Artikel-Schlagworte: „Eduard Bischoff“

„Versunkene Welt Ostpreußens. Erinnerungsbilder von Eduard Bischoff“ im Heimatmuseum Lötzen in Neumünster (noch bis 15.7.)

Dienstag, 18. April 2017

Ein Bericht von Dr. Jörn Barfod
Die Heimatsammlung der Kreisgemeinschaft Lötzen besteht seit Jahren in Neumünster. Unter der engagierten Leitung von Frau Ute Eichler finden hier Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die sehr zum kulturellen Leben der ganzen Stadt beitragen. Nun wurde hier am 18. März 2017 wieder einmal eine Ausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg eröffnet. Die Präsentation zeigt den neuerdings wieder ganz aktuell gewordenen Farbholzschnitt.
Die großen Holzschnitte schuf der ostpreußische Maler Eduard Bischoff (1890-1974) in den Jahren zwischen 1954 und 1964. Sie zeigen Momente aus dem Leben in Ostpreußen aus den Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem thematisieren sie das Schicksal der 1944/45 geflüchteten Ostpreußen aus dem Erleben eines Betroffenen.

Eduard Bischoff: Fischerkneipe, 1960, Holzschnittfolge

Eduard Bischoff: Fischerkneipe, 1960, Holzschnittfolge

Bewusst wählte der Künstler alltägliche Szenen aus dem Leben der ländlichen Bevölkerung und der Fischer von der Kurischen Nehrung. Diese waren ihm persönlich besonders vertraut. Zudem galten sie vielen seiner Zeitgenossen als charakteristisch für das Ostpreußen, das sie in Erinnerung hatten. Im Bemühen, auch ein wenig seiner verlorenen Heimat ein Denkmal zu setzen, gestaltete Bischoff die Menschen, Tiere und Landschaften hier in großen, einprägsamen Formen.

Eduard Bischoff: Reiter, 1960, Holzschnittfolge

Eduard Bischoff: Reiter, 1960, Holzschnittfolge

Den großen Erfolg dieser Holzschnittreihe „Ostpreußen“ in ihrer Entstehungszeit kann man heute noch nachvollziehen und erlebt diese Wirkung in den beeindruckten Reaktionen des Ausstellungspublikums. Entsprechend war die Resonanz der Besucher der Ausstellungseröffnung „Versunkene Welt Ostpreußens. Erinnerungsbilder von Eduard Bischoff“ im Heimatmuseum Lötzen in Neumünster.

Bedeutender Gemäldezyklus komplett

Montag, 9. Juli 2012

Dem Ostpreußischen Landesmuseum ist es kürzlich gelungen, ein Hauptwerk von Eduard Bischoff (1890-1974), einem der bedeutendsten ostpreußischen Maler des 20. Jh., zu entdecken und seiner Sammlung hinzuzufügen. Es handelt sich um den „Eisfischer“, ein Gemälde, das in der Fachliteratur schon seinen festen Platz hatte, sich aber seit über 30 Jahren in Privatbesitz befand und dessen Aufbewahrungsort lange schon nicht mehr bekannt war.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Öl (1951)

Damit kam das dritte große Werk des Gemäldezyklusses mit Themen der Fischer der Kurischen Nehrung ins Museum. Das sog. Nehrungstriptychon mit Fischern nach einem großen Fang und zwei Nebenszenen bildet den Schwerpunkt der Reihe, das Gemälde „Fischerkneipe“ und der „Eisfischer sind die weiteren großformatigen Werke dieser Reihe.

Eduard Bischoff, Nehrungstriptychon

Der Maler, der die Fischer am Kurischen Haff aus vielen Aufenthalten auf der Kurischen Nehrung seit 1919 bis 1944 sehr genau kannte und oft an ihrem Leben und an ihrer schweren Arbeit auch aktiv teilgenommen hatte, setzte ihnen seit den 1920er Jahren und nach 1945 in vielen Arbeiten ein Denkmal.

Eduard Bischoff, Fischer in der Kneipe, Öl (1952)


Wie es zu den anderen Gemälden auch Vorarbeiten aus den Jahren zwischen 1920 und 1941 gab und in kraftvollen Holzschnitten die Themen in den 1950er Jahren aufgegriffen wurden, so ist es auch im Fall des Eisfischers. Ein Gemälde dieses Themas verbrannte 1944 in Königsberg. Aber ein Aquarell der gleichen Komposition von 1941 blieb in einem Foto bekannt.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Aquarell, 1941 - Fotografie

Nachdem Eduard Bischoff nach der Flucht aus Ostpreußen 1945 zunächst im Kreis Uelzen angekommen war, hatte er ab 1948 Gelegenheit, in Gelsenkirchen in der Künstlersiedlung Halfmannshof wieder richtig Fuß zu fassen. Neben vielen neuen Aufträgen hatte er auch Gelegenheit, Motive aus seinen Schaffensjahren 1919-44 in Königsberg, deren frühere Arbeiten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, neu zu schaffen, in einem durch den Eindruck der zeitgenössischen Kunst seit 1945 auch gewandelten Stil.

Eduard Bischoff, Der Eisfischer, Holzschnitt (1957)

Vergleicht man das Foto des verschollenen Aquarells von 1941, das Gemälde von 1951 und schließlich den Holzschnitt von 1957, erkennt man die gleich gebliebene Grundidee der kraftvollen Gestalt des leicht vorgebeugt das Netz aus dem Eisloch ziehenden Fischers. Der Stil Bischoffs wandelt sich zu stärkerer Abstraktion und Konzentration auf die Figurendarstellung. Die besonders reiche und überraschende Farbigkeit belegt weiterhin, wie intensiv sich der Künstler mit der Gestaltung des Werks befasst hat. Schließlich tut auch die auffallende Größe des Werks, 131 cm Höhe bei 1 m Breite, ein übriges, diese eindrucksvolle Gestaltung zur Wirkung zu bringen. Es zählt zu den herausragenden Arbeiten des Vermächtnisses der ostpreußischen Malerei des 20. Jh.

Dem Ostpreußischen Landesmuseum ist es kürzlich gelungen, ein Hauptwerk von Eduard Bischoff (1890-1974), einem der bedeutendsten ostpreußischen Maler des 20. Jh., zu entdecken und seiner Sammlung hinzuzufügen. Es handelt sich um den „Eisfischer“, ein Gemälde, das in der Fachliteratur schon seinen festen Platz hatte, sich aber seit über 30 Jahren in Privatbesitz befand und dessen Aufbewahrungsort lange schon nicht mehr bekannt war.

Damit kam das dritte große Werk des Gemäldezyklusses mit Themen der Fischer der Kurischen Nehrung ins Museum. Das sog. Nehrungstriptychon mit Fischern nach einem großen Fang und zwei Nebenszenen bildet den Schwerpunkt der Reihe, das Gemälde „Fischerkneipe“ und der „Eisfischer sind die weiteren großformatigen Werke dieser Reihe.

Der Maler, der die Fischer am Kurischen Haff aus vielen Aufenthalten auf der Kurischen Nehrung seit 1919 bis 1944 sehr genau kannte und oft an ihrem Leben und an ihrer schweren Arbeit auch aktiv teilgenommen hatte, setzte ihnen seit den 1920er Jahren und nach 1945 in vielen Arbeiten ein Denkmal.

Wie es zu den anderen Gemälden auch Vorarbeiten aus den Jahren zwischen 1920 und 1941 gab und in kraftvollen Holzschnitten die Themen in den 1950er Jahren aufgegriffen wurden, so ist es auch im Fall des Eisfischers. Ein Gemälde dieses Themas verbrannte 1944 in Königsberg. Aber ein Aquarell der gleichen Komposition von 1941 blieb in einem Foto bekannt.

Nachdem Eduard Bischoff nach der Flucht aus Ostpreußen 1945 zunächst im Kreis Uelzen angekommen war, hatte er ab 1948 Gelegenheit, in Gelsenkirchen in der Künstlersiedlung Halfmannshof wieder richtig Fuß zu fassen. Neben vielen neuen Aufträgen hatte er auch Gelegenheit, Motive aus seinen Schaffensjahren 1919-44 in Königsberg, deren frühere Arbeiten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, neu zu schaffen, in einem durch den Eindruck der zeitgenössischen Kunst seit 1945 auch gewandelten Stil.

Vergleicht man das Foto des verschollenen Aquarells von 1941, das Gemälde von 1951 und schließlich den Holzschnitt von 1957, erkennt man die gleich gebliebene Grundidee der kraftvollen Gestalt des leicht vorgebeugt das Netz aus dem Eisloch ziehenden Fischers. Der Stil Bischoffs wandelt sich zu stärkerer Abstraktion und Konzentration auf die Figurendarstellung. Die besonders reiche und überraschende Farbigkeit belegt weiterhin, wie intensiv sich der Künstler mit der Gestaltung des Werks befasst hat. Schließlich tut auch die auffallende Größe des Werks, 131 cm Höhe bei 1 m Breite, ein übriges, diese eindrucksvolle Gestaltung zur Wirkung zu bringen. Es zählt zu den herausragenden Arbeiten des Vermächtnisses der ostpreußischen Malerei des 20. Jh.