Archiv für November 2014

Wolf und Wild – Wolf und Mensch

Donnerstag, 13. November 2014
Wolf in Niedersachsen. Foto:_Eike_Mross

Wolf in Niedersachsen. Foto:_Eike_Mross

Unter diesem bewusst ein wenig polarisierenden Titel führte das Ostpreußische Landesmuseum in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft des Landkreises Lüneburg am 18. Juli 2014 im Gasthaus „Zum Anker“ in Bardowick eine Informationsveranstaltung zum Wolf in Niedersachsen durch. Der Wolf ist in eine alte Kulturlandschaft zurückgekehrt, in der er bis zu seiner Ausrottung im vorvergangenen Jahrhundert heimisch war. Zahlreiche Orts- und Flurnamen, Erinnerungen und Berichte in der Literatur früherer Jahrzehnte belegen, dass der Wolf in Niedersachsen immer anwesend war, auch wenn in den vergangenen 150 Jahren nur wenige Tiere auf den alten Wolfswechseln nach Westen zogen und dann zumeist schnell erlegt wurden.

Heute ist die Situation eine völlig andere: Der Wolf ist eine geschützte Art und dem Jagdrecht entzogen. Er ist in eine Region zurückgekehrt, die dicht besiedelt ist und land- wie forstwirtschaftlich intensiv genutzt wird. Große Freiflächen wie die Lüneburger Heide sind regelmäßige Aufenthaltsorte für viele Menschen, die dort arbeiten, sich erholen oder die die Schönheit der Landschaft genießen wollen. Die Rückkehr des Wolfs wird von vielen begrüßt, von anderen jedoch wird sie als zunehmend schwierig empfunden. Wie gehen wir mit den begründeten Sorgen der Menschen um, damit auch der Wolf eine Zukunft bei uns hat? Ein Zusammenleben von Wolf und Mensch muss sorgsam entwickelt und gestaltet werden.

Es ist unbestritten, dass der Wolf wirtschaftliche Nachteile oder Schäden bereitet und dass er auch Ängste auslöst. Mit Emotionen muss sachlich umgegangen, Probleme müssen gelöst werden. Nach einer stark durch Emotionen aufgeheizten Debatte auf anderen Informationsveranstaltungen im Landkreis Lüneburg und im Leserforum der lokalen Presse im Spätwinter/Frühjahr 2014 war es die erklärte Absicht der Veranstalter, die biologisch bedingte, ruhige Zeit im Jahresverlauf des Wolfs zu einer Versachlichung der Diskussionen beizutragen. Ausgewiesene Experten und Praktiker hatten sich bereit erklärt, auf Fragen aller Art zu antworten. Zunächst stellten sie sich kurz vor, damit die Teilnehmer erkennen konnten, in welcher Verbindung sie zum Wolf stehen und an wen sie ihre speziellen Fragen am besten richten konnten.

Torsten Broder, Vorsitzender der Jägerschaft des Landkreises Lüneburg, begann seine Vorstellung mit dem sehr treffenden Satz „Wölfe sind wie Sterne – nicht immer sichtbar, aber immer da“. Er führte aus, dass die Jäger mit dem Wolf werden leben müssen, dass sie ihn aber keineswegs völlig frei werden gewähren lassen können. Werner Oldenburg, Vertreter des Kreislandwirts des Landkreises Lüneburg, vertrat die Interessen der professionellen Tierhalter, von denen besonders die Besitzer von Schafen betroffen sind. Er machte deutlich, dass gerade die Schafhalter sich von Politik und Verwaltung im Stich gelassen fühlen, weil diese noch nicht deutlich genug auf die Konsequenzen der Wölfe bei uns reagiert hätten.

Christian Voigt, Vorsitzender des Hegerings Amelinghausen, betreut 60 Reviere im südwestlichen Teil des Landkreises Lüneburg und berichtet, dass sein Bezirk bereits seit fünf Jahren Wolfseinstandsgebiet ist. Der Wolf gehört dort zum Alltag. Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, ist mit einem Monitoring der Wolfsrückkehr nach Niedersachsen beauftragt. Sie sammelt alle Hinweise (Beobachtungen, Spuren, Losungen, Risse, Wildkamerabilder usw.) und ist mit der Erstellung eines Gesamtbildes befasst.

Michael Urbansky, Leiter des Hochwildrings Gartow-Lüchow, berichtete aus der Praxis, wie sich die verschiedenen Wildarten im Beutespektrum des Wolfs auf dessen Anwesenheit eingestellt haben. Alle sind scheuer geworden, doch zeigt mit Ausnahme des Mufflons keine einen Bestandrückgang. Peter Pabel vom Forstamt Göhrde und Leiter des Hochwildrings Göhrde hob hervor, dass der Wolf eine wichtige Rolle in der Natur habe und – neben dem Jäger – für gesunde, naturnahe Wildbestände sorgen werde.

Die Fragen und Antworten betrafen gleichermaßen die Auswirkungen der Anwesenheit des Wolfs auf das Verhalten des Wildes wie auf das Verhalten des Menschen und seiner Nutztiere. Übereinstimmend wurde betont, dass die Öffentlichkeit immer wieder mit einem Wolfsmanagement beruhigt werde, das es auf der geltenden gesetzlichen Basis aber gar nicht geben könne. Hier könne erst auf der Basis des Monitorings über konkrete Umsetzungen nachgedacht werden. Extrembeispiele aus anderen Ländern mit natürlichen Wolfspopulationen, z.B. Schweden, wurden genannt, um der Zuhörerschaft zu verdeutlichen, dass von Übergriffen der Wölfe z.B. auf Hunde, Reiter oder Kindergärten im  Wald in Niedersachsen keine Rede sein kann. Hier ist der Wolf sicher noch lange ein Wildtier, das den Kontakt mit dem Menschen meidet. Allerdings müssten Schafe, Ziegen und Gatterwild wie Damhirschhaltungen wirksamer geschützt werden.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist das einzige Museum der Region, in dem der Wolf Thema ist, denn in Ostpreußen wurde er alljährlich nachgewiesen. Trotz des bis 1945 erklärten Ziels, die Provinz wolfsfrei zu halten, zogen in den großen Wäldern entlang der Grenzen zu Polen und Litauen immer wieder Wölfe ihre Jungen groß. Im November 2010 bereits hatte unser Museum eine gut besuchte Informationsveranstaltung durchgeführt, auf der zahlreiche, auch historische Aspekte vorgetragen wurden, die bei der zu erwartenden Rückkehr des Wolfs nach Niedersachsen bedacht werden müssen. Inzwischen ist der Wolf bei uns angekommen.

Der Festsaal im Gasthaus „Zum Anker“ in Bardowick war gut gefüllt, fast 150 Personen waren der Einladung gefolgt. Peter Burkhardt, Jäger und Wolfsberater, moderierte die Veranstaltung engagiert und souverän. Sie verlief sehr sachlich – Fragen wurden offen gestellt und nach bestem Wissen ehrlich beantwortet – und endete nach etwa 3 Stunden erst, als keine Fragen mehr gestellt wurden. In der Reihe der in Zusammenarbeit mit der Lüneburger Jägerschaft realisierten Informationsveranstaltungen (Rotwild 2012, Schwarzwild 2013, Niederwild im Februar 2014) stellte der Abend eine gelungene Fortsetzung dar. Weitere werden folgen.

Dr. Christoph Hinkelmann, Ostpreußisches Landesmuseum

Die Organisatoren und Referenten

Die Organisatoren und Referenten

Auf Wiedersehen und Glückauf!

Donnerstag, 13. November 2014
Mit kleinen Rittern das Museum erkunden

Mit kleinen Rittern das Museum erkunden

Eine schöne Zeit geht zu Ende, eine neue, gewiss genauso schöne Zeit beginnt. Nach einem kurzen Praktikum im Bereich der Museumspädagogik hatte ich das Glück, ab August 2012 als freie Mitarbeiterin in diesem Bereich arbeiten zu dürfen. Viele spannende und liebevoll erarbeitete Angebote für Kindergeburtstage, Schulklassen, Kindergärten und gelegentlich auch für Gruppen von Erwachsenen erwarteten mich. So reisten die Kinder und ich besonders gern zurück ins Mittelalter, um einmal nachzusehen, wie die Menschen früher auf einer Burg lebten oder was ein Ritter den ganzen Tag so trieb. Besonders die Kreuzritter vom Deutschen Orden und ihr Walten in Preußen interessierten uns hierbei.

Auch bei Ferienprogrammen und besonderen Aktionen in der wunderschönen Hansestadt durfte ich dabei sein. Bernsteinschleifen im Kurpark begeisterte Jung und Alt. Unter dem Titel LandArt ließen wir im Rahmen eines Osterferienprogramms mit Kindern und Jugendlichen unserer Kreativität freien Lauf. Dabei schufen wir tolle Kunstwerke mit und in der Natur.

Nun hat es mich in das Reich der Hexen, Zwerge und Berggeister – nach Goslar im Harz – verschlagen. Dort mache ich ein Volontariat mit dem Schwerpunkt auf der Museumspädagogik. Die Erfahrungen, die ich im Ostpreußischen Landesmuseum gemacht habe, kann ich jetzt in meine Arbeit einbringen. Dafür möchte ich mich noch einmal beim OL und allen lieben Menschen dort bedanken.

Ich wünsche Euch Glück Auf und auf Wiedersehen.

Katharina Fuhrhoop

Schon Kindergartenkinder lassen sich faszinieren und begeistern!

Schon Kindergartenkinder lassen sich faszinieren und begeistern!

Sommerfest 50 Jahre Lebenshilfe –

Donnerstag, 13. November 2014
Bernsteinbasteln fasziniert...

Bernsteinbasteln fasziniert...

Das Ostpreußische Landesmuseum war mit Bernsteinschleifen dabei

In diesem Jahr feierte die Lebenshilfe einen runden Geburtstag:

Seit 50 Jahren kümmert sich die Institution um das Wohlergehen in vielen Bereichen von Personen mit Handicap.

Dieses Jubiläum wurde mit einem inklusiven Sommerfest im Kurpark Lüneburg gefeiert. Neben Live-Musik gab es viele tolle Aktionen verschiedener Vereine und Institutionen des Raumes Lüneburg.

Auch wir vom Ostpreußischen Landesmuseum waren bei hochsommerlichen Temperaturen mit einem Aktionsstand im Kurpark vertreten.

Wir vermittelten Wissen rund um den Bernstein, boten als Mitmach-Aktion das Schleifen eines Rohbernsteins an und wer mochte, konnte sich ein kleines Loch durch seinen Stein bohren lassen und ihn als Anhänger für eine Kette verarbeiten lassen.

Viel Freude machte es uns, zu erleben, mit welcher Emsigkeit und Geduld die Besucher Ihren ganz persönlichen Rohbernstein bis auf Hochglanz polierten und ihn zum Schluss stolz als Glücks-Anhänger um den Hals trugen.

Es war ein rundum gelungenes Fest und wir möchten uns auf diesem Wege auch noch einmal ganz herzlich bei der Lebenshilfe für diesen tollen Nachmittag und die langjährige gute Zusammenarbeit bedanken. Ein rundum gelungener Nachmittag.

(Melanie Hübner)

Internationaler Museumstag

Donnerstag, 13. November 2014
Aufmerksame_Zuhörer_

Aufmerksame_Zuhörer_

Der Internationale Museumstag in diesem Jahr war für die Kinder des Museums-Kinderclubs ein ganz besonderes Highlight, denn sie durften selbst Besucher durch „ihr“ Museum führen und ihnen ihre Lieblingsausstellungsstücke vorstellen. An den vorherigen Terminen des Kinderclubs hatten die Kinder sich auf diesen Tag gründlich vorbereitet: Sie haben sich allein oder zu zweit ihr Lieblingsstück aus dem Museum ausgesucht, Informationen herausgesucht, einen kleinen Text verfasst und diesen geübt.

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Am 18. Mai war es dann soweit und die Besucher konnten von den Kindern noch einiges Neues über den Elch, den Wolf oder auch Zinnsoldaten erfahren. Am Ende waren alle stolz auf die kleinen Museumsführer und sie selbst ganz besonders!

(Sina Schurrer)

Elche sind cool_

Elche sind cool_

Zwischen Herbstferienprogramm und Schülerreise – Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Donnerstag, 13. November 2014
Marie_Schrötke

Marie_Schrötke

Hallo,

ich bin Marie Schrötke und habe gerade zwei Monate Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum gemacht. Das Praktikum gehört zum Abschluss meines Studiums “Museum und Ausstellung” an der Universität Oldenburg.

Während der Praktikumszeit war ich in der Abteilung Bildung und Vermittlung und im Kulturreferat tätig. Für die Museumspädagogik habe ich an dem Konzept für Mitmach-Stationen in der neuen Dauerausstellung mitgearbeitet und einige Formate entwickelt. Das war eine sehr spannende Arbeit, weil ich meine eigenen Ideen einbringen konnte und in ganz neue Themen eingetaucht bin. So hatte ich mich beispielsweise mit der Jagd vorher noch nie beschäftigt. Zum Abschluss meiner Zeit im Museum gab es ein besonderes Highlight. Ich durfte zusammen mit einer Kollegin das Herbstferienprogramm „Farben und Formen“ für Kinder planen und auch leiten. Die Arbeit mit den kleinen Museumsbesuchern von 6 bis 12 Jahren hat mir viel Spaß gemacht.

Auch im Kulturreferat hatte ich vielseitige Aufgaben. Ich habe Pressemitteilungen geschrieben, recherchiert und Anfragen für Veranstaltungen verschickt. Außerdem habe ich interessante Orte für eine Schülerreise nach Ostpreußen gesucht und daraus ein Reiseprogramm erstellt. Schön war auch, dass ich eine Schulklasse bei ihrem Besuch in die Hamburger Kunsthalle begleiten durfte. Dort haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem berühmten ostpreußischen Maler Lovis Corinth beschäftigt.

Für mich war das Praktikum eine gute Erfahrung. Ich konnte mich ausprobieren und viel Neues lernen. Es waren zwei tolle Monate, in denen ich mich unter den freundlichen und hilfsbereiten Museumsmitarbeitern sehr wohl gefühlt habe. Jetzt bin ich gespannt auf die neue Dauerausstellung und ob ich von meinen eigenen Ideen vielleicht einige wiederentdecken kann.