Artikel-Schlagworte: „Kulturreferat“

Besuch der Hamburger Kunsthalle

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Bericht von Jutta Pruchner, Lehrerin der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg

Wie schon im Jahr zuvor besuchte in diesem Jahr die Klasse 4b von Frau Germer der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg im Rahmen des Kunstunterrichts am 26. November 2015 die Kunsthalle Hamburg in Kooperation mit dem Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg, vertreten durch Frau Kern. Die Kinder wurden von der Vermittlerin der Kunsthalle Frau Hobbing durch das Programm geleitet.
Vor der Videoinstallation von Florian Slotawa „Museums-Sprints“ im Kellergeschoss der Galerie der Gegenwart machten sich die Kinder Gedanken zu Zeit, Raum und Wahrnehmung. Danach betrachteten sie ausgewählte Kunstwerke von Caspar David Friedrich (u.a.: Eismeer, Wanderer), Philipp Otto Runge (u.a.: Der Morgen) und Lovis Corinth (Flora), thematisierten die Farbgebung, die Technik und die jeweils dargestellten Tages- und Jahreszeiten. Ebenso wurden die Kinder mit einem visuellen Farbenexperiment auf die Farbenlehre Runges hingewiesen, über die er mit Johann Wolfgang von Goethe korrespondierte.
Vor dem Bild „Flora“ von Lovis Corinth machten sich die Kinder Gedanken über die Gefühle und die Körperhaltung der dargestellten Flora und fertigten in einer kleinen praktischen Übung eine Kreidezeichnung auf beigem Papier an. Den Hintergrund konnten sie ähnlich wie beim Gemälde „Flora“ mit hellen und dunklen Kreiden kontrastreich gestalten. Für viele Kinder war es der erste Museumsbesuch in ihrem Leben und alle nahmen vielfältige Eindrücke, Fragen und Gedanken mit auf ihren Heimweg.

„In der Kunsthalle hat es mir sehr gut gefallen. Ich habe noch nie so schöne Bilder gesehen. Leider konnten wir nur einige Bilder besprechen. Aber es war trotzdem toll. Ich fand es sehr schön, dass wir gemalt haben, obwohl es sehr schwer für mich war….“ I.H.T.

„Heute waren wir in der Kunsthalle. Ich habe dort gelernt, dass man einen Menschen auch anders malen kann, nicht immer wie die Kinder ihn malen mit einem Kreis für den Kopf, runde Augen, einen Strich für den Mund und den Körper aus Strichen. Der Hintergrund ist bunt, das stellt bunte Blumen dar und braun. Ich fand es toll, dass wir selbst ein Mädchen malen durften, unserer Fantasie freien Lauf geben konnten und unsere Gefühle rausmalen durften. Das musste nicht perfekt sein – es war so schön dort.“ R.D.

Gesichter einer Stadt: Eine Schulreise nach Riga

Donnerstag, 10. April 2014

Unsere Gruppe in Rundale

Unsere Gruppe in Rundale

Riga: Die lettische Metropole ist Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2014. Seit Beginn dieses Jahres zahlt man auch in Lettland mit dem Euro. Zwei gute Anlässe, einmal genauer hinzuschauen, was sich in der größten Stadt des Baltikums gerade tut. Der richtige Moment, diese Stadt zu besuchen.

Seit zwei Jahren verbindet das Hansa-Kolleg in Hamburg – ein Gymnasium des Zweiten Bildungsweges, auf dem junge Erwachsene in drei Jahren das Abitur erwerben – und das Ostpreußische Landesmuseum eine Kooperation. Nachdem vor zwei Jahren die Wahl eines gemeinsamen Reiseziels auf Kaliningrad / Königsberg gefallen war, stand nun vom 23.-30. März dieses Jahres bereits die zweite gemeinsame Reise an. 17 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Agata Kern und zwei Lehrern des Kollegs fuhren zusammen nach Riga.

„Gesichter der Stadt“ haben wir das Projekt genannt. Wir hätten es auch, in Anlehnung an Rosa von Praunheim, einen der zahllosen bekannten Prominenten, die aus dieser Stadt stammen, „Spurensuche in Riga“ nennen können. Gedacht hatten wir dabei zunächst an die Gesichter der großen Söhne (und Töchter) der Stadt wie Heinz Erhardt, Sergej Eisenstein oder Meinhard von Gerkan; oder an die lange Liste derjenigen, die in Riga gewirkt und hier ihre Spuren hinterlassen haben – wie Johann Gottfried Herder oder Richard Wagner.

Blick von St Petri

Blick von St Petri

Schnell wurde aber klar, dass auch die Stadt selbst mehr als nur ein Gesicht hat. Das eine ist uns scheinbar vertraut. Wir erinnern uns an Lüneburg oder Bremen, das mit der Gründung Rigas vor 800 Jahren eng verbunden ist. Es ist das Gesicht der Hanse und der deutschen Städtebauer des Mittelalters, die hier am östlichen Rand der Ostsee einen letzten Außenposten vor den Grenzen des Russischen Reiches errichteten. Ist dieses ehemals deutsche heute das lettische Gesicht der Stadt? Backsteingotik und Jugendstil in seiner prachtvollsten Form. Und einige markante Blickfänge der Moderne und Gegenwart um sie herum: Wie der fast 400 Meter hohe Fernsehturm oder die gerade neu errichtete Nationalbibliothek, der Altstadt gegenüber auf der anderen Seite der Düna – oder eben auf Lettisch: Daugava.

Jugendstil in Riga

Jugendstil in Riga

Das andere Gesicht zeigte uns unsere lettische Reiseführerin Ilse Sila in der Moskauer Vorstadt. Diese beginnt unmittelbar am östlichen Rand der Altstadt, gleich hinter dem Zentralmarkt, und in ihr wird nun nicht mehr Lettisch, sondern Russisch gesprochen. Die Stadt zerfällt sprachlich in etwa zwei gleich große Hälften, und russisch ist das zweite Gesicht der Stadt. Nun könnte man eine solche doppelte Identität als Chance sehen. Aber es wird eben auch sofort sichtbar, dass sich mit der ethnischen eine soziale Grenze durch die Stadt zieht. Lettland mag, gemessen an mitteleuropäischem Wohlstand, ein eher armes Land sein. Nur: In der Altstadt bemerken wir dies nicht. In der Moskauer Vorstadt kann man es dagegen mit Händen greifen.

Während wir uns noch fragen, wie man in den heruntergekommenen Mietskasernen der Maskavas iela, der Moskauer Straße, überhaupt leben kann, erleben wir aber bereits einen ganz anderen, womöglich noch tiefer gehenden Kontrast: Wir sind zu Besuch bei orthodoxen Altgläubigen. Seit den Zeiten Peters des Großen hat diese Gemeinschaft alle Verfolgungen überstanden und an ihren überlieferten Riten festgehalten. Ein Leben, das fast mönchisch nur aus Gebet und Arbeit zu bestehen und wie aus dem Mittelalter bruchlos in die Gegenwart gelangt zu sein scheint, könnte uns kaum fremder sein. Aber der alte, bärtige Herr, der uns die Riten seiner Glaubensgemeinschaft nahe bringt, hat eine Ausstrahlung, der sich auch der eine oder die andere junge Deutsche anscheinend nicht entziehen kann. – Der gerade mal vielleicht 200 Meter weite Weg von der orthodoxen Messe am Rande der Moskauer Vorstadt zum auf Lettisch gehaltenen lutherischen Gottesdienst in der benachbarten Jesuskirche wirkt auf mich jedenfalls am folgenden Sonntag wie der Weg zwischen zwei Welten, einen ganzen Kontinent voneinander entfernt.

Sieben Tage sind wir unterwegs. Von den beiden Reisetagen abgesehen ist je ein Tag den verschiedenen Gesichtern des multikulturellen Riga gewidmet. Und es stellt sich heraus, dass Riga weit mehr als nur zwei Gesichter hat: Es hat ein lettisches, ein russisches, ein deutsches und ein jüdisches.

Die jüdische Gemeinschaft, die noch 1930 weit mehr als 10% der Stadtbevölkerung ausmachte, hat in der Zeit der nationalsozialistischen Besetzung das Schicksal aller anderen jüdischen Gemeinschaften Osteuropas teilen müssen und ist heute kaum noch existent. Umso beeindruckender ist die Leistung des fast 90-jährigen Historikers Margers Vestermannis, der, in den 40-er Jahren selbst KZ-Häftling und Partisanenkämpfer, später das Jüdische Museum in Riga aufgebaut hat. Von ihm durch das Museum geführt zu werden, war wohl die größte Ehre, die uns auf unserer Reise zuteil wurde.

Mit dieser Vergangenheit konfrontiert, staunt man als deutscher Besucher mitunter über das wohlwollende Interesse, das in Riga den Deutschen und der deutschbaltischen Geschichte entgegengebracht wird. Besonders eindrucksvoll wurde uns dies deutlich, als wir von lettischen Mitarbeiterinnen des Hauses die Arbeit von Domus Rigensis vorgestellt bekamen: Ein „Deutschbaltisch-Lettisches Zentrums“ hat sich, weitgehend getragen von lettischem Engagement, der Beschäftigung mit der deutschen Geschichte der Stadt verschrieben; einer großen Geschichte, die 1939 nach fast 750 Jahren ihr Ende fand.

Schwarzhäupterhaus

Schwarzhäupterhaus

Hört sich das alles nach einer Überdosis Geschichtsunterricht an? Wir hatten unseren Spaß in den Restaurants und Kneipen der Altstadt. Wir ließen uns faszinieren von der Atmosphäre der riesigen Markthallen. Und die Sonne schien – nicht nur bei unserem Busausflug nach Rundale und Jurmala. Ein echter Urlaubstag: Im Herrenhaus Rundale an der Grenze zu Litauen – einem Schloss, in dem man den Glanz der Zarenzeit zu spüren vermeint; und im Ferienort Jurmala, wo die Sonne am Ostseestrand einige von uns sogar zu einem Bad im eiskalten Wasser verleitete.

Jurmala

Jurmala

Rundale

Rundale

Bei aller Multikulturalität: Riga ist die Hauptstadt des EU-Mitgliedsstaates Lettland. Eines kleinen Staates mit etwas mehr Einwohnern als Hamburg und einer Fläche von der Größe Bayerns. Einer Nation, die 1918 ihre Souveränität von Russland gewonnen hat, um sie nur zwei Jahrzehnte später wieder zu verlieren. Und die 1991 die Gunst der historischen Stunde genutzt hat, um sich erneut ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen. Die Geschichte der deutschen und sowjetischen Okkupation wird uns im Okkupationsmuseum erklärt. Ganz unvermeidlich steht die tagespolitische Aktualität im Raum. Lettland gedenkt an diesem Tag der sowjetischen Deportationen des Jahres 1941. Schon beim Festakt vor dem Freiheitsdenkmal sind uns neben den baltischen die ukrainischen Flaggen aufgefallen. Ganz offensichtlich gelten der neuen ukrainischen Regierung die Sympathien der Letten. Und ganz offensichtlich erkennt man hier in Riga im Schicksal der Ukraine das eigene wieder. Lettland ist ein modernes europäisches Land. Es feiert seine Modernität mit dem Titel der Europäischen Kulturhauptstadt. Und es demonstriert seine Zugehörigkeit zu Europa mit der Einführung des Euro. Aber auf unsere Frage, ob das, was in der Ukraine geschehe, in Riga Angst auslöse, antwortet unsere junge lettischen Museumsführerin mit einem einfachen: „Ja.“

Ja – es war der richtige Moment, diese Stadt zu besuchen.

Wir danken dem Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum, das uns diese Reise ermöglichst hat; wir danken Ilse Sila, die uns eine Woche lang immer freundlich und kompetent ihre Heimatstadt nahe gebracht hat; und wir danken ganz besonders Agata Kern, die uns begleitet und diese Reise wieder einmal perfekt für uns organisiert hat!

Holger Wendebourg

(Lehrer am Hansa-Kolleg, Hamburg)

St. Petersburg und die Deutschen

Montag, 2. Dezember 2013

Das Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, das Reisebüro Russland Reisen Romanova und die Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen „DEUTSCH RUSISSCHES BEGEGNUNGZENTRUM – drb“ haben eine Studienreise par ex­cel­lence nach St. Petersburg angeboten.

Reisebericht von Regina Gronau

Unter der bewährten Regie von Natalia Romanova (Russland Reisen Romanova, Hamburg) und Agata Kern (Kulturreferentin am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg) war dieser Reise bereits in der Planung der Erfolg sicher. Insgesamt 20 Teilnehmer erlebten wundervolle geschichtsträchtige Tage in Piter, dem im russischen Sprachgebrauch häufig genannten Kurznamen der Stadt St. Petersburg.

St. Petersburg abseits üblicher touristischer Pfade war ein unwahrscheinliches Erlebnis. Nach dem Einchecken im „Golden Triangel Boutique Hotel“ am Nachmittag des 22. August 2013 begannen erlebnisreiche Tage, die mit einem herzlichen Empfang von der Stiftungsleiterin Arina Nemkowa und Irena Bijagowa, Leiterin der Bildungs- und Kulturprojekte im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum, eröffnet wurden. An einer reichlich gedeckten Tafel genossen wir nach einer Einführung musikalische Darbietungen in Deutsch und Russisch – gesungen vom deutschen Liederkreis „Lorelei“ unter der Leitung von Natalia Kraubner.

Am 23. August 2013 trafen wir uns wieder im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum.

Im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum

Treffen im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum

Unter anderem sahen wir einen sehr aufschlussreichen Film („Vorbild und Sündenbock“), über die wechselhafte Geschichte der Russlanddeutschen vom Beginn der Besiedlungspolitik durch Zarin Katharina II. bis in das 20. Jahrhundert. Ein Film, den man in Deutschland vor allem in den Schulen zeigen sollte, um vielen Missverständnissen zu diesem Thema zu begegnen. Anschließend folgte ein Rundgang in der evangelisch-lutherischen Petri-Kirche inklusive der Katakomben. Fast so alt wie St. Petersburg diente sie bis auf die Sowjetzeit als Gotteshaus. 1962 wurde sie zu einem Schwimmbad umgebaut. Seit Juni 1993 feiern die St. Petri- und St. Annen-Gemeinde hier wieder ihre Gottesdienste. Im Kellercafé der evangelisch-lutherischen Marienkirche der finnischen Gemeinde wurden wir dann zum Mittagessen erwartet, um anschließend von dort zu einer Stadtrundfahrt “mit deutschem Bezug” aufzubrechen.

Mittagessen im Kellercafe der Marienkirche

Mittagessen im Kellercafé der Marienkirche

Sachkundig begleitete uns die Stadtbildleiterin Wiktoria Safonowa, die uns nicht nur die architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärte, sondern vor allem in der Peter-Paul-Kathedrale die Begräbnisstätte der Zaren mit vielen erklärenden Geschichten nahebrachte. Dann bekamen wir etwas feuchte Augen, als das Glockenspiel der Kathedrale uns mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Gerhard Tersteegen empfing. Mit dem Abendessen im Hotel beendeten wir einen ereignisreichen Tag.

Der 24. August 2013 war der Geschichte der deutschen Kolonien am Beispiel von Strelna-Neudorf gewidmet. Mit der Gründung der Siedlung Neudorf in der Nähe der ehemaligen Siedlung begann ein neues Zeitalter der deutschen Kolonisten. Ein Ort mit vielen gepflegten Häusern und Gärten, einer durchgehenden Straße von einer Beschaffenheit, die man bei uns in Deutschland schon suchen muss. Heute ist Neudorf eine Sonderwirtschaftszone, wo unter anderem deutsche Kühlschränke der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH gebaut werden. Die Werke befinden sich am Platz der ehemaligen deutschen Kolonie Strelna, die 1810 gegründet wurde und während des zweiten Weltkrieges völlig verschwand.

Besuch in Strelna

Besuch in Strelna

Den luth. Friedhof in der ehemaligen „Oberen Kolonie“ im Dorf Gorbunki besuchten wir anschließend. Das Mittagessen genossen wir im Restaurant Letnij dvoretz in der Sankt Petersburgskoje Chaussee. Ein palastartiges Gebäude mit einem großen Speisesaal empfing uns, und wir ließen uns verwöhnen – bis es weiter ging nach Peterhof, dem „russischen Versailles“. Von der Palastterrasse kann man über den rund 400 Meter langen Wasserkanal bis zum Finnischen Meerbusen blicken.

Parkanlage des Peterhofs, der ehemaligen Zarenresidenz

Parkanlage des Peterhofs, der ehemaligen Zarenresidenz

Der Besuch der Schloß- und Parkanlage und des Schlösschens Montplaisir war ein großartiges Erlebnis.

Für den 25. August 2013 – ein Sonntag – stand die Fahrt nach Puschkin auf dem Programm. Nach dem eindrucksvollen Rundgang im Katharinenpalast mit Wiktoria Sofanowa war natürlich das sagenumwobene Bernsteinzimmer für uns alle der Höhepunkt. Ich durfte 1942/43 das Bernsteinzimmer im Königsberger Schloss sehen und war etwas enttäuscht, dass es jetzt so klein war. Aber ich vergaß, dass ich damals 12 Jahre alt war und sich die Dimensionen mit dem Erwachsenwerden etwas verändern. Und doch war es für mich etwas ganz Besonderes – eine Erinnerung, die greifbar geworden war. Um 18:00 Uhr trafen wir uns zu einer Fluss- und Kanalfahrt, wo man lt. Programm das „Venedig des Nordens“ aus einer ganz besonderen Perspektive kennen lernen konnte. Das Abendessen im Hotel beendete einen wunderschönen Tag.

Für Montag, den 26. August 2013 war ein runder Tisch zum Thema „250 Jahre Einladungsmanifest der Zarin Katharina der Großen zur Niederlassung der ausländischen Kolonisten in Russland“ geplant. Die Moderation übernahm Dr. Irina Tscherkasjanowa.

Referent/-innen waren: Dr.Tatiana Schrader, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Peter der Große-Museums für Anthropologie und Ethnographie (Kunstkammer) Akademie der Wissenschaften Russlands: „Die Entstehung der Kompaktsiedlungen der Deutschen Kolonisten bei Petersburg und ihre Entwicklung bis zum Anfang des 20. Jh.“

Dr. Irina Tscherkasjanowa, Mitglied des Vorstandes der Internationalen Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur beim Internationalen Verband der Deutschen Kultur (IVDK), Moskau: „Die Leningrader Deutschen während des zweiten Weltkrieges.“

Dr. Biologie, Professor Microbiologie Irina Arkhiptschenko-Eidemiller, das wissenschaftliche Forschungsinstitut an der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften der RF: „Die Geschichte des deutschen evangelisch-lutherischen Friedhofs in Strelna aus dem Blickwinkel des Nachfahrens.“

Andrej Reimann, Vorsitzender des St. Petersburger Ausschusses für Landschaftsarchitektur des Architektenverbandes der RF: „Deutsche Kultur in der Gartenkunst in St. Petersburg.“

Ein umfangreiches Programm, das nur mit dem Simultan-Dolmetscher Dr. Vladimir Kornev zu bewältigen war.

Wenn man alles Revue passieren lässt, dann wundert man sich, dass Russland und Deutschland nicht enger zusammenrücken können. Viele Deutsche sehen St. Petersburg als ihre Heimat an und pflegen seit Jahrhunderten hier ihre Traditionen – wie auch die Russen, die aus ihrem riesigen Reich hier gelandet sind. Zarinnen kamen aus Deutschland und auch am Hofe waren die Deutschen selbst gern gesehen – vor allem die Architekten.

Besonders beeindruckend war die Dauerausstellung „Deutsches Leben in St. Petersburg“ in der Petrikirche über die Geschichte der Deutschen in St. Petersburg.

In der Petri-Kirche, die 1962 zu einem Schwimmbad umgebaut wurde

In der Petri-Kirche, die 1962 zu einem Schwimmbad umgebaut wurde

Ein Überraschungsgast fand sich an diesem Nachmittag auch noch ein, der MARCO POLO Autor Lothar Deeg. Er arbeitet als freier Russland-Korrespondent für Printmedien und als Redakteur der Web-Zeitung „Russland-Aktuell“. Seit 1994 lebt er in St. Petersburg und empfindet sich als „Petersbürger“ mit deutschem Pass. Nach dem Abendessen im Hotel erwartete uns ein Ballettabend im Alexandrinski Theater.

Unsere Gruppe vor dem Alexandrinski-Theater

Unsere Gruppe vor dem Alexandrinski-Theater

DasTatschkin-Ballett entführte uns mit dem Tschaikowsky-Klassiker “Schwanensee” in eine Märchenwelt.

Der nächste Tag, der 27. August 2013, stand uns für eigene Pläne zur Verfügung. Einige Teilnehmer wollten zur Eremitage, andere schlossen sich den Damen Romanova und Kern an, die mit uns ein echtes russisches Restaurant auf dem Newski Prospekt besuchten. Die Pelmenis schmeckten vorzüglich! Leider wartete an diesem Abend schon das Abschlusstreffen auf uns. Noch einmal gab es eine russische Tafel und eine Filmvorführung über die verlorenen Schätze der Romanovs. Wunderschöne Tage in St. Petersburg gingen zu Ende – die Erinnerung wird uns noch lange begleiten.

Mit einem herzlichen „Dankeschön“ an alle, die uns durch ihre Hilfe und Begleitung dies alles möglich gemacht haben, danke an Arina Nemkowa, Irena Bijagowa und Wiktoria Safonova für sachkundige Informationen und russische Herzlichkeit sowie Natalia Romanova und Agata Kern für eine hervorragend konzipierte Studienreise und ihre persönliche Sorgsamkeit für alle Teilnehmer – auch im Namen meiner Freundin Helga Albrecht

Regina Gronau

Mal-und Kulturreise nach Krakau vom 8. bis 15. Juli 2013. Ein Reisebericht

Freitag, 4. Oktober 2013

Reiseleitung: Frau Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen und Baltikum am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg
Künstlerische Leitung: Gudrun Jakubeit, aus dem Atelier Gudrun Jakubeit in Lüneburg

Auf geht´s! Mit Malausrüstung im Reisegepäck trafen sich am 8. Juli 2013 die Malkursteilnehmer und weitere Mitreisende, sowie die Reise- und Kursleitung in den Morgenstunden am Hamburger Flughafen. Warschau war das Zwischenziel, dann ging es weiter nach Krakau. Einige Teilnehmer hatten ihre Anreise selber organisiert. Das Hotel lag so zentral in der Altstadt, dass wir direkt zu Fuß starten konnten. Schon am ersten Abend hat uns die lebendige Kulturmetropole mit einer lauer Sommernacht voller Gaukler, Kleinkünstler, Musiker und junger Menschen auf den Straßen begrüßt.

Die nächsten Tage waren reichlich angefüllt mit einem hervorragend geleiteten Besichtigungsprogramm und anschließendem Malkurs direkt vor den Motiven.

Residenz als Motiv

Die Wawelburg

Auf der oben gelegenen Terrasse, direkt auf den berühmten Tuchhallen, konnten wir recht ungestört die ersten Versuche starten. Die Skizzenbücher, Aquarellblöcke, Pinsel und Stifte wurden gezückt, dem Turmbläser gelauscht. Die riesige Marienkirche mit dem farbenfrohen Treiben auf dem Marktplatz entpuppte sich zu einer echten Herausforderung.Nach der „Eroberung“ und Besichtigung der Wawelburg wurde am Nachmittag am Weichselufer, auf der gegenüberliegenden Seite in einem schattigen Plätzchen, die imposante Residenz gemalt.

Das schattige Plätzchen

Das schattige Plätzchen

Kazimierz: das jüdische Viertel wurde leider unter Regenschirmen besichtigt, doch sein malerischer Charme reizte uns Maler zu einem weiteren Besuch.
Der Platz vor unserem Hotel bot sich wunderbar an, um Übungen in Perspektive und Farbenlehre zu praktizieren und das Trainieren schneller Farbskizzen zu unterrichten.

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Krakau zeigte sich in allen Facetten: stürmisch und regnerisch, heiß und farbenfroh. Die vielen Bars, Kneipen und Restaurants rundeten nach einem arbeitsreichen Tag am Motiv das sinnliche Erlebnis mit wahren Gaumengenüssen ab.

Krakauer Eindrücke

Krakauer Eindrücke

Am letzten Maltag wurden wir wieder von der Sonne begrüßt. Es ging ein letztes Mal zu dem berühmten Platz und wir versuchten gegen die davon flitzende Zeit an zu arbeiten. Alle Maler und Malerinnen hatten große Fortschritte gemacht, schade, gerade jetzt am Ende des Tages den Pinsel wieder einpacken zu müssen. Die große Werkschau krönte als Abschlußausstellung den letzten Tag der Malreise. Es ist ein ergreifender Moment, wenn alle in dieser Woche entstandenen Bilder von allen Teilnehmern präsentiert und besprochen werden. Weit über 60 Werke zeugten von einem sehr intensiven und kreativen Schaffensprozess.

Gudrun Jakubeit

Gudrun Jakubeit

Die Künstlerin bedankte sich bei ihren Schülern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen, gab konstruktive Kritik, Tipps und konnte zusammen mit Frau Kern mit der gesamten Gruppe auf eine gelungene Reise und die Freude am Malen mit einem Glas Sekt anstoßen.

Teilnehmer

Teilnehmer der Malreise

Eine weitere Mal- und Kulturreise Anfang Juli 2014 nach Nidden, auf den Spuren der Künstlerkolonie auf die Kurische Nehrung, Litauen, in Zusammenarbeit mit Frau Agata Kern, Herrn Dr. Barfod und der Künstlerin Gudrun Jakubeit ist in Planung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Kern: Tel: 04131 – 7599515
oder an das Atelier Gudrun Jakubeit: Tel: 04131 – 603555

Wer neugierig geworden ist, ist sehr herzlich zum Besuch unserer Ausstellung eingeladen: Impressionen aus Masuren und Krakau: 5.10. – 3.11.2013 im Ostpreußischen Landesmuseum

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013


100 Jahre in 7 Tagen. Leben und Wirken von Willy Brandt

Freitag, 28. Juni 2013

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg (unter Leitung von Agata Kern) in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat für Pommern am Pommerschen Landesmuseum (unter Leitung von Magdalena Gebala) in Greifswald.

Auf Tour und Spurensuche in Berlin und Warschau gingen neben einer Gruppe von  Gymnasiasten der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg auch Schüler des Alexander-von-Humboldt Gymnasiums in Greifswald.

Der Titel der Studienreise hielt was er versprach. Nachzulesen ist das gesamte Programm in diesem Reisetagebuch. Respekt!

Lars Brandt, zweiter von drei Söhnen des berühmten Politikers, hielt Mitte Mai im OL eine Lesung. Diese Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule waren zu Gast, um sich auf die Studienreise vorzubereiten.

Lars Brandt, zweiter von drei Söhnen des berühmten Politikers, hielt Mitte Mai im OL eine Lesung. Diese Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule waren zu Gast, um sich auf die Studienreise vorzubereiten.

Kinder-Malwettbewerb

Dienstag, 8. Februar 2011

Sonderausstellung zum Kinder-Malwettbewerb:Wie sieht Deine Königin Luise aus?

Ausstellungsdauer: 13. bis 21. November 2010

Über 60 Werke kleiner Künstlerinnen und Künstler

Über 60 Werke kleiner Künstlerinnen und Künstler

Vor 200 Jahren, am 19. Juli 1810, starb mit der preußischen Königin Luise die bis heute beliebteste deutsche Königin. Aus diesem Anlass zeigte das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg vom 17.07. bis 17.10.2010 eine Sonderausstellung „Luise – Mythos und Leben“, die sich dem Leben und Wirken der lange vor Prinzessin Diana als „Königin der Herzen“ genannten Monarchin widmete.

Das Ostpreußische Landesmuseum hat Kinder und Jugendliche zu einem besonderen Malwettbewerb eingeladen. Gesucht wurden phantasievolle und kreative Bilder der Königin Luise von Preußen.

Die Resonanz war überwältigend. Es wurden mehr als sechzig ideenreiche Bilder eingesandt. Manche zeigten die Königin als It-Girl und Fashion-Model auf dem Laufsteg, als Rockerbraut oder im Manga-Stil. Das Alter der jungen Künstlerinnen und Künstler reichte von 4 bis 15 Jahren. Die schönsten Bilder in drei Altersklassen sollten prämiert und ausgestellt werden.

Bei der Auswahl der Bilder wurde der Jury sofort klar, dass es sehr schade wäre, nur einige wenige prämierte Bilder den Museumsbesuchern zu zeigen. Spontan haben sich die Museumsmacher dazu entschieden, aus dem Kinder-Malwettbewerb eine eigene Sonderausstellung zu machen. Alle Bilder wurden von unserer Restauratorin gerahmt, mit den Namen der jungen Künstlerinnen und Künstler versehen und auf unserer Sonderausstellungsfläche gezeigt.

Gut besuchte Vernissage

Gut besuchte Vernissage

Die große Ausstellungseröffnung mit Prämierung der Sieger fand am Samstag, den 13. November 2010 statt. Fast alle Teilnehmer unseres Wettbewerbs, ihre Eltern und Freunde waren gekommen, manche haben einen langen Weg auf sich genommen. Eine junge Künstlerin hatte eine Anreise aus Freiburg von über 700 km. Die Sieger freuten sich über wertvolle Preise, vor allem iPods, Gutscheine für die Salü-Therme und Kinderkunstbände. Ein besonderes Highlight der Eröffnung war der Auftritt eines Zauberkünstlers. Er hat alle mit seinem außergewöhnlichen und überraschenden Programm in Erstaunen versetzt.

Die Sonderausstellung zum Kinder-Malwettbewerb war vom 13.11.2010 bis 21.11.2010 im Ostpreußischen Landesmuseum zu sehen. Alle prämierte Bilder sind im Ausstellungsarchiv zu sehen.