Artikel-Schlagworte: „Lüneburg“

Gewinner des Ferienstarters 2017 erhielten im Kloster Lüne ihren Preis: Eine Kindergeburtstagsfeier im Museum

Donnerstag, 10. August 2017

Ein Bericht von Silke Straatman

“Vier gewinnt” heißt das Gewinnspiel beim Ferienstarter der Lüneburger Museen, das seit drei Jahren am ersten Sonntag zu Beginn der Sommerferien die Familien zum Mitmachen auffordert. Wer sich in jedem der vier Lüneburger Museen (einschließlich Kloster Lüne) einen Stempel abholt, hat die Chance einen Museums-Kindergeburtstag zu gewinnen.
Die vier ausgelosten Gewinner-Kinder des diesjährigen Ferienstarters waren am 9. August 2017 zur Preisübergabe ins Kloster Lüne eingeladen.

Lana, 12 Jahre (Museums Lüneburg), Lovis, 6 Jahre (Ostpreußisches Landesmuseum), Leonie, 10 Jahre  (Deutsches Salzmuseum) und Naja, 4 Jahre ( nicht auf dem Foto, Kloster Lüne) freuen sich über ihren Preis.

Glückliche Gewinner-Kinder beim Ferienstarter 2017

Glückliche Gewinner-Kinder beim Ferienstarter 2017

Ferien im Museum — Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 21. April 2017

Bericht von Silke Straatman


Unter dem Motto „Bernstein-Entdeckertage“ konnten interessierte Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren in der Woche vor Ostern im Ostpreußischen Landesmuseum auf Entdeckungstour gehen.
Die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ (noch bis 7. Mai 2017) bietet hierfür faszinierende Einblicke in das Ökosystem eines „Bernsteinwaldes“, einen Lebensraum, der über 40 Millionen Jahre zurückliegt.

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein-Entdeckertage im Ostpreußischen Landesmuseum

Bernstein gewährt Einsicht in eine ferne Vergangenheit. Im Harz, das ein subtropischer Baum vor 40 bis 50 Millionen Jahren in Nordeuropa abgab, finden sich häufig kleine Tiere und Pflanzenteile. Diese eingeschlossenen, gut erhaltenen Kleinlebewesen nennt man auch „Inklusen“. Sie zeugen von einem Leben längst vergangener Zeiten.

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Welche Einschlüsse sind in dem Bernstein

Das machte neugierig. Für die Bernstein-Quizfragen mussten die jungen Feriengäste schon genauer hinschauen. Aber die Kinder bewiesen Forscherdrang und wussten, wie man kniffelige Fragen lösen kann.
Jeder konnte sich einen eigenen Rohbernstein aussuchen. Mit ein paar Experimenten ließ sich herausfinden, ob der Bernstein wirklich echt ist.

Dann ging es an die Arbeit: Schleifen und Polieren. Aus einem verkrusteten bräunlichen Brocken wurde ein wunderschönes Schmuckstück, das unter dem Mikroskop auf „Inklusen“ untersucht wurde.

Schleifen des Rohbernsteins

Schleifen des Rohbernsteins

Am Ende waren alle richtige Bernstein-Experten geworden und konnten ihren wertvollen Talisman mit nach Hause nehmen.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Leo ist begeistert: Er hat eine Inkluse durchs Mikroskop entdeckt.

Wer Lust bekommen hat, in den Ferien ins Ostpreußische Landesmuseum zu kommen, kann sich schon jetzt in den Sommerferien für die letzte Juliwoche (25. bis 28. Juli, täglich 13:30 bis 16:30 Uhr), einen Platz reservieren.
Dann heißt unser Motto: „Erlebte Geschichten künstlerisch gestalten – Wir entwerfen unser eigenes Ferientagebuch“

Flüchtlinge besuchen das Ostpreußische Landesmuseum

Mittwoch, 8. Februar 2017

Seit knapp einer Woche ist die Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zur Vorzeit“ im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg wiedereröffnet. Sie ist noch bis  zum 7. Mai 2017 zu sehen.

Teilnehmer des Deutsch-Einführungskurses, bestehend aus Geflüchteten verschiedener Länder, kamen am 7. Februar zu Besuch. Unter der Leitung von Britta Müller wurden sie von der „Diskussionsrunde der Frauen der VHS-Lüneburg“ begleitet. Die Idee hatte Britta Stegmann, eine der aktiven Ehrenamtlichen des Ostpreußischen Landesmuseums.
Das Museum baut auf das Thema Flucht und Vertreibung auf, die Besucher brachten dazu ihre eigenen Geschichten mit. Ein gelungener Nachmittag mit anregenden Unterhaltungen.

(Elias Richter / Silke Straatman)

Hinter den Kulissen: Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Mittwoch, 28. Dezember 2016

„Machen Sie Praktika, gehen Sie ins Ausland!“ – Diesen Rat eines Professors an der Uni befolgend, habe ich, Christina Ramsch, Studentin der Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg, mich vor einem Jahr entschieden, mir nach meinem vierten Semester Zeit zu nehmen, um Praktika zu absolvieren, denn: Nichts geht bekanntlich über Praxiserfahrung. Zum jetzigen Zeitpunkt befinde ich mich sozusagen auf der Schwelle zwischen den beiden Praktika, die mich in diesem Semester beschäftigen. Ich blicke zurück auf neun ereignis- und erfahrungsreiche Wochen im Ostpreußischen Landesmuseum und bin gleichzeitig gespannt auf weitere zehn Wochen Praktikum in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.

Ankommen im Museum – von Irrungen und (Ent)wirrungen
Mein Praktikum habe ich unter der Anleitung von Silke Straatman in der von ihr geleiteten Abteilung Bildung und Vermittlung absolviert. Nach einem allseits äußerst freundlichen Empfang durch Silke Straatman und die übrigen Mitarbeiter, wurde sehr schnell deutlich: Der Zeitpunkt war günstig gewählt – „Es gibt Arbeit!“, wurde mir verkündet. Da ich motiviert war, möglichst viel zu erfahren und kennenzulernen, kam mir diese Tatsache natürlich entgegen. So boten bereits die ersten Tage reichlich Gelegenheit, mich einzubringen und aktiv zu werden. Und weil man ja bekanntlich am besten durch praktisches Arbeiten lernt („learning by doing“), verschwanden auch die anfänglichen kleinen Verwirrungen wie „Welches Büro gehört zu welchem Mitarbeiter?“, „Welcher Drucker ist gerade der Richtige?“ und „Ach ja, wo war nochmal der Aktionsraum?“ recht schnell.

Das neue Eingangsfoyer des Ostpreußischen Landesmuseums

Der Museumsmarkt 2016 – Wer? Wie? Wann? Und vor allem Was?
Anfang November stand der Museumsmarkt 2016 vor der Tür. Der Einblick in die Organisation dieser Veranstaltung bot mir einen aufschlussreichen Eindruck davon, wie ein solcher Markt koordiniert wird, was alles beachtet werden muss, wer involviert ist sowie viele weitere in die Planung zu integrierende Elemente. Ich selbst durfte mich mit der Organisation eines Gewinnspiels zugunsten des Museumskinderclubs befassen und mich anhand weiterer Aufgaben an der Umsetzung der Veranstaltung beteiligen. Dass der Museumsmarkt ein über mehrere Monate hinweg geplantes Ereignis ist, wurde mir spätestens zu dem Zeitpunkt bewusst, als ich bereits kurze Zeit nach der Veranstaltung die Akquise neuer Aussteller für den Museumsmarkt 2017 miterleben durfte.

Litauische Bernsteinkunst: Daiva Molyté und Audrius Lukauskas aus Nidden

Langeweile im Museum? Unmöglich! – Aufgabenvielfalt im Praktikum
Stand während der ersten Wochen des Praktikums noch unbestritten der Museumsmarkt im Zentrum der Aufmerksamkeit der Abteilung Bildung und Vermittlung, so prägten unterschiedlichste Themen und Aufgaben den zweiten Teil meiner Zeit im Museum. Hier nur ein kleiner Einblick:
Zum einen stand die Eröffnung der neuen Sonderausstellung „Bernstein – Goldenes Fenster zu Vorzeit“ bevor. Jede Ausstellung, egal zu welchem Fachbereich gehörend, soll den unterschiedlichen Besuchern, ob jung oder alt, bestmöglich zugänglich gemacht werden. Im Rahmen der neuen Sonderausstellung wird daher ein kostenloses Quiz angeboten, welches Kindern ermöglicht, die Ausstellung eigenständig zu entdecken. Dieses Quiz zu erstellen gehörte zu meinen Aufgaben. Einen großen Teil meiner Zeit verwendete ich außerdem auf die Aktualisierung des Schulverteilers. Dieser ist relevant, damit das Museum bestmöglich mit den Schulen im näheren und weiteren Umkreis kommunizieren kann. Außerordentlich interessant waren für mich darüber hinaus die Treffen der Museumspädagoginnen in Lüneburg, bei denen ich Genaueres über die bestehenden Kooperationen zwischen den einzelnen Lüneburger Museen erfahren konnte. Ganz praktische Aspekte der museumspädagogischen Arbeit eröffneten sich mir schließlich während des Hospitierens bei einem Kindergeburtstag sowie beim Treffen des Kinderclubs im Museum als auch bei der Besprechung der Gestaltung neuer Räumlichkeiten für die Abteilung Bildung und Vermittlung.

Sonderausstellung: Bernstein - Goldenes Fenster zur Vorzeit

Besonders spannend waren für mich auch die Besprechungen zur Gestaltung der neuen Dauerausstellung, die zurzeit im Museum konzipiert wird. Diese Sitzungen haben mir einen kleinen Eindruck von all den Prozessen, unterschiedlichen Aufgaben und Personen vermittelt, die in ein solches Projekt integriert sind – ein Umfang und eine Komplexität, die ich mir zuvor nicht hätte vorstellen können.

Museum von A bis Z – Ein Resumée
Die vergangenen Monate waren für mich eine äußerst positive Zeit. Das hängt unter anderem mit der guten Arbeitsatmosphäre zusammen, die ich im Museum erleben durfte. Allen Mitarbeitern, aber insbesondere Silke Straatman habe ich es zu verdanken, dass ich mich dort sehr schnell wohl gefühlt habe. Es wurde mir sehr viel erklärt und gezeigt, ich konnte zudem jederzeit jede Frage stellen, die mir in den Sinn kam (und in zwei Monaten kommen da so einige Fragen zusammen!) und durfte bei einer Vielzahl von Terminen und Besprechungen anwesend sein, sodass das Praktikum immer abwechslungsreich blieb und keine Chance auf Langeweile bestand.

Insgesamt hatte ich somit eine äußerst aufschlussreiche Zeit im Ostpreußischen Landesmuseum, die mich um einige Erkenntnisse und Erfahrungen reicher gemacht hat. Eine Erkenntnis besteht sicherlich auch darin, dass zwei Monate nicht annähernd ausreichen, um auch nur eine Abteilung gänzlich kennenzulernen, aber ich bin überzeugt davon, dass ich einen intensiven Einblick in das Arbeitsfeld „Museum“, insbesondere in die Museumspädagogik, erhalten habe. Jetzt ist für mich jedenfalls klar: Ich werde mich auch in Zukunft im Zuge meines Studiums weiter in diese Richtung orientieren.

In diesem Sinne: Vielen Dank an das Museumsteam für diese spannende Zeit!

Praktikantin Christina Ramsch

Von Bernsteinkunst bis Scherenschnitt – Vielfältiges Kunsthandwerk auf dem Museumsmarkt 2016

Mittwoch, 16. November 2016

von Christina Ramsch, Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung

Auf dem folgenden Film können Sie sich einen Eindruck vom Museumsmarkt machen:

https://youtu.be/MOShlKMXR5o

„Tradition trifft Modernes“ – unter diesem Motto fand, traditionell am ersten Wochenende im November, vom 4. bis 6. November 2016, der Museumsmarkt im Ostpreußischen Landesmuseum statt. Im fertiggestellten Neubau des Museums präsentierten in dieser Zeit 31 Aussteller ihr vielfältiges Kunsthandwerk den insgesamt etwa 1800 Besuchern. Feierlich eröffnet wurde der Markt am Freitagabend durch Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Bei musikalischer Untermalung durch Jazzpianist Bernd Homann konnten die Besucher ihre Aufmerksamkeit anschließend den unterschiedlichen Ständen widmen, die mit Objekten von Keramik und Schmuck über Textilien bis hin zu kulinarischen Köstlichkeiten eine große Bandbreite zeigten.

Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert begrüßt Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der den Museumsmarkt eröffnet

Jazzpianist Bernd Homann begleitet den Eröffnungsabend musikalisch

An den Folgetagen konnte, wer sich etwas Zeit nahm, außerdem Spinnerinnen bei der Arbeit beobachten, Zeuge werden, wie ein Schmuckstück aus Bernstein entsteht oder sogar eine Künstlerskizze von sich selbst anfertigen lassen.

Künstlerin Elena Steinke präsentiert einem Besucher sein Portrait

Besucher können dem Bernsteinkünstler bei der Arbeit über die Schulter schauen

Währenddessen versuchten die Kinder sich selbst im Kerzen drehen oder ließen beim Bemalen kleiner Elchanhänger aus Holz ihrer Kreativität freien Lauf.

Elch-Malspaß am Kindertisch

Kinderprogramm mit Christina Ramsch

Erfolgreich war das Wochenende auch für den Kinderclub des Museums. Viele Besucher versuchten am Samstag und Sonntag bei der „Elch-Tombola“ zugunsten des Kinderclubs ihr Glück. So konnte manch Einer am Ende des Tages ein schönes, nützliches oder leckeres Andenken vom Markt mit nach Hause nehmen.
Alles in allem kann das Museum und die Organisatorin des Marktes Silke Straatman somit einen gelungenen Museumsmarkt verzeichnen, der auch bei mir die Vorfreude auf das nächste Jahr geweckt hat.

Königsberger Marzipan mit Trakehner Wappen

Kunsthandwerker im neuen Sonderausstellungsraum des Museums

Für mich als Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung des Museums war es äußerst spannend, die Organisation einer solchen Großveranstaltung, die sich sehr stark vom „normalen“ Museumsalltag abhebt, aus der Nähe mitzuerleben. Es hat mir großen Spaß bereitet, in den vergangenen Wochen „hinter die Kulissen“ zu schauen, dabei die Zusammenhänge der Planung und Koordination des Marktes etwas besser verstanden und selbst einen kleinen Beitrag zu seiner Umsetzung geleistet zu haben. Damit waren die letzten Wochen der Vorbereitung sowie die Tage des Museumsmarktes selbst für mich eine Zeit, aus der ich sicherlich einige wertvolle Erfahrungen mit in die Zukunft nehmen werde.

Sommerakademie 2016

Freitag, 9. September 2016

Die Kunst der Zeichnung oder Der Weg von der Skizze zum Entwurf
Eine Woche lang, vom 25. bis 29. Juli 2016, stand die Kunst der Zeichnung in ihrer Funktion von der Skizze zum Entwurf eines Bildes im Vordergrund. Als Inspirationsquelle unserer Arbeit wurden eindrucksvolle “Architektur-Objekte” norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt.

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Die Künstlerin Elena Steinke begleitete diesen Workshop sehr professionell und konnte die hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten und ihrem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven eröffnen.
Die Originalkulissen der Stadt Lüneburg, besonders seiner bedeutenden Backsteinkirche St. Johannis, boten bestmögliche Arbeitsbedingungen, um frei vor Ort zu skizzieren und dann im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseums auf Grundlage der entstandenen Skizzen die Entwürfe für zukünftige Werke zu schaffen und zum fertigen Bild weiterzuentwickeln. Ein intensiver Prozess voll Kreativität und Kontemplation.

Die Ergebnisse werden besprochen

Die Ergebnisse werden besprochen

Machen Sie sich einen Eindruck von dieser intensiven Kunstwoche, die das Ostpreußische Landesmuseum jedes Jahr einmal im Sommer anbietet. Vielleicht haben Sie Lust, im nächsten Jahr dabei zu sein, dann schauen Sie sich den folgenden Kurzfilm an:

https://youtu.be/7SPbYwSP3Nk

(Silke Straatman)

Sommerferienprogramm im Ostpreußischen Landesmuseum

Dienstag, 16. August 2016

Unter dem Motto „Ziegel erzählen vom Mittelalter”  konnten Ferienkinder zwischen 8 und 12 Jahren vom 27. Juni bis 1. Juli 2016 mit der Kamera auf Spurensuche durch die Hansestadt Lüneburg gehen

Das Ferienprogramm fand im im Rahmen der Sonderausstellung “Backsteinarchitektur im Ostseeraum” statt.

Der Taustein (Foto: Ella, 8 J.)

Eine Zeitreise ins Mittelalter erlebten die teilnehmenden Kinder bei dem Sommerferienprogramm im Ostpreußischen Landesmuseum. Mehrere Spaziergänge durch Lüneburg zeigten, dass die mittelalterliche Hansestadt zu diesem Thema einiges zu bieten hat. Die Spurensuche in und an alten Gebäuden und Häuserwänden war so spannend, dass Foto- und Handy-Kameras der Kinder voll waren mit Entdeckungen – und der Blick geschult für wunderbare Detailaufnahmen.

Foto zeigen

Gewölbekeller "Scharffsches Haus" (Foto: Ella, 8 J.)

Entdeckung des Löwen (Foto: Ella, 8 J.)

Bei dem Besuch der Lüneburger Nicolaikirche ging es weiter auf die Suche nach dem Besonderen: Teilweise kleine Dinge, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt wahrnimmt wie Formsteine, Medaillons als Schlusssteine in der Gewölbedecke, Reliefs und Skultpuren wurden staunend bemerkt.

Blick auf Lüneburger Nicolaikirche (Foto: Beda, 8 J.)

Fensterornament Nicolaikirche (Foto: Beda, 8 J.)

Mit einem Suchspiel unter der Anleitung von Kirchenpädagogin Karin Aulike wurde es dann richtig interessant, denn hinter einigen Dingen verbergen sich wundersame Geschichten, die im Raum der Stille vorgetragen wurden.

SchlusssteinWo ist der Schlusstein_im_Gewölbe?

Besonders gut gelungen sind die Frottagen (Abriebe mit Papier und Stiften oder Kreiden) auf den hübsch ornamentierten Fußbodenkacheln.

Frottage

Eine Gewölbe mit Holzklötzen zu bauen erforderte zudem noch echtes Geschick.

Gewölbebauer

Am Ende dieser kurzweiligen Ferienwoche gab es eine anschauliche Präsentation der Ergebnisse für Eltern und Besucher, die im Rahmen der Sonderausstellung „Backsteinarchitektur im Ostseeraum“ (noch bis 28. August 2016) im Ostpreußischen Landesmuseum gezeigt wird.

Silke Straatman (Abteilungsleitung Bildung und Vermittlung)

Auf den Spuren von Martin Luther

Montag, 11. Juli 2016

Studienreise vom 19.4. bis 24.4. 2016
Wissenschaftliche Begleitung. Dr. Martin Treu

Unsere Reisegesellschaft von 22 Teilnehmern aus ganz Deutschland startete am 19. April von Hamburg/Lüneburg in aller Frühe zu einer wunderbaren Reise nach Mitteldeutschland.
Auf der Fahrt machten wir zunächst Station in Magdeburg, wo wir an einer angemeldeten Domführung teilnehmen konnten. Nach diesem gelungenen Auftakt fuhren wir weiter in die Lutherstadt Wittenberg, wo uns Herr Dr. Martin Treu in Empfang nahm und schon einen ersten Stadtspaziergang mit uns machte. Dr. Treu ist Theologe und Historiker und erwies sich als ein herausragender Kenner Luthers und seiner Zeit. Der folgende Tag führte uns in das Luthermuseum, für Dr. Treu ein Heimspiel, da er seinerzeit verantwortlich war für die Einrichtung dieser überwältigenden Luther-Ausstellung. Auch im Melanchthon-Haus, das sich mit einem modernen Neubau und einer entsprechenden Ausstellung präsentierte, erwies sich Dr. Treu als souveräner Führer. Es folgten die Stadtkirche St. Marien und die Cranach-Höfe.

Dr. Martin Treu mit einigen Teilnehmern der Reise

Der nächste Tag führte uns nach Torgau zur Katharina-Luther-Stube, einer liebevoll eingerichteten kleinen Gedenkstätte für Luthers Frau, die in Torgau starb, und zum Schloss Hartenfels, einem prächtigen Renaissance-Bau. Hier entstand der erste protestantische Kirchenbau in Gestalt der Schlosskapelle, in der Luther oft als Prediger wirkte. Anschließend dann die Stadtkirche St. Marien, eine wunderbare, lichte Hallenkirche mit der Grabstätte Katharina Luthers.
Weiter ging es nach Mansfeld zu Luthers Elternhaus und dem angeschlossenen avantgardistisch anmutenden Museum, das archäologische Funde aus Luthers Zeit präsentierte.

Mansfeld - Luthers Elternhaus

Von Mansfeld fuhren wir nach Eisleben, dem Geburts- und Sterbeort Luthers mit entsprechenden Gedenkstätten und wieder überraschend interessanten Kirchen. Luthers Taufkirche St. Petri und Pauli erwies sich in ihrer gelungenen modernen Restaurierung als besonders anregend, da die Pfarrerin über die jetzige Situation der Kirche im allgemeinen und über die Taufe im speziellen mit uns eine Diskussion führte, die viele Fragen aufwarf. Wir bekamen doch einen sehr guten Eindruck über die nicht einfache Lage hinsichtlich der Vermittlung des christlichen Glaubens – und das im Kernland der Reformation. Aber wir alle waren sehr berührt von der Persönlichkeit dieser engagierten Pfarrerin.
An den beiden letzten Tagen besichtigten wir Erfurt mit dem ehemaligen Augustiner-Eremiten Kloster, sowie das beeindruckende Ensemble von Dom und Severikirche. Es folgte Eisenach mit einer lebendigen Stadtführung.
Den Schlusspunkt bildete die Wartburg, wo wir über den Sängerkrieg, die Hl. Elisabeth und natürlich über Luther als Junker Jörg informiert wurden.

Wartburg

Wartburg

Zum Abschluss fand im noblen Restaurant der Wartburg ein festliches Mittagessen mit Dankesreden statt. Wir waren alle in gehobener Stimmung.
Ein großer Dank gebührt Herrn Dr. Treu, der uns auf höchstem Niveau die Persönlichkeit Martin Luthers näher brachte, sowie die Bedeutung der Reformation ausführlich erläuterte. Wir sind gut gewappnet für das Jubiläum 2017. Man kann die Leistung von Dr. Treu zusammenfassen in dem Satz:
Mehr Luther geht nicht!

Ein besonderer Dank geht auch an Frau Kern, die mit einer fabelhaften Organisation diese Reise ermöglicht hat. Es war wirklich eine Super-Idee, diese Reise vor dem großen Jubiläumsjahr durchgeführt zu haben.
Ich denke, alle Teilnehmer sind bereichert und beglückt zurückgekehrt und werden sicher noch oft in Gedanken auf Martins Luthers Spuren wandeln.
Dr. Renate Fechner

As a Frenchman educated in the Catholic tradition, Lutheranism is an unknown world. Of course we all know what Protestantism is about, but getting intimate with Martin Luther’s life, his work, his beliefs, his wife, his friends, his protectors, his powerful enemies and the places where he was born, where he went to school, where he became a monk and finally where he wrote his famous 95 thesis was an occasion that my curiosity could not miss.
Mrs. Agata Kern (Kulturreferentin of the Ostpreussisches Landesmuseum) had the excellent idea of organizing a study trip through the various places where Martin Luther and his wife Katharina lived and died.
We could not visit all those places without being accompanied by a person of great knowledge who could give us all the details which are not usually known to the layman. Doctor Martin Treu has just published a book called ‘Am Anfang war das Wort’ – (In the beginning was the Word) which covers Luther’s life and the Reformation movement in Europe.
His encyclopedic knowledge of everything which concerns Martin Luther was impressive and no part of Luther’s life details was left uncovered.
We started our journey in Wittenberg or more precisely Lutherstadt-Wittenberg where we visited his house, his best friend Philip Melanchton’s house and Lucas Cranach’s workshop. We went then to Torgau, visiting the Hartenfels Castle and the house where Katharina Luther died in 1552. In Mansfeld has been built a little museum opposite his parents’ house that we visited as well. Next step was Lutherstadt-Eisleben where he was born in 1483 and died in the same town in 1546: the two houses are a few hundred meters apart.
In the church St Petri/Pauli where he was baptized, we had a very interesting session of questions and answers with Mrs. Simone Carstens-Kant, the local minister. We had so many questions, and Mrs. Carstens-Kant was so willing to answer and explain the situation of Christianism and religion in this part of Germany which despite so many souvenirs of Martin Luther, is in majority atheist. She was very enthusiastic about her mission, not discouraged by the difficult conditions of her ministry.
In Erfurt, we visited the Augustinerkloster where Martin Luther was a monk starting in 1505 and was ordained there in 1507. Our final stopping place was Eisenach from where we visited the Wartburg castle where Martin Luther was kept hidden for almost a year.
In the many churches we visited, with the exception of St Petri/Pauli which has been entirely restored in a modern fashion, what was striking is the fact that it was impossible to distinguish between the Catholic churches they once had been and the Lutheran churches they are today. What was just missing for a Catholic was the holy water basin at the entrance and the red light near the altar which signals the presence of the Holy Sacrament in the tabernacle. Nothing has really been changed: the same altar, the same statues, all the signs which identify a church of the period before the Reformation.
There are discussions about what triggered Martin Luther’s decision to criticize the way the Roman Church was run at that period. Some suggest that this may stem from his trip to Rome in 1510/1511 where he could see the munificence way that bishops, cardinals and priests really live a life far from charity and prayer.  His main criticism concerned the sale of indulgences. Indulgences were an easy way to erase committed sins without needing any repentance or confession: you paid and you were forgiven. In addition indulgences could reduce the time the sinner would spend in purgatory.  That was the substance of the 95 thesis he posted on the door of the Wittenberg church in 1517. Later on he also criticized the celibacy imposed on priests although this was never required in the New Testament. He opposed the fact that very young people were sent to convents for their entire life without even been asked if they liked it or not. This produced the effect that a group of young nuns escaped from their convent and joined Luther’s disciples. He finally married one of them, Katharina von Bora, in 1525; she was sixteen years younger than he. They had six children and only four survived.
All those criticisms generated the ire of the Pope and the Roman Church. Luther was asked to retract every criticism he had expressed publicly. Supported by more and more people and princes, he refused to change one word of his teaching. He was finally excommunicated in 1521. Skirmishes between Luther and the Vatican lasted a number of years. Eventually Protestantism spread; the very first country adopting the Lutheran faith as state religion was Brandenburg-Preussen.
Whilst being protected from the action of the Church in the Wartburg, he translated the New Testament from Greek into the German language. This was a necessary step to apply his vision of the Christian religion: each Christian should be able to read the Holy Scriptures and understand them as he sees fit. Christians should no more be told by a priest what to believe and what not. He also declared that a pope was not necessary.
Translating the New Testament within an extraordinary short time was not only an outstanding performance, but as well an important contribution to German literature. Indeed, Luther’s achievement is still accounted today as the first major piece of literature written in the German language.  As Luther put it: “Reading from the lips of common people….”  He followed his intuition and thus put the Bible’s message in common language to be understood by everyone.
The dark side of this great man’s intellectual and religious contribution to mankind and History was the fact that towards the end of his life he became more and more aggressive against the Jews who refused to convert. Martin Luther considered their refusal as a personal failure.
Georg did a wonderful job in driving us safely through Martin Luther’s home country and doing this always smiling and having a nice word. I also want to thank the group for offering the Barbarians (Gudrun and I) – in the Roman sense of course – a warm welcome. Indeed we enjoyed every minute of this excellent trip.  Last but not least I want to praise the way Mrs Agata Kern organised everything, having a nice word for everyone and showing an equal mood even when things could be a little difficult.

Patrice de Laminne (Autor des englischen Blog-Artikels)

Kant-Stadt Lüneburg

Mittwoch, 11. Mai 2016

“Kant-Stadt Lüneburg” – so könnte sich die hübsche mittelalterliche Hansestadt künftig auch nennen. Denn besiegelt ist: Die weltweit umfänglichste Sammlung zu Immanuel Kant (1724-1804) und bedeutende Werke von Käthe Kollwitz (1867-1945) kommen nach Lüneburg. Am 7.4. wurde der Übernahmevertrag in einem feierlichen Festakt zwischen beiden Trägern – der Ostpreußischen Kulturstiftung und der Stiftung Königsberg im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft – unterzeichnet.

Das Ostpreußische Landesmuseum übernimmt damit den wesentlichen Teil der Exponate des Anfang 2016 geschlossenen Museums „Stadt Königsberg“ aus Duisburg. Aus wissenschaftlicher Perspektive eine ideale Gelegenheit, Ostpreußen als Erinnerungsort für ganz Deutschland darzustellen und seine Bedeutung überzeugend gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.
Mit den in fast 50 Jahren gewachsenen Königsberger Sammlungen erhält das Ostpreußische Landesmuseum nach Einschätzung von Fachexperten und der Bundesregierung hochwertiges Kulturgut. Damit wird Lüneburg in den nächsten Jahren zur wichtigsten Stadt in Deutschland für die Präsentation des Königsberger Philosophen Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag im Jahre 2024 bevorsteht. Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert ist begeistert, denn die Exponate aus Duisburg schließen wichtige Lücken in den Beständen seines Hauses. Auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge zeigte sich höchst erfreut über den historisch bedeutsamen Zuwachs in seiner Hansestadt.

Acryl-Malworkshop im neuen Kunst-Atelier

Donnerstag, 28. April 2016

Das neue lichtdurchflutete Kunst-Atelier im Ostpreußischen Landesmuseum ist künftig der Ort für Kunst und Kreativität. Beim ersten Malworkshop in den großzügigen Räumlichkeiten ging es um kunsthistorische Hintergründe und Maltechniken mit Acrylkünstlerfarben. Acrylfarben reiften im Laufe der Zeit in rasanten Entwicklungsschritten zu einem exzellenten Malmedium heran. Sie geben den Künstlern die variabelsten Ausdrucksmöglichkeiten: Lasierende Effekte wie bei der Aquarellmalerei, Spachteltechnik wie bei der Ölmalerei oder für Collagen und Assemblagen. Alles ist mit Acrylfarben möglich!

Während des Wochenendseminars mit der Künstlerin Elena Steinke wurden die fast unbegrenzten Möglichkeiten der vielfältigen Nutzung von Acrylfarben studiert und auf verschiedenen Malgründen ausprobiert. Elena Steinke ist 1964 in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie studierte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Breklum / Nordfriesland. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien mitgewirkt.

Gemeinsames kreatives Schaffen mit begeisterten Teilnehmerinnen beim Acryl-Malworkshop können im Video angeschaut werden: https://youtu.be/bBeN5v7N2tk