Artikel-Schlagworte: „Ostpreußisches Landesmuseum“

Seminarreise über die ostpreußische Literatur vom 20.-25.8. 2016

Montag, 14. November 2016

Ein Reisebericht von
Martin Maurach (Schlesische Universität in Opava / DAAD)

„Wir müssen herausfinden, ob es so etwas auch bei uns gibt“ oder: „Wir müssen so bald wie möglich wieder so eine Reise machen“: Wenn solche Äußerungen schon während eines Projektes fallen, spricht viel für sein Gelingen – und das war wohl auch der überwiegende Eindruck, mit dem die bunt gemischte Gruppe aus deutschen, österreichischen, polnischen und tschechischen Studierenden und Dozenten, von Anfang Zwanzig bis ins Seniorenalter, nach einer knappen Woche wieder auseinanderging – mit dem Wunsch: „Fortsetzung folgt!“ Das und der sehr gute, harmonische Verlauf sind vor allem der umsichtigen und hoch professionellen Reiseleitung von Seiten der Kulturreferentin für Ostpreußen, Frau Agata Kern, zu verdanken.

Erster Höhepunkt der Reise war die Marienburg des Deutschen Ordens bei Malbork, ein lebendes Denkmal, da die gewaltige Anlage mit den über Jahrhunderte verteilten Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau gewissermaßen immer noch im Bau ist. Auf der Galerie der äußerlich viel bescheideneren Burg von Olsztyn / Allenstein zeigte sich später, dass weltbewegende Entdeckungen nicht immer einen milliardenteuren Teilchenbeschleuniger brauchen: Kopernikus genügten die über Wände und Decke wandernden Lichtreflexe eines Wassergefäßes, um die scheinbare Bewegung der Sonne zu beschreiben.

Mit Nikolaus Kopernikus in Olsztyn/Allenstein

In Mragowo / Sensburg gab es eine Stadtführung mit einem Besuch des Ernst-Wiechert-Museums; die Struktur der im Kern mittelalterlichen Stadt war noch zu erkennen, ebenso die Spuren ihrer einst so einfachen wie wirkungsvollen Befestigung durch Verbindungsgräben zwischen mehreren Seen.

Vor dem Geburtshaus von Erich Mendelsohn in Olsztyn/Allenstein

Geschichte und Gegenwart der so oft als reaktionär verschrieenen ostpreußischen Adelsfamilien reichen bei den Dönhoffs und Lehndorffs allein im zwanzigsten Jahrhundert vom Widerstand gegen Hitler bis zur Begründung eines demokratisch-liberalen Journalismus und einer völkerverbindenden Publizistik in der Bundesrepublik. Das wurde beim Besuch des Marion Dönhoff Salons (Galkowo) im Gespräch mit Renate Marsch-Potocki deutlich. Quasi nebenan zeigte sich am Beispiel von Schloss Sztynort/Steinort aber auch, wie dramatisch die Lage mancher gerade noch als Ruinen erhaltener ehemaliger Adelssitze heute ist – ganz im Gegensatz zum grotesken Gruseltourismus, der in der Nachbarschaft aus rein kommerziellen Motiven in der ehemaligen ‚Wolfsschanze‘ betrieben wird.

Gespräch mit Renate Marsch-Potocki

In Ełk / Lyck erlebte die Gruppe mit Herrn Dr. Rafał Żytyniec ein sehr lebendiges Seminar zur Stadtgeschichte, zur Jugend von Siegfried Lenz in Lyck und zu einigen seiner Werke. Schauplatz war das im Entstehen begriffene Stadtmuseum mit einer künftigen Siegfried-Lenz-Abteilung. Themen waren unter anderem die Geschichtensammlung „So zärtlich war Suleyken“ und der Roman „Heimatmuseum“. Bei beiden ging es um den Bezug zur masurischen Region, ihre Stellung innerhalb der Heimat- und Erinnerungsliteratur, ihren Beitrag zur Aussöhnung mit der Geschichte und ihre Rezeption in verschiedenen Medien in Deutschland und Polen, u.a. im Film. Außerdem kamen interessante Details über Lenzens spätere Besuche in Ełk/Lyck und seine geistig-emotionale Wiederannäherung an seine Heimatstadt zur Sprache.
Von den beiden eingangs zitierten Aussprüchen galt der zweite der Planung einer neuen Reise auf den Spuren des Deutschen Ordens. Der erste bezog sich auf die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Borussia, die wir in Olsztyn kennenlernten: internationale Begegnungen und Erziehung zur Toleranz vor allem für ehrenamtlich engagierte jüngere Menschen, Denkmal- und Grabpflege, Publikationen u.v.m.

Literaturseminar in Lyck Elk mit Dr.Rafal Zytyniec

Den Abschluss der Reise bildete noch ein herrlicher Tag in Gdańsk / Danzig, zur Hälfte den Spuren von Günter Grass, zur anderen der Altstadt gewidmet. Hätte die ganze Gruppe zugleich auf jener Bank zwischen den Skulpturen von Oskar Matzerath und seinem Schöpfer Platz gefunden, sie hätte die Gelegenheit auf jeden Fallgenutzt; so entstanden dafür viele einzelne Erinnerungsfotos.

Mit Günter Grass und Oskar Matzerath in Gdansk/Danzig

Nicht vergessen sei schließlich die wunderbare masurische Sommerlandschaft mit ihren Seen und Blumengärten, die für mich als Nachgeborenen sozusagen eine neu zu erbende Erinnerung darstellte und als literarische Inspirationsquelle glaubhaft wird.

Sommerakademie 2016

Freitag, 9. September 2016

Die Kunst der Zeichnung oder Der Weg von der Skizze zum Entwurf
Eine Woche lang, vom 25. bis 29. Juli 2016, stand die Kunst der Zeichnung in ihrer Funktion von der Skizze zum Entwurf eines Bildes im Vordergrund. Als Inspirationsquelle unserer Arbeit wurden eindrucksvolle “Architektur-Objekte” norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt.

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Die Künstlerin Elena Steinke begleitete diesen Workshop sehr professionell und konnte die hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten und ihrem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven eröffnen.
Die Originalkulissen der Stadt Lüneburg, besonders seiner bedeutenden Backsteinkirche St. Johannis, boten bestmögliche Arbeitsbedingungen, um frei vor Ort zu skizzieren und dann im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseums auf Grundlage der entstandenen Skizzen die Entwürfe für zukünftige Werke zu schaffen und zum fertigen Bild weiterzuentwickeln. Ein intensiver Prozess voll Kreativität und Kontemplation.

Die Ergebnisse werden besprochen

Die Ergebnisse werden besprochen

Machen Sie sich einen Eindruck von dieser intensiven Kunstwoche, die das Ostpreußische Landesmuseum jedes Jahr einmal im Sommer anbietet. Vielleicht haben Sie Lust, im nächsten Jahr dabei zu sein, dann schauen Sie sich den folgenden Kurzfilm an:

https://youtu.be/7SPbYwSP3Nk

(Silke Straatman)

Sommerferienprogramm im Ostpreußischen Landesmuseum

Dienstag, 16. August 2016

Unter dem Motto „Ziegel erzählen vom Mittelalter”  konnten Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren vom 27. Juni bis 1. Juli 2016 mit der Kamera auf Spurensuche durch die Hansestadt Lüneburg gehen

Das Ferienprogramm fand im im Rahmen der Sonderausstellung “Backsteinarchitektur im Ostseeraum” statt.

Der Taustein (Foto: Ella, 8 J.)

Eine Zeitreise ins Mittelalter erlebten die teilnehmenden Kinder bei dem Sommerferienprogramm im Ostpreußischen Landesmuseum. Mehrere Spaziergänge durch Lüneburg zeigten, dass die mittelalterliche Hansestadt zu diesem Thema einiges zu bieten hat. Die Spurensuche in und an alten Gebäuden und Häuserwänden war so spannend, dass Foto- und Handy-Kameras der Kinder voll waren mit Entdeckungen – und der Blick geschult für wunderbare Detailaufnahmen.

Foto zeigen

Gewölbekeller "Scharffsches Haus" (Foto: Ella, 8 J.)

Entdeckung des Löwen (Foto: Ella, 8 J.)

Bei dem Besuch der Lüneburger Nicolaikirche ging es weiter auf die Suche nach dem Besonderen: Teilweise kleine Dinge, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt wahrnimmt wie Formsteine, Medaillons als Schlusssteine in der Gewölbedecke, Reliefs und Skultpuren wurden staunend bemerkt.

Blick auf Lüneburger Nicolaikirche (Foto: Beda, 8 J.)

Fensterornament Nicolaikirche (Foto: Beda, 8 J.)

Mit einem Suchspiel unter der Anleitung von Kirchenpädagogin Karin Aulike wurde es dann richtig interessant, denn hinter einigen Dingen verbergen sich wundersame Geschichten, die im Raum der Stille vorgetragen wurden.

SchlusssteinWo ist der Schlusstein_im_Gewölbe?

Besonders gut gelungen sind die Frottagen (Abriebe mit Papier und Stiften oder Kreiden) auf den hübsch ornamentierten Fußbodenkacheln.

Frottage

Eine Gewölbe mit Holzklötzen zu bauen erforderte zudem noch echtes Geschick.

Gewölbebauer

Am Ende dieser kurzweiligen Ferienwoche gab es eine anschauliche Präsentation der Ergebnisse für Eltern und Besucher, die im Rahmen der Sonderausstellung „Backsteinarchitektur im Ostseeraum“ (noch bis 28. August 2016) im Ostpreußischen Landesmuseum gezeigt wird.

Silke Straatman (Abteilungsleitung Bildung und Vermittlung)

Ferienstarter – Großer Familientag in den Lüneburger Museen

Dienstag, 2. August 2016

Sonntag, 26. Juni 2016 von 11 bis 17 Uhr


Dieser Aktionstag der vier Lüneburger Museen (Deutsches Salzmuseum, Museum Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum und Kloster Lüne), der am ersten Ferien-Sonntag der Niedersächsischen Sommerferien stattfand, war ein voller Erfolg. Das Wetter hat mitgespielt, so dass viele Familien das Angebot gern wahrgenommen haben und per Fahrrad eine Lüneburger Museumstour starten und dabei auch noch an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen konnten. Insgesamt waren ca. 200 Museumsbesucher unterwegs und haben die Chance genutzt, die Lüneburger Museen einmal anders kennenzulernen. Es lockten tolle Mitmach-Aktionen für die Kinder wie Filzen, Salzsieden, Bernsteinschleifen sowie Schreiben mit Feder und Tinte im Kloster-Skriptorium. Die Erwachsenen konnten derweil bei Kurzführungen die Museen kennenlernen. Ein prima Familienangebot, welches von den Teilnehmenden sehr gelobt wurde.

Bernsteinschleifen bei bestem Wetter vor dem Ostpreußischen Landesmuseum

Im Ostpreußischen Landesmuseum wurde Rohbernstein zu wunderschönen Schmuckstücken geschliffen. Das gefiel nicht nur den Kindern, auch die Eltern hatten viel Spaß daran. Bei Kurzführungen konnten sich die Erwachsenen zudem das Brauereimuseum anschauen, das direkt mit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum verbunden ist.

Spannend für die ganze Familie

Ein toller Talisman

Wer sich in jedem Museum einen Stempel abgeholt hat, nahm an einem Gewinnspiel teil und konnte einen von vier  Gutscheinen für einen Kindergeburtstag seiner Wahl in einem der vier Museen gewinnen. Viele Kinder nahmen begeistert daran teil. Die glücklichen Gewinner  sind: Tilmann H.  7 J. aus Lüneburg, Louis K.  9 J. aus Brietlingen, Lotta W. 7 J. aus Adendorf und Pelle F.  6 J. aus Lüneburg. Die Preisverleihung fand im Kloster Lüne statt.

Die_gluecklichen_Gewinner

Silke Straatman (Abteilungsleitung Bildung und Vermittlung)

Auf den Spuren von Martin Luther

Montag, 11. Juli 2016

Studienreise vom 19.4. bis 24.4. 2016
Wissenschaftliche Begleitung. Dr. Martin Treu

Unsere Reisegesellschaft von 22 Teilnehmern aus ganz Deutschland startete am 19. April von Hamburg/Lüneburg in aller Frühe zu einer wunderbaren Reise nach Mitteldeutschland.
Auf der Fahrt machten wir zunächst Station in Magdeburg, wo wir an einer angemeldeten Domführung teilnehmen konnten. Nach diesem gelungenen Auftakt fuhren wir weiter in die Lutherstadt Wittenberg, wo uns Herr Dr. Martin Treu in Empfang nahm und schon einen ersten Stadtspaziergang mit uns machte. Dr. Treu ist Theologe und Historiker und erwies sich als ein herausragender Kenner Luthers und seiner Zeit. Der folgende Tag führte uns in das Luthermuseum, für Dr. Treu ein Heimspiel, da er seinerzeit verantwortlich war für die Einrichtung dieser überwältigenden Luther-Ausstellung. Auch im Melanchthon-Haus, das sich mit einem modernen Neubau und einer entsprechenden Ausstellung präsentierte, erwies sich Dr. Treu als souveräner Führer. Es folgten die Stadtkirche St. Marien und die Cranach-Höfe.

Dr. Martin Treu mit einigen Teilnehmern der Reise

Der nächste Tag führte uns nach Torgau zur Katharina-Luther-Stube, einer liebevoll eingerichteten kleinen Gedenkstätte für Luthers Frau, die in Torgau starb, und zum Schloss Hartenfels, einem prächtigen Renaissance-Bau. Hier entstand der erste protestantische Kirchenbau in Gestalt der Schlosskapelle, in der Luther oft als Prediger wirkte. Anschließend dann die Stadtkirche St. Marien, eine wunderbare, lichte Hallenkirche mit der Grabstätte Katharina Luthers.
Weiter ging es nach Mansfeld zu Luthers Elternhaus und dem angeschlossenen avantgardistisch anmutenden Museum, das archäologische Funde aus Luthers Zeit präsentierte.

Mansfeld - Luthers Elternhaus

Von Mansfeld fuhren wir nach Eisleben, dem Geburts- und Sterbeort Luthers mit entsprechenden Gedenkstätten und wieder überraschend interessanten Kirchen. Luthers Taufkirche St. Petri und Pauli erwies sich in ihrer gelungenen modernen Restaurierung als besonders anregend, da die Pfarrerin über die jetzige Situation der Kirche im allgemeinen und über die Taufe im speziellen mit uns eine Diskussion führte, die viele Fragen aufwarf. Wir bekamen doch einen sehr guten Eindruck über die nicht einfache Lage hinsichtlich der Vermittlung des christlichen Glaubens – und das im Kernland der Reformation. Aber wir alle waren sehr berührt von der Persönlichkeit dieser engagierten Pfarrerin.
An den beiden letzten Tagen besichtigten wir Erfurt mit dem ehemaligen Augustiner-Eremiten Kloster, sowie das beeindruckende Ensemble von Dom und Severikirche. Es folgte Eisenach mit einer lebendigen Stadtführung.
Den Schlusspunkt bildete die Wartburg, wo wir über den Sängerkrieg, die Hl. Elisabeth und natürlich über Luther als Junker Jörg informiert wurden.

Wartburg

Wartburg

Zum Abschluss fand im noblen Restaurant der Wartburg ein festliches Mittagessen mit Dankesreden statt. Wir waren alle in gehobener Stimmung.
Ein großer Dank gebührt Herrn Dr. Treu, der uns auf höchstem Niveau die Persönlichkeit Martin Luthers näher brachte, sowie die Bedeutung der Reformation ausführlich erläuterte. Wir sind gut gewappnet für das Jubiläum 2017. Man kann die Leistung von Dr. Treu zusammenfassen in dem Satz:
Mehr Luther geht nicht!

Ein besonderer Dank geht auch an Frau Kern, die mit einer fabelhaften Organisation diese Reise ermöglicht hat. Es war wirklich eine Super-Idee, diese Reise vor dem großen Jubiläumsjahr durchgeführt zu haben.
Ich denke, alle Teilnehmer sind bereichert und beglückt zurückgekehrt und werden sicher noch oft in Gedanken auf Martins Luthers Spuren wandeln.
Dr. Renate Fechner

As a Frenchman educated in the Catholic tradition, Lutheranism is an unknown world. Of course we all know what Protestantism is about, but getting intimate with Martin Luther’s life, his work, his beliefs, his wife, his friends, his protectors, his powerful enemies and the places where he was born, where he went to school, where he became a monk and finally where he wrote his famous 95 thesis was an occasion that my curiosity could not miss.
Mrs. Agata Kern (Kulturreferentin of the Ostpreussisches Landesmuseum) had the excellent idea of organizing a study trip through the various places where Martin Luther and his wife Katharina lived and died.
We could not visit all those places without being accompanied by a person of great knowledge who could give us all the details which are not usually known to the layman. Doctor Martin Treu has just published a book called ‘Am Anfang war das Wort’ – (In the beginning was the Word) which covers Luther’s life and the Reformation movement in Europe.
His encyclopedic knowledge of everything which concerns Martin Luther was impressive and no part of Luther’s life details was left uncovered.
We started our journey in Wittenberg or more precisely Lutherstadt-Wittenberg where we visited his house, his best friend Philip Melanchton’s house and Lucas Cranach’s workshop. We went then to Torgau, visiting the Hartenfels Castle and the house where Katharina Luther died in 1552. In Mansfeld has been built a little museum opposite his parents’ house that we visited as well. Next step was Lutherstadt-Eisleben where he was born in 1483 and died in the same town in 1546: the two houses are a few hundred meters apart.
In the church St Petri/Pauli where he was baptized, we had a very interesting session of questions and answers with Mrs. Simone Carstens-Kant, the local minister. We had so many questions, and Mrs. Carstens-Kant was so willing to answer and explain the situation of Christianism and religion in this part of Germany which despite so many souvenirs of Martin Luther, is in majority atheist. She was very enthusiastic about her mission, not discouraged by the difficult conditions of her ministry.
In Erfurt, we visited the Augustinerkloster where Martin Luther was a monk starting in 1505 and was ordained there in 1507. Our final stopping place was Eisenach from where we visited the Wartburg castle where Martin Luther was kept hidden for almost a year.
In the many churches we visited, with the exception of St Petri/Pauli which has been entirely restored in a modern fashion, what was striking is the fact that it was impossible to distinguish between the Catholic churches they once had been and the Lutheran churches they are today. What was just missing for a Catholic was the holy water basin at the entrance and the red light near the altar which signals the presence of the Holy Sacrament in the tabernacle. Nothing has really been changed: the same altar, the same statues, all the signs which identify a church of the period before the Reformation.
There are discussions about what triggered Martin Luther’s decision to criticize the way the Roman Church was run at that period. Some suggest that this may stem from his trip to Rome in 1510/1511 where he could see the munificence way that bishops, cardinals and priests really live a life far from charity and prayer.  His main criticism concerned the sale of indulgences. Indulgences were an easy way to erase committed sins without needing any repentance or confession: you paid and you were forgiven. In addition indulgences could reduce the time the sinner would spend in purgatory.  That was the substance of the 95 thesis he posted on the door of the Wittenberg church in 1517. Later on he also criticized the celibacy imposed on priests although this was never required in the New Testament. He opposed the fact that very young people were sent to convents for their entire life without even been asked if they liked it or not. This produced the effect that a group of young nuns escaped from their convent and joined Luther’s disciples. He finally married one of them, Katharina von Bora, in 1525; she was sixteen years younger than he. They had six children and only four survived.
All those criticisms generated the ire of the Pope and the Roman Church. Luther was asked to retract every criticism he had expressed publicly. Supported by more and more people and princes, he refused to change one word of his teaching. He was finally excommunicated in 1521. Skirmishes between Luther and the Vatican lasted a number of years. Eventually Protestantism spread; the very first country adopting the Lutheran faith as state religion was Brandenburg-Preussen.
Whilst being protected from the action of the Church in the Wartburg, he translated the New Testament from Greek into the German language. This was a necessary step to apply his vision of the Christian religion: each Christian should be able to read the Holy Scriptures and understand them as he sees fit. Christians should no more be told by a priest what to believe and what not. He also declared that a pope was not necessary.
Translating the New Testament within an extraordinary short time was not only an outstanding performance, but as well an important contribution to German literature. Indeed, Luther’s achievement is still accounted today as the first major piece of literature written in the German language.  As Luther put it: “Reading from the lips of common people….”  He followed his intuition and thus put the Bible’s message in common language to be understood by everyone.
The dark side of this great man’s intellectual and religious contribution to mankind and History was the fact that towards the end of his life he became more and more aggressive against the Jews who refused to convert. Martin Luther considered their refusal as a personal failure.
Georg did a wonderful job in driving us safely through Martin Luther’s home country and doing this always smiling and having a nice word. I also want to thank the group for offering the Barbarians (Gudrun and I) – in the Roman sense of course – a warm welcome. Indeed we enjoyed every minute of this excellent trip.  Last but not least I want to praise the way Mrs Agata Kern organised everything, having a nice word for everyone and showing an equal mood even when things could be a little difficult.

Patrice de Laminne (Autor des englischen Blog-Artikels)

Kant-Stadt Lüneburg

Mittwoch, 11. Mai 2016

“Kant-Stadt Lüneburg” – so könnte sich die hübsche mittelalterliche Hansestadt künftig auch nennen. Denn besiegelt ist: Die weltweit umfänglichste Sammlung zu Immanuel Kant (1724-1804) und bedeutende Werke von Käthe Kollwitz (1867-1945) kommen nach Lüneburg. Am 7.4. wurde der Übernahmevertrag in einem feierlichen Festakt zwischen beiden Trägern – der Ostpreußischen Kulturstiftung und der Stiftung Königsberg im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft – unterzeichnet.

Das Ostpreußische Landesmuseum übernimmt damit den wesentlichen Teil der Exponate des Anfang 2016 geschlossenen Museums „Stadt Königsberg“ aus Duisburg. Aus wissenschaftlicher Perspektive eine ideale Gelegenheit, Ostpreußen als Erinnerungsort für ganz Deutschland darzustellen und seine Bedeutung überzeugend gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Mit den in fast 50 Jahren gewachsenen Königsberger Sammlungen erhält das Ostpreußische Landesmuseum nach Einschätzung von Fachexperten und der Bundesregierung hochwertiges Kulturgut. Damit wird Lüneburg in den nächsten Jahren zur wichtigsten Stadt in Deutschland für die Präsentation des Königsberger Philosophen Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag im Jahre 2024 bevorsteht. Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert ist begeistert, denn die Exponate aus Duisburg schließen wichtige Lücken in den Beständen seines Hauses. Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeigte sich höchst erfreut über den historisch bedeutsamen Zuwachs in seiner Hansestadt.

Acryl-Malworkshop im neuen Kunst-Atelier

Donnerstag, 28. April 2016

Das neue lichtdurchflutete Kunst-Atelier im Ostpreußischen Landesmuseum ist künftig der Ort für Kunst und Kreativität. Beim ersten Malworkshop in den großzügigen Räumlichkeiten ging es um kunsthistorische Hintergründe und Maltechniken mit Acrylkünstlerfarben. Acrylfarben reiften im Laufe der Zeit in rasanten Entwicklungsschritten zu einem exzellenten Malmedium heran. Sie geben den Künstlern die variabelsten Ausdrucksmöglichkeiten: Lasierende Effekte wie bei der Aquarellmalerei, Spachteltechnik wie bei der Ölmalerei oder für Collagen und Assemblagen. Alles ist mit Acrylfarben möglich!

Während des Wochenendseminars mit der Künstlerin Elena Steinke wurden die fast unbegrenzten Möglichkeiten der vielfältigen Nutzung von Acrylfarben studiert und auf verschiedenen Malgründen ausprobiert. Elena Steinke ist 1964 in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie studierte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Breklum / Nordfriesland. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien mitgewirkt.

Gemeinsames kreatives Schaffen mit begeisterten Teilnehmerinnen beim Acryl-Malworkshop können im Video angeschaut werden: https://youtu.be/bBeN5v7N2tk

Ostpreußen als Reiseland – vor 1945

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Vortragsangebot von Dr. Christoph Hinkelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ostpreußischen Landesmuseum

Seit der politischen Öffnung in Mitteleuropa sind die auf drei Staaten verteilten ostpreußischen Städte und Landschaften wieder zugänglich und ein interessantes Reiseziel geworden. Wieder – muss man erneut sagen, denn bereits vor dem Zweiten Weltkrieg spielte der Fremdenverkehr eine wesentliche wirtschaftliche Rolle in der damaligen Nordostecke Deutschlands.

Tourismuswerbung in den 1930er Jahren

Die Kurische Nehrung mit ihren Sanddünen war ein klassisches Reiseziel vor dem Zweiten Weltkrieg, Aufnahme 1940 (E. Schütz)

Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert begann man, andere Regionen und weiter entfernt liegende Orte wegen ihrer Geschichte, Bauwerke, Bibliotheken usw. zu besuchen. Diesen „Gelehrten-Reisen“ gesellten sich im 19. Jahrhundert Erholungsreisen hinzu, die zunehmend auch nach Ostpreußen führten. Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur, doch in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle im geographisch abgetrennten und v.a. landwirtschaftlich geprägten Ostpreußen.

Städte und Regionen warben in Prospekten mit ihren jeweiligen Besonderheiten (Marienburg, 1930er Jahre)

Die Verkehrsinfrastruktur der Provinz war vielseitig und gut auf den Fremdenverkehr eingestellt.

Ostpreußen warb mit guter Infrastruktur, moderaten Preisen für Reisen im Land ebenso wie für Übernachtungen und deutschlandweit bekannten Reisezielen. Innerhalb des Landes gelangte man mit Kleinbahnen, der Kraftpost und anderen Omnibusverbindungen sowie dem PKW zum Ziel. Für letztere gab die Mineralölfirma Shell die besten Straßenkarten heraus. Zwölf Gebiete bildeten den Schwerpunkt der Reiseziele: das Weichselland, die Frische Nehrung, Stadt und Landkreis Königsberg, das Samland, die Kurische Nehrung, das Ermland, das Oberland, Masuren, das Pregeltal, der Nordosten, die Rominter Heide sowie die immer mitberücksichtige Freie Stadt Danzig. Ferner lockten die größeren und attraktiveren Städte mit ihren Besonderheiten und ihrem Umland ebenso wie wichtige Gedenkstätten, z.B. die Abstimmungsdenkmale oder das „Reichsehrenmal“ Tannenberg, die an die Kämpfe im und die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg erinnerten, Bildungsreisende und  „Sommerfrischler“ in die entlegene Provinz. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete diese Epoche.

Auch der Tourismus in Ostpreußen blieb von der Politik und Propaganda nicht verschont. Nach dem "Wiederanschluss" des Memelgebiets im Frühjahr 1939 wurden die bis dahin verwendeten Prospekte kurzerhand einfach überdruckt.

Einen Vortrag über das Reiseland bzw. über andere landeskundliche Besonderheiten Ostpreußens vermittelt das Ostpreußische Landesmuseum bei Interesse (Dr. Christoph Hinkelmann, Tel. 04131 75995-19).

Studienreise nach Nidden

Freitag, 31. Juli 2015

In Nidden...

Ein Bericht von Dr. Jörn Barfod, Kustos im Ostpreußischen Landesmuseum

Das Zauberwort Nidden wirkt auch heute noch. Kein Wunder also, dass das Pommersche Landesmuseum in Greifswald vom 12. bis 21. Juni 2015 eine Studienreise nach Nidden, Vilnius und Riga angeboten hatte als eine Begleitveranstaltung zu ihrer großen Sonderausstellung „Zwei Männer – ein Meer – Pechstein und Schmidt-Rottluff an der Ostsee“.  Dazu hatte die dortige Kulturreferentin für Pommern, Frau Dr. Magdalena Gebala, sich Unterstützung aus dem Ostpreußischen Landesmuseum geholt. Die Künstlerkolonie Nidden gehört hier seit Jahren zu den wichtigen Themenfeldern der Sammel- und Ausstellungstätigkeit, weshalb das Lüneburger Museum nicht nur über die wohl wichtigste Sammlung zur Künstlerkolonie Nidden verfügt, sondern auch über entsprechende Expertise.

Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff hatten bei der die Kurische Nehrung und den Künstlerort Nidden besucht. Vor allem Pechstein hatte sich dort während seiner insgesamt sechs Aufenthalte viele Anregungen geholt und ebenso auf andere Maler durch Persönlichkeit und Stil großen Eindruck gemacht.

So verlief die Reise von der litauischen Hauptstadt Vilnius, deren Geschichte und Bauweise der Reisegruppe durch Führungen nahe gebracht wurde, über die mittelalterliche Burg Trakai und die zweitgrößte Stadt Litauens, Kaunas, zum Höhepunkt Nidden, heute ebenfalls litauisch. Hier war der Reisegruppe bewusst viel Zeit gegeben, sich die Landschaft und den Ort gehend langsam zu erschließen. Ein Tagesausflug nach Klaipeda, dem alten Memel, und eine Fahrt auf die andere Seite des Kurischen Haffs per Boot, ergänzten das Programm. Während dieser Tage kam die Unterstützung aus dem Ostpreußischen Landesmuseum durch Herrn Dr. Barfod zum Zuge.

Die Reise fand ihren Abschluss schließlich in Riga, der lettischen Hauptstadt, in deren Geschichte und Kultur durch Führungen ebenfalls Einblicke möglich waren. Da das Wetter ganz überwiegend dem Reiseeindruck günstig war und die Organisation wie Zusammenstellung des Programms geschickt gewählt und versiert durchgeführt wurden, fand die Studienfahrt bei allen 24 Teilnehmern ein sehr positives Echo. Uns hat die gelungene Kooperation mit den Greifswalder Kollegen viel Spaß gemacht. Gerne einmal wieder!

Vom Kreisauer Kreis bis hin zur modernen Website ODER Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Freitag, 13. Dezember 2013

Ein Praktikumsbericht von Annika Ahrens

Mein erster Eindruck vom Museum und seinen Mitarbeitern fiel bereits zu Anfang sehr positiv aus und trug schnell dazu bei, dass ich mich hier gut „einlebte“.

Mein Aufgabenspektrum im Museum war bedingt durch die Aufspaltung in die Bereiche Presseabteilung sowie Kulturreferat sehr abwechslungsreich. Da ich bisher bereits Erfahrungen in der Verwaltung und in der Pressearbeit gesammelt hatte, bekam ich nun während meiner Zeit im OL die Möglichkeit, eine für mich so vollkommen neue Konstellation des Praktikums zu absolvieren.

Als Einstieg wurde mir der „Arbeitsauftrag“ zugeteilt, mich doch einmal genauer im Museum umzuschauen und meinen persönlichen Eindruck zu erläutern. Besonders eindrucksvoll stellte sich dabei für mich erneut die Zeit von Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen dar. Die nachgestellte „Fluchtszene“ mit originalen Kleidungsstücken und Gegenständen der damaligen Zeit wirkte beeindruckend und berührend zugleich. Da auch meiner Familie das Thema Flucht und Vertreibung nicht fremd ist, war es umso interessanter, sich anhand der Ausstellung in diese Zeit rein zu versetzen und gewissermaßen nachvollziehen zu können, wie es damals für die Betroffenen gewesen sein musste.

vor der Fluchtszene

vor der Fluchtszene

Geschichtlich ging es an meinem ersten Arbeitstag im Kulturreferat auch gleich weiter, indem ich mich im Rahmen der Ausgestaltung eines Schulprojektes mit dem „Kreisauer Kreis“ befasste. Der „Kreisauer Kreis“ war mir noch durch die Geschichtsstunden in der Schule durchaus bekannt. Für das Kulturreferat hatte ich aber in einem anderen Rahmen über diese Widerstandsgruppe und ihre Pläne recherchiert und bekam so einen neuen Blickwinkel auf die damaligen Geschehnisse.

Die Mitarbeit in der Presseabteilung machte mir besonders viel Spaß, da es nicht nur bedeutet, „reine Büroarbeit“ zu leisten: die Aufgaben in diesem Bereich sind besonders vielfältig und interessant gestaltet – und darüber hinaus bekommt man immer wieder die Möglichkeit, das Museum der Öffentlichkeit entsprechend zu präsentieren.

bei der Arbeit in der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

bei der Arbeit in der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Während meiner Praktikumszeit im OL lernte ich weitere wertvolle Dinge für meine berufliche Zukunft hinzu. Schön war es darüber hinaus auch zu wissen, dass man, sei es auch nur für eine kurze Zeit, intensiv dazu beiträgt, eine „Brücke bauen zu können“ – zwischen den Ländern und den Kulturen.