Kinder malen Lüneburg – Herbstferienprogramm 2019

Die teilnehmenden Kinder des Herbstferienprogramms mit ihren Leiterinnen.

von Jenke Eichhorn, Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung

In den Herbstferien fand, vom 14. Oktober bis zum 18. Oktober, der kreative Malworkshop für Kinder, in Kooperation mit der Volkshochschule, statt. Ganz nach dem Motto „Wir malen unsere Stadt“, trafen sich elf Kinder unter der Leitung von Petra Vollmer und Jenke Eichhorn, um Lüneburger Stadtansichten zu malen. Täglich von 10 bis 17 Uhr wurde mit den verschiedensten Farben gearbeitet, sodass am Ende wunderbare Kunstwerke entstanden.

Ganz gespannt darauf, was die Woche über passieren würde, kamen die Kinder am Montagmorgen im Museum an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde war es dann endlich so weit: Wir deckten den Materialtisch auf und die Kinder staunten über die vielen Materialien.

Danach ging es auch schon direkt an die Arbeit. Die Kinder teilten sich in zwei Gruppen auf, eine ging mit Petra zum Hafen und die andere mit mir zum Rathaus. Dort fertigten die Kinder Skizzen von Lüneburger Wahrzeichen, wie dem Luna Brunnen, dem Rathaus und dem Kran an. Unheimlich schnell waren schon zwei Stunden um und es war Zeit für das Mittagessen in der Volkshochschule.

Nach der Pause bestaunten die Kinder gegenseitig ihre Skizzen. Jeder hatte eine andere Art zu zeichnen, aber alle waren einzigartig. Schließlich durften die Kinder anfangen, ihre Skizzen in Farbe umzusetzen – und zwar mit Aquarellfarben. Voller Begeisterung probierten sie diese Art zu malen aus und fanden schnell heraus, wie das Verhältnis zwischen Wasser und Farbe sein musste.

Nach dem Aufräumen konnte der Tag ganz entspannt bei einigen lustigen Spielen ausklingen.

Die Kinder bei der Aquarellmalerei.
Die Kinder bei der Aquarellmalerei.

Am nächsten Morgen wurden die Kinder gleich gefordert: Zugeschnittene Holzplatten mussten grundiert werden, um nach dem Mittag darauf mit Ölkreide malen zu können.

Daraufhin ging es wieder in die Stadt. Gleiche Gruppenaufteilung wie am Montag, doch die Plätze wurden diesmal getauscht. Wieder skizzierten die Kinder Lüneburger Stadtansichten, bis sie zum Mittagessen in die Volkshochschule kamen.

Nachmittags ging es in die Ausstellung des Museums, in die Abteilung Bildende Kunst und in die Kabinettausstellung „Baltische Stadtansichten“. Dort wurde genau auf den Unterschied zwischen graphischer und gemalter Architektur geachtet.

Im Laufe des Tages waren die Holzplatten zum Glück getrocknet und die Kinder konnten ihre wunderbaren Skizzen darauf verwirklichen.

Konzentriert bemalen die Kinder ihre Holzplatten mit Ölkreide.
Konzentriert bemalen die Kinder ihre Holzplatten mit Ölkreide.

Leider ließ uns am Mittwochmorgen das Wetter im Stich, sodass wir erst am Nachmittag in die Stadt gehen konnten. Dennoch gab es genug Arbeit, die verrichtet werden wollte.

Als kleines Aufwärmtraining spielte Petra mit den Kindern Blindzeichnen, sie sollten mit geschlossenen Augen versuchen, einen Gegenstand zu zeichnen. Voller Freude machten die Kinder mit und zauberten auch hier tolle Skizzen.

Schließlich wurde die heißersehnte Leinwand, für die Acrylmalerei, hergestellt. Die Kinder durften selbst den Stoff für den Keilrahmen zuschneiden und ihn mit einem Tucker am Holz befestigen. Dies ist leichter gesagt als getan, doch alle meisterten die Aufgabe. Wer seine Leinwand zusammengebaut hatte, durfte sie dann mit weißer Binderfarbe bestreichen. Während die Leinwände trockneten, bastelten die Kinder ihre eigenen Stadtpläne von Lüneburg, indem sie die Wahrzeichen, die sie schon am Anfang der Woche besucht hatten, einklebten.

Kurz darauf war es auch wieder Zeit für das Mittagessen in der Volkshochschule und anschließend ging es zum Wochenmarkt, um die Marktstände zu skizzieren.

Zurück im Atelier des Museums gab es von Petra eine Einweisung in das Thema Leimfarbe. Die Kinder durften sich selbst ihre Farben mit Leim und Pigment anrühren und dann wurde kreativ drauflos gemalt.

Harte Arbeit: Die Kinder bauen ihre Leinwand.
Harte Arbeit: Die Kinder bauen ihre Leinwand.

Donnerstag ging es direkt zum Bahnhof, um das von Hugo Hartmann gemalte Lüneburger Wandfries in der Wartehalle zu besprechen. Beeindruckt skizzierten die Kinder den Bahnhof und umliegende Gebäude bis zum Mittagessen in der Volkshochschule.

Am Nachmittag besuchten wir gemeinsam die St. Nicolai Kirche und betrachteten hinter dem Altar ein Öl-Gemälde aus der Zeit des Mittelalters, mit einer der ersten Stadtansichten Lüneburgs. Auch hier wurde wieder fleißig skizziert, innerhalb und außerhalb des Kirchengebäudes.

Schließlich war es soweit und die Kinder durften endlich auf ihren, über Nacht getrockneten, Leinwänden malen. Begeistert probierten sie die unterschiedlichsten Acrylfarben aus, sodass wunderschöne Bilder entstanden.

Die Kinder malen ihre Skizzen mit Acrylfarbe auf die Leinwand.
Die Kinder malen ihre Skizzen mit Acrylfarbe auf die Leinwand.

Schon war auch der letzte Tag angebrochen. Schnell wurden die eigenen Stadtpläne, mit den besuchten Lüneburger Wahrzeichen der vergangenen Tage, ergänzt und dann ging es auch schon hoch hinauf auf den Wasserturm. Überwältigt von der schönen Aussicht, wollten die Kinder sofort Lüneburg von oben zeichnen. Sabine Wohlers, die Leiterin, freute sich über den Besuch und belohnte die schönen Skizzen mit einem Eis.

Nach der Pause in der Volkshochschule, musste schnell die Ausstellung vorbereitet werden. Die Kinder waren schon ganz gespannt darauf, was ihre Familien zu den tollen Bildern sagen würden. Für die Ausstellung wurden die Skizzen an die Magnetwand vor dem Atelier gehängt. Die gemalten, nach Orten sortierten, Bilder, wurden im Vorraum und im Atelier präsentiert.

Um fünfzehn Uhr wurde die Ausstellung von Petra Vollmer, dem Kustos des Museums Dr. Jörn Barfod und der Leiterin der Volkshochschule Claudia Kutzick eröffnet. Voller Lob bedankten sie sich bei den Kindern, dass sie so engagiert mitgemacht haben. Freudig würde Frau Kutzick es begrüßen die Werke der Kinder im Januar auch bei sich in der Volkshochschule auszustellen. Bei Speisen und Getränken bewunderten die zahlreich erschienen Gäste die Bilder und konnten erraten, an welchen Orten Lüneburgs ihre Kinder überall waren.

Nach einer wundervollen ereignisreichen Woche durften die glücklichen Kinder ihre Kunstwerke nun mit nach Hause nehmen.

Die gemalten Bilder im Atelier des Museums.
Die gemalten Bilder im Atelier des Museums.
Die Skizzen und einige Aquarellbilder an der Magnetwand in der Ausstellung.
Die Skizzen und einige Aquarellbilder an der Magnetwand in der Ausstellung.
Die Gäste bestaunen die Kunstwerke.
Die Gäste bestaunen die Kunstwerke.