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Seminarreise über die ostpreußische Literatur vom 20.-25.8. 2016

Montag, 14. November 2016

Ein Reisebericht von
Martin Maurach (Schlesische Universität in Opava / DAAD)

„Wir müssen herausfinden, ob es so etwas auch bei uns gibt“ oder: „Wir müssen so bald wie möglich wieder so eine Reise machen“: Wenn solche Äußerungen schon während eines Projektes fallen, spricht viel für sein Gelingen – und das war wohl auch der überwiegende Eindruck, mit dem die bunt gemischte Gruppe aus deutschen, österreichischen, polnischen und tschechischen Studierenden und Dozenten, von Anfang Zwanzig bis ins Seniorenalter, nach einer knappen Woche wieder auseinanderging – mit dem Wunsch: „Fortsetzung folgt!“ Das und der sehr gute, harmonische Verlauf sind vor allem der umsichtigen und hoch professionellen Reiseleitung von Seiten der Kulturreferentin für Ostpreußen, Frau Agata Kern, zu verdanken.

Erster Höhepunkt der Reise war die Marienburg des Deutschen Ordens bei Malbork, ein lebendes Denkmal, da die gewaltige Anlage mit den über Jahrhunderte verteilten Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau gewissermaßen immer noch im Bau ist. Auf der Galerie der äußerlich viel bescheideneren Burg von Olsztyn / Allenstein zeigte sich später, dass weltbewegende Entdeckungen nicht immer einen milliardenteuren Teilchenbeschleuniger brauchen: Kopernikus genügten die über Wände und Decke wandernden Lichtreflexe eines Wassergefäßes, um die scheinbare Bewegung der Sonne zu beschreiben.

Mit Nikolaus Kopernikus in Olsztyn/Allenstein

In Mragowo / Sensburg gab es eine Stadtführung mit einem Besuch des Ernst-Wiechert-Museums; die Struktur der im Kern mittelalterlichen Stadt war noch zu erkennen, ebenso die Spuren ihrer einst so einfachen wie wirkungsvollen Befestigung durch Verbindungsgräben zwischen mehreren Seen.

Vor dem Geburtshaus von Erich Mendelsohn in Olsztyn/Allenstein

Geschichte und Gegenwart der so oft als reaktionär verschrieenen ostpreußischen Adelsfamilien reichen bei den Dönhoffs und Lehndorffs allein im zwanzigsten Jahrhundert vom Widerstand gegen Hitler bis zur Begründung eines demokratisch-liberalen Journalismus und einer völkerverbindenden Publizistik in der Bundesrepublik. Das wurde beim Besuch des Marion Dönhoff Salons (Galkowo) im Gespräch mit Renate Marsch-Potocki deutlich. Quasi nebenan zeigte sich am Beispiel von Schloss Sztynort/Steinort aber auch, wie dramatisch die Lage mancher gerade noch als Ruinen erhaltener ehemaliger Adelssitze heute ist – ganz im Gegensatz zum grotesken Gruseltourismus, der in der Nachbarschaft aus rein kommerziellen Motiven in der ehemaligen ‚Wolfsschanze‘ betrieben wird.

Gespräch mit Renate Marsch-Potocki

In Ełk / Lyck erlebte die Gruppe mit Herrn Dr. Rafał Żytyniec ein sehr lebendiges Seminar zur Stadtgeschichte, zur Jugend von Siegfried Lenz in Lyck und zu einigen seiner Werke. Schauplatz war das im Entstehen begriffene Stadtmuseum mit einer künftigen Siegfried-Lenz-Abteilung. Themen waren unter anderem die Geschichtensammlung „So zärtlich war Suleyken“ und der Roman „Heimatmuseum“. Bei beiden ging es um den Bezug zur masurischen Region, ihre Stellung innerhalb der Heimat- und Erinnerungsliteratur, ihren Beitrag zur Aussöhnung mit der Geschichte und ihre Rezeption in verschiedenen Medien in Deutschland und Polen, u.a. im Film. Außerdem kamen interessante Details über Lenzens spätere Besuche in Ełk/Lyck und seine geistig-emotionale Wiederannäherung an seine Heimatstadt zur Sprache.
Von den beiden eingangs zitierten Aussprüchen galt der zweite der Planung einer neuen Reise auf den Spuren des Deutschen Ordens. Der erste bezog sich auf die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Borussia, die wir in Olsztyn kennenlernten: internationale Begegnungen und Erziehung zur Toleranz vor allem für ehrenamtlich engagierte jüngere Menschen, Denkmal- und Grabpflege, Publikationen u.v.m.

Literaturseminar in Lyck Elk mit Dr.Rafal Zytyniec

Den Abschluss der Reise bildete noch ein herrlicher Tag in Gdańsk / Danzig, zur Hälfte den Spuren von Günter Grass, zur anderen der Altstadt gewidmet. Hätte die ganze Gruppe zugleich auf jener Bank zwischen den Skulpturen von Oskar Matzerath und seinem Schöpfer Platz gefunden, sie hätte die Gelegenheit auf jeden Fallgenutzt; so entstanden dafür viele einzelne Erinnerungsfotos.

Mit Günter Grass und Oskar Matzerath in Gdansk/Danzig

Nicht vergessen sei schließlich die wunderbare masurische Sommerlandschaft mit ihren Seen und Blumengärten, die für mich als Nachgeborenen sozusagen eine neu zu erbende Erinnerung darstellte und als literarische Inspirationsquelle glaubhaft wird.

Ostpreußen als Reiseland – vor 1945

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Vortragsangebot von Dr. Christoph Hinkelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ostpreußischen Landesmuseum

Seit der politischen Öffnung in Mitteleuropa sind die auf drei Staaten verteilten ostpreußischen Städte und Landschaften wieder zugänglich und ein interessantes Reiseziel geworden. Wieder – muss man erneut sagen, denn bereits vor dem Zweiten Weltkrieg spielte der Fremdenverkehr eine wesentliche wirtschaftliche Rolle in der damaligen Nordostecke Deutschlands.

Tourismuswerbung in den 1930er Jahren

Die Kurische Nehrung mit ihren Sanddünen war ein klassisches Reiseziel vor dem Zweiten Weltkrieg, Aufnahme 1940 (E. Schütz)

Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert begann man, andere Regionen und weiter entfernt liegende Orte wegen ihrer Geschichte, Bauwerke, Bibliotheken usw. zu besuchen. Diesen „Gelehrten-Reisen“ gesellten sich im 19. Jahrhundert Erholungsreisen hinzu, die zunehmend auch nach Ostpreußen führten. Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur, doch in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle im geographisch abgetrennten und v.a. landwirtschaftlich geprägten Ostpreußen.

Städte und Regionen warben in Prospekten mit ihren jeweiligen Besonderheiten (Marienburg, 1930er Jahre)

Die Verkehrsinfrastruktur der Provinz war vielseitig und gut auf den Fremdenverkehr eingestellt.

Ostpreußen warb mit guter Infrastruktur, moderaten Preisen für Reisen im Land ebenso wie für Übernachtungen und deutschlandweit bekannten Reisezielen. Innerhalb des Landes gelangte man mit Kleinbahnen, der Kraftpost und anderen Omnibusverbindungen sowie dem PKW zum Ziel. Für letztere gab die Mineralölfirma Shell die besten Straßenkarten heraus. Zwölf Gebiete bildeten den Schwerpunkt der Reiseziele: das Weichselland, die Frische Nehrung, Stadt und Landkreis Königsberg, das Samland, die Kurische Nehrung, das Ermland, das Oberland, Masuren, das Pregeltal, der Nordosten, die Rominter Heide sowie die immer mitberücksichtige Freie Stadt Danzig. Ferner lockten die größeren und attraktiveren Städte mit ihren Besonderheiten und ihrem Umland ebenso wie wichtige Gedenkstätten, z.B. die Abstimmungsdenkmale oder das „Reichsehrenmal“ Tannenberg, die an die Kämpfe im und die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg erinnerten, Bildungsreisende und  „Sommerfrischler“ in die entlegene Provinz. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete diese Epoche.

Auch der Tourismus in Ostpreußen blieb von der Politik und Propaganda nicht verschont. Nach dem "Wiederanschluss" des Memelgebiets im Frühjahr 1939 wurden die bis dahin verwendeten Prospekte kurzerhand einfach überdruckt.

Einen Vortrag über das Reiseland bzw. über andere landeskundliche Besonderheiten Ostpreußens vermittelt das Ostpreußische Landesmuseum bei Interesse (Dr. Christoph Hinkelmann, Tel. 04131 75995-19).

Ostpreußen für Anfänger: Eine Schulreise nach Polen im September 2015

Sonntag, 15. November 2015

Ein Reisebericht von Holger Wendebourg, Lehrer am Hansa-Kolleg in Hamburg

Ostpreußen. Was ist das? Und gibt es das überhaupt noch? 15 Schülerinnen und Schüler des Hamburger Hansa-Kollegs, alle im Alter von 20 bis 30 Jahren, haben sich eine Woche lang, vom 21. bis zum 27. September 2015, in Begleitung zweier Lehrer und der Kulturreferentin für Ostpreußen, Frau Kern, auf den Weg durch Polens Nordosten gemacht, um dieser Frage nachzugehen. Mehrere von ihnen kannten die Geschichten ihrer Großeltern, die ihnen von ihrer alten Heimat erzählt hatten. Aber keiner von ihnen hatte wirklich eine klare Vorstellung davon, was uns dort erwarten würde.

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Unsere Gruppe in Sensburg / Mragowo

Wir haben viel gesehen in dieser Woche: Gleich nach der Ankunft auf dem Flughafen von Danzig brachte uns unser Bus nach Sensburg / Mragowo, wo wir zwei Tage Quartier bezogen haben. Der folgende Tag führte uns auf einer Rundfahrt durch das Herz des alten Ostpreußen: Masuren – mit seinen Seen und der barocken Klosteranlage von Heiligelinde, nach Rastenburg und die nahe gelegen Wolfsschanze; sowie am Ende des Tages zum Lehndorff-Schloss in Steinort. In den folgenden Tagen ging es weiter nach Allenstein / Olsztyn, der Hauptstadt der Woiwodschaft Ermland-Masuren; nach Frombork / Frauenburg am Frischen Haff; und schließlich über Marienburg / Malbork wieder nach Danzig / Gdansk, wo wir die letzten beiden Tage verbracht haben.

Doch war das wirklich Ostpreußen, was wir dort gesehen haben? Wir haben unterwegs viel über die gemeinsame deutsch-polnische Geschichte in diesem Landstrich gelernt, über die pruzzischen Ureinwohner, die Kolonisierung der Landschaft durch den Deutschen Orden, über die Entstehung des Königreichs Preußen und sein ambivalentes Verhältnis zu Polen; über die Teilungen Polens und seine Wiedergeburt nach dem 1. Weltkrieg; über Krieg, Judenvernichtung und Vertreibung der deutsche Bevölkerung im und nach dem 2. Weltkrieg; und schließlich, in Danzig, über das moderne Polen und die mutige Revolte der Solidarnosc-Bewegung, die Polen schließlich in die Demokratie geführt hat, die es heute ist.

Stadtführung_in_Allenstein_Olsztyn

Stadtführung in Allenstein / Olsztyn

Bruchstückhaft hatte wohl jeder von uns von dem einen oder anderen Aspekt dieser wechselvollen Geschichte schon einmal gehört. Aber erst im Laufe dieser Reise setzten sich die einzelnen Bruchstücke langsam zu einem Mosaik zusammen. Was wir unterwegs auf den ersten Blick sahen, war ein modernes Land, das offenbar längst wieder in Europa angekommen ist. Polen eben. Erst der Blick hinter die Kulissen, die zahlreichen Vorträge durch die polnischen Reiseführer, die uns die Geschichte und Gegenwart ihrer Heimat näher brachten, zeigte uns: So einfach ist das alles nicht. Viele der heutigen Bewohner Masurens und des Ermlandes haben ihre Wurzeln in der heutigen Ukraine oder in Litauen; viele der ehemaligen Bewohner haben heute Enkel, die in Deutschland leben und von der Heimat ihrer Großeltern kaum noch etwas wissen.

In Allenstein waren wir zu Gast bei der Stiftung Borussia, die in dem von ihr liebevoll restaurierten „Haus der Reinigung“ am ehemaligen jüdischen Friedhof residiert und sich die Bewahrung der Kulturschätze der Region zur Aufgabe gemacht hat. Man entdeckt die historischen Spuren in Polens Nordosten neu. Und dass es dabei nicht mehr um Nationalität geht, zeigten uns eindrucksvoll die deutschen und ukrainischen Mitarbeiter der Stiftung, die im polnischen Olsztyn in einem vom deutsch-jüdischen Architekten Erich Mendelsohn entworfenen Gebäude arbeiten. Der Enthusiasmus gerade der jungen Mitarbeiter war so ansteckend, dass einzelne Schüler unserer Reisegruppe bereits darüber nachdenken, ob auch sie nach dem Abitur für ein Jahr als Praktikanten nach Olsztyn gehen wollen. Was die Frage nach „Ostpreußen“ angeht, hat die Stiftung eine geradezu salomonische Lösung gefunden, indem sie sich den von allen Nationalismen freien lateinischen Namen „Borussia“ gegeben hat.

Natürlich war bei etwas geschulterem Hinsehen die deutsche Geschichte der Landschaft dann doch nicht mehr übersehbar: Im guten Sinne in den zahllosen Backsteinkirchen und –burgen, prachtvollen Landsitzen (etwa in Cadinen bei Frauenburg) und Klöstern. Aber gleich nebenan steht eben auch die heute nur noch gespenstisch anmutende Bunkeranlage der Nazis in der Wolfsschanze bei Rastenburg; und unterhalb der phantastischen Kirchenburg von Frauenburg findet man dann, fast unscheinbar im Park, einen Gedenkstein, der an die massenhafte Flucht über das Frische Haff am Ende des 2. Weltkriegs erinnert. Die friedliche Ostsee – vor 70 Jahren das Grab für zahllose Flüchtlinge. Man kann nicht anders, als an diejenigen zu denken, die heute auf der Flucht vor dem Krieg verzweifelt den Weg über das Mittelmeer wählen.

Das idyllische Frauenburg mit seiner mächtigen Kirche war zugleich die Wirkungsstätte des Astronomen Nikolaus Kopernikus, der uns auf dieser Reise immer wieder begegnet ist. Der Astronom, der die Erde aus dem Zentrum des Weltalls nahm und der Menschheit gezeigt hat, wo tatsächlich ihr Platz im Universum ist. Ein Frage, die nun wahrhaftig weit jenseits aller Fragen der Nationalität steht. Und so ist die Frage, ob er denn nun Deutscher oder Pole gewesen sei, eine, die Kopernikus, der sich selbst mit lateinischem Namen benannte, vermutlich gar nicht verstanden hätte. Er war Allensteiner, oder Frauenburger – oder einfach: Europäer.

Danzig am Ende: Was für eine phantastische Metropole! Das Wetter meinte es wie immer gut mit uns. In der Abendsonne unseres Ankunftstages empfing uns die liebevoll und akribisch wieder aufgebaute Altstadt  in ihrer ganzen Lebendigkeit und all ihrem Glanz! Es war ein großes Glück, dass vor 70 Jahren offenbar niemand daran gezweifelt hat, dass man diese Altstadt, in der am Ende des Krieges kaum noch ein Stein auf dem anderen stand, wiederaufbauen müsse, wie sie eben war: deutsch, polnisch, hanseatisch.

Und Solidarnosc am Ende: Nach all den Exkursen in eine mehr oder weniger fern liegende Vergangenheit gab es dann den Besuch im nagelneuen und wirklich eindrucksvoll gelungenen Europäischen Solidarnosc-Zentrum. Wem von uns deutschen Besuchern, gerade unter den jüngeren, ist eigentlich noch wirklich bewusst, wo das alles begann, was vor genau 25 Jahren den Deutschen ihre Einheit bescherte? Der Aufbruch Ostmitteleuropas in die Freiheit und der schwere Weg dorthin sind in diesem neuen Museum mit Händen zu greifen. Und hier wird einem plötzlich bewusst, dass es nicht zuletzt der Mut der Danziger Werftarbeiter war, der es uns Norddeutschen heute ermöglicht, über eine offene Grenze zu unseren Nachbarn nach Polen zu reisen.

Steinort_Sztynort

Steinort / Sztynort

Ostpreußen, Borussia, Ermland-Masuren, Polen. Eine bis zur Unübersichtlichkeit wechselvolle, aber spannende Geschichte, eine wunderschöne Landschaft, großartige Städte. Wo die Großeltern nach der Katastrophe des 2. Weltkriegs fliehen mussten, dürfen wir heute ungehindert unser östliches Nachbarland bereisen, das viele von uns immer noch viel zu wenig kennen. Aber daran haben wir jetzt ja wenigstens ein bisschen was geändert …

Wir danken dem Kulturreferat des Ostpreußischen Landesmuseums, das uns diese Reise ermöglichst hat; und wir danken wieder einmal ganz besonders Agata Kern, die uns nun schon zum dritten Mal auf einer große Reise begleitet und auch diese Reise wieder einmal perfekt für uns organisiert hat!

Studienfahrt nach Polen

Dienstag, 15. November 2011

Auf der Marienburg

Vom 29. September bis zum 8. Oktober fuhren 13 Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule (gemeinsam mit Frau Seemann und Herrn Hörig sowie Frau Kern, der  Kulturreferentin des Ostpreußischen Landesmuseums) für zehn Tage nach Polen, um dort „Auf der Suche nach der Ortsidentität“ die ehemaligen deutschen Ostgebiete zu besuchen. In Greifswald schloss sich uns eine Gruppe von Schülern der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Schule an (ebenfalls mit Lehrerin und Kulturreferentin). Ein paar Eindrücke von dieser abwechslungsvollen, lehrreichen, unterhaltsamen Fahrt sollen folgen.

Mit den polnischen Schülern in Nikolaiken

In Steinort

Nach mehreren Vorbereitungstreffen fuhren wir am Donnerstagmorgen um sieben Uhr am Busparkplatz auf den Sülzwiesen ab. Unser Busfahrer Georg begleitete uns über die ganzen zehn Tage und war damit – neben der eigentlichen Reisegruppe natürlich – eine der wenigen Konstanten in dieser Zeit: Immerhin übernachteten wir innerhalb von anderthalb Wochen in acht verschiedenen Unterkünften, sodass wir zwischendurch selbst durcheinander kamen, welche Orte wir jetzt wann besucht hatten. Am Ende der Fahrt sollte einerseits das Gefühl bleiben, außergewöhnlich viel erlebt zu haben, wodurch einem einzelne Erinnerungen teils lange zurückliegend erschienen, andererseits kam uns die Fahrt dennoch kurz vor – wir hätten problemlos noch eine Woche „da drüben“ bleiben können. Das ist auch kein Wunder, wenn man sich die vielen sehenswerten Orte im Norden Polens anschaut, zumal es eine Region ist, in die man sonst eher selten kommt: Begonnen in Stettin (Luftschutzbunker, Alltag im Zweiten Weltkrieg) und Danzig (eine wunderschöne wiederaufgebaute Innenstadt, Ausstellung zum Thema Solidarnośc), über Marienburg (Deutscher Orden im Mittelalter) und Galkowen (ein 150-Seelen-Dorf in Masuren mit einer Ausstellung zu Marion Gräfin Dönhoff), bis zur Wolfsschanze („Führerhauptquartier” im Zweiten Weltkrieg) und nach Thorn (Nikolaus Kopernikus) – überall konnte man Neues entdecken und sein geschichtliches Wissen vertiefen.

Westerplatte

Das eigentliche „Studieren” war aber nur ein Aspekt der Studienreise: Daneben sollten wir auch die polnische Kultur kennenlernen, wozu unter anderem ein Treffen mit Schülern eines Lyzeums in Nikolaiken gehörte. Außerdem aßen wir zu Mittag immer eine typisch polnische Mahlzeit, was bedeutete, dass es grundsätzlich eine Suppe als Vorspeise gab – ein Höhepunkt war in dieser Hinischt das Restaurant in Stettin, wo die Suppe statt in einem Teller in einem ausgehöhlten Brotlaib serviert wurde, den wir auch aufessen konnten. Als Hauptspeise konnten wir zwischen einem vegetarischen und einem fleischhaltigen Gericht wählen, zum Durstlöschen standen meist Orangensaft oder Wasser in Glaskrügen auf dem Tisch. Wir frühstückten immer in der Unterkunft, wo es oft ein reichhaltiges Buffet gab. Überhaupt fühlten wir uns in den Quartieren insgesamt wohl. Ansonsten war es interessant zu sehen, dass die Polen zwar viel englischsprachige Musik hören (mehrmals wurden in den Restaurants im Hintergrund Songs von Phil Collins gespielt), es aber nirgendwo ausländische Zeitungen oder Magazine zu kaufen gab. Die Speisekarte hingegen war in den größeren Städten fast immer zwei-, manchmal sogar dreisprachig gehalten.

Schifffahrt auf dem Spirdingsee

Was bleibt von der Studienfahrt? Erstens war es sehr interessant – das Wort ist dafür viel zu schwach –, mehr über unser östliches Nachbarland zu erfahren, über seine Geschichte und über seine Kultur (auch wenn wir – Schande über uns – nur zwei, drei polnische Vokabeln regelmäßig benutzt haben: Dzién dobry! – Guten Tag, dziękuje – danke und proszę – bitte). Zweitens gab es wirklich herrliche Orte: zum Fotografieren, zum Nachdenken oder zum Ausruhen. Und drittens, was ich auch als sehr wichtig empfand, damit die Studienfahrt zu einer herausragenden Veranstaltung wurde, war die Reisegruppe einfach großartig. Obwohl wir Raabe-Schüler aus vier verschiedenen zehnten Klassen kamen und uns vorher teilweise nur vom Sehen kannten, hatten wir keine Probleme miteinander und konnten uns richtig anfreunden. Insgesamt also eine wirklich wunderbare, vielfältige, grandiose Fahrt.

Freundschaftsspiel in Nikolaiken

Anmerkung: Im Text sind immer die deutschen Ortsnamen benutzt, da wir die polnischen Bezeichnungen so gut wie nie verwendet haben.

Vor dem Gasthaus in Galkowo

Christoph Reese, Klasse 10a

Reisebericht zur Studienreise “Burgen im Deutschordensstaat Preußen”

Dienstag, 26. Oktober 2010

Eine andere Reise in das ehemalige West- und Ostpreußen

Reisebericht von Frauke Opitz – 15. Oktober 2010

Die Marienburg. Foto: Opitz

Die Marienburg. Foto: Opitz

Viele Reiseveranstalter bieten Reisen in das ehemalige Ost- und Westpreußen an, aber selten noch leben Menschen, die dort geboren wurden. Die meisten Teilnehmer suchen wehmütig die alte Heimat, die alten Orte, Straßen, Erinnerungspunkte ihrer Kindheit, ihres Lebens. Ich wurde 1941 geboren, meine Tochter 1967, und wir kennen das „alte“  Preußen nur von den Erzählungen unserer Vorfahren, die aus der Nähe von Marienburg bzw. aus Kaukehmen kamen.

Das Ostpreußische Landesmuseum bot nun eine Reise an, die auf die Spuren der Burgen im Deutschordensstaat Preußen führen sollte. Die Leitung oblag der Kulturreferentin für Ostpreußen Agata Kern.  Es war eine Reise in eine Vergangenheit, die viele hundert Jahre zurückliegt, deren steinerne Zeugen uns aber beredter Beweis sind für die Macht des Deutschen Ordens in Preußen. Die gotischen Türme der Burgen und Kirchen, ausschließlich in Backstein erbaut, bestimmen vielfach das Panorama in Pomesanien, dem Oberland, Ermland und Masuren. Die schönen Bauten beeindrucken besonders durch ihre Einfachheit, ihre klare Architektur.

Dies alles wurde uns hervorragend nahegebracht von einer weiteren Fachfrau: Malgorzata Jackiewicz-Garniec, Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin. Sie ist Verfasserin und Herausgeberin eines Buches über die „Burgen im Deutschordensstaat Preußen“ und zusammen mit einer Dolmetscherin unsere Begleiterin.

Unsere Reise beginnt in Marienburg (Malbork) mit der Besichtung der Burg der Hochmeister des Deutschen Ordens, der im 12. Jahrhundert gegründet wurde. 1309 wurde dessen Sitz von Venedig nach Marienburg verlegt.  Der Hochmeister stand in der Hierarchie an der Spitze des Ordens und bekleidete sein Amt lebenslang. Bekannte Namen sind noch heute Legende: Hermann von Salza, Heinrich Reuß von Plauen, und Vertreter der Geschlechter von Hohenlohe, von Sangershausen, von Feuchtwangen, von Jungingen und weitere bis zu Eugen von Österreich als dem letzten weltlichen Hochmeister des Deutschen Ordens von 1893 bis 1923. Danach übernahmen – bis heute – kirchliche Würdenträger dieses Amt.

Die Marienburg ist die größte Burg des Deutschen Ordens und gilt auch als die größte gotische Backsteinburg Europas, aber an baulicher Schönheit stehen ihr andere nicht nach, denn zum Beispiel die Burg eines Komturs, also eines Niederlassungsleiters, ist als Wehrburg beeindruckend, aber bescheidener in ihren Ausmaßen.

Zerstörungen im II. Weltkrieg sowie Zerfall und Verwahrlosung haben vielen Burgen arg zugesetzt.

Monumental erhebt sich in Marienwerder (Kwidzyn) die Burganlage des pomesanischen Domkapitels über die Stadt. Uns fällt ein der Burg vorgelagerter Abschlussturm auf, zu erreichen über einen weit aufragenden Viadukt. Es ist der Dansker, der Toilettenturm direkt über dem Graben, der einmal Wasser führte. Ein Plumpsklo in ca. 20 m Höhe.

Mit uns ist auch Christian Papendick, Architekt und Landschaftsarchitekt aus Hamburg, der unermüdlich fotografiert. 84jährig ist der in Königsberg geborene überall dabei, gute Perspektiven für seine Fotos zu finden, und er scheut auch hier eine Kletterei auf den Burgwall nicht, was einige von uns denn doch besorgt beobachten.

Er verriet mir, dass er ein Buch plant über den polnischen Teil Ostpreußens.

Seine  hervorragende Bilddokumentation „Der Norden Ostpreussens – Land zwischen Zerfall und Hoffnung“ , erschienen im Husum Verlag, beschreibt den Teil des Landes, der jetzt zu Russland gehört, also das Königsberger Gebiet, Tilsit und Memel, die Elchniederung, die Memelniederung.

Nach dem Besuch der Burgen in Osterode (Ostroda) und Neidenburg (Nidzica) führt unser Weg nach Allenstein (Olsztyn) zur Burg des ermländischen Domkapitels.

Am anderen Morgen besichtigen wir die Ruinen von Schloss Schönberg (Szymbark), das Ende des  17. Jahrhunderts vom späteren Reichsgrafen Finck von Finckenstein erworben wurde.  Im Januar 1945 erreichte die Sowjetarmee das Schloss. Damit war sein Ende besiegelt. Die Einwohner flohen mit anderen Dorfbewohnern gen Westen und das alte Schloss wurde ein Raub der Flammen.

Die Burg der Bischöfe in Heilsberg (Lidzbark-Warminski), in der die umfangreichen Restaurierungsarbeiten zum Teil abgeschlossen sind,  und die Burg der ermländischen Bischöfe in Rössel (Reszel) sowie die Pflegerburg (Wohnsitz des Pflegers als Verwaltungsbeamter, sowie Wehrburg) in Rastenburg (Ketrzyn) nötigen uns Respekt vor der enormen Leistung der Ordensleute, der Handwerker und Arbeiter ab. In Rössel (Reszel)– einem der wenigen Orte, die im letzten Krieg nicht beinahe vollständig zerstört wurden – übernachten wir in der Burg. Der Besitzer hat phantasievoll 21 Räume zu Hotelzimmern umgestaltet und mit teilweise selbst gefertigten schlichten Holzmöbeln ausgestattet. Hier gibt es zum Abendessen frisch gefangene Schleie mit einer vorzüglichen Sahnesoße. Das fluffige Rührei am morgendlichen Frühstücksbufett ist begehrt und ungemein lecker.

Tief bewegt bin ich von einem Besuch  im Salon Marion Dönhoff in Galkowen (Galkowo). Dieser Salon ist ein großer weiter Raum in einem wieder aufgebauten Forsthaus, das verwahrlost und schwer beschädigt von seinem Platz in Steinort, also dem Wohnsitz derer von Lehndorff, von Alexander Potocki dort ab- und in Galkowo wieder aufgebaut, restauriert und ergänzt wurde. Das alles erzählt uns Renate Marsch-Potocka, ehemals Korrespondentin der Deutschen Presseagentur in Warschau, und sie lässt uns die Stimme Marion Dönhoffs hören, die aus ihrem Buch „Eine Kindheit in Ostpreußen“ den Abschnitt „Im Rhythmus der Jahreszeiten“ liest. Nach einer farbigen Erzählung des Jahreskreislaufes endet das Kapitel mit dem berührenden Satz: … „und es gibt nur noch ein Gefühl: tiefe Dankbarkeit dafür, dass dies meine Heimat ist.“  Es ist die Heimat, die sie 1945 im tiefsten Winter auf ihrem Pferd Alarich fliehend verlassen muss.

An den Besitz in Friedrichstein erinnert ein einziger noch vorhandener Backstein im Salon in Galkowo, der Rest ist verschwunden, getilgt.

Im Obergeschoss also wird mit Fotos, mit Bildern der Familie und mit Tondokumenten der großen Journalistin Marion Gräfin Dönhoff gedacht, der Herausgeberin der Wochenzeitung DIE ZEIT. Auch an die letzten Besitzer von Steinort, die Grafen Lehndorff, wird hier erinnert, besonders an Heinrich Graf Lehndorff, der 1944 nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler seinen Schergen mehrfach entkommen konnte, sich aber mit Rücksicht auf seine Familie letztlich einem Forstmann zu erkennen gab, der ihn verriet.

Einige Burgen können wir wegen laufender Restaurationsarbeiten nur von außen besichtigen. In der Komturburg in Rhein (Ryn) fällt es sehr schwer, die ursprüngliche Verwendung nachzuvollziehen. In dieser Burg residiert ein Hotel, das die große Halle im Erdgeschoss  zu einer modern anmutenden Rezeption umgestaltet und nicht nur meiner Meinung nach sehr daneben gegriffen hat. Die unglücklich gewählten Deckenlampen sollen wohl ein wenig Mittelaltergefühl aufkommen lassen, die schönen Backsteinwände sind nicht nur in dieser Halle behängt mit Teppichläufern: durchaus handgeknüpft und älteren Datums, was sichtbar ist an den Verschmutzungsspuren in der Mitte, aber auf diesen farbiggemusterten Orientläufern hat man dann auch noch Säbel, Degen, Beile etc. befestigt.

Ein kurzfristig arrangierter Besuch des Schlosses Eichmedien nahe Rastenburg, dessen Bewohner, die Familie von Redecker, im Jahre 1945 vor den Russen flohen, war sehr bemerkenswert. Vor ca. 12 Jahren wurde das völlig heruntergekommene Anwesen von einem polnischen EDV-Spezialisten  und seiner Ehefrau gekauft. Allein zwei Jahre lang haben die fleißigen Menschen tonnenweise den Schutt aus den Kellern, den Stockwerken und dem weitläufigen Park geräumt, bevor mit einer Restaurierung begonnen werden konnte. Überall wird gearbeitet. Um die kostbaren Kachelöfen wieder restaurieren bzw. völlig neu aufbauen zu können, gibt es eine Werkstatt, in der Kacheln geformt, kunstvoll mit den alten Mustern bemalt und gebrannt werden. So haben etliche Bewohner der Umgebung Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten. Kachelöfen auch für andere Kunden bringen einen Teil des Geldes ein, das erforderlich ist für die Erneuerung von Schloss und Schlosspark.

Der jüngste Sohn der ehemaligen Besitzer von Redecker ist oft in Nakomiady, wie Eichmedien polnisch heißt, und sehr schnell ein guter Freund des jetzigen Eigentümers geworden. Stehen die zwei, den Besuchern den Baufortschritt erklärend, nebeneinander, hielte man sie für Brüder. Deutschland und Polen geeint.

Nach der Außenbesichtigung der Pflegerburg in Angerburg (Wegorzewo) bringt uns ein Schiff über den Großen Mauersee nach Lötzen (Gizycko) zur Übernachtung. Die Reise führt uns weiter zum westlichsten Standort einer Burg in Bütow (Bytow). Hier ist nur ein Überblick über die teilweise gut restaurierte Burg von außen möglich. Wir kommen spät an, übernachten im Burghotel und fahren am folgenden Tag voll mit Erlebnissen  und nach vielen guten Tagen zurück nach Lüneburg.

Voller Staunen erinnern wir uns rückblickend an Polen, an das Land, in dem unsere Eltern oder Großeltern geboren wurden und das uns als Ost- bzw. Westpreußen überliefert ist. Wir, als die in West-Deutschland geborene Generation, haben Ostpreußen und Westpreußen nicht gefunden, aber ein Land, das sich seit der „Wende“ sehr gewandelt hat. Nur in ganz entlegenen Landschaften, wie der schon immer wirtschaftlich benachteiligten Kaschubei, findet der Reisende gelegentlich noch halbverfallene Höfe, verrottete Fensterläden und graue Häuser vor. Ansonsten sind die Straßen gut, größtenteils sehr gut ausgebaut, die Häuser farblich gestaltet, die Balkone der ehemals grauen und nun phantasievoll farbig gestrichenen Wohnblocks mit Blumen geschmückt.

Vergangenheit und Zukunft, Fleiß und Ideen, herrliche Landschaften. Ein bewundernswertes Land.

Studienreise: Burgen im Deutschordenstaat Preußen (11.-19.9.2010)

Dienstag, 26. Oktober 2010

Von Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen am Ostpreußischen Landesmuseum

Himmel üeber Allenstein

Himmel über Allenstein / Olsztyn

Die vom Kulturreferat für Ostpreußen angebotenen Studienreisen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Sie vermitteln Kenntnisse über die Geschichte Ostpreußens, fördern grenzüberschreitende Kontakte und Begegnungen und haben meist Themenschwerpunkte zum Inhalt. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und sogar aus dem europäischen Ausland.

2009 ging die Reise auf den Spuren von Marion Gräfin Dönhoff anlässlich ihres 100. Geburtstages durch das nördliche und südliche Ostpreußen.

Dieses Jahr war das Thema: Burgen des Deutschen Ordens. Die wissenschaftliche Leitung der Reise hatte Malgorzata Jackiewicz-Garniec, polnische Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin, Autorin des Buches “Burgen im Deutschordensstaat Preußen”. Ihr Fachwissen beeindruckte die Teilnehmer.

Malgorzata Jackiewicz-Garniec und Joanna Demko (Dolmetscherin)

Die Reise begann mit der Besichtigung der größten gotischen Backsteinburg Europas in Malbork/Marienburg. Weitere Stationen der Reise waren unter anderem die Burgen in Kwidzyn/Marienwerder, Szymbark/Schönberg, Ostroda/Osterode, Nidzica/Neidenburg, Olsztyn/Allenstein und Reszel/Rössel.

Weitere Höhepunkte der Reise waren: Schifffahrt auf der Mauersee, Besuch im „Salon Marion Dönhoff“ in Galkowo, in dem anhand von Büchern, Ton- und Bilddokumenten den Besuchern das Leben und Werk von Marion Gräfin Dönhoff näher gebracht wird. Der Salon wird von Renate Marsch-Potocka, der langjährigen Korrespondentin der Nachrichtenagentur dpa, geführt.

Sehr bewegt hat die Teilnehmer die Besichtigung der ehemaligen Friedhofshalle „Bet Tahara“ (hebr. Haus der Reinigung) in Olsztyn/Allenstein. Das Haus wurde in den Jahren 1912-1913 nach den Plänen des weltberühmten deutsch-jüdischen Architekten Erich Mendelsohn errichtet und ist eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse jüdischen Lebens im Ermland.

Es waren sehr intensive Reisetage mit vielen Eindrücken und warmherzigen Begegnungen.

Spaziergang in Schönberg / Szymbark

Spaziergang in Schönberg / Szymbark