschaftlichen Mitarbeitern des Museums statt. In diesen haben sich die Mitarbeiter gegenseitig ihre Konzeptionen zur neuen Dauerausstellung vorgestellt und diskutiert. Außerdem gab es Sitzungen mit dem Ausstellungsgestalter der neuen Dauerausstellung. Während dieser Treffen wurde die neue Dauerausstellung etagenweise durchgesprochen. Dies war äußerst aufschlussreich, da mir dadurch erst die Arbeitsintensität einer so umfangreichen Ausstellung bewusst geworden ist.

Einer der zeitintensivsten, aber auch aufschlussreichen Aufgaben war die Recherche von Bildrechten. Das Museum ist auf die ständige Verwendung unterschiedlichster Bilder angewiesen und benötigt zu jedem Bild die jeweilige Bildquelle und das Bildrecht. Das Ausfindigmachen geeigneter Bilder und die dazugehörigen Quellen und Bildrechte zu finden, ist aufwendig und komplex, jedoch macht sie sehr viel Spaß, sobald man die ersten Ergebnisse erzielt hat.

Das Lesen von Fluchttagebüchern war eine weitere Aufgabe, mit der ich mich längere Zeit beschäftigt habe. Die erzählten Geschichten waren rührend und es ließen sich Parallelen zu den heutigen, aktuellen Geschehnissen erkennen. Auf diese Tagebücher werde ich wohl immer aufgrund der geschilderten Erlebnisse und Schicksale mit gemischten Gefühlen zurückblicken.

Zu meinen Aufgaben während des Praktikums gehörte es auch Telefonate mit den Objektgebern zu führen. Bei meinen ersten Telefonaten war ich zwar noch etwas aufgeregt, aber letztendlich hat mir der direkte Kontakt mit den Objektgebern gefallen. Durch die Telefonate habe ich einen emotionalen Bezug zu der Geschichte hinter den Objekten gewinnen können. Die Objekte stammten unter anderem aus der Zeit der Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen im Jahr 1945. Dies gab mir einen tieferen Einblick in die Geschichte. Mir wurde vor Augen geführt, dass die Objektgeber auch heutzutage noch sehr an ihren Habseligkeiten von damals hängen und diese in guten Händen wissen wollen. Für viele Erblasser ist das OL die erste und einzige Anlaufstelle zur Erhaltung ihrer Objekte. Die Objektgeber sind beruhigt, wenn sie diese dem OL sicher und thematisch passend überlassen können.

Der Ausflug mit den Kollegen und Ehrenamtlichen in das Museum Lüneburg mit anschließendem Beisammensein ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Die Führung im Museum Lüneburg war sehr informativ und ich konnte anschließend spannende Gespräche mit den Ehrenamtlichen führen. Die enge Verbindung des Ostpreußischen Landesmuseums zu seinen Ehrenamtlichen habe ich als sehr herzlich und positiv empfunden.

Ich freue mich sehr auf das neue Museum und die Dauerausstellung und bin gespannt, ob ich dort die Konzeptionen und Projekte, bei denen ich mitgearbeitet habe, wiedererkennen werde. Rückblickend betrachtet, hatte ich sehr viel Spaß im Museum und bin der Meinung, dass die zehn Wochen viel zu schnell vergangen sind und möchte mich auch an dieser Stelle für die tolle Unterstützung des Ostpreußischen Landesmuseums bedanken.

Besuch der Hamburger Kunsthalle

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Bericht von Jutta Pruchner, Lehrerin der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg

Wie schon im Jahr zuvor besuchte in diesem Jahr die Klasse 4b von Frau Germer der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg im Rahmen des Kunstunterrichts am 26. November 2015 die Kunsthalle Hamburg in Kooperation mit dem Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg, vertreten durch Frau Kern. Die Kinder wurden von der Vermittlerin der Kunsthalle Frau Hobbing durch das Programm geleitet.
Vor der Videoinstallation von Florian Slotawa „Museums-Sprints“ im Kellergeschoss der Galerie der Gegenwart machten sich die Kinder Gedanken zu Zeit, Raum und Wahrnehmung. Danach betrachteten sie ausgewählte Kunstwerke von Caspar David Friedrich (u.a.: Eismeer, Wanderer), Philipp Otto Runge (u.a.: Der Morgen) und Lovis Corinth (Flora), thematisierten die Farbgebung, die Technik und die jeweils dargestellten Tages- und Jahreszeiten. Ebenso wurden die Kinder mit einem visuellen Farbenexperiment auf die Farbenlehre Runges hingewiesen, über die er mit Johann Wolfgang von Goethe korrespondierte.
Vor dem Bild „Flora“ von Lovis Corinth machten sich die Kinder Gedanken über die Gefühle und die Körperhaltung der dargestellten Flora und fertigten in einer kleinen praktischen Übung eine Kreidezeichnung auf beigem Papier an. Den Hintergrund konnten sie ähnlich wie beim Gemälde „Flora“ mit hellen und dunklen Kreiden kontrastreich gestalten. Für viele Kinder war es der erste Museumsbesuch in ihrem Leben und alle nahmen vielfältige Eindrücke, Fragen und Gedanken mit auf ihren Heimweg.

„In der Kunsthalle hat es mir sehr gut gefallen. Ich habe noch nie so schöne Bilder gesehen. Leider konnten wir nur einige Bilder besprechen. Aber es war trotzdem toll. Ich fand es sehr schön, dass wir gemalt haben, obwohl es sehr schwer für mich war….“ I.H.T.

„Heute waren wir in der Kunsthalle. Ich habe dort gelernt, dass man einen Menschen auch anders malen kann, nicht immer wie die Kinder ihn malen mit einem Kreis für den Kopf, runde Augen, einen Strich für den Mund und den Körper aus Strichen. Der Hintergrund ist bunt, das stellt bunte Blumen dar und braun. Ich fand es toll, dass wir selbst ein Mädchen malen durften, unserer Fantasie freien Lauf geben konnten und unsere Gefühle rausmalen durften. Das musste nicht perfekt sein – es war so schön dort.“ R.D.