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“Akademische Strenge und künstlerische Freiheit”

Montag, 30. Juni 2014

Ein Malworkshop mit der aus Kaliningrad/Königsberg stammenden Künstlerin Elena Steinke am 24. und 25. Mai 2014

Der Malworkshop erfolgte im Rahmen der Sonderausstellung über Karl Storch (1864 – 1954) „Zwischen Holstein und Königsberg. Ein Berliner Sezessionist der ersten Stunde“.

Der aus Bad Segeberg stammende Maler war Mitbegründer der Berliner Sezession und wirkte von 1902 bis 1929 als künstlerischer Leiter der Zeichenlehrerabteilung an der Königsberger Kunstakademie. Sein vielfältiges Gesamtwerk als Maler, Zeichner, Illustrator und Graphiker wird zum spannenden Betrachtungsfeld dieses Malworkshop.

Die Künstlerin Elena Steinke führte ein in die kunstakademischen Sichtweisen im Zeichen- und Malunterricht des 19. und 20. Jahrhunderts und begleitete die Wiorkshopteilnehmer auf einem Streifzug von der akademischen Strenge bis zur künstlerischen Freiheit, um alle zum Ausprobieren verschiedener Techniken und Malweisen anzuregen.Und tatsächlich: Es entstand ein buntes Potpourri an Werken.

Hier in einem Video zusammengefasste Impressionen (35 MB):

OL Malworkshop 2014

Zur Künstlerin:

Elena Steinke, 1964 in Kaliningrad/Russland, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren, studierte angewandte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, Autorin und Dozentin in Breklum/Nordfriesland.
Sie hat an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt. Im Sommer 2013 nahm sie an der erfolgreichen Gemeinschaftsausstellung unter der Kuratorin Dr. Melita Mucha in der Elbgalerie Winter teil.

Kurzbericht zum Malkurs „Experimentelle Blitzreise – für 10 Stunden mit dem Pinsel auf der Kurischen Nehrung

Dienstag, 13. September 2011

26.3. – 27.3.2011 Begleitprogramm zur Ausstellung Ernst Mollenhauer, Malworkshop für Erwachsene

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit

Am Samstag trafen sich 12 Teilnehmer zum Malworkshop im Ostpreußischen Landesmuseum. Die dort zurzeit laufende Ausstellung der Bilder Ernst Mollenhauers gaben den Anstoß zu diesem gelungen Workshop.
Wellen So begann die Kursleiterin und Künstlerin Gudrun Jakubeit den Kurs zwischen den Werken Mollenhauers. Ein einstündiger Rundgang, verbunden mit einer künstlerischen Analyse der Bilder, ließ die Teilnehmer tief in die Künstlerbiographie Mollenhauers und seinen emotionalen Welten einsteigen. Gespannt lauschten die Teilnehmer den Ausführungen über Bildaufbau, Motivwahl und den Gesetzen der Farbenlehre. Gerade die Farbwahl des Expressionisten Mollenhauers ermöglichte einen Blick in die Tiefen der Künstlerseele. Heimweh, Verlust der Heimat verbunden mit dem Verlust vieler Künstlerfreunde aus den Zeiten der Künstlerkolonie Nidden und des eigenen frühen Werkes aber auch viele schöne Erinnerungen dominierten die Bildinhalte und wurden meisterlich von Mollenhauer über die Wahl und Setzung der Farbe ausgedrückt.
Berührt und erfüllt gingen dann die Teilnehmer an das eigene Werk.

Sonne

Sonne

Zwei Tage lang bot der Ort Nidden, auf  der Kurischen Nehrung, die Bildthemen. Ob nun die Hohe Düne der ostpreußischen Sahara zu gewagten experimentellen Bildformaten und Techniken führte, oder die typischen Kurenkähne das Motiv lieferten, wurde von der Kursleiterin sehr individuell aufgegriffen. Jeder Einzelne wurde „maltechnisch an die Hand genommen“ und während des Kurses ermutigt eingefahrene Malwasser zu verlassen und über die eigenen Grenzen zu springen. So entstanden im Laufe des Kurses zahlreiche ausdrucksstarke Bilder, aus denen die Malfreude der Teilnehmer, symbolisch durch die gelbe Leuchtkraft der Nehrungssonne dargestellt, den Raum erfüllte.

Sonnenwerke

Sonnenwerke

Ein kreatives Knistern lag in der Luft, einige Teilnehmer sind gedanklich auf Reisen gegangen. Aus allen Bildern konnte man am Ende bei der großen Bildbesprechung eine Art Fernweh oder unbestimmte Sehnsucht spüren.
Farbe geht direkt beim Betrachten der Bilder, ohne intellektuelle Filterung, ins Herz. Dies war sicherlich die wichtigste Botschaft Mollenhauers, die er diesem gelungenen Workshop  mitgeben konnte.
Die Künstlerin Gudrun Jakubeit freut sich auf eine Fortsetzung des Malkurses, verbunden mit einer Malreisen nach Nidden, in Zukunft direkt vor dem Motiv.

Gudrun Jakubeit, 2011

Malen ist Meditation

Malen ist Meditation