Artikel-Schlagworte: „Osterferientage“

Mit Farben experimentieren – Auf den Spuren von Carl Knauf

Dienstag, 10. April 2018

Von Ricarda Larink, Praktikantin im Ostpreußischen Landesmuseum

Die Dauerausstellung ist gerade wegen Umbau geschlossen, doch das Ostpreußische Landesmuseum hatte während der Osterferien noch reichlich zu bieten.
So konnte man in der Sonderausstellung Gemälde des vergessenen Sohns der Künstlerkolonie Nidden bewundern: Carl Knauf.

Auch 15 Kinder fühlten in den Osterferientagen (20. bis 23 März 2018) unter dem Motto „Mit Farben experimentieren“ dem Kunstgenie auf den Zahn: An vier Tagen taten sie es ihm gleich und wurden unter der Leitung der Expertin Murte Liebenberg zu kleinen Künstlern. Natürlich, um den Namen „Osterferienprogramm“ auch Genüge zu tun, alles im Oster-Stil.

Nach einer kleinen Einführung in das fast vergessene Leben von Carl Knauf, die sie erstaunlich motiviert und wissbegierig über sich ergehen ließen, machten die Kinder sich direkt am ersten Tag tatkräftig ans Werk. Auch wenn sie sich kaum kannten und komplett verschiedene Charaktere aufwiesen, konnten sie –  gleich den Künstlern in Nidden – mithilfe von Ei und Farbpigmenten paarweise ihre eigenen Tempera-Farben herstellen.

Diese wurde brüderlich und schwesterlich geteilt und in kleine Kunstwerke verwandelt, von Osterszenerien bis Landschafts-darstellungen, inspiriert von den Bildern Carl Knaufs.

Auch am nächsten Tag konnten diese Temperafarben wieder genutzt werden. Nun wurden die Kinder nämlich in der ältesten aller „Osterkunstkategorien“ auf die Probe gestellt: dem Eierbemalen. Hier trafen sich die Gegensätze: einmal richtig traditionell in der Technik der Eitempera und dem Eierfärben mit Zwiebelwasser und dann super modern, indem an zwei weiteren Stationen mitgebrachte Eier unter der Leitung der Schülerpraktikantin Linda Niedergesäß mit Comics versehen wurden, oder unter meiner Anleitung Eier mit Sand, Glitzer, Schwamm- und „Brushtechnik“ aufgepeppt werden konnten.

Resultierend daraus waren erstens: fulminant-famose Eier en Masse; und zweitens: „There’s Glitter in the air. There’s Glitter everywhere.“

Damit die Eitempera auch vollends ausgeschöpft wurde, kam sie auch am dritten – dem wohl actionreichsten Tag – zum Einsatz. Actionreich, weil das Thema nun richtig experimentell wurde. An drei Stationen konnten die Farbforscher die Eitempera mithilfe von Pipetten auf ihr Blatt sprenkeln und spritzen, in Farbe getunkte Murmeln rollten und rasten über Papier, und das absolute Highlight: Die neue Farbschleuder zog die Kinder mit ihren hypnotisierenden Kreisen in ihren Bann.

Die Schleuder machte der Schlange Ka aus dem Dschungelbuch Konkurrenz

Die Schleuder machte der Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch Konkurrenz.

An Pause oder Ende war bei so viel Spaß kaum zu denken.

Auch unsere Volontärin Ann-Christin Lepper war von der Farbschleuder fasziniert.

Auch unsere Volontärin Ann-Christin Lepper war von der Farbschleuder fasziniert.

Zu guter Letzt machten wir noch einen Ausflug in die Farbenwelt des Carl Knauf. Denn auch wenn Öl, Impressionismus und natürliche Farben ganz ohne Schwarz sein Faible waren, wie die Kinder richtig erinnern konnten, hatte er auch das eine oder andere Aquarellbild in petto. Nach einer kurzen Einführung in die Farbenlehre und den Umgang mit dem Aquarellkasten konnten die Kinder nun ein kleines Kunstwerk selber gestalten. Leider blieb nicht mehr allzu viel Zeit, nachdem die Kinder zuerst die drei Aquarellbilder unserer Ausstellung suchten und fanden, so dass einzelne Bilder sogar noch trockengeföhnt werden mussten. Für eine Abschlussrunde im Stil einer echten Auktion blieb trotzdem Zeit, so dass jedes Kind seine gesammelten Werke wohlbehalten nach Hause brachte und, neben hoffentlich vielen schönen Erinnerungen an actionreiche Tage, auch ein handfestes Andenken hatte.

Das Resultat: getropfte, gekugelte und geschleuderte Bilder

Das Resultat: getropfte, gekugelte und geschleuderte Bilder.

Ich persönlich glaube ja, mit ihrer Begeisterung zur Kunst hätten sie dem einst bekannten Künstler Niddens alle Ehre gemacht.

Ein Spaß für klein und groß

Ein Spaß für Klein und Groß

Ferien im Museum — Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 21. April 2017

Bericht von Silke Straatman


Unter dem Motto „Bernstein-Entdeckertage“ konnten interessierte Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren in der Woche vor Ostern im Ostpreußischen Landesmuseum auf Entdeckungstour gehen.
Die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ (noch bis 7. Mai 2017) bietet hierfür faszinierende Einblicke in das Ökosystem eines „Bernsteinwaldes“, einen Lebensraum, der über 40 Millionen Jahre zurückliegt.

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein gewährt Einsicht in eine ferne Vergangenheit. Im Harz, das ein subtropischer Baum vor 40 bis 50 Millionen Jahren in Nordeuropa abgab, finden sich häufig kleine Tiere und Pflanzenteile. Diese eingeschlossenen, gut erhaltenen Kleinlebewesen nennt man auch „Inklusen“. Sie zeugen von einem Leben längst vergangener Zeiten.

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Das machte neugierig. Für die Bernstein-Quizfragen mussten die jungen Feriengäste schon genauer hinschauen. Aber die Kinder bewiesen Forscherdrang und wussten, wie man kniffelige Fragen lösen kann.
Jeder konnte sich einen eigenen Rohbernstein aussuchen. Mit ein paar Experimenten ließ sich herausfinden, ob der Bernstein wirklich echt ist.

Dann ging es an die Arbeit: Schleifen und Polieren. Aus einem verkrusteten bräunlichen Brocken wurde ein wunderschönes Schmuckstück, das unter dem Mikroskop auf „Inklusen“ untersucht wurde.

Schleifen des Rohbernsteins

Schleifen des Rohbernsteins

Am Ende waren alle richtige Bernstein-Experten geworden und konnten ihren wertvollen Talisman mit nach Hause nehmen.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Wer Lust bekommen hat, in den Ferien ins Ostpreußische Landesmuseum zu kommen, kann sich schon jetzt in den Sommerferien für die letzte Juliwoche (25. bis 28. Juli, täglich 13:30 bis 16:30 Uhr), einen Platz reservieren.
Dann heißt unser Motto: „Erlebte Geschichten künstlerisch gestalten – Wir entwerfen unser eigenes Ferientagebuch“