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Von Bernsteinkunst bis Scherenschnitt – Vielfältiges Kunsthandwerk auf dem Museumsmarkt 2016

Mittwoch, 16. November 2016

von Christina Ramsch, Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung

Auf dem folgenden Film können Sie sich einen Eindruck vom Museumsmarkt machen:

https://youtu.be/MOShlKMXR5o

„Tradition trifft Modernes“ – unter diesem Motto fand, traditionell am ersten Wochenende im November, vom 4. bis 6. November 2016, der Museumsmarkt im Ostpreußischen Landesmuseum statt. Im fertiggestellten Neubau des Museums präsentierten in dieser Zeit 31 Aussteller ihr vielfältiges Kunsthandwerk den insgesamt etwa 1800 Besuchern. Feierlich eröffnet wurde der Markt am Freitagabend durch Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Bei musikalischer Untermalung durch Jazzpianist Bernd Homann konnten die Besucher ihre Aufmerksamkeit anschließend den unterschiedlichen Ständen widmen, die mit Objekten von Keramik und Schmuck über Textilien bis hin zu kulinarischen Köstlichkeiten eine große Bandbreite zeigten.

Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert begrüßt Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der den Museumsmarkt eröffnet

Jazzpianist Bernd Homann begleitet den Eröffnungsabend musikalisch

An den Folgetagen konnte, wer sich etwas Zeit nahm, außerdem Spinnerinnen bei der Arbeit beobachten, Zeuge werden, wie ein Schmuckstück aus Bernstein entsteht oder sogar eine Künstlerskizze von sich selbst anfertigen lassen.

Künstlerin Elena Steinke präsentiert einem Besucher sein Portrait

Besucher können dem Bernsteinkünstler bei der Arbeit über die Schulter schauen

Währenddessen versuchten die Kinder sich selbst im Kerzen drehen oder ließen beim Bemalen kleiner Elchanhänger aus Holz ihrer Kreativität freien Lauf.

Elch-Malspaß am Kindertisch

Kinderprogramm mit Christina Ramsch

Erfolgreich war das Wochenende auch für den Kinderclub des Museums. Viele Besucher versuchten am Samstag und Sonntag bei der „Elch-Tombola“ zugunsten des Kinderclubs ihr Glück. So konnte manch Einer am Ende des Tages ein schönes, nützliches oder leckeres Andenken vom Markt mit nach Hause nehmen.
Alles in allem kann das Museum und die Organisatorin des Marktes Silke Straatman somit einen gelungenen Museumsmarkt verzeichnen, der auch bei mir die Vorfreude auf das nächste Jahr geweckt hat.

Königsberger Marzipan mit Trakehner Wappen

Kunsthandwerker im neuen Sonderausstellungsraum des Museums

Für mich als Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung des Museums war es äußerst spannend, die Organisation einer solchen Großveranstaltung, die sich sehr stark vom „normalen“ Museumsalltag abhebt, aus der Nähe mitzuerleben. Es hat mir großen Spaß bereitet, in den vergangenen Wochen „hinter die Kulissen“ zu schauen, dabei die Zusammenhänge der Planung und Koordination des Marktes etwas besser verstanden und selbst einen kleinen Beitrag zu seiner Umsetzung geleistet zu haben. Damit waren die letzten Wochen der Vorbereitung sowie die Tage des Museumsmarktes selbst für mich eine Zeit, aus der ich sicherlich einige wertvolle Erfahrungen mit in die Zukunft nehmen werde.

Zwischen Herbstferienprogramm und Schülerreise – Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Donnerstag, 13. November 2014
Marie_Schrötke

Marie_Schrötke

Hallo,

ich bin Marie Schrötke und habe gerade zwei Monate Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum gemacht. Das Praktikum gehört zum Abschluss meines Studiums “Museum und Ausstellung” an der Universität Oldenburg.

Während der Praktikumszeit war ich in der Abteilung Bildung und Vermittlung und im Kulturreferat tätig. Für die Museumspädagogik habe ich an dem Konzept für Mitmach-Stationen in der neuen Dauerausstellung mitgearbeitet und einige Formate entwickelt. Das war eine sehr spannende Arbeit, weil ich meine eigenen Ideen einbringen konnte und in ganz neue Themen eingetaucht bin. So hatte ich mich beispielsweise mit der Jagd vorher noch nie beschäftigt. Zum Abschluss meiner Zeit im Museum gab es ein besonderes Highlight. Ich durfte zusammen mit einer Kollegin das Herbstferienprogramm „Farben und Formen“ für Kinder planen und auch leiten. Die Arbeit mit den kleinen Museumsbesuchern von 6 bis 12 Jahren hat mir viel Spaß gemacht.

Auch im Kulturreferat hatte ich vielseitige Aufgaben. Ich habe Pressemitteilungen geschrieben, recherchiert und Anfragen für Veranstaltungen verschickt. Außerdem habe ich interessante Orte für eine Schülerreise nach Ostpreußen gesucht und daraus ein Reiseprogramm erstellt. Schön war auch, dass ich eine Schulklasse bei ihrem Besuch in die Hamburger Kunsthalle begleiten durfte. Dort haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem berühmten ostpreußischen Maler Lovis Corinth beschäftigt.

Für mich war das Praktikum eine gute Erfahrung. Ich konnte mich ausprobieren und viel Neues lernen. Es waren zwei tolle Monate, in denen ich mich unter den freundlichen und hilfsbereiten Museumsmitarbeitern sehr wohl gefühlt habe. Jetzt bin ich gespannt auf die neue Dauerausstellung und ob ich von meinen eigenen Ideen vielleicht einige wiederentdecken kann.

Vom Kreisauer Kreis bis hin zur modernen Website ODER Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Freitag, 13. Dezember 2013

Ein Praktikumsbericht von Annika Ahrens

Mein erster Eindruck vom Museum und seinen Mitarbeitern fiel bereits zu Anfang sehr positiv aus und trug schnell dazu bei, dass ich mich hier gut „einlebte“.

Mein Aufgabenspektrum im Museum war bedingt durch die Aufspaltung in die Bereiche Presseabteilung sowie Kulturreferat sehr abwechslungsreich. Da ich bisher bereits Erfahrungen in der Verwaltung und in der Pressearbeit gesammelt hatte, bekam ich nun während meiner Zeit im OL die Möglichkeit, eine für mich so vollkommen neue Konstellation des Praktikums zu absolvieren.

Als Einstieg wurde mir der „Arbeitsauftrag“ zugeteilt, mich doch einmal genauer im Museum umzuschauen und meinen persönlichen Eindruck zu erläutern. Besonders eindrucksvoll stellte sich dabei für mich erneut die Zeit von Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen dar. Die nachgestellte „Fluchtszene“ mit originalen Kleidungsstücken und Gegenständen der damaligen Zeit wirkte beeindruckend und berührend zugleich. Da auch meiner Familie das Thema Flucht und Vertreibung nicht fremd ist, war es umso interessanter, sich anhand der Ausstellung in diese Zeit rein zu versetzen und gewissermaßen nachvollziehen zu können, wie es damals für die Betroffenen gewesen sein musste.

vor der Fluchtszene

vor der Fluchtszene

Geschichtlich ging es an meinem ersten Arbeitstag im Kulturreferat auch gleich weiter, indem ich mich im Rahmen der Ausgestaltung eines Schulprojektes mit dem „Kreisauer Kreis“ befasste. Der „Kreisauer Kreis“ war mir noch durch die Geschichtsstunden in der Schule durchaus bekannt. Für das Kulturreferat hatte ich aber in einem anderen Rahmen über diese Widerstandsgruppe und ihre Pläne recherchiert und bekam so einen neuen Blickwinkel auf die damaligen Geschehnisse.

Die Mitarbeit in der Presseabteilung machte mir besonders viel Spaß, da es nicht nur bedeutet, „reine Büroarbeit“ zu leisten: die Aufgaben in diesem Bereich sind besonders vielfältig und interessant gestaltet – und darüber hinaus bekommt man immer wieder die Möglichkeit, das Museum der Öffentlichkeit entsprechend zu präsentieren.

bei der Arbeit in der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

bei der Arbeit in der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Während meiner Praktikumszeit im OL lernte ich weitere wertvolle Dinge für meine berufliche Zukunft hinzu. Schön war es darüber hinaus auch zu wissen, dass man, sei es auch nur für eine kurze Zeit, intensiv dazu beiträgt, eine „Brücke bauen zu können“ – zwischen den Ländern und den Kulturen.

Schwermütige Romantik im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 25. Oktober 2013

Laba diena!

Ich heiße Adele und komme aus Litauen. An der litauischen Universität für Erziehungswissenschaft in Vilnius (Wilna) habe ich Angewandte Geschichte studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist für mich ein Platz voll mit großartigen Geschichten und interessanter Arbeit. Am Anfang meines Praktikums habe ich das Museum kennengelernt. Mit jedem neuen Rundgang durch die Ausstellung hat sich mir das Museum mehr und mehr erschlossen.

Besonders gern bin ich in der Museumsabteilung für Gemälde und Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts mit den Gemälden der Maler der Königsberger Kunstakademie 1845-1944 sowie der Künstlerkolonie in Nidden. Hier habe ich meine baltische Seele gefunden – zumindest das, was ich vermisst habe oder was ich zuvor nie so tief empfunden habe. Schwermütige Romantik liegt dort, und das ist eine sehr besondere Art von Romantik.

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Ich habe während meines Praktikums viele verschiedene Arbeiten in den unterschiedlichen Abteilungen verrichtet. Alles hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte die Möglichkeit, Karl Eulensteins Gemälde des Museums in der Sonderausstellung zu erleben. Karl Eulenstein hat mir gezeigt, wie tief die Menschen mit ihrer Heimat verbunden sind. Das Ostpreußische Landesmuseum hat mir ein besseres Verständnis für und Respekt vor der ostpreußischen und preußisch-litthauischen Geschichte gegeben. Durch die Kenntnis der preußischen Geschichte habe ich die Geschichte Litauens besser verstanden.

In der Museumsnacht erlebte ich, wie das Museum lebendig und anschaulich Kultur vermitteln kann. Ich habe für die Museumspädagogik ein riesiges Bild für eine Foto-Wand gezeichnet, hinter der sich Kinder (und Erwachsene) fotografieren lassen konnten. Die Arbeit mit Kindern in der Museumsnacht und im Museum machte mir sehr viel Spaß. Ich war überglücklich!

Die verschiedenen Aufgaben im Museum haben mir viel Freude bereitet. Jeder Moment dort hatte für mich Bedeutung und hat mir sehr viel gegeben. Schade, dass mein Praktikum bald zu Ende geht. Das OL – ein großartiger Platz!

Von Dong bis zu Herrn Pinguin

Freitag, 16. August 2013

Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum vom 12. bis 26. Juli 2013

Viele fahren in den Ferien in den Urlaub oder zur Familie. Auf die Frage, was ich denn in den Sommerferien machen würde, sagte ich immer wieder, dass ich ein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum machen würde. Die Blicke waren jedes Mal die gleichen und ich kann nur sagen, dass all die Leute einfach etwas verpassen.

Zwei Wochen Abwechslung im Museum

Zwei Wochen Abwechslung im Museum

Ich habe für zwei Wochen in der Museumspädagogik mithelfen dürfen und habe das erste Sommerferienprogramm mitbegleitet. Unter dem Motto „Dinge erzählen Geschichte“ haben die Kinder eine Ausstellung mit ihren persönlichen Objekten gemacht (so auch die Überschrift), die nun auch noch ein paar Wochen im Museum bewundert werden können.

Der Alltag war recht ähnlich: Von 10.00 – 13.00 Uhr waren die Kinder da und haben an der Ausstellung gearbeitet. Es wurden Inventarkarten für den Katalog geschrieben, Hintergründe zur Präsentation ihrer Objekte gebastelt und die Geschichte hinter den Objekten erzählt. Dazwischen wurde den Kindern das Museum näher gebracht, indem wir sie durchs Haus geführt haben, sie eigenständig Rallyes machen durften und Interviews mit einigen verantwortlichen Museumsmitarbeitern geführt wurden.

Am meinem letzten Arbeitstag fand die Ausstellungseröffnung statt

Am meinem letzten Arbeitstag fand die Ausstellungseröffnung statt...

Danach kam für mich immer noch ein bisschen Büroarbeit dazu, wie etwa ein Vorwort für den Katalog schreiben oder die Objektbeschriftungen abzutippen. Auch wenn der Computer nicht immer so gut gelaunt war, war sogar die Büroarbeit interessant, die ja oft von vielen eher abgelehnt wird.

...und ein Dankeschön gabs auch noch :).

...und ein Dankeschön gabs auch noch :) .

Abschließend kann ich nur sagen, dass es für mich bereichernd war, denn ich habe auf noch mal eine andere Art viel über das Museum erfahren und es ganz anders erlebt. Zwei Wochen, in denen ich helfen und mich mit Kindern beschäftigen konnte, tolle Menschen getroffen habe  und viel Spaß hatte. Also auf die Frage „Freiwilliges Praktikum in den Sommerferien?“ gibt es nur eine Antwort – JA!

Hedwig Giesert

Mein Praktikum im OL oder Wie ich Ernst Mollenhauer entdeckte

Freitag, 26. Juli 2013

Anfang des Jahres bewarb ich mich beim OL im schönen Lüneburg. In einer netten Antwort schrieb mir Dr. Barfod, Kustos des OL, das er mir tatsächlich einen Praktikumsplatz für die Semesterferien anbieten könne. Oh Freude! Bereits in einem persönlichen Gespräch im April erklärte er mir meine zukünftigen Aufgaben.

Ernst Mollenhauer, Selbstportrait, 1956

Ernst Mollenhauer, Selbstportrait, 1956

Das Museum hatte von der Tochter des Malers Ernst Mollenhauers (1892-1963), Maja Ehlermann-Mollenhauer, einen Nachlass mit seinen Werken erhalten, die nun inventarisiert werden mussten. Auf die Frage was ich schon über diesen Künstler wüsste, musste ich kleinlaut mit “nix” antworten. Dieser erste „faux pas“ wurde mir großzügig verziehen. Ich erhielt Informationsmaterial, um mich ein wenig in das Thema einzulesen, bevor ich das Projekt “Mollenhauer” starten würde.

Auspacken und Staunen

Erst Auspacken dann Worte finden

Einige Expressionisten, wie z. B. Otto Dix waren mir schon durch meine Uni-Kurse in Kunstgeschichte bekannt, Ich dachte eigentlich, dass sie in ihren Werken eher ihre innersten Ängste und ihre Abneigung gegen die moderne Welt ausleben würden. Viele Bilder wirken aggressiv und brutal. Mollenhauer stattdessen huldigt den Urgewalten der Natur oder dem einfachen Leben in abgelegenen Dörfern auf andere Weise. Seine Landschaften geben dem Betrachter das Gefühl, die Strahlen der Sonne direkt auf der Haut zu spüren, und aus seinen Meeresansichten hört man das Rauschen der Brandung. So viel zu meinen ersten Gedanken über den Herrn, der mich nun die nächsten zehn Wochen beschäftigt halten soll.

Ein Mollenhauer unter Glas: Strand am Kurischen Haff, 1961

Ein Mollenhauer unter Glas: Strand am Kurischen Haff, 1961

Die ersten drei Wochen meines Praktikums sind inzwischen fast vorbei. Ich habe bisher über 100 Werke Mollenhauers ausgepackt, mit einer Inventarnummer versehen, gemessen, liebevoll wieder eingepackt und beschrieben. ‘Wie erkläre ich jemandem eine Szene verständlich ohne dass er sie selbst vor Augen hat?’- Dies ist nicht gar so einfach wie man denkt, und ich stellte schnell fest, dass mein Wortschatz an maritimen Ausdrücken doch sehr dürftig ist…

Auf sogenannten Laufzetteln trage ich zunächst alles ein, was ich auf dem Bild  sehe...

Auf sogenannten Laufzetteln trage ich zunächst alles ein, was ich auf dem Bild sehe...

Meine neuen Kollegen stehen mir jedoch tatkräftig zur Seite und werfen auch gerne mal einen neugierigen Blick auf die Schätze, die ich aus den Verpackungen zutage bringe. Das Schöne ist zudem, das ich Einiges, was ich an der Uni bis jetzt gelernt habe, endlich aktiv umsetzen kann. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen hier noch für mich bereit halten.

Karen Westendorf , Studentin “Museum and Gallery Studies”, Aberystwyth / Wales

Praktikum in der Museumspädagogik

Donnerstag, 30. August 2012

Im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums in der museumspädagogischen Abteilung des Ostpreußischen Landesmuseums (OL) unter der Anleitung von Silke Straatman, der hauptamtlichen Museumspädagogin, gewann ich u.a. Einblicke in die pädagogische und die Öffentlichkeitsarbeit des Museums und konnte sogar ein eigenes Projekt durchführen.

Das vielfältige museumspädagogische Angebot des OL reicht von Kindergeburtstagen, der Betreuung von Schulklassen über Führungen durch das Museum bis hin zu einem regelmäßig stattfindenden, kostenlosen Kinderclub mit wechselnden Themenschwerpunkten.

Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit, bei einigen dieser Angebote zuzuschauen und mitzuhelfen. So konnte man bei der Aktion, „Von Rittern und Burgen“ das mittelalterliche Burgleben und der Alltag von Rittern und Burgfräuleins spielerisch wieder  aufleben lassen. Bei der Aktion „Im Garten des Malers“ lernten Kinder die bildenden Künste kennen, und während des Museumsprogramms rund um den Bernstein konnten Kinder und Jugendliche selbst einen Bernstein bearbeiten.

Beim Museums-Kinderclub wird jedes Mal ein anderes Thema behandelt. Bei dem Kinderclubtermin, bei dem ich mithalf, ging es um „Ingo, den Fischotter“ (- eine Bronzeskulptur in der Gemäldeabteilung), der aus Ton nachgeformt wurde.

Am zweiten Praktikumstag startete mein eigenes Projekt: das Erstellen eines Comics als Begleitheft für die neue Hanseausstellung “Vertraute Ferne. Kommunikation und Mobilität im Hanseraum”. Zudem nahm ich im Laufe meines Praktikums eine Zahl anderer Aufgaben wahr. So verfasste ich u.a. im Auftrag der Kulturreferentin, Frau Agata Kern, eine Pressemitteilung für das im Dezember 2012 stattfindende Weihnachtskonzert des “Blue Strings Duo” im OL. Nach Abschluss des Comic-Projekts „Damals in der Hansezeit“, der auch gedruckt wurde, überarbeitete ich einige Rallyebögen für Kinder. Hier arbeitete ich weitestgehend gestalterisch: Ich modernisierte das Layout, fügte zusätzlich einige Inhalte ein und versah einige Arbeitsblätter mit Zeichnungen.

Ab sofort leite ich den Kindergeburtstag "Schaf-Spinnen-Märchenstunde" - Wie kommt man vom Schaf zum Wollfaden und was hat Dornröschen mit all dem zu tun? Eine ganz besondere Kindergeburtstagsfeier hier im Museum.

Auf das gesamte Praktikum zurückblickend ziehe ich eine sehr positive Bilanz. Ich konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Erfahrungen machen und Kenntnisse dazugewinnen. Die Planung und Durchführung eines Projekts außerhalb des Universitätsumfelds war eine besonders spannende neue Erfahrung für mich. Dabei verband die inhaltliche und gestalterische Erarbeitung des Hanse-Comics wissenschaftliche und kreative Tätigkeiten. Die Projektarbeit bot mir die Möglichkeit, während des Uni- und des Selbststudiums gewonnene Kenntnisse einzusetzen und neues Wissen dazuzugewinnen.

Zudem vermittelte die mir übertragene Verantwortung für den zu veröffentlichenden Pressetext und einen eigenen Beitrag zum Vermittlungsangebot des Museums das Gefühl, dass ich und meine Fähigkeiten ernst genommen wurden. Alles in Allem konnte ich mich mit der Arbeitspraxis in einem Kulturbetrieb vertraut machen, was für einen zukünftigen Berufsweg, insbesondere in wissensvermittelnden Kultureinrichtungen, sicherlich von Vorteil sein wird.

Auf die mir angebotene, freie Mitarbeit als Honorarkraft in der Museumspädagogischen Abteilung freue ich mich.

Katharina Fuhrhop

“Die Arbeit im Museum macht Spaß”

Montag, 12. März 2012

Schulpraktikumsbericht von Benita Heitmann
30.01. – 17.02.12

Wenn ich meinen Freunden erzähle, dass ich mein dreiwöchiges Schulpraktikum im Ostpreußischen Landesmuseum gemacht habe, fragen mich alle, ob ich mich zu Tode gelangweilt habe. Und immer wieder muss ich ihnen versichern, dass die Arbeit im Museum Spaß macht.

Ich habe mein Praktikum im Kulturreferat bei Frau Kern gemacht, die immer spannende Aufgaben für mich hatte. Einmal durfte ich einen Flyer für die Mal- und Kulturreise nach Steinort mitgestalten, mal durfte ich eine Schülerreise nach Krakau planen und mal beim Kinderclub mitmachen, was eher in den Bereich der Museumspädagogik fällt. Diese Aufgaben waren vielfältig und ich musste kaum normale „Praktikanten-Aufgaben“ machen, die übrigens nicht nur für Praktikanten sind. Aber Frau Kern hat vor allem dafür gesorgt, dass ich einen Einblick in die Museumsarbeiten erhalte – und zwar in alle Bereiche! In der Museumspädagogik durfte ich bei einer Führung mitmachen und bei einem Kindergeburtstag zum Thema Bernstein mithelfen, der ganz toll von einem freien Mitarbeiter, Martin Stempfle, organisiert und gestaltet wurde. (Ich zähle gerade unbewusst ganz viele Museumsangebote auf. Wenn Sie sich dafür interessieren, rate ich Ihnen, sich auf der Homepage weitere Informationen zu verschaffen. Es lohnt sich!)

Benita Heitmann "hinter den Kulissen" im Museum

Ein Besuch bei der Restauratorin Susanne Kolditz ist ebenfalls interessant und lehrreich und man weiß erst, wie lustig es in einem Museum zugehen kann, wenn man hinten an dem Praktikanten-Laptop mindestens drei Wochen gearbeitet hat. Doch ich erläutere Ihnen jetzt noch einmal, was ich genau machen musste.

Ich habe Frau Kern, die Kulturreferentin, unterstützt, deren Aufgabe es ist, die breite Öffentlichkeit (also Sie, lieber Leser) über Ostpreußen zu informieren und Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen, Buchvorstellungen, Konzerte usw. zu planen und durchzuführen. Auch organisiert das Kulturreferat Schulprojekte und Studienfahrten mit Hilfe von Schulen, Universitäten usw. Ein solches Schulprojekt habe ich ebenfalls geplant. Dafür musste man sehr viel recherchieren – und zwar nicht nur im Internet, sondern auch in Büchern, die mir Frau Kern zur Verfügung gestellt hat. Bei der Gestaltung eines Flyers muss man darauf achten, dass der Text bündig ist, die Bilder nicht zu wild und die Seiten richtig angeordnet werden.

Alles in allem, kann ich Ihnen ein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum  nur empfehlen. Es macht Spaß, man hat vielfältige Aufgaben und die Mitarbeiter sind sehr nett und sehr hilfsbereit. Ich habe die Zeit dort wirklich genossen und werde Frau Kern und die anderen bald wieder besuchen gehen. Besuchen Sie doch auch mal das Museum. Die Ausstellung ist sehr interessant und die Geschichte ist spannend!

Benita Heitmann

Fortbildung der Museumspädagogen in der Kunsthalle Bremen

Montag, 27. Februar 2012

Erfahrungsbericht von Sina Schurrer, Studentin der Kulturwissenschaften an der Leuphana-Universität Lüneburg und Praktikantin in der Museumspädagogischen Abteilung des Ostpreußischen Landesmuseums

Sina Schurrer, Praktikantin im Ostpreußischen Landesmuseum

Eigentlich bin ich keine große Kunst-Kennerin und mich zieht es auch eher in historische und kulturgeschichtliche Museen als in die Kunsthalle. Die erste Fortbildung der Museumspädagogischen Abteilung im Jahr 2012 führte mich nun aber in die Kunsthalle Bremen. Dort wird noch bis zum 26.02.2012 die Ausstellung “Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand” gezeigt. Auch wenn ich von Kunstgeschichte nicht viel verstehe, Edvard Munch kenne sogar ich und so war ich gespannt, was mich in der Ausstellung erwartet.

Elf Teilnehmer, Honorarkräfte und Ehrenamtliche der Museumspädagogik, machten sich am Donnerstagmorgen, den 23.02.2012 auf den Weg nach Bremen. Nachdem wir nach einigen Irrungen und Wirrungen aufgrund von Baustellenarbeiten und Zugausfällen in der Kunsthalle angekommen waren, begrüßte uns erst einmal eine lange Warteschlange an der Garderobe und vor dem Einlassbereich. Das Servicepersonal am Eingangsbereich wirkte leicht überfordert mit dem Besucheransturm und Schließfächer für unsere Taschen waren leider auch rar.

Die Munch-Ausstellung selber entschädigte aber schließlich für das Gedränge. Auch hier standen Menschentrauben vor den Bildern, aber man konnte dennoch gut sehen und sich alles in Ruhe angucken und durchlesen. Besonders spannend war die Geschichte um das neue Munch-Bild, das man in Bremen entdeckt hat und das schließlich auch der Ausstellung ihren Titel gab: “Rätsel hinter der Leinwand”. Es handelt sich dabei um ein Bild, das 2005 bei der Untersuchung des Gemäldes “Das Kind und der Tod” entdeckt wurde. Hinter diesem Kunstwerk befand sich eine weitere Leinwand mit einem eigenständigen Bild.

Restauratoren haben es geschafft, die Leinwand abzuspannen und das Bild darunter zum Vorschein zu bringen: Die Aktdarstellung eines Mädchens, daneben drei Männerköpfe, die mit Händen nach dem Mädchen greifen. In der Bremer Kunsthalle können nun beide Werke bestaunt werden.

Hartwig Dingfelder, Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung der Kunsthalle Bremen

Im Anschluss an den Gang durch die Ausstellung wurde uns von Hartwig Dingfelder, dem Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung der Kunsthalle Bremen, das museumspädagogische Begleitprogramm zur Sonderausstellung vorgestellt. Dabei konnten wir erst einmal staunende und auch ein wenig neidische Blicke auf die Räumlichkeiten der Museumspädagogik werfen, die durch den neuen Anbau an die Kunsthalle in den letzte zwei Jahren entstanden sind: Sehr große, helle und moderne Räume mit einer breiten Fensterfront und nicht zuletzt sehr gemütliche Sitzkissen gab es hier.

Herr Dingfelder erklärte uns die Herangehensweise und Entwicklung des Begleitprogramms, wobei besonders interessant war, wie Kinder dabei angesprochen wurden, da diese Altersgruppe nicht gerade die eigentliche Zielgruppe einer Edvard Munch-Ausstellung ist. Uns wurde jedoch erklärt, dass gerade die Themen, die Munch in seinen Bildern aufgreift – Tod, Krankheit, Kindheit, Erwachsenwerden, Liebe, Gefühle – jeden Menschen, von Kind bis ins hohe Alter, ansprechen und emotional berühren. Jeder hat seine Erfahrungen mit diesen Themen gemacht, was auch das Fesselnde und die Ausdrucksstärke erklärt, die von Munchs Bildern ausgeht. Für Kinder entwickelte die Kunsthalle daher ein breites Angebot: Es werden spezielle Malkurse angeboten, in denen die Kinder ähnlich wie Munch Gefühle und Emotionen malen oder Bilder zum Thema Kindheit anfertigen. Weiterhin steht Kindern ein spezieller Audio-Guide zur Verfügung, der die Ausstellung in Form eines Hörspiels erklärt. Es werden Führungen für verschiedene Altersgruppen angeboten und den Schulklassen Unterrichtmaterialien zur Verfügung gestellt, damit der Museumsbesuch in der Schule vorbereitet werden kann. Darüber hinaus hat Hartwig Dingfelder im Rahmen der Ausstellung das Buch “Edvard Munch für Kinder” geschrieben, welches nun auch im Dumont-Verlag erschienen ist.

Am interessantesten fand ich das Projekt “Familientag mit den ‘Die drei ???’” Hier wurde gemeinsam mit dem Produzenten der “Drei ???” zusammengearbeitet und eine Folge geschrieben, die zum Teil auch in der Kunsthalle spielt. Am Familientag erwartet die Besucher nun eine spezielle Führung durch die Ausstellung und eine Lesung dieses Kinderkrimis. Ich denke, diese Veranstaltung eignet sich besonders, um neue Zielgruppen anzusprechen, das heißt Kinder, die “Drei ???”-Fans sind, sonst mit ihren Familien aber eher selten oder gar nicht ins Museum gehen.

Sehr gelungen finde ich auch die Ansprache möglichst verschiedener Zielgruppen durch das Begleitprogramm – Kinder, Jugendlicher, Studenten, Erwachsener, Behinderter. Die Kunsthalle Bremen profitiert hierbei sicherlich auch von einem breiten Netzwerk aus verschiedenen Kooperationspartnern, wie z.B. Schulen, der Werkstadt Bremen oder dem Theater Bremen.

Abschließend ist mein Fazit für die Fortbildung in der Bremer Kunsthalle:

1. Es gab viele interessante Anregungen von Seiten der Museumspädagogischen Abteilung.

2. Ich bin überrascht, wie gut mir die Ausstellung gefallen hat und werde demnächst sicher öfter auch in Kunstausstellungen gehen!

Das Museumspädagogische Team des Ostpreußischen Landesmuseum

Kinderclub im Ostpreußischen Landesmuseum

Dienstag, 6. Dezember 2011

Ein Praktikumsbericht von Zohra Koudri aus Algerien

Erst ein Mal soll ich sagen, dass mein Lehrer Herr Holger Ina vom Bildungszentrum Lüneburg und ich, die Praktikumsstelle im Internet gesucht  und per Telefon einen Termin mit der Museumspädagogin Frau Silke Straatman arrangiert haben. Natürlich die Idee, ein Praktikum in einem großen Museum wie dem Ostpreußischen Landesmuseum zu machen war toll, besonders in der Abteilung, die mich interessiert: Museumspädagogik, denn die hat viel zu tun mit meinem Studium und meinem erlernten Beruf als Lehrerin.

Also, zum Glück wurde ich von dem Museum angenommen. Meine Aufgabe war es, ein Projekt für den Museumskinderclub zu realisieren. Das war eine Präsentation über das Thema Religionen und Rituale: Taufe und Namengebung  in verschiedenen Religionen wie Christentum (Katholisch-, Evangelisch-, Orthodoxe Kirche), Judentum, Islam, Jesidentum. Jesidentum  deshalb, weil es im Kinderclub einige kurdische Kinder gibt, die Jesidischen Glaubens sind.

Genau waren meine Tätigkeiten: Informationen und die Erklärungen zu recherchieren, lesen, selektieren, resümieren, tippen und den Bericht so einfach zu machen, damit die Kinder es verstehen können. Auch sollte ich Fotos  suchen und scannen, die mit dem Thema, besonders mit jedem Religion zu tun haben. Mit großem Interesse habe ich mich in das Thema eingearbeitet mit Büchern, Wörterbuch, Computer, Internet, Scanner und natürlich mit der Orientierungshilfe von der Abteilungsleiterin eine Powerpoint-Präsentation zusammengestellt. Als meine Recherche, scannen und tippen in eine Powerpoint-Präsentation fertig war, bereitete mein Team, die Abteilungs-Leiterin, meine Kollegin Frau Eveline Hofer und ich, die Präsentation mit dem Beamer zur Probe vor.

Licht und Taufe

Die Idee war, das Thema durch Hand-Puppentheater für die Kinder zu präsentieren, damit  das Inhalt “Namensgebung im verschiedenen Religionen als Kultur Vergleich” attraktiv und lustig, für unser kleinen Schüler wird, ganz im Sinne von Shakespeare: “Gib mir ein Theater und ich gebe dir ein kultiviertes Volk”. In der Tat, nicht nur die Kinder waren begeistert und hatten viel Spaß, auch die Erwachsenen waren fasziniert.

Puppenspiel: Linnea und Esmeralda sprechen mit den Kindern über Gemeinsamkeiten der Religionen

Die Kinder des Museumskinderklubs sind nicht alle gleichen Alters, deswegen merkte man dass die Kleineren mit 5 bis 7 Jahren, weniger aufmerksam waren als die Älteren mit 8 bis 13 Jahren. Aber sicher, alle Kinder und Erwachsenen die dabei waren, haben einen interessanten Nachmittag mit den neuen und unterschiedlichen Kulturen erlebt.

Süßspeise aus Algerien

Die Kinder stellten viele Fragen. Die Antworten wurden manchmal von mir oder auch von den Kindern selbst gegeben. Danach haben die Kinder im praktischen Teil Kerzen mit Wachsplatten und Kerzenstiften bunt verziert und konnten so ihre Gefühle auszudrücken und sinnlich umsetzen.

Kerzen basteln

Persönlich bin ich sehr zufrieden mit meiner Praktikumserfahrung, weil es meine Hoffnungen erfüllt hat: Ich habe durch das Museumsprojekt  etwas Neues über andere Kulturen (Siehe: Thema und Sprache) gelernt, sogar über meine  eigene Kultur.

Die Stimmung bei meinem Praktikum war gut, nicht nur bei der Museumspädagogik,  sondern alle Leute im Ostpreußischen Landmuseum waren freundlich, ermutigend und kultiviert. Das Praktikum in einem Museum erlaubte mir, mich noch mehr über andere Kulturen und andere Geschichte zu informieren, nicht zu vergessen was man noch mit den Kindern, während den Aktivitäten und Kommunikation z.B. Pädagogik, Geduld, Sozialverhaltung lernen kann; dazu entdeckt man sich selbst.

Auch hatte ich die Chance, bei einer andern Museumspädagogische Aktion “Ein Koffer voll Erinnerungen” im Museum zu hospitieren.  Ich konnte  die Stadtbücherei besuchen, mit deutschen Mitarbeitern kommunizieren und das Vokabular der Deutschen Verwaltung hören. Auch war es interessant zu sehen, wie das Leben in einem Museum läuft.  Z.B wusste ich vorher nicht, dass die Temperatur in einem Museum unten bleiben soll, damit die Gemälde und andere Exponate – die einzigartigen zeugen die Vergangenheit – keinen Schaden nehmen.

Prof. Bazon Brock (Künstler und Kunsttheoretiker) sagt: “In den Museen lernt man die Antworten auf diese Fragen von Generationen ehemals Lebender kennen. Im Museum lernt man, die eigenen Zukunftserwartungen – Hoffnungen und Befürchtungen – zu beurteilen”. Als neue Praktikantin und besonders als Emigrantin gewinnt man  die Motivation, um sich in der deutschen Gesellschaft zu integrieren.  Also tatsachlich, die Betreuung, Zusammenarbeit und Atmosphäre während des Praktikums gefiel mir sehr.
Zohra Koudri
Lüneburg, 30.11.2011