Archiv für Juli 2012

Bedeutender Gemäldezyklus komplett

Montag, 9. Juli 2012

Dem Ostpreußischen Landesmuseum ist es kürzlich gelungen, ein Hauptwerk von Eduard Bischoff (1890-1974), einem der bedeutendsten ostpreußischen Maler des 20. Jh., zu entdecken und seiner Sammlung hinzuzufügen. Es handelt sich um den „Eisfischer“, ein Gemälde, das in der Fachliteratur schon seinen festen Platz hatte, sich aber seit über 30 Jahren in Privatbesitz befand und dessen Aufbewahrungsort lange schon nicht mehr bekannt war.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Öl (1951)

Damit kam das dritte große Werk des Gemäldezyklusses mit Themen der Fischer der Kurischen Nehrung ins Museum. Das sog. Nehrungstriptychon mit Fischern nach einem großen Fang und zwei Nebenszenen bildet den Schwerpunkt der Reihe, das Gemälde „Fischerkneipe“ und der „Eisfischer sind die weiteren großformatigen Werke dieser Reihe.

Eduard Bischoff, Nehrungstriptychon

Der Maler, der die Fischer am Kurischen Haff aus vielen Aufenthalten auf der Kurischen Nehrung seit 1919 bis 1944 sehr genau kannte und oft an ihrem Leben und an ihrer schweren Arbeit auch aktiv teilgenommen hatte, setzte ihnen seit den 1920er Jahren und nach 1945 in vielen Arbeiten ein Denkmal.

Eduard Bischoff, Fischer in der Kneipe, Öl (1952)


Wie es zu den anderen Gemälden auch Vorarbeiten aus den Jahren zwischen 1920 und 1941 gab und in kraftvollen Holzschnitten die Themen in den 1950er Jahren aufgegriffen wurden, so ist es auch im Fall des Eisfischers. Ein Gemälde dieses Themas verbrannte 1944 in Königsberg. Aber ein Aquarell der gleichen Komposition von 1941 blieb in einem Foto bekannt.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Aquarell, 1941 - Fotografie

Nachdem Eduard Bischoff nach der Flucht aus Ostpreußen 1945 zunächst im Kreis Uelzen angekommen war, hatte er ab 1948 Gelegenheit, in Gelsenkirchen in der Künstlersiedlung Halfmannshof wieder richtig Fuß zu fassen. Neben vielen neuen Aufträgen hatte er auch Gelegenheit, Motive aus seinen Schaffensjahren 1919-44 in Königsberg, deren frühere Arbeiten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, neu zu schaffen, in einem durch den Eindruck der zeitgenössischen Kunst seit 1945 auch gewandelten Stil.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Holzschnitt (1957)

Vergleicht man das Foto des verschollenen Aquarells von 1941, das Gemälde von 1951 und schließlich den Holzschnitt von 1957, erkennt man die gleich gebliebene Grundidee der kraftvollen Gestalt des leicht vorgebeugt das Netz aus dem Eisloch ziehenden Fischers. Der Stil Bischoffs wandelt sich zu stärkerer Abstraktion und Konzentration auf die Figurendarstellung. Die besonders reiche und überraschende Farbigkeit belegt weiterhin, wie intensiv sich der Künstler mit der Gestaltung des Werks befasst hat. Schließlich tut auch die auffallende Größe des Werks, 131 cm Höhe bei 1 m Breite, ein übriges, diese eindrucksvolle Gestaltung zur Wirkung zu bringen. Es zählt zu den herausragenden Arbeiten des Vermächtnisses der ostpreußischen Malerei des 20. Jh.

Dem Ostpreußischen Landesmuseum ist es kürzlich gelungen, ein Hauptwerk von Eduard Bischoff (1890-1974), einem der bedeutendsten ostpreußischen Maler des 20. Jh., zu entdecken und seiner Sammlung hinzuzufügen. Es handelt sich um den „Eisfischer“, ein Gemälde, das in der Fachliteratur schon seinen festen Platz hatte, sich aber seit über 30 Jahren in Privatbesitz befand und dessen Aufbewahrungsort lange schon nicht mehr bekannt war.

Damit kam das dritte große Werk des Gemäldezyklusses mit Themen der Fischer der Kurischen Nehrung ins Museum. Das sog. Nehrungstriptychon mit Fischern nach einem großen Fang und zwei Nebenszenen bildet den Schwerpunkt der Reihe, das Gemälde „Fischerkneipe“ und der „Eisfischer sind die weiteren großformatigen Werke dieser Reihe.

Der Maler, der die Fischer am Kurischen Haff aus vielen Aufenthalten auf der Kurischen Nehrung seit 1919 bis 1944 sehr genau kannte und oft an ihrem Leben und an ihrer schweren Arbeit auch aktiv teilgenommen hatte, setzte ihnen seit den 1920er Jahren und nach 1945 in vielen Arbeiten ein Denkmal.

Wie es zu den anderen Gemälden auch Vorarbeiten aus den Jahren zwischen 1920 und 1941 gab und in kraftvollen Holzschnitten die Themen in den 1950er Jahren aufgegriffen wurden, so ist es auch im Fall des Eisfischers. Ein Gemälde dieses Themas verbrannte 1944 in Königsberg. Aber ein Aquarell der gleichen Komposition von 1941 blieb in einem Foto bekannt.

Nachdem Eduard Bischoff nach der Flucht aus Ostpreußen 1945 zunächst im Kreis Uelzen angekommen war, hatte er ab 1948 Gelegenheit, in Gelsenkirchen in der Künstlersiedlung Halfmannshof wieder richtig Fuß zu fassen. Neben vielen neuen Aufträgen hatte er auch Gelegenheit, Motive aus seinen Schaffensjahren 1919-44 in Königsberg, deren frühere Arbeiten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, neu zu schaffen, in einem durch den Eindruck der zeitgenössischen Kunst seit 1945 auch gewandelten Stil.

Vergleicht man das Foto des verschollenen Aquarells von 1941, das Gemälde von 1951 und schließlich den Holzschnitt von 1957, erkennt man die gleich gebliebene Grundidee der kraftvollen Gestalt des leicht vorgebeugt das Netz aus dem Eisloch ziehenden Fischers. Der Stil Bischoffs wandelt sich zu stärkerer Abstraktion und Konzentration auf die Figurendarstellung. Die besonders reiche und überraschende Farbigkeit belegt weiterhin, wie intensiv sich der Künstler mit der Gestaltung des Werks befasst hat. Schließlich tut auch die auffallende Größe des Werks, 131 cm Höhe bei 1 m Breite, ein übriges, diese eindrucksvolle Gestaltung zur Wirkung zu bringen. Es zählt zu den herausragenden Arbeiten des Vermächtnisses der ostpreußischen Malerei des 20. Jh.

Die Erweiterung um eine deutschbaltische Abteilung nimmt Gestalt an. Aufbruchstimmung im Ostpreußischen Landesmuseum!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Anstoßen auf die Deutschbaltische Abteilung – hoher Besuch im OL während der Hansetage

Es geht los! Denn auch im Ostpreußischen Landesmuseum selbst war während der Hansetage nicht nur starkes Besuchergedränge der vielen gut gelaunten Gäste aus aller Welt, sondern obendrein deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Anlässlich der weithin Aufmerksamkeit erregenden Ausstellung zur historischen Hanse „Vertraute Ferne“ besuchten am Samstag, 30. Juni, hochrangige diplomatische Vertreter der drei baltischen Länder Lettland, Estland und Litauen das Ostpreußische Landesmuseum.

In der neuen deutschbaltischen Abteilung wird die Hanse eine wichtige Rolle spielen, da z.B. mit Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) viele bedeutende Hansestädte im Baltikum lagen. Hier: Eindrücke aus der Hanseausstellung “Vertraute Ferne” mit Medienstation

Ihr Blick richtete sich auf die neu zu begründende deutschbaltische Abteilung des Museums, die jetzt als weltweit erstes Museum für Kultur und Geschichte der Deutschbalten als eine neue und bedeutende Brücke ins Baltikum konkrete Gestalt annimmt. Denn die Hanse-Ausstellung „Vertraute Ferne“ zeigt mit ihren fast 200 mittelalterlichen Exponaten Leihgaben aus 7 Ländern und bildet damit nahezu den gesamten Hanseraum ab. Naturgemäß liegt ein Schwerpunkt aber im europäischen Osten. In der neuen deutschbaltischen Abteilung wird die Hanse eine wichtige Rolle spielen, da z.B. mit Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) viele bedeutende Hansestädte im Baltikum lagen. Denkt man zusätzlich noch an die alten preußischen Städte wie Danzig, Elbing, Königsberg und Thorn, wichtige Hansestädte des Deutschordens-Staates, wird deutlich, welch wichtige historische Klammer die Hanse für das in Lüneburg gelegene Museum darstellt.

Sektempfang im OL:  (v.l) E. Mickus, litauischer Botschaftsrat, H. Liivrand, estnischer Kulturattaché, C. E. Laantee Reintamm, estnischer Gesandter, S.E. I. Klava, lettischer Botschafter, Prof. Dr. Garleff, Vorsitzender der Carl Schirren Gesellschaft, R.-D. Carl, Vorstandsvorsitzender der Ostpr. Kulturstiftung, Dr. J. Mähnert Museumsdirektor des OL, H. Hilgendorff, stellv. Stiftungsratvorsitzender der Ostpr. Kulturstiftung

2014 schließlich – mit dem Abschluss des Modernisierungs- und Erweiterungsbaus des Ostpreußischen Landesmuseums – wird die deutschbaltische Abteilung ein fester Bestandteil der Dauerausstellung sein, die in enger Kooperation mit der in Lüneburg ansässigen Deutschbaltischen Kulturstiftung, aber auch mit dem Nordostinstitut als dem zentralen Forschungsinstitut für das Baltikum geschaffen wird. Die hohen Gäste zeigten sich von dem ambitionierten Vorhaben wie auch von der laufenden Hanse-Ausstellung begeistert und stießen beim gemeinsamen Sektempfang darauf an. Schließlich präsentiert das Museum nicht nur ungewöhnliche archäologische Funde, sondern z.B. auch den originalen und überaus prächtigen Revaler Codex lübischen Rechts von 1280 aus dem Staatsarchiv Tallinn.

Derart hochwertige Leihgaben belegen die guten Kontakte und Kooperationen des Ostpreußischen Landesmuseums zu Museen und Archiven nicht nur zu Polen und Russland, sondern jetzt auch zu den baltischen Ländern. Der Verband bildender Künstler Litauens war im übrigen während des Hansetages mit einer Sonderausstellung vertreten und präsentierte sich mit einer dokumentarischen Ausstellung, welche wesentliche Aspekte der wechselvollen Geschichte der Künstlergemeinschaft Litauens zeigte.

Sonderausstellung aktueller litauischer Kunst im OL. Der Verband Bildender Künstler Litauens präsentierte sich während des Hansetages: Dr. J. Mähnert, Museumsdirektor, G. Legotaitė, Galerie Meno parkas Kaunas / Lit. Künstlervereinigung, Delegierte der Stadt Kaunas, Dr. E. Eckert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des OL

Der Elch ist los!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Eindrücke vom Hansetag aus Sicht des OL

Während des 32. Internationalen Hansetages der Neuzeit in Lüneburg war das Ostpreußische Landesmuseum mittendrin und sorgte für echte Hingucker -hätte es einen Preis für den schönsten Stand gegeben, wäre die „Museumskogge“ des OL auf jeden Fall vorn im Rennen gewesen.

Die "Museumskogge" - der Stand des Ostpreußischen Landesmuseums beim 32. Hansetag der Neuzeit in Lüneburg

Doch nicht nur die Kogge überzeugte, sondern auch der Inhalt und das Geschehen Drumherum. Der sogenannte „Reise“-Elch war ein beliebtes Fotomotiv und lud zum benachbarten Bernstein-Schleifen ein.

Der Elch, das heimliche Wappentier Ostpreußens

Ein Angebot, dem nur wenige widerstehen konnten. Wann sonst hat man selbst die Möglichkeit einen Bernstein zu schleifen? Ganze Familien lauschten den Erklärungen der Museumspädagogen in ihren altertümlichen Gewändern zur Kunst des Bernsteinschleifens, um sich dann selbst daran zu versuchen.

Ein Junge aus Litauen schleift seinen Bernstein

Die Stimmung an Bord unserer Kogge war genauso großartig und die der andockenden Besucher ebenso. Zahlreiche Besucher haben im wahrsten Sinne des Wortes mit dem OL und seinen vielfältigen Ausstellungen, Kulturveranstaltung und Kinder- und Jugendangeboten Neuland entdeckt. Wir haben neugierig gemacht und das freut uns natürlich ungemein. Viele Gäste am Stand bekannten sich aber auch als alte Ostpreußen oder als deren Nachkommen. Ein kleines Gespräch ergab sich meist von selbst und man merkte schnell, dass man mit Ostpreußen sehr wohl Brücken bauen kann. Denn selbst diejenigen Besucher, die keine familiären Wurzeln haben, kannten die Region aus dem Urlaub oder aus Reiseprospekten. Nach denen wurde im Übrigen auch verlangt. An dieser Stelle sei (und wurde) auf unser Kulturreferat, welches regelmäßig Studien- und Kulturreisen nach Ostpreußen anbietet, verwiesen.

Der Elchkopf - beliebtes Foto und Streichelobjekt

Neben dem ostpreußischen Elchkopf hatte auch unsere Kogge einen steten Hingucker. Anziehungspunkt war der ausgelegte Bernsteinschmuck, der vor allem von Frauen jeden Alters bewundert wurde, während das männliche Pendant sich eher den ostpreußischen Schnapsspezialitäten zuwandte. Andere Hansebesucher hatten ganz konkrete Fragen zum Thema Bernstein, die von Herkunft bis Zeckenschutz für Tiere reichten. Letztere Frage konnte zwar nicht wissenschaftlich korrekt beantwortet werden, aber wer weiß, vielleicht gibt’s in unserem Museumsshop auch bald Bernseinhalsketten für Hund und Katz. Hübsch sind sie ja allemal.

Bernsteinschleifen bedeutet Geduld. Nicht nur junge Gäste übten sich darin und nahmen ein einzigartiges Andenken mit nach Hause.

Letztlich hat das Ostpreußische Landesmuseum aber mehr zu bieten als allein Schnaps und Bernsteinschmuck. Über drei Tage hinweg haben unsere Mitarbeiter und Ehrenamtlichen über das Museum und ihre Arbeit informiert und auf unsere Ausstellungen und Veranstaltungen aufmerksam gemacht. Dabei stand unsere aktuelle Hanse-Ausstellung „Vertraue Ferne“ ganz oben auf der Liste und konnte während des Hansetages besonders viele Besucher verbuchen.