Archiv für Juni 2018

Objekt der Woche #25 – Moderne Kastenfalle

Mittwoch, 27. Juni 2018

Jagd ist nicht nur eine aktive Tätigkeit. Viele Säugetiere, die Schäden anrichten und deren Bestände nicht zu groß werden dürfen, werden passiv in Fallen gefangen. Anders als früher werden sie lebend gefangen und dann ohne Qualen getötet oder an Orte verbracht, an denen sie keinen Schaden anrichten können. Diese Falle, WEKA intensiv, wurde für den Fang von Waschbären, Nutrias, Minks und Bisam(ratten) entwickelt. Bei all diesen Arten handelt es sich um Neubürger aus Amerika, die in Mitteleuropa ideale Bedingungen vorfinden und praktisch keine Feinde haben.

Objekt der Woche #25 – Moderne Kastenfalle

Objekt der Woche #25 – Moderne Kastenfalle

In seiner Ausstellungseinheit „Moderne Jagd“ zeigt das Ostpreußische Landesmuseum, wie Jagd heute zu verstehen ist und wie sehr sie sich gegenüber der vor 1945 ausgeübten Jagd in Ostpreußen verändert hat. Die hier vorgestellte Falle wurde uns von Christian Westerkamp geschenkt, der sie entwickelt hat.

Objekt der Woche #24 – Gemälde „Im Elchwald“

Mittwoch, 20. Juni 2018

Am Ostufer des Kurischen Haffs befanden sich nach dem Ersten Weltkrieg die letzten Einstandsgebiete des Elchs im damaligen Deutschland. Die aus zahlreichen Mooren und Sümpfen bestehende Landschaft wurde 1937 als „Reichsnaturschutzgebiet Elchwald“ unter Schutz gestellt und der Elch verbreitete sich von hier aus in weite Teile Ostpreußens.

Objekt der Woche #24 – Gemälde „Im Elchwald“

Objekt der Woche #24 – Gemälde „Im Elchwald“

Dimitrij von Prokofieff (1879-1950) stammte aus altem russischen Adel und gehört zu den bedeutendsten Jagd- und Naturmalern des 20. Jahrhunderts. Er floh nach der Oktoberrevolution aus Russland, siedelte sich in Berlin an und reiste oft nach Ostpreußen, um zu malen. Sein Monumentalgemälde in Öl auf Leinwand entstand ein Jahr vor der Unterschutzstellung der Region. Es wurde vom Fördererkreis Ostpreußisches Jagdmuseum – Hans-Ludwig Loeffke-Gedächtnisvereinigung e.V. für unser Museum angekauft und ist in der Jagdabteilung zu sehen.

Objekt der Woche #23 – Sprietkahn vom Kurischen Haff

Mittwoch, 13. Juni 2018

Das Modell im Maßstab 1:15 zeigt detailgenau den Aufbau, die Besegelung und die Oberfläche an Bord eines charakteristischen Fischerkahns vom Kurischen Haff. Die Sprietstange, ein langes Holzstück, das das Großsegel spannt, war typisch für die Boote der Nehrungsbewohner, während die vom Ostufer des Haffs eine Gaffel verwendeten. Dieses Boot war ein Keitelkahn, das den Stintkeitel, ein sackartiges Grundnetz, über den Gewässerboden zog.

Objekt der Woche #23 – Sprietkahn vom Kurischen Haff

Das Modell wurde von Klaus Plonus nach sechsjähriger Bauzeit 2006 fertiggestellt und uns 2014 geschenkt. In der Zwischenzeit wurde es auf sieben nationalen und internationalen Wettbewerben vorgestellt und sechsmal mit Gold und einmal mit Silber prämiert. Es ist in der Abteilung Wirtschaft in der Weimarer Zeit zu sehen.

Objekt der Woche #22 – Ermländische Trachtenhaube

Mittwoch, 6. Juni 2018

Aus Ostpreußen sind nicht sehr viele ältere Bekleidungsformen erhalten geblieben. Gegen 1900 versuchten verschiedene Vereine auf dem Land, oft von Lehrern initiiert, aus vorhandenen Resten die letzte Trachtenform zu erhalten und zu festlichen Angelegenheiten zu präsentieren. Dabei wurden Tanzgruppen gebildet und entsprechend ausgestattet mit alten oder nach alten Vorbildern neu geschneiderten Trachtenteilen. Auf diesem Weg rette man in einigen Gegenden alte Textilien und das Erscheinungsbild der Tracht, wie sie bis Anfang oder Mitte des 19. Jahrhunderts noch in Gebrauch gewesen war.

Ermländische Trachtenhaube

Das Ermland als katholisch geprägte Region mitten im evangelischen Ostpreußen hatte aufgrund seiner eigenen kulturellen Prägung länger traditionelle Bekleidungsformen behalten. Zu der Sonntags- und Festtracht der Frauen vor allem auf dem Land gehörte im frühen 19. Jahrhundert eine besonders aufwendig gearbeitete Haube mit gold- oder silberfarbenen Faden und langen seidenen Bändern. Später galt sie als eines der bekanntesten Trachtenteile Ostpreußens überhaupt und wurde seit um 1900 wieder getragen und nachgearbeitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Tradition im Westen weiter gepflegt.