Artikel-Schlagworte: „Museum“

Ferien im Museum — Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 21. April 2017

Bericht von Silke Straatman


Unter dem Motto „Bernstein-Entdeckertage“ konnten interessierte Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren in der Woche vor Ostern im Ostpreußischen Landesmuseum auf Entdeckungstour gehen.
Die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ (noch bis 7. Mai 2017) bietet hierfür faszinierende Einblicke in das Ökosystem eines „Bernsteinwaldes“, einen Lebensraum, der über 40 Millionen Jahre zurückliegt.

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein gewährt Einsicht in eine ferne Vergangenheit. Im Harz, das ein subtropischer Baum vor 40 bis 50 Millionen Jahren in Nordeuropa abgab, finden sich häufig kleine Tiere und Pflanzenteile. Diese eingeschlossenen, gut erhaltenen Kleinlebewesen nennt man auch „Inklusen“. Sie zeugen von einem Leben längst vergangener Zeiten.

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Das machte neugierig. Für die Bernstein-Quizfragen mussten die jungen Feriengäste schon genauer hinschauen. Aber die Kinder bewiesen Forscherdrang und wussten, wie man kniffelige Fragen lösen kann.
Jeder konnte sich einen eigenen Rohbernstein aussuchen. Mit ein paar Experimenten ließ sich herausfinden, ob der Bernstein wirklich echt ist.

Dann ging es an die Arbeit: Schleifen und Polieren. Aus einem verkrusteten bräunlichen Brocken wurde ein wunderschönes Schmuckstück, das unter dem Mikroskop auf „Inklusen“ untersucht wurde.

Schleifen des Rohbernsteins

Schleifen des Rohbernsteins

Am Ende waren alle richtige Bernstein-Experten geworden und konnten ihren wertvollen Talisman mit nach Hause nehmen.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Wer Lust bekommen hat, in den Ferien ins Ostpreußische Landesmuseum zu kommen, kann sich schon jetzt in den Sommerferien für die letzte Juliwoche (25. bis 28. Juli, täglich 13:30 bis 16:30 Uhr), einen Platz reservieren.
Dann heißt unser Motto: „Erlebte Geschichten künstlerisch gestalten – Wir entwerfen unser eigenes Ferientagebuch“

Flüchtlinge besuchen das Ostpreußische Landesmuseum

Mittwoch, 8. Februar 2017

Seit knapp einer Woche ist die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg wiedereröffnet. Sie ist noch bis  zum 7. Mai 2017 zu sehen.

Teilnehmer des Deutsch-Einführungskurses, bestehend aus Geflüchteten verschiedener Länder, kamen am 7. Februar zu Besuch. Unter der Leitung von Britta Müller wurden sie von der „Diskussionsrunde der Frauen der VHS-Lüneburg“ begleitet. Die Idee hatte Britta Stegmann, eine der aktiven Ehrenamtlichen des Ostpreußischen Landesmuseums.
Das Museum baut auf das Thema Flucht und Vertreibung auf, die Besucher brachten dazu ihre eigenen Geschichten mit. Ein gelungener Nachmittag mit anregenden Unterhaltungen.

(Elias Richter / Silke Straatman)

Hinter den Kulissen: Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Mittwoch, 28. Dezember 2016

„Machen Sie Praktika, gehen Sie ins Ausland!“ – Diesen Rat eines Professors an der Uni befolgend, habe ich, Christina Ramsch, Studentin der Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg, mich vor einem Jahr entschieden, mir nach meinem vierten Semester Zeit zu nehmen, um Praktika zu absolvieren, denn: Nichts geht bekanntlich über Praxiserfahrung. Zum jetzigen Zeitpunkt befinde ich mich sozusagen auf der Schwelle zwischen den beiden Praktika, die mich in diesem Semester beschäftigen. Ich blicke zurück auf neun ereignis- und erfahrungsreiche Wochen im Ostpreußischen Landesmuseum und bin gleichzeitig gespannt auf weitere zehn Wochen Praktikum in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.

Ankommen im Museum – von Irrungen und (Ent)wirrungen
Mein Praktikum habe ich unter der Anleitung von Silke Straatman in der von ihr geleiteten Abteilung Bildung und Vermittlung absolviert. Nach einem allseits äußerst freundlichen Empfang durch Silke Straatman und die übrigen Mitarbeiter, wurde sehr schnell deutlich: Der Zeitpunkt war günstig gewählt – „Es gibt Arbeit!“, wurde mir verkündet. Da ich motiviert war, möglichst viel zu erfahren und kennenzulernen, kam mir diese Tatsache natürlich entgegen. So boten bereits die ersten Tage reichlich Gelegenheit, mich einzubringen und aktiv zu werden. Und weil man ja bekanntlich am besten durch praktisches Arbeiten lernt („learning by doing“), verschwanden auch die anfänglichen kleinen Verwirrungen wie „Welches Büro gehört zu welchem Mitarbeiter?“, „Welcher Drucker ist gerade der Richtige?“ und „Ach ja, wo war nochmal der Aktionsraum?“ recht schnell.

Das neue Eingangsfoyer des Ostpreußischen Landesmuseums

Der Museumsmarkt 2016 – Wer? Wie? Wann? Und vor allem Was?
Anfang November stand der Museumsmarkt 2016 vor der Tür. Der Einblick in die Organisation dieser Veranstaltung bot mir einen aufschlussreichen Eindruck davon, wie ein solcher Markt koordiniert wird, was alles beachtet werden muss, wer involviert ist sowie viele weitere in die Planung zu integrierende Elemente. Ich selbst durfte mich mit der Organisation eines Gewinnspiels zugunsten des Museumskinderclubs befassen und mich anhand weiterer Aufgaben an der Umsetzung der Veranstaltung beteiligen. Dass der Museumsmarkt ein über mehrere Monate hinweg geplantes Ereignis ist, wurde mir spätestens zu dem Zeitpunkt bewusst, als ich bereits kurze Zeit nach der Veranstaltung die Akquise neuer Aussteller für den Museumsmarkt 2017 miterleben durfte.

Litauische Bernsteinkunst: Daiva Molyté und Audrius Lukauskas aus Nidden

Langeweile im Museum? Unmöglich! – Aufgabenvielfalt im Praktikum
Stand während der ersten Wochen des Praktikums noch unbestritten der Museumsmarkt im Zentrum der Aufmerksamkeit der Abteilung Bildung und Vermittlung, so prägten unterschiedlichste Themen und Aufgaben den zweiten Teil meiner Zeit im Museum. Hier nur ein kleiner Einblick:
Zum einen stand die Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zu Vorzeit“ bevor. Jede Ausstellung, egal zu welchem Fachbereich gehörend, soll den unterschiedlichen Besuchern, ob jung oder alt, bestmöglich zugänglich gemacht werden. Im Rahmen der neuen Sonderausstellung wird daher ein kostenloses Quiz angeboten, welches Kindern ermöglicht, die Ausstellung eigenständig zu entdecken. Dieses Quiz zu erstellen gehörte zu meinen Aufgaben. Einen großen Teil meiner Zeit verwendete ich außerdem auf die Aktualisierung des Schulverteilers. Dieser ist relevant, damit das Museum bestmöglich mit den Schulen im näheren und weiteren Umkreis kommunizieren kann. Außerordentlich interessant waren für mich darüber hinaus die Treffen der Museumspädagoginnen in Lüneburg, bei denen ich Genaueres über die bestehenden Kooperationen zwischen den einzelnen Lüneburger Museen erfahren konnte. Ganz praktische Aspekte der museumspädagogischen Arbeit eröffneten sich mir schließlich während des Hospitierens bei einem Kindergeburtstag sowie beim Treffen des Kinderclubs im Museum als auch bei der Besprechung der Gestaltung neuer Räumlichkeiten für die Abteilung Bildung und Vermittlung.

Sonderausstellung: Bernstein - Goldenes Fenster zur Vorzeit

Besonders spannend waren für mich auch die Besprechungen zur Gestaltung der neuen Dauerausstellung, die zurzeit im Museum konzipiert wird. Diese Sitzungen haben mir einen kleinen Eindruck von all den Prozessen, unterschiedlichen Aufgaben und Personen vermittelt, die in ein solches Projekt integriert sind – ein Umfang und eine Komplexität, die ich mir zuvor nicht hätte vorstellen können.

Museum von A bis Z – Ein Resumée
Die vergangenen Monate waren für mich eine äußerst positive Zeit. Das hängt unter anderem mit der guten Arbeitsatmosphäre zusammen, die ich im Museum erleben durfte. Allen Mitarbeitern, aber insbesondere Silke Straatman habe ich es zu verdanken, dass ich mich dort sehr schnell wohl gefühlt habe. Es wurde mir sehr viel erklärt und gezeigt, ich konnte zudem jederzeit jede Frage stellen, die mir in den Sinn kam (und in zwei Monaten kommen da so einige Fragen zusammen!) und durfte bei einer Vielzahl von Terminen und Besprechungen anwesend sein, sodass das Praktikum immer abwechslungsreich blieb und keine Chance auf Langeweile bestand.

Insgesamt hatte ich somit eine äußerst aufschlussreiche Zeit im Ostpreußischen Landesmuseum, die mich um einige Erkenntnisse und Erfahrungen reicher gemacht hat. Eine Erkenntnis besteht sicherlich auch darin, dass zwei Monate nicht annähernd ausreichen, um auch nur eine Abteilung gänzlich kennenzulernen, aber ich bin überzeugt davon, dass ich einen intensiven Einblick in das Arbeitsfeld „Museum“, insbesondere in die Museumspädagogik, erhalten habe. Jetzt ist für mich jedenfalls klar: Ich werde mich auch in Zukunft im Zuge meines Studiums weiter in diese Richtung orientieren.

In diesem Sinne: Vielen Dank an das Museumsteam für diese spannende Zeit!

Praktikantin Christina Ramsch

Seminarreise über die ostpreußische Literatur vom 20.-25.8. 2016

Montag, 14. November 2016

Ein Reisebericht von
Martin Maurach (Schlesische Universität in Opava / DAAD)

„Wir müssen herausfinden, ob es so etwas auch bei uns gibt“ oder: „Wir müssen so bald wie möglich wieder so eine Reise machen“: Wenn solche Äußerungen schon während eines Projektes fallen, spricht viel für sein Gelingen – und das war wohl auch der überwiegende Eindruck, mit dem die bunt gemischte Gruppe aus deutschen, österreichischen, polnischen und tschechischen Studierenden und Dozenten, von Anfang Zwanzig bis ins Seniorenalter, nach einer knappen Woche wieder auseinanderging – mit dem Wunsch: „Fortsetzung folgt!“ Das und der sehr gute, harmonische Verlauf sind vor allem der umsichtigen und hoch professionellen Reiseleitung von Seiten der Kulturreferentin für Ostpreußen, Frau Agata Kern, zu verdanken.

Erster Höhepunkt der Reise war die Marienburg des Deutschen Ordens bei Malbork, ein lebendes Denkmal, da die gewaltige Anlage mit den über Jahrhunderte verteilten Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau gewissermaßen immer noch im Bau ist. Auf der Galerie der äußerlich viel bescheideneren Burg von Olsztyn / Allenstein zeigte sich später, dass weltbewegende Entdeckungen nicht immer einen milliardenteuren Teilchenbeschleuniger brauchen: Kopernikus genügten die über Wände und Decke wandernden Lichtreflexe eines Wassergefäßes, um die scheinbare Bewegung der Sonne zu beschreiben.

Mit Nikolaus Kopernikus in Olsztyn/Allenstein

In Mragowo / Sensburg gab es eine Stadtführung mit einem Besuch des Ernst-Wiechert-Museums; die Struktur der im Kern mittelalterlichen Stadt war noch zu erkennen, ebenso die Spuren ihrer einst so einfachen wie wirkungsvollen Befestigung durch Verbindungsgräben zwischen mehreren Seen.

Vor dem Geburtshaus von Erich Mendelsohn in Olsztyn/Allenstein

Geschichte und Gegenwart der so oft als reaktionär verschrieenen ostpreußischen Adelsfamilien reichen bei den Dönhoffs und Lehndorffs allein im zwanzigsten Jahrhundert vom Widerstand gegen Hitler bis zur Begründung eines demokratisch-liberalen Journalismus und einer völkerverbindenden Publizistik in der Bundesrepublik. Das wurde beim Besuch des Marion Dönhoff Salons (Galkowo) im Gespräch mit Renate Marsch-Potocki deutlich. Quasi nebenan zeigte sich am Beispiel von Schloss Sztynort/Steinort aber auch, wie dramatisch die Lage mancher gerade noch als Ruinen erhaltener ehemaliger Adelssitze heute ist – ganz im Gegensatz zum grotesken Gruseltourismus, der in der Nachbarschaft aus rein kommerziellen Motiven in der ehemaligen ‚Wolfsschanze‘ betrieben wird.

Gespräch mit Renate Marsch-Potocki

In Ełk / Lyck erlebte die Gruppe mit Herrn Dr. Rafał Żytyniec ein sehr lebendiges Seminar zur Stadtgeschichte, zur Jugend von Siegfried Lenz in Lyck und zu einigen seiner Werke. Schauplatz war das im Entstehen begriffene Stadtmuseum mit einer künftigen Siegfried-Lenz-Abteilung. Themen waren unter anderem die Geschichtensammlung „So zärtlich war Suleyken“ und der Roman „Heimatmuseum“. Bei beiden ging es um den Bezug zur masurischen Region, ihre Stellung innerhalb der Heimat- und Erinnerungsliteratur, ihren Beitrag zur Aussöhnung mit der Geschichte und ihre Rezeption in verschiedenen Medien in Deutschland und Polen, u.a. im Film. Außerdem kamen interessante Details über Lenzens spätere Besuche in Ełk/Lyck und seine geistig-emotionale Wiederannäherung an seine Heimatstadt zur Sprache.
Von den beiden eingangs zitierten Aussprüchen galt der zweite der Planung einer neuen Reise auf den Spuren des Deutschen Ordens. Der erste bezog sich auf die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Borussia, die wir in Olsztyn kennenlernten: internationale Begegnungen und Erziehung zur Toleranz vor allem für ehrenamtlich engagierte jüngere Menschen, Denkmal- und Grabpflege, Publikationen u.v.m.

Literaturseminar in Lyck Elk mit Dr.Rafal Zytyniec

Den Abschluss der Reise bildete noch ein herrlicher Tag in Gdańsk / Danzig, zur Hälfte den Spuren von Günter Grass, zur anderen der Altstadt gewidmet. Hätte die ganze Gruppe zugleich auf jener Bank zwischen den Skulpturen von Oskar Matzerath und seinem Schöpfer Platz gefunden, sie hätte die Gelegenheit auf jeden Fallgenutzt; so entstanden dafür viele einzelne Erinnerungsfotos.

Mit Günter Grass und Oskar Matzerath in Gdansk/Danzig

Nicht vergessen sei schließlich die wunderbare masurische Sommerlandschaft mit ihren Seen und Blumengärten, die für mich als Nachgeborenen sozusagen eine neu zu erbende Erinnerung darstellte und als literarische Inspirationsquelle glaubhaft wird.

Sommerakademie 2016

Freitag, 9. September 2016

Die Kunst der Zeichnung oder Der Weg von der Skizze zum Entwurf
Eine Woche lang, vom 25. bis 29. Juli 2016, stand die Kunst der Zeichnung in ihrer Funktion von der Skizze zum Entwurf eines Bildes im Vordergrund. Als Inspirationsquelle unserer Arbeit wurden eindrucksvolle “Architektur-Objekte” norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt.

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Die Künstlerin Elena Steinke begleitete diesen Workshop sehr professionell und konnte die hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten und ihrem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven eröffnen.
Die Originalkulissen der Stadt Lüneburg, besonders seiner bedeutenden Backsteinkirche St. Johannis, boten bestmögliche Arbeitsbedingungen, um frei vor Ort zu skizzieren und dann im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseums auf Grundlage der entstandenen Skizzen die Entwürfe für zukünftige Werke zu schaffen und zum fertigen Bild weiterzuentwickeln. Ein intensiver Prozess voll Kreativität und Kontemplation.

Die Ergebnisse werden besprochen

Die Ergebnisse werden besprochen

Machen Sie sich einen Eindruck von dieser intensiven Kunstwoche, die das Ostpreußische Landesmuseum jedes Jahr einmal im Sommer anbietet. Vielleicht haben Sie Lust, im nächsten Jahr dabei zu sein, dann schauen Sie sich den folgenden Kurzfilm an:

https://youtu.be/7SPbYwSP3Nk

(Silke Straatman)

Ferienstarter – Großer Familientag in den Lüneburger Museen

Dienstag, 2. August 2016

Sonntag, 26. Juni 2016 von 11 bis 17 Uhr


Dieser Aktionstag der vier Lüneburger Museen (Deutsches Salzmuseum, Museum Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum und Kloster Lüne), der am ersten Ferien-Sonntag der Niedersächsischen Sommerferien stattfand, war ein voller Erfolg. Das Wetter hat mitgespielt, so dass viele Familien das Angebot gern wahrgenommen haben und per Fahrrad eine Lüneburger Museumstour starten und dabei auch noch an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen konnten. Insgesamt waren ca. 200 Museumsbesucher unterwegs und haben die Chance genutzt, die Lüneburger Museen einmal anders kennenzulernen. Es lockten tolle Mitmach-Aktionen für die Kinder wie Filzen, Salzsieden, Bernsteinschleifen sowie Schreiben mit Feder und Tinte im Kloster-Skriptorium. Die Erwachsenen konnten derweil bei Kurzführungen die Museen kennenlernen. Ein prima Familienangebot, welches von den Teilnehmenden sehr gelobt wurde.

Bernsteinschleifen bei bestem Wetter vor dem Ostpreußischen Landesmuseum

Im Ostpreußischen Landesmuseum wurde Rohbernstein zu wunderschönen Schmuckstücken geschliffen. Das gefiel nicht nur den Kindern, auch die Eltern hatten viel Spaß daran. Bei Kurzführungen konnten sich die Erwachsenen zudem das Brauereimuseum anschauen, das direkt mit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum verbunden ist.

Spannend für die ganze Familie

Ein toller Talisman

Wer sich in jedem Museum einen Stempel abgeholt hat, nahm an einem Gewinnspiel teil und konnte einen von vier  Gutscheinen für einen Kindergeburtstag seiner Wahl in einem der vier Museen gewinnen. Viele Kinder nahmen begeistert daran teil. Die glücklichen Gewinner  sind: Tilmann H.  7 J. aus Lüneburg, Louis K.  9 J. aus Brietlingen, Lotta W. 7 J. aus Adendorf und Pelle F.  6 J. aus Lüneburg. Die Preisverleihung fand im Kloster Lüne statt.

Die_gluecklichen_Gewinner

Silke Straatman (Abteilungsleitung Bildung und Vermittlung)

Kant-Stadt Lüneburg

Mittwoch, 11. Mai 2016

“Kant-Stadt Lüneburg” – so könnte sich die hübsche mittelalterliche Hansestadt künftig auch nennen. Denn besiegelt ist: Die weltweit umfänglichste Sammlung zu Immanuel Kant (1724-1804) und bedeutende Werke von Käthe Kollwitz (1867-1945) kommen nach Lüneburg. Am 7.4. wurde der Übernahmevertrag in einem feierlichen Festakt zwischen beiden Trägern – der Ostpreußischen Kulturstiftung und der Stiftung Königsberg im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft – unterzeichnet.

Das Ostpreußische Landesmuseum übernimmt damit den wesentlichen Teil der Exponate des Anfang 2016 geschlossenen Museums „Stadt Königsberg“ aus Duisburg. Aus wissenschaftlicher Perspektive eine ideale Gelegenheit, Ostpreußen als Erinnerungsort für ganz Deutschland darzustellen und seine Bedeutung überzeugend gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Mit den in fast 50 Jahren gewachsenen Königsberger Sammlungen erhält das Ostpreußische Landesmuseum nach Einschätzung von Fachexperten und der Bundesregierung hochwertiges Kulturgut. Damit wird Lüneburg in den nächsten Jahren zur wichtigsten Stadt in Deutschland für die Präsentation des Königsberger Philosophen Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag im Jahre 2024 bevorsteht. Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert ist begeistert, denn die Exponate aus Duisburg schließen wichtige Lücken in den Beständen seines Hauses. Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeigte sich höchst erfreut über den historisch bedeutsamen Zuwachs in seiner Hansestadt.

Acryl-Malworkshop im neuen Kunst-Atelier

Donnerstag, 28. April 2016

Das neue lichtdurchflutete Kunst-Atelier im Ostpreußischen Landesmuseum ist künftig der Ort für Kunst und Kreativität. Beim ersten Malworkshop in den großzügigen Räumlichkeiten ging es um kunsthistorische Hintergründe und Maltechniken mit Acrylkünstlerfarben. Acrylfarben reiften im Laufe der Zeit in rasanten Entwicklungsschritten zu einem exzellenten Malmedium heran. Sie geben den Künstlern die variabelsten Ausdrucksmöglichkeiten: Lasierende Effekte wie bei der Aquarellmalerei, Spachteltechnik wie bei der Ölmalerei oder für Collagen und Assemblagen. Alles ist mit Acrylfarben möglich!

Während des Wochenendseminars mit der Künstlerin Elena Steinke wurden die fast unbegrenzten Möglichkeiten der vielfältigen Nutzung von Acrylfarben studiert und auf verschiedenen Malgründen ausprobiert. Elena Steinke ist 1964 in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie studierte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Breklum / Nordfriesland. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien mitgewirkt.

Gemeinsames kreatives Schaffen mit begeisterten Teilnehmerinnen beim Acryl-Malworkshop können im Video angeschaut werden: https://youtu.be/bBeN5v7N2tk

“Das ist für mich das Highlight, der Anfang und der Höhepunkt!” Museumsmarkt “Tradition und Moderne” 2013 im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Donnerstag, 7. November 2013

Am ersten Novemberwochenende eröffnet das OL wieder den unter Museumsbesuchern beliebten Museumsmarkt. Dieses Jahr geben sich 30 Aussteller die Ehre, ihre Kunstwerke, Handarbeiten und diverse Köstlichkeiten auszustellen und zu verkaufen.

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Der Besucher kann sich erfreuen an Schmuck-Design, Tierportraits,  sowie auch an Ostpreußischen Webarbeiten, Schnäpsen, leckeren Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen, Künstlerischer Keramik, Rügener Glaskunst, Rigaer Seifen und und und…Die Besucher haben sprichwörtlich die Qual der Wahl. Dennoch haben sich einige schon mit Weihnachtsgeschenken für ihre Familien und Freunde daheim eingedeckt.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das Caféteria-Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das Team hatte dabei alle Hände voll zu tun, um den einen oder anderen Ansturm auf die leckere Kartoffelsuppe sowie die Kuchentafel zu bewältigen.

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Statt einer Tombola haben sich die Ehrenamtlichen für den diesjährigen Museumsmarkt ein Karten-Gewinnspiel ausgedacht. Der Erlös kommt dem Museums-Kinderclub zugute.

Viele der Aussteller erzählen im Laufe des Tages, sie seien nun schon seit vielen Jahren dabei, wie zum Beispiel die Töpferin Kerstin Weber, die bereits seit 1999 dabei ist. Sie stellt an ihrem Stand die Lasdehner Gebrauchskeramik (ostpreußische Keramik mit Kornblumen-Motiv oder einem in lichten blauen Farben gestalteten Rand) aus.  Auch der Sammler Erzgebirgischer Volkskunst, Johannes Martin, ist nach eigenen Angaben schon lange dabei und erzählt, er sei schon öfters von Besucher gefragt worden, warum er gerade im OL sein Angebot an Nussknackern, Weihnachtsengeln, Räuchermännchen, Bergmannsfiguren etc. ausstellt. Seine humoristische Antwort: “Beides hört sich im sächsischen Dialekt wie “A” an!” Seine weiteren Erzählungen stimmen ihn sehr nachdenklich, als er berichtet, früher habe man Spielzeug aus dem Erzgebirge regelrecht verleugnet und es als “Nürnberger Tand” verkauft. Er selbst besitzt europaweit die wohl größte Privatsammlung und stellt immer wieder gern aus. Im Lauf der Zeit hat er allerdings beobachtet, dass die Sammlerleidenschaft vieler Besucher in Bezug auf originale Holzspielsachen immer mehr abnimmt.

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Die Zeichnerin Katja Eichhorn erzählt begeistert, sie sei das erste Mal beim Museumsmarkt dabei und es mache ihr großen Spaß. Auf die Idee des Ausstellens kam sie, nachdem sie das Gemälde “Trakehner-Pferde” in diesem Sommer fertig gestellt hatte…

Auf dem Rundgang vorbei an den schön gestalteten Ständen sieht man Besucher stehen, die sich an den Ausstellungsstücken erfreuen und auch das eine oder andere Gespräch zwischen Aussteller und Besucher findet während des Tages statt.

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Die Museumsbesucher sind dabei von weit her gereist: Zwei Besucherinnen erzählen, sie kämen aus Bayern und haben hier im Norden vom Museumsmarkt erfahren und sind begeistert von dem Angebot. Zwei Damen, leidenschaftliche Sammlerinnen, kommen extra wegen der künstlerischen Keramik von Barbara Stehr mit der Bahn aus Nürnberg angereist.

Besucherinnen aus Bayern

Weit gereist: Zwei Besucherinnen aus Bayern

Eine Museumsbesucherin, ebenfalls aus Bayern, die ihre Freundin (eine der Ausstellerinnen) besucht, erzählt, dass sie Lüneburg so gern mag und besonders im OL fühle man sich umgeben von einem besonderen Flair – es sei ein bisschen wie in einer anderen Welt. Das kleine Mitbringsel, welches sie gekauft hat, solle doch der Enkel gleich mal seiner Oma wiederschenken, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Die Ausstellerin Heide Scheunemann erzählt, sie sei bereits seit 10 Jahren dabei und stelle gern ihr Repertoire an Stickereien und kunstvollen Gegenständen aus. Sie genieße dabei einfach immer wieder die Freude am Ausstellen. Vor Begeisterung erzählt sie von einer alten Dame, die jedes Jahr extra aus Hamburg angereist kommt, um sich beim Museumsmarkt ein Paar Socken zu kaufen. Ebenfalls sei es schön zu sehen, dass ältere Damen jedes Jahr das Museum zu diesem Anlass aufsuchen und dabei ihren kostbaren Bernsteinschmuck zur Schau stellen. Die Erfahrung mit den unterschiedlichsten Menschen zu machen und zu sammeln, sei einfach klasse sagt Frau Scheunemann. Und darüber hinaus sei das Beste “Es redet dir keiner nach dem Mund”.

Ausstellerin Heide Scheunemann

Ausstellerin Heide Scheunemann

Die Ostpreußin Gisela Harder, die wie jedes Jahr ihre Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen (Lebkuchen ohne Füllung; mit oder ohne Schokoladenüberzug) anbietet, erfreut sich an den netten Gesprächen mit Besuchern und erzählt, die Geschichten hinter den Ausstellungsstücken interessierten am meisten. Und sie ihrerseits erzählt dann auch gern, dass ihre Thorner Kathrinchen schon durchaus berühmter sind als der große Astronom Nikolaus Copernicus, der schließlich aus Thorn stammte.

Thorner Kathrinchen

Sie sind berühmter als Copernicus: Die Thorner Kathrinchen

Wer es statt süß lieber etwas deftiger liebt, ist am Stand von Frau Meier, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Museums und ihren Ostpreußischen Spezialitäten gut aufgehoben. Besonders die eigens zubereiteten Pikaller (Wacholderschnaps mit einem Stück Leberwurst garniert mit Senf oben auf) werden sehr gerne von den Besuchern gekauft. Die Geschichte dahinter: Früher, wenn die hohen Herrschaften Bälle und ähnliches besuchten, hatten die Diener ihre Schnäpse im Gepäck um sich vor der Kälte zu schützen. Damit sie nicht so schnell betrunken wurden, gab es die Leberwurst als feste Grundlage mit dazu.

Frau Meier beim Zubereiten der Pikaller

Die Ehrenamtliche Frau Meier beim Zubereiten der ostpreußischen Pillkaller

Beim Bienenzüchter Heinz Götzmann gibt es nicht nur leckeren Honig, sondern Kinder haben die Möglichkeit, Kerzen aus Bienenwachs selbst herzustellen und ihre Kreationen mit nach Hause zu nehmen.

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Auch in diesem Jahr sieht man viele fröhliche Gesichter und voll bepackte Taschen der Besucher in den Räumen des Museums, ein sehr gelungenes Wochenende. Trotz des hohen Arbeitseinsatzes sind die Aussteller und Museumsmitarbeiter zufrieden und allesamt freuen sie sich auf den nächsten Museumsmarkt.

Schwermütige Romantik im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 25. Oktober 2013

Laba diena!

Ich heiße Adele und komme aus Litauen. An der litauischen Universität für Erziehungswissenschaft in Vilnius (Wilna) habe ich Angewandte Geschichte studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist für mich ein Platz voll mit großartigen Geschichten und interessanter Arbeit. Am Anfang meines Praktikums habe ich das Museum kennengelernt. Mit jedem neuen Rundgang durch die Ausstellung hat sich mir das Museum mehr und mehr erschlossen.

Besonders gern bin ich in der Museumsabteilung für Gemälde und Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts mit den Gemälden der Maler der Königsberger Kunstakademie 1845-1944 sowie der Künstlerkolonie in Nidden. Hier habe ich meine baltische Seele gefunden – zumindest das, was ich vermisst habe oder was ich zuvor nie so tief empfunden habe. Schwermütige Romantik liegt dort, und das ist eine sehr besondere Art von Romantik.

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Adele vor "ihrer" 20er Jahre Foto-Wand

Ich habe während meines Praktikums viele verschiedene Arbeiten in den unterschiedlichen Abteilungen verrichtet. Alles hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte die Möglichkeit, Karl Eulensteins Gemälde des Museums in der Sonderausstellung zu erleben. Karl Eulenstein hat mir gezeigt, wie tief die Menschen mit ihrer Heimat verbunden sind. Das Ostpreußische Landesmuseum hat mir ein besseres Verständnis für und Respekt vor der ostpreußischen und preußisch-litthauischen Geschichte gegeben. Durch die Kenntnis der preußischen Geschichte habe ich die Geschichte Litauens besser verstanden.

In der Museumsnacht erlebte ich, wie das Museum lebendig und anschaulich Kultur vermitteln kann. Ich habe für die Museumspädagogik ein riesiges Bild für eine Foto-Wand gezeichnet, hinter der sich Kinder (und Erwachsene) fotografieren lassen konnten. Die Arbeit mit Kindern in der Museumsnacht und im Museum machte mir sehr viel Spaß. Ich war überglücklich!

Die verschiedenen Aufgaben im Museum haben mir viel Freude bereitet. Jeder Moment dort hatte für mich Bedeutung und hat mir sehr viel gegeben. Schade, dass mein Praktikum bald zu Ende geht. Das OL – ein großartiger Platz!