Archiv für die Kategorie „Veranstaltungen“

Lesen beginnt mit Vorlesen

Sonntag, 27. Juli 2014
Schöne Geschichte…

Schöne Geschichte…

Es steht längst außer Frage, wie wichtig für das ganze Leben eine hohe Lesekompetenz ist. Zahlreiche Studien belegen, dass bei einer erschreckend großen Gruppe erheblicher Nachholbedarf besteht. Das Ostpreußische Landesmuseum will hierzu seinen Teil beitragen und unterstützt im Verbund mit zahlreichen Partnern, darunter v.a. auch die Leuphana-Universität, entsprechende Projekte des Netzwerkes Leseförderung.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Lüneburg: „Lüneburg liest“ (2. bis 6. Juni 2014) präsentierten daher die Kinder des Museums-Kinderclubs einen wortgewandten literarischen Nachmittag im Ostpreußischen Landesmuseum.

Vorlesen muss geübt werden

Vorlesen muss geübt werden

Bernsteinschlösser, Feuer und Blitze! – Bei der diesjährigen Aktionswoche von „Lüneburg liest“ waren auch die Museumsclub-Kinder beteiligt und verwandelten das Ostpreußische Landesmuseum in eine Welt voll Fantasie und Hörzauber. Unter dem Motto „Lesen beginnt mit Vorlesen“, trugen die Kinder mit viel Leidenschaft und Verve den Besuchern mythische Geschichten über die Herkunft und Entstehung des Bernsteins vor. Mit selbstgestalteten Bildern illustrierten sie farbenfroh die Legenden der alten Griechen und Litauer und gaben so der Veranstaltung einen schönen stimmungsvollen Rahmen. Ein Tag also nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen.

(Lotte Heyhusen)

1. Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Lesen mit verteilten Rollen

Lesen mit verteilten Rollen

Die „Leserunde“

Die „Leserunde“ mit Dr. Muthhardt Hackbarth, Vorstandsmitglied von „Netzwerk Leseförderung“ und ehemaliger Vizepräsident der Bezirksregierung Lüneburg

Mit allen Sinnen – Malreise nach Nidden

Donnerstag, 24. Juli 2014
Malkurs

Malkurs

Vor dem Ausflug mit dem Kurenkahn

Vor dem Ausflug mit dem Kurenkahn

Vom Ostpreußischen Landesmuseum angeboten, von Agata Kern, der Kulturreferentin, organisiert, von der in Lüneburg lebenden Künstlerin Gudrun Jakubeit, einer klassischen Aquarellistin englischer Schule begleitet, hatte eine Gruppe von 20 Teilnehmern das Erlebnis, die erste Juliwoche auf der Kurischen Nehrung, in Nidden (Nida), zu verbringen.

Dr. Jörn Barfod, der wissenschaftliche Begleiter dieser Reise, sorgte an fast jedem Reisetag dafür, daß Maler wie auch die kleinere Gruppe der Nichtmaler Informationen erhielten, die die Augen öffneten für all das, was heute aus vergangenen Tagen nicht mehr vorhanden ist. Er beschrieb die früher erste Adresse des Ortes, das Gasthaus Hermann Blode, er zeigte historische Aufnahmen des Fischerdorfes aus den 30er Jahren, und er führte durch den Ort zu Häusern und Plätzen von (kultur-)geschichtlicher Bedeutung. Dadurch gelang der Brückenschlag zum Schwerpunktthema „Künstlerkolonie Nidden“. Die Reiseteilnehmer, so angeleitet, konnten selbst auf Spurensuche gehen, welche der bevorzugten Motive der vielen Künstler, die hier oft Sommer für Sommer tätig waren, in der Spanne von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1944/45, heute noch zu entdecken sind.

Unsere Gruppe vor dem Hotel Nidos Smilte

Unsere Gruppe vor dem Hotel Nidos Smilte

Unter Anleitung von Frau Jakubeit übten die Maler, die Wolkenspiegelung auf der Wasserfläche des Kurischen Haffs wiederzugeben. Sie saßen im Regenschauer und in brennendem Sonnenlicht auf der Parniddener Düne und versuchten, ihre Farben und Formen auf das Blatt zu bannen. Mit nicht ermüdendem Eifer wurden die sich auf dem historischen Friedhof von Nidden ergebenden An- und Ausblicke gestaltet. Von einigen der teils semiprofessionellen Künstler wurde die evangelische Kirche, der Torbogen, das nahebei stehende Kruzifix mit in die Motivauswahl einbezogen. Den „Italienblick“, seit Jahrzehnten von bildenden Künstlern immer wieder abgebildet, nahmen alle als Herausforderung an. Das Zeichnen und Malen auf dem Schwiegermutterberg, in unmittelbarer Nähe des Thomas-Mann-Hauses, wurde ergänzt durch einen Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses.

Eine Bereicherung des thematischen Reiseschwerpunkts war auch, den vor Vollendung stehenden Film „Nidden – Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung“ zu sehen und die überarbeitete Fassung von „Thomas Mann – Mein Sommerhaus“ – beides in Anwesenheit des Regisseurs Arvydas Barysas, der obendrein mit einer angenehmen Gesangsstimme, mit litauischen Liedern überraschte.

Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses

Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses

Während die Malgruppe mit Fleiß alle in der Aufenthaltsspanne verfügbare Zeit zum Arbeiten nutzte, profitierten die Nichtmaler gleich mehrfach von Dr. Barfods Kontakten und seinem weitgespreizten Fachwissen. Ein Tagesausflug führte von der Nehrung in eine Kontrastlandschaft – in das Memelgebiet nach Heydekrug (Šilutė) und nach Ruß (Rusnė), überwiegend auf den Spuren des Wirkens des unvergessenen Hugo Scheu. Ihm, dem Ökonomierat und Menschenfreund, ist vor zwei Jahren in Heydekrug vor dem inzwischen aufwendig renovierten Wohnhaus ein beachtliches Denkmal gesetzt worden. Die Heydekrüger Kirche mit ihrem unverwechselbaren Altarbild beeindruckte, und eine Textpassage aus Hermann Sudermanns Erzählung „Jons und Erdme“ schärfte den Blick für die Moor- und Wiesenlandschaft. Noch immer gibt es im Frühjahr den „Schaktarp“!

Das Altarbild in der Heydekrüger Kirche

Das Altarbild in der Heydekrüger Kirche

Ein anderer Tagesausflug führte Dr. Barfod mit den Nichtmalern per Schiff über das Kurische Haff in das Mündungsdelta der Memel. Im Dörfchen Minge gesellte sich der Kunstsammler Alexander Popow mit seinem Enkelsohn und einer Mitarbeiterin zum Grüppchen. Gemeinsam ging es per Kleinbus zum Windenburger Eck (Vente), wo – mit Mitteln aus Töpfen der EU – z. Z. umfangreiche Bauarbeiten stattfinden, an erster Stelle Wegbefestigungen, Treppenanlagen und eine Rekonstruktion und Erweiterung des Gebäudes der Ornithologischen Station. Alexander Popow machte hier deutlich, was ihm – bis 1990 Kapitän der Handelsschiffahrt – diese Landschaft bedeutet. Seit gut zehn Jahren sammelt er Werke von Künstlern, die Motive der Kurischen Nehrung, der Hafenstadt Memel und immer wieder Blicke auf das Kurische Haff (bis 1945) festgehalten haben. Alexander Popow ist Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde Ostpreußischer Kunst Nidden“ (Society of East Prussian Art Lovers’ Nidden), die 2009 in Klaipeda (Memel) gegründet wurde.

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Ein Tagesausflug für alle Teilnehmer zum Besuch der Kunstgalerie Klaipeda (Franz-Domscheit-Galerie) verschaffte einen ersten Eindruck von der Sammlertätigkeit des Alexander Popow. Von den nahe 1.000 zusammengetragenen Werken, die Beispiele für das Schaffen von 300 Künstlern geben, sind hier in mehreren Sälen über 200 Werke ausgestellt, die von gut 100 Künstlern stammen. Dank der Führung von Dr. Barfod gelang es, die „Rosinen“ herauszupicken, zeitgeschichtliche Zuordnungen vorzunehmen, Beziehungen der Maler untereinander aufzudecken und die Besonderheit manch eines Werks herauszustellen. Bei dem Mangel an Zeit für die Betrachtung von so viel Schönheit, Können und Bedeutsamkeit blieb der Trost: Diese Sonderausstellung wird hier noch bis zum 8. Mai 2016 zu sehen sein!

Besuch der Kunstgalerie in Klaipeda

Besuch der Kunstgalerie in Klaipeda

Für einige Mitreisende gab es eine uneingeplante Entdeckung am Rande: Die ausgestellten Teile des umfangreichen Nachlasses von Franz Domscheit (Pranas Domšaitis), die hier in der nun nach ihm benannten Kunstgalerie sehr schön präsentiert werden und Beachtung verdienen. – Eine Führung durch die Altstadt von Memel (Klaipeda) vollendete den Tag.

Bei den auf der Nehrungsstraße zurückgelegten Busfahrten beglückte zweimal der Anblick eines Elchs – wie auch ein in der Ostsee badender Reisegefährte das Glück hatte, einen jungen auf der Düne stehenden Elch zu sehen – und davon ein Beweisfoto zu schießen!

Nidden ist auch heute noch „das Paradies der Maler“ zu nennen – davon ist die Reisegruppe überzeugt. Jeder hätte gern länger darin verweilt. Unter den Arbeitsergebnissen der Malgruppe, die am letzten Aufenthaltstag abends im Hotel „Nidos smilte“ präsentiert wurden, war viel Gelungenes, Überraschendes zu sehen und manches, das im Ansatz hoffen ließ, daß im Nachklang zu dieser Reise noch mehr daraus wird. Geplant ist ein Ausstellungsprojekt „Die Kurische Nehrung mit Maleraugen“ für 2015 in Neumünster.

Die Reisegruppe nutzte die im Zusammenhang mit der Rückreise sich ergebenden wenigen Stunden Aufenthalt in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, um noch Sehenswürdigkeiten Rigas zu besuchen. Eine gelungene Reise, die nach Wiederholung ruft!

Riga

Riga

Ute Eichler

HH, den 10.07.2014

“Akademische Strenge und künstlerische Freiheit”

Montag, 30. Juni 2014

Ein Malworkshop mit der aus Kaliningrad/Königsberg stammenden Künstlerin Elena Steinke am 24. und 25. Mai 2014

Der Malworkshop erfolgte im Rahmen der Sonderausstellung über Karl Storch (1864 – 1954) „Zwischen Holstein und Königsberg. Ein Berliner Sezessionist der ersten Stunde“.

Der aus Bad Segeberg stammende Maler war Mitbegründer der Berliner Sezession und wirkte von 1902 bis 1929 als künstlerischer Leiter der Zeichenlehrerabteilung an der Königsberger Kunstakademie. Sein vielfältiges Gesamtwerk als Maler, Zeichner, Illustrator und Graphiker wird zum spannenden Betrachtungsfeld dieses Malworkshop.

Die Künstlerin Elena Steinke führte ein in die kunstakademischen Sichtweisen im Zeichen- und Malunterricht des 19. und 20. Jahrhunderts und begleitete die Wiorkshopteilnehmer auf einem Streifzug von der akademischen Strenge bis zur künstlerischen Freiheit, um alle zum Ausprobieren verschiedener Techniken und Malweisen anzuregen.Und tatsächlich: Es entstand ein buntes Potpourri an Werken.

Hier in einem Video zusammengefasste Impressionen (35 MB):

OL Malworkshop 2014

Zur Künstlerin:

Elena Steinke, 1964 in Kaliningrad/Russland, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren, studierte angewandte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, Autorin und Dozentin in Breklum/Nordfriesland.
Sie hat an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt. Im Sommer 2013 nahm sie an der erfolgreichen Gemeinschaftsausstellung unter der Kuratorin Dr. Melita Mucha in der Elbgalerie Winter teil.

Der “Tempelhüter” steht wieder in Trakehnen

Montag, 17. März 2014

Aus Anlass des 200. Jubiläums des Hauptgestüts Trakehnen in Ostpreußen ließ die Preußische Gestütsverwaltung am 26. September 1932 vor dem Landstallmeisterhaus eine lebensgroße Pferdeplastik auf einem Sockel aufstellen. Sie zeigte den Hengst „Tempelhüter“, der 1905 geboren mit seiner harmonischen Vereinigung von Kraft und Eleganz das ideale Pferd seiner Zeit verkörperte.

Der neue Tempelhüter...noch ganz in weiß

Der neue Tempelhüter...noch ganz in weiß

Als 12 Jahre später die Rote Armee Trakehnen eroberte, waren seine Bewohner rechtzeitig geflohen. Zurück blieb das nicht-lebende Inventar, auch der Tempelhüter. Sein weiteres Schicksal blieb zunächst unbekannt, denn über das nördliche Ostpreußen, der Kaliningrader Oblast, senkte sich der Eiserne Vorhang sehr viel rigoroser als über andere Teile Ostpreußens. Nahezu keine Information drang nach außen.

Das ehemalige Eingangstor zum Gestüt

Das ehemalige Eingangstor zum Gestüt

Erst zu Beginn der 1970er Jahre wurde durch Zufall auch im Westen bekannt, dass die berühmte Trakehner Pferdeplastik nach Moskau gebracht worden war. Auf dem Sockel in Trakehnen stand hingegen ein Denkmal zur Erinnerung an einen Sowjetsoldaten, der sein Leben bei der Eroberung Ostpreußens verloren hatte. Mit der politischen Wende 1990/91 wurde das Kaliningrader Gebiet auch wieder für Deutsche zugänglich, und natürlich zog es sie auch nach Trakehnen, das heute wie der Tolstoi-Ort nahe Moskau Jasnaja Poljana heißt.

Hagen Mörig aus Braunschweig, der ab 2001 ein Jahr lang Aufbauarbeit in Jasnaja Poljana geleistet hatte, wollte sich mit dem Verlust des Tempelhüters in Trakehnen nicht abfinden. Er setzte alle Hebel in Bewegung, sammelte Tausende von Unterschriften, um die verantwortlichen Stellen in Moskau zur Rückgabe des Tempelhüters in den schließlich nun ebenfalls russischen Ort zu bewegen. Das gelang zwar nicht, doch wurde die Erlaubnis erteilt, eine Nachbildung der Pferdeplastik im ehemaligen Trakehnen aufzustellen.

Hagen Mörig in Trakehnen

Hagen Mörig in Trakehnen

Mit diesem „Freibrief“ sammelte Möhrig mehr als 30.000,- €. Zudem fand er in Kaliningrad (Königsberg) eine Gießerei, die die Plastik herstellte.

Unklar war jedoch noch lange der genaue Standort der Plastik in Trakehnen. Einige wenige Bewohner beharrten auf dem Verbleib des Soldatendenkmals auf dem Tempelhütersockel. Um die neue Pferdeplastik dennoch im Ort aufstellen zu können, errichtete ein dem Vorhaben sehr gewogener Einwohner einen Sockel in seinem Vorgarten. Kurz vor dem lange angekündigten Termin der feierlichen Enthüllung des Denkmals kam eine Anweisung aus Moskau, die eine beide Seiten befriedigende Lösung brachte: Das Soldatendenkmal wird auf den am Dorfrand gelegenen Friedhof zu Ehren von über 2.000 Rotarmisten gebracht, die bei der Eroberung der Region ums Leben gekommen waren, und die Feierlichkeiten beginnen mit einer Kranzniederlegung dort. Im Anschluss wird dann die Pferdeplastik auf de originalen Sockel gestellt.

Der Soldatenfriedhof

Der Soldatenfriedhof

Die feierliche Enthüllung der Tempelhüter-Nachbildung fand am 29. September 2013, 81 Jahre und 3 Tage nach der ersten Zeremonie am selben Ort, statt.

Zur Feierlichkeit fanden sich über 400 Menschen aus dem Dorf Jasnaja Poljana und der Region, auch Vertreter der Gebiets-Duma, des Landrats des Kreises Stallupönen/Nesterov und der Bürgermeister ein, weiterhin zahlreiche Gäste aus Königsberg/Kaliningrad und aus allen Teilen Deutschlands. Besonders stark vertreten waren Angehörige der Kreisgemeinschaft Ebenrode/Stallupönen, also der früheren Bewohner des Landkreises, zu dem Trakehnen vor 1945 gehörte. Sie waren mit einem eigenen Bus angereist, um der Zeremonie beizuwohnen.

Der enthüllte TEmpelhüter mit Dr. Gerhard Kübart

Der enthüllte Tempelhüter mit Dr. Gerhard Kübart

Die Festrede hielt Dr. Gerhard Kuebart, Kreisvertreter der Stallupöner und Großneffe des Künstlers Reinhold Kuebart, der zu Beginn der 1930er Jahre das Tempelhüter-Original geschaffen hatte. Auch das Ostpreußische Landesmuseum war bei der Feierlichkeit vertreten.

Dr. Christoph Hinkelmann

„Kunst und Meer – Aquarellmalerei in Blau“ Winterferienprogramm zur Sonderausstellung „Im Streit der Stile. Die Künstlerkolonie Nidden zwischen Impressionismus und Expressionismus“

Dienstag, 25. Februar 2014

Sarah Könke (Freie Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Vermittlung des Ostpreußischen Landesmuseums)

Malen in Blau

Malen in Blau

Gleich zu Beginn des neuen Jahres lud das OL wieder einmal Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu einem spannenden, zweitägigen Ferienprogramm ein.

Diesmal stand alles unter dem Zeichen „Kunst und Meer. Aquarellmalerei in Blau“.

Gemeinsam hatten wir es uns zum Ziel gesetzt, die Bilder der Sonderausstellung „Im Streit der Stile. Die Künstlerkolonie Nidden zwischen Impressionismus und Expressionismus“ genau zu erforschen und die Stilrichtungen des Impressionismus und Expressionismus besser kennenzulernen, zu verstehen und vor allem selbst auszuprobieren.

In diesem Sinne starteten wir am ersten Tag des Ferienprogramms, nach einer kurzen theoretischen Einführung, in der wir die malerischen Merkmale der beiden Stilrichtungen kennenlernten, mit einem kniffeligen Suchspiel, welches den rund 18 teilnehmenden Kindern dabei helfen sollte, sich der Ausstellung auf spielerische Art und Weise zu nähern und einen ersten Blick auf die Werke zu werfen.

Es folgte ein Spiel, bei dem jedes Kind eine „Gefühlskarte“, auf der eine Emotion wie „Wut“, „Glück“, „Einsamkeit“ vermerkt war, zog und anschließend ein Bild innerhalb der Ausstellung suchte, welches zu diesem Gefühl passen könnte. Alle waren überrascht, wie vielfältig die Empfindungen waren, die einige Werke auslösten.

Inspiriert von dieser Entdeckung machten wir uns dann an die praktische Arbeit. Mit drei unterschiedlichen Maltechniken, Aquarellfarben, Jaxon-Kreiden und Acrylfarben ging es nun ans Experimentieren, welcher Stimmung mit welcher Technik gestalterisch Ausdruck verliehen werden könnte. So entstanden zum Beispiel wütende, stürmische Meeresdarstellungen mit Jaxon-Kreide, sowie romantisch verträumte Sonnenaufgänge in sanften Aquarellfarben.

Auch am zweiten Tag des Ferienprogramms stiegen wir direkt wieder in die praktische Arbeit ein und versuchten uns weiter daran, den impressionistischen und den expressionistischen Malstil mithilfe verschiedener Techniken nachzuempfinden. Auch an diesem Tag entstanden wieder viele tolle Ergebnisse.

Die Kunstwerke werden präsentiert

Die Kunstwerke werden präsentiert

Den krönenden Abschluss unseres Ferienprogramms bildete schließlich eine eigene kleine Ausstellung, in der alle Werke der Kinder noch einmal an großen Stellwänden präsentiert wurden. Mit Saft, Keksen und Knabbereien machten wir es uns bequem und tauschten uns noch einmal über die entstandenen Werke und ihre Parallelen zum Impressionismus und Expressionismus aus. Für die stolzen Kinder und ihre später eintreffenden Eltern ein gelungener Abschluss

St. Petersburg und die Deutschen

Montag, 2. Dezember 2013

Das Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, das Reisebüro Russland Reisen Romanova und die Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen „DEUTSCH RUSISSCHES BEGEGNUNGZENTRUM – drb“ haben eine Studienreise par ex­cel­lence nach St. Petersburg angeboten.

Reisebericht von Regina Gronau

Unter der bewährten Regie von Natalia Romanova (Russland Reisen Romanova, Hamburg) und Agata Kern (Kulturreferentin am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg) war dieser Reise bereits in der Planung der Erfolg sicher. Insgesamt 20 Teilnehmer erlebten wundervolle geschichtsträchtige Tage in Piter, dem im russischen Sprachgebrauch häufig genannten Kurznamen der Stadt St. Petersburg.

St. Petersburg abseits üblicher touristischer Pfade war ein unwahrscheinliches Erlebnis. Nach dem Einchecken im „Golden Triangel Boutique Hotel“ am Nachmittag des 22. August 2013 begannen erlebnisreiche Tage, die mit einem herzlichen Empfang von der Stiftungsleiterin Arina Nemkowa und Irena Bijagowa, Leiterin der Bildungs- und Kulturprojekte im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum, eröffnet wurden. An einer reichlich gedeckten Tafel genossen wir nach einer Einführung musikalische Darbietungen in Deutsch und Russisch – gesungen vom deutschen Liederkreis „Lorelei“ unter der Leitung von Natalia Kraubner.

Am 23. August 2013 trafen wir uns wieder im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum.

Im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum

Treffen im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum

Unter anderem sahen wir einen sehr aufschlussreichen Film („Vorbild und Sündenbock“), über die wechselhafte Geschichte der Russlanddeutschen vom Beginn der Besiedlungspolitik durch Zarin Katharina II. bis in das 20. Jahrhundert. Ein Film, den man in Deutschland vor allem in den Schulen zeigen sollte, um vielen Missverständnissen zu diesem Thema zu begegnen. Anschließend folgte ein Rundgang in der evangelisch-lutherischen Petri-Kirche inklusive der Katakomben. Fast so alt wie St. Petersburg diente sie bis auf die Sowjetzeit als Gotteshaus. 1962 wurde sie zu einem Schwimmbad umgebaut. Seit Juni 1993 feiern die St. Petri- und St. Annen-Gemeinde hier wieder ihre Gottesdienste. Im Kellercafé der evangelisch-lutherischen Marienkirche der finnischen Gemeinde wurden wir dann zum Mittagessen erwartet, um anschließend von dort zu einer Stadtrundfahrt “mit deutschem Bezug” aufzubrechen.

Mittagessen im Kellercafe der Marienkirche

Mittagessen im Kellercafé der Marienkirche

Sachkundig begleitete uns die Stadtbildleiterin Wiktoria Safonowa, die uns nicht nur die architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärte, sondern vor allem in der Peter-Paul-Kathedrale die Begräbnisstätte der Zaren mit vielen erklärenden Geschichten nahebrachte. Dann bekamen wir etwas feuchte Augen, als das Glockenspiel der Kathedrale uns mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Gerhard Tersteegen empfing. Mit dem Abendessen im Hotel beendeten wir einen ereignisreichen Tag.

Der 24. August 2013 war der Geschichte der deutschen Kolonien am Beispiel von Strelna-Neudorf gewidmet. Mit der Gründung der Siedlung Neudorf in der Nähe der ehemaligen Siedlung begann ein neues Zeitalter der deutschen Kolonisten. Ein Ort mit vielen gepflegten Häusern und Gärten, einer durchgehenden Straße von einer Beschaffenheit, die man bei uns in Deutschland schon suchen muss. Heute ist Neudorf eine Sonderwirtschaftszone, wo unter anderem deutsche Kühlschränke der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH gebaut werden. Die Werke befinden sich am Platz der ehemaligen deutschen Kolonie Strelna, die 1810 gegründet wurde und während des zweiten Weltkrieges völlig verschwand.

Besuch in Strelna

Besuch in Strelna

Den luth. Friedhof in der ehemaligen „Oberen Kolonie“ im Dorf Gorbunki besuchten wir anschließend. Das Mittagessen genossen wir im Restaurant Letnij dvoretz in der Sankt Petersburgskoje Chaussee. Ein palastartiges Gebäude mit einem großen Speisesaal empfing uns, und wir ließen uns verwöhnen – bis es weiter ging nach Peterhof, dem „russischen Versailles“. Von der Palastterrasse kann man über den rund 400 Meter langen Wasserkanal bis zum Finnischen Meerbusen blicken.

Parkanlage des Peterhofs, der ehemaligen Zarenresidenz

Parkanlage des Peterhofs, der ehemaligen Zarenresidenz

Der Besuch der Schloß- und Parkanlage und des Schlösschens Montplaisir war ein großartiges Erlebnis.

Für den 25. August 2013 – ein Sonntag – stand die Fahrt nach Puschkin auf dem Programm. Nach dem eindrucksvollen Rundgang im Katharinenpalast mit Wiktoria Sofanowa war natürlich das sagenumwobene Bernsteinzimmer für uns alle der Höhepunkt. Ich durfte 1942/43 das Bernsteinzimmer im Königsberger Schloss sehen und war etwas enttäuscht, dass es jetzt so klein war. Aber ich vergaß, dass ich damals 12 Jahre alt war und sich die Dimensionen mit dem Erwachsenwerden etwas verändern. Und doch war es für mich etwas ganz Besonderes – eine Erinnerung, die greifbar geworden war. Um 18:00 Uhr trafen wir uns zu einer Fluss- und Kanalfahrt, wo man lt. Programm das „Venedig des Nordens“ aus einer ganz besonderen Perspektive kennen lernen konnte. Das Abendessen im Hotel beendete einen wunderschönen Tag.

Für Montag, den 26. August 2013 war ein runder Tisch zum Thema „250 Jahre Einladungsmanifest der Zarin Katharina der Großen zur Niederlassung der ausländischen Kolonisten in Russland“ geplant. Die Moderation übernahm Dr. Irina Tscherkasjanowa.

Referent/-innen waren: Dr.Tatiana Schrader, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Peter der Große-Museums für Anthropologie und Ethnographie (Kunstkammer) Akademie der Wissenschaften Russlands: „Die Entstehung der Kompaktsiedlungen der Deutschen Kolonisten bei Petersburg und ihre Entwicklung bis zum Anfang des 20. Jh.“

Dr. Irina Tscherkasjanowa, Mitglied des Vorstandes der Internationalen Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur beim Internationalen Verband der Deutschen Kultur (IVDK), Moskau: „Die Leningrader Deutschen während des zweiten Weltkrieges.“

Dr. Biologie, Professor Microbiologie Irina Arkhiptschenko-Eidemiller, das wissenschaftliche Forschungsinstitut an der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften der RF: „Die Geschichte des deutschen evangelisch-lutherischen Friedhofs in Strelna aus dem Blickwinkel des Nachfahrens.“

Andrej Reimann, Vorsitzender des St. Petersburger Ausschusses für Landschaftsarchitektur des Architektenverbandes der RF: „Deutsche Kultur in der Gartenkunst in St. Petersburg.“

Ein umfangreiches Programm, das nur mit dem Simultan-Dolmetscher Dr. Vladimir Kornev zu bewältigen war.

Wenn man alles Revue passieren lässt, dann wundert man sich, dass Russland und Deutschland nicht enger zusammenrücken können. Viele Deutsche sehen St. Petersburg als ihre Heimat an und pflegen seit Jahrhunderten hier ihre Traditionen – wie auch die Russen, die aus ihrem riesigen Reich hier gelandet sind. Zarinnen kamen aus Deutschland und auch am Hofe waren die Deutschen selbst gern gesehen – vor allem die Architekten.

Besonders beeindruckend war die Dauerausstellung „Deutsches Leben in St. Petersburg“ in der Petrikirche über die Geschichte der Deutschen in St. Petersburg.

In der Petri-Kirche, die 1962 zu einem Schwimmbad umgebaut wurde

In der Petri-Kirche, die 1962 zu einem Schwimmbad umgebaut wurde

Ein Überraschungsgast fand sich an diesem Nachmittag auch noch ein, der MARCO POLO Autor Lothar Deeg. Er arbeitet als freier Russland-Korrespondent für Printmedien und als Redakteur der Web-Zeitung „Russland-Aktuell“. Seit 1994 lebt er in St. Petersburg und empfindet sich als „Petersbürger“ mit deutschem Pass. Nach dem Abendessen im Hotel erwartete uns ein Ballettabend im Alexandrinski Theater.

Unsere Gruppe vor dem Alexandrinski-Theater

Unsere Gruppe vor dem Alexandrinski-Theater

DasTatschkin-Ballett entführte uns mit dem Tschaikowsky-Klassiker “Schwanensee” in eine Märchenwelt.

Der nächste Tag, der 27. August 2013, stand uns für eigene Pläne zur Verfügung. Einige Teilnehmer wollten zur Eremitage, andere schlossen sich den Damen Romanova und Kern an, die mit uns ein echtes russisches Restaurant auf dem Newski Prospekt besuchten. Die Pelmenis schmeckten vorzüglich! Leider wartete an diesem Abend schon das Abschlusstreffen auf uns. Noch einmal gab es eine russische Tafel und eine Filmvorführung über die verlorenen Schätze der Romanovs. Wunderschöne Tage in St. Petersburg gingen zu Ende – die Erinnerung wird uns noch lange begleiten.

Mit einem herzlichen „Dankeschön“ an alle, die uns durch ihre Hilfe und Begleitung dies alles möglich gemacht haben, danke an Arina Nemkowa, Irena Bijagowa und Wiktoria Safonova für sachkundige Informationen und russische Herzlichkeit sowie Natalia Romanova und Agata Kern für eine hervorragend konzipierte Studienreise und ihre persönliche Sorgsamkeit für alle Teilnehmer – auch im Namen meiner Freundin Helga Albrecht

Regina Gronau

Abschlussfest des Projektes „Klingende Box – Brücke zu meiner Heimat” am 24. November 2013

Donnerstag, 28. November 2013

Ob Shoulder-Boogie-Woogie, Frère Jacques in allen möglichen Sprachen oder Tscheburaschka, am Sonntagnachmittag wurden auch die Zuschauer der letzten Reihe im Ostpreußischen Landesmuseum vom Sing-Spaß der Kinder der AWO-Kindertagesstätte und der Kindertafel Lüneburg mitgerissen. Mit “Hey, Hello, Bonjour, Guten Tag” begann das fröhliche Abschlussfest des Projektes “Klingende Box – Brücke zu meiner Heimat“, bei dem rund 30 Kinder über vier Monate Lieder aus vielen verschiedenen Ländern einübten und diese in Ausstellungsboxen gestalterisch umsetzten.

Eine Probe im Museum

Eine Probe im Museum

Fleißig wurde noch bis kurz vor Beginn des Festes geprobt. Schnell gab es noch etwas zu Trinken um die Stimmen zu “ölen“ und dann ging es auch schon los. Auf gleich vier Sprachen begrüßten die Kinder singend und winkend ihr Publikum, aus Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten. Musiker unterstützen die Kinderstimmen und brachten so die wunderbaren Melodien der Lieder aus den unterschiedlichsten Ländern zu den Zuhörern.

Die Ausstellungsboxen werden montiert

Die Ausstellungsboxen werden montiert

Ingonyama, ein afrikanisches Lied, in dem sich Löwen und Nilpferde darüber streiten, wie ihr Anführer aussieht, wurde von den Kindern als kleiner Tanz aufgeführt und auch als die Musik stoppte,  sangen und tanzten die Kinder weiter. Einen schönen Moment brachte das in vielen Sprachen bekannte Lied “Bruder Jakob“. Hierzu wurden auch Eltern auf die Bühne gebeten, um gemeinsam mit den Kindern Brother John, Tembel Cocuk oder Panie Janie aufzuwecken. Es folgten wunderschöne türkische, polnische und russische Melodien, vietnamesische Stimmen und deutsche Friedenslieder.

Sylvia Lawaty leitete den musikalischen Part

Sylvia Lawaty leitete den musikalischen Part

Als Höhepunkt des Singens und schon sehnsüchtig von den Kindern erwartet, kam endlich “Tscheburaschka”, ein russisches Kinderlied über das “Glücklichsein” am Geburtstag. Und der Sonntag war wohl für viele auch wie ein solcher.

Das konzentierte Proben hat sich gelohnt

Das konzentrierte Proben hat sich gelohnt

Im Anschluss an das Singen folgten alle Besucher den Kindern in die Ausstellung, welche durch kleine Geschichten zur Gestaltung der Boxen , das Anschalten der Lichter in den Boxen und das “offizielle Durchschneiden” des roten Bandes von den Kindern eröffnet wurde. Aufgeregt und stolz führten die Kinder ihre Eltern und Geschwister von Box zu Box. Hier und da hörte man ein freudiges “Oh, da bin ich” bei den Fotos oder ein überraschtes “Das Flugzeug kann ja fliegen”, wenn dieses durch Schnüre bewegt wird.

Feierliche Ausstellungseröffnung

Kurz vor dem „offiziellen Durchschneiden“ des roten Bandes

Der Sonntagnachmittag war erfüllt von strahlenden Gesichtern, leuchtenden Augen und vielem Lachen von Groß und Klein. Überall klangen die Melodien der Lieder nach und so mancher wird mit einem Ohrwurm nach Hause gekommen sein. Es war ein gelungener Abschluss für das tolle Projekt “MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen”, das im Rahmen des bundesweiten Programms “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” vom Bundesverband Museumspädagogik e.V. befördert und vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wurde.

Silke Straatman, Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung des Ostpreußischen Landesmuseum, und die Gesangspädagogin Sylvia Lawaty hatten die Idee für dieses Projekt. Bei der praktischen und gestalterischen Umsetzung der Ausstellungsboxen wirkte Museumspädagogin Lotte Heyhusen mit. Auch die pädagogischen Mitarbeiterinnen der AWO-Kindertagesstätte und der Kindertafel waren engagiert dabei und nicht zuletzt die Band, die die Kinder zu einem professionellen Auftritt verhalf. Ein gelungenes Projekt auf ganzer Linie, an das sich die Kinder sicher gern erinnern werden.

Neugierige Gesichter bei der Ausstellungseröffnung

Neugierige Gesichter bei der Ausstellungseröffnung

“Das ist für mich das Highlight, der Anfang und der Höhepunkt!” Museumsmarkt “Tradition und Moderne” 2013 im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Donnerstag, 7. November 2013

Am ersten Novemberwochenende eröffnet das OL wieder den unter Museumsbesuchern beliebten Museumsmarkt. Dieses Jahr geben sich 30 Aussteller die Ehre, ihre Kunstwerke, Handarbeiten und diverse Köstlichkeiten auszustellen und zu verkaufen.

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Der Besucher kann sich erfreuen an Schmuck-Design, Tierportraits,  sowie auch an Ostpreußischen Webarbeiten, Schnäpsen, leckeren Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen, Künstlerischer Keramik, Rügener Glaskunst, Rigaer Seifen und und und…Die Besucher haben sprichwörtlich die Qual der Wahl. Dennoch haben sich einige schon mit Weihnachtsgeschenken für ihre Familien und Freunde daheim eingedeckt.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das Caféteria-Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das Team hatte dabei alle Hände voll zu tun, um den einen oder anderen Ansturm auf die leckere Kartoffelsuppe sowie die Kuchentafel zu bewältigen.

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Statt einer Tombola haben sich die Ehrenamtlichen für den diesjährigen Museumsmarkt ein Karten-Gewinnspiel ausgedacht. Der Erlös kommt dem Museums-Kinderclub zugute.

Viele der Aussteller erzählen im Laufe des Tages, sie seien nun schon seit vielen Jahren dabei, wie zum Beispiel die Töpferin Kerstin Weber, die bereits seit 1999 dabei ist. Sie stellt an ihrem Stand die Lasdehner Gebrauchskeramik (ostpreußische Keramik mit Kornblumen-Motiv oder einem in lichten blauen Farben gestalteten Rand) aus.  Auch der Sammler Erzgebirgischer Volkskunst, Johannes Martin, ist nach eigenen Angaben schon lange dabei und erzählt, er sei schon öfters von Besucher gefragt worden, warum er gerade im OL sein Angebot an Nussknackern, Weihnachtsengeln, Räuchermännchen, Bergmannsfiguren etc. ausstellt. Seine humoristische Antwort: “Beides hört sich im sächsischen Dialekt wie “A” an!” Seine weiteren Erzählungen stimmen ihn sehr nachdenklich, als er berichtet, früher habe man Spielzeug aus dem Erzgebirge regelrecht verleugnet und es als “Nürnberger Tand” verkauft. Er selbst besitzt europaweit die wohl größte Privatsammlung und stellt immer wieder gern aus. Im Lauf der Zeit hat er allerdings beobachtet, dass die Sammlerleidenschaft vieler Besucher in Bezug auf originale Holzspielsachen immer mehr abnimmt.

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Die Zeichnerin Katja Eichhorn erzählt begeistert, sie sei das erste Mal beim Museumsmarkt dabei und es mache ihr großen Spaß. Auf die Idee des Ausstellens kam sie, nachdem sie das Gemälde “Trakehner-Pferde” in diesem Sommer fertig gestellt hatte…

Auf dem Rundgang vorbei an den schön gestalteten Ständen sieht man Besucher stehen, die sich an den Ausstellungsstücken erfreuen und auch das eine oder andere Gespräch zwischen Aussteller und Besucher findet während des Tages statt.

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Die Museumsbesucher sind dabei von weit her gereist: Zwei Besucherinnen erzählen, sie kämen aus Bayern und haben hier im Norden vom Museumsmarkt erfahren und sind begeistert von dem Angebot. Zwei Damen, leidenschaftliche Sammlerinnen, kommen extra wegen der künstlerischen Keramik von Barbara Stehr mit der Bahn aus Nürnberg angereist.

Besucherinnen aus Bayern

Weit gereist: Zwei Besucherinnen aus Bayern

Eine Museumsbesucherin, ebenfalls aus Bayern, die ihre Freundin (eine der Ausstellerinnen) besucht, erzählt, dass sie Lüneburg so gern mag und besonders im OL fühle man sich umgeben von einem besonderen Flair – es sei ein bisschen wie in einer anderen Welt. Das kleine Mitbringsel, welches sie gekauft hat, solle doch der Enkel gleich mal seiner Oma wiederschenken, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Die Ausstellerin Heide Scheunemann erzählt, sie sei bereits seit 10 Jahren dabei und stelle gern ihr Repertoire an Stickereien und kunstvollen Gegenständen aus. Sie genieße dabei einfach immer wieder die Freude am Ausstellen. Vor Begeisterung erzählt sie von einer alten Dame, die jedes Jahr extra aus Hamburg angereist kommt, um sich beim Museumsmarkt ein Paar Socken zu kaufen. Ebenfalls sei es schön zu sehen, dass ältere Damen jedes Jahr das Museum zu diesem Anlass aufsuchen und dabei ihren kostbaren Bernsteinschmuck zur Schau stellen. Die Erfahrung mit den unterschiedlichsten Menschen zu machen und zu sammeln, sei einfach klasse sagt Frau Scheunemann. Und darüber hinaus sei das Beste “Es redet dir keiner nach dem Mund”.

Ausstellerin Heide Scheunemann

Ausstellerin Heide Scheunemann

Die Ostpreußin Gisela Harder, die wie jedes Jahr ihre Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen (Lebkuchen ohne Füllung; mit oder ohne Schokoladenüberzug) anbietet, erfreut sich an den netten Gesprächen mit Besuchern und erzählt, die Geschichten hinter den Ausstellungsstücken interessierten am meisten. Und sie ihrerseits erzählt dann auch gern, dass ihre Thorner Kathrinchen schon durchaus berühmter sind als der große Astronom Nikolaus Copernicus, der schließlich aus Thorn stammte.

Thorner Kathrinchen

Sie sind berühmter als Copernicus: Die Thorner Kathrinchen

Wer es statt süß lieber etwas deftiger liebt, ist am Stand von Frau Meier, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Museums und ihren Ostpreußischen Spezialitäten gut aufgehoben. Besonders die eigens zubereiteten Pikaller (Wacholderschnaps mit einem Stück Leberwurst garniert mit Senf oben auf) werden sehr gerne von den Besuchern gekauft. Die Geschichte dahinter: Früher, wenn die hohen Herrschaften Bälle und ähnliches besuchten, hatten die Diener ihre Schnäpse im Gepäck um sich vor der Kälte zu schützen. Damit sie nicht so schnell betrunken wurden, gab es die Leberwurst als feste Grundlage mit dazu.

Frau Meier beim Zubereiten der Pikaller

Die Ehrenamtliche Frau Meier beim Zubereiten der ostpreußischen Pillkaller

Beim Bienenzüchter Heinz Götzmann gibt es nicht nur leckeren Honig, sondern Kinder haben die Möglichkeit, Kerzen aus Bienenwachs selbst herzustellen und ihre Kreationen mit nach Hause zu nehmen.

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Auch in diesem Jahr sieht man viele fröhliche Gesichter und voll bepackte Taschen der Besucher in den Räumen des Museums, ein sehr gelungenes Wochenende. Trotz des hohen Arbeitseinsatzes sind die Aussteller und Museumsmitarbeiter zufrieden und allesamt freuen sie sich auf den nächsten Museumsmarkt.

Schwermütige Romantik im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 25. Oktober 2013

Laba diena!

Ich heiße Adele und komme aus Litauen. An der litauischen Universität für Erziehungswissenschaft in Vilnius (Wilna) habe ich Angewandte Geschichte studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist für mich ein Platz voll mit großartigen Geschichten und interessanter Arbeit. Am Anfang meines Praktikums habe ich das Museum kennengelernt. Mit jedem neuen Rundgang durch die Ausstellung hat sich mir das Museum mehr und mehr erschlossen.

Besonders gern bin ich in der Museumsabteilung für Gemälde und Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts mit den Gemälden der Maler der Königsberger Kunstakademie 1845-1944 sowie der Künstlerkolonie in Nidden. Hier habe ich meine baltische Seele gefunden – zumindest das, was ich vermisst habe oder was ich zuvor nie so tief empfunden habe. Schwermütige Romantik liegt dort, und das ist eine sehr besondere Art von Romantik.

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Ich habe während meines Praktikums viele verschiedene Arbeiten in den unterschiedlichen Abteilungen verrichtet. Alles hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte die Möglichkeit, Karl Eulensteins Gemälde des Museums in der Sonderausstellung zu erleben. Karl Eulenstein hat mir gezeigt, wie tief die Menschen mit ihrer Heimat verbunden sind. Das Ostpreußische Landesmuseum hat mir ein besseres Verständnis für und Respekt vor der ostpreußischen und preußisch-litthauischen Geschichte gegeben. Durch die Kenntnis der preußischen Geschichte habe ich die Geschichte Litauens besser verstanden.

In der Museumsnacht erlebte ich, wie das Museum lebendig und anschaulich Kultur vermitteln kann. Ich habe für die Museumspädagogik ein riesiges Bild für eine Foto-Wand gezeichnet, hinter der sich Kinder (und Erwachsene) fotografieren lassen konnten. Die Arbeit mit Kindern in der Museumsnacht und im Museum machte mir sehr viel Spaß. Ich war überglücklich!

Die verschiedenen Aufgaben im Museum haben mir viel Freude bereitet. Jeder Moment dort hatte für mich Bedeutung und hat mir sehr viel gegeben. Schade, dass mein Praktikum bald zu Ende geht. Das OL – ein großartiger Platz!

Mal-und Kulturreise nach Krakau vom 8. bis 15. Juli 2013. Ein Reisebericht

Freitag, 4. Oktober 2013

Reiseleitung: Frau Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen und Baltikum am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg
Künstlerische Leitung: Gudrun Jakubeit, aus dem Atelier Gudrun Jakubeit in Lüneburg

Auf geht´s! Mit Malausrüstung im Reisegepäck trafen sich am 8. Juli 2013 die Malkursteilnehmer und weitere Mitreisende, sowie die Reise- und Kursleitung in den Morgenstunden am Hamburger Flughafen. Warschau war das Zwischenziel, dann ging es weiter nach Krakau. Einige Teilnehmer hatten ihre Anreise selber organisiert. Das Hotel lag so zentral in der Altstadt, dass wir direkt zu Fuß starten konnten. Schon am ersten Abend hat uns die lebendige Kulturmetropole mit einer lauer Sommernacht voller Gaukler, Kleinkünstler, Musiker und junger Menschen auf den Straßen begrüßt.

Die nächsten Tage waren reichlich angefüllt mit einem hervorragend geleiteten Besichtigungsprogramm und anschließendem Malkurs direkt vor den Motiven.

Residenz als Motiv

Die Wawelburg

Auf der oben gelegenen Terrasse, direkt auf den berühmten Tuchhallen, konnten wir recht ungestört die ersten Versuche starten. Die Skizzenbücher, Aquarellblöcke, Pinsel und Stifte wurden gezückt, dem Turmbläser gelauscht. Die riesige Marienkirche mit dem farbenfrohen Treiben auf dem Marktplatz entpuppte sich zu einer echten Herausforderung.Nach der „Eroberung“ und Besichtigung der Wawelburg wurde am Nachmittag am Weichselufer, auf der gegenüberliegenden Seite in einem schattigen Plätzchen, die imposante Residenz gemalt.

Das schattige Plätzchen

Das schattige Plätzchen

Kazimierz: das jüdische Viertel wurde leider unter Regenschirmen besichtigt, doch sein malerischer Charme reizte uns Maler zu einem weiteren Besuch.
Der Platz vor unserem Hotel bot sich wunderbar an, um Übungen in Perspektive und Farbenlehre zu praktizieren und das Trainieren schneller Farbskizzen zu unterrichten.

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Krakau zeigte sich in allen Facetten: stürmisch und regnerisch, heiß und farbenfroh. Die vielen Bars, Kneipen und Restaurants rundeten nach einem arbeitsreichen Tag am Motiv das sinnliche Erlebnis mit wahren Gaumengenüssen ab.

Krakauer Eindrücke

Krakauer Eindrücke

Am letzten Maltag wurden wir wieder von der Sonne begrüßt. Es ging ein letztes Mal zu dem berühmten Platz und wir versuchten gegen die davon flitzende Zeit an zu arbeiten. Alle Maler und Malerinnen hatten große Fortschritte gemacht, schade, gerade jetzt am Ende des Tages den Pinsel wieder einpacken zu müssen. Die große Werkschau krönte als Abschlußausstellung den letzten Tag der Malreise. Es ist ein ergreifender Moment, wenn alle in dieser Woche entstandenen Bilder von allen Teilnehmern präsentiert und besprochen werden. Weit über 60 Werke zeugten von einem sehr intensiven und kreativen Schaffensprozess.

Gudrun Jakubeit

Gudrun Jakubeit

Die Künstlerin bedankte sich bei ihren Schülern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen, gab konstruktive Kritik, Tipps und konnte zusammen mit Frau Kern mit der gesamten Gruppe auf eine gelungene Reise und die Freude am Malen mit einem Glas Sekt anstoßen.

Teilnehmer

Teilnehmer der Malreise

Eine weitere Mal- und Kulturreise Anfang Juli 2014 nach Nidden, auf den Spuren der Künstlerkolonie auf die Kurische Nehrung, Litauen, in Zusammenarbeit mit Frau Agata Kern, Herrn Dr. Barfod und der Künstlerin Gudrun Jakubeit ist in Planung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Kern: Tel: 04131 – 7599515
oder an das Atelier Gudrun Jakubeit: Tel: 04131 – 603555

Wer neugierig geworden ist, ist sehr herzlich zum Besuch unserer Ausstellung eingeladen: Impressionen aus Masuren und Krakau: 5.10. – 3.11.2013 im Ostpreußischen Landesmuseum

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013