Archiv für August 2012

Praktikum in der Museumspädagogik

Donnerstag, 30. August 2012

Im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums in der museumspädagogischen Abteilung des Ostpreußischen Landesmuseums (OL) unter der Anleitung von Silke Straatman, der hauptamtlichen Museumspädagogin, gewann ich u.a. Einblicke in die pädagogische und die Öffentlichkeitsarbeit des Museums und konnte sogar ein eigenes Projekt durchführen.

Das vielfältige museumspädagogische Angebot des OL reicht von Kindergeburtstagen, der Betreuung von Schulklassen über Führungen durch das Museum bis hin zu einem regelmäßig stattfindenden, kostenlosen Kinderclub mit wechselnden Themenschwerpunkten.

Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit, bei einigen dieser Angebote zuzuschauen und mitzuhelfen. So konnte man bei der Aktion, „Von Rittern und Burgen“ das mittelalterliche Burgleben und der Alltag von Rittern und Burgfräuleins spielerisch wieder  aufleben lassen. Bei der Aktion „Im Garten des Malers“ lernten Kinder die bildenden Künste kennen, und während des Museumsprogramms rund um den Bernstein konnten Kinder und Jugendliche selbst einen Bernstein bearbeiten.

Beim Museums-Kinderclub wird jedes Mal ein anderes Thema behandelt. Bei dem Kinderclubtermin, bei dem ich mithalf, ging es um „Ingo, den Fischotter“ (- eine Bronzeskulptur in der Gemäldeabteilung), der aus Ton nachgeformt wurde.

Am zweiten Praktikumstag startete mein eigenes Projekt: das Erstellen eines Comics als Begleitheft für die neue Hanseausstellung “Vertraute Ferne. Kommunikation und Mobilität im Hanseraum”. Zudem nahm ich im Laufe meines Praktikums eine Zahl anderer Aufgaben wahr. So verfasste ich u.a. im Auftrag der Kulturreferentin, Frau Agata Kern, eine Pressemitteilung für das im Dezember 2012 stattfindende Weihnachtskonzert des “Blue Strings Duo” im OL. Nach Abschluss des Comic-Projekts „Damals in der Hansezeit“, der auch gedruckt wurde, überarbeitete ich einige Rallyebögen für Kinder. Hier arbeitete ich weitestgehend gestalterisch: Ich modernisierte das Layout, fügte zusätzlich einige Inhalte ein und versah einige Arbeitsblätter mit Zeichnungen.

Ab sofort leite ich den Kindergeburtstag "Schaf-Spinnen-Märchenstunde" - Wie kommt man vom Schaf zum Wollfaden und was hat Dornröschen mit all dem zu tun? Eine ganz besondere Kindergeburtstagsfeier hier im Museum.

Auf das gesamte Praktikum zurückblickend ziehe ich eine sehr positive Bilanz. Ich konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Erfahrungen machen und Kenntnisse dazugewinnen. Die Planung und Durchführung eines Projekts außerhalb des Universitätsumfelds war eine besonders spannende neue Erfahrung für mich. Dabei verband die inhaltliche und gestalterische Erarbeitung des Hanse-Comics wissenschaftliche und kreative Tätigkeiten. Die Projektarbeit bot mir die Möglichkeit, während des Uni- und des Selbststudiums gewonnene Kenntnisse einzusetzen und neues Wissen dazuzugewinnen.

Zudem vermittelte die mir übertragene Verantwortung für den zu veröffentlichenden Pressetext und einen eigenen Beitrag zum Vermittlungsangebot des Museums das Gefühl, dass ich und meine Fähigkeiten ernst genommen wurden. Alles in Allem konnte ich mich mit der Arbeitspraxis in einem Kulturbetrieb vertraut machen, was für einen zukünftigen Berufsweg, insbesondere in wissensvermittelnden Kultureinrichtungen, sicherlich von Vorteil sein wird.

Auf die mir angebotene, freie Mitarbeit als Honorarkraft in der Museumspädagogischen Abteilung freue ich mich.

Katharina Fuhrhop

Das gefällt uns!

Dienstag, 14. August 2012

Das Ostpreußische Landesmuseum ist nun auch auf Facebook zu finden. Wenn Sie bereits Mitglied auf Facebook sind, können Sie ab jetzt bei www.facebook.com/OstpreussischesLandesmuseum auf „gefällt mir“ klicken und erhalten so Wissenswertes zum ehemaligen Ostpreußen und zum Baltikum sowie aktuelle Informationen zu Veranstaltungen im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg.

Balanceakt

Der Balanceakt beschreibt die Aufgabe unseres Museums: Wir schaffen eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Auf Facebook können Sie mit uns in Kontakt treten, sich mit anderen Besucherinnen und Besuchern austauschen und oder auch Informationen zu anderen interessanten und ähnlichen Einrichtungen erhalten.

Seid dem 8. August 2012 sind wir auf der sozialen Plattform aktiv und befinden uns noch mitten im stetigen Aufbau unserer Seite. Wir möchten nicht nur Neuigkeiten zum Museum verbreiten und Ihnen Wissen vermitteln, sondern Sie auch mal zum Lachen bringen – vielleicht möchten Sie es mal mit Ihren Bekannten teilen?

Wir möchten unsere Facebook-Seite zu einem Ort im Internet machen, an dem Sie sich über das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg austauschen können. Was hat Ihnen bei Ihrem letzten Besuch gut gefallen? Was ist Ihnen im Gedächtnis geblieben? Wie hat Ihnen Lüneburg gefallen? Was war der Grund für Ihren Besuch? Haben Sie spannende Geschichten zu Ostpreußen zu erzählen? Stammt Ihre Familie aus diesem Gebiet? Haben Sie zuletzt Urlaub in der Rominter Heide oder in Masuren gemacht? Sind Sie selbst bereits einem Luchs begegnet?

Gern nehmen wir auch Ihr Lob und Ihre Kritik auf – haben Sie einen anregenden Vorschlag für ein spannendes Thema, dem wir uns im Museum verstärkt widmen können?

Damit Facebook Spaß macht, sind wir auf Ihre Unterstützung und Ihre Aktivität angewiesen. Nur wenn viele Menschen teilnehmen, entsteht ein spannender Austausch mit interessanten Gesprächen.

Wir freuen uns auf den Dialog und anregende Diskussionen mit Ihnen!

Das Team vom Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg

www.facebook.com/OstpreussischesLandesmuseum

Das Ostpreußische Landesmuseum feierte Geburtstag

Mittwoch, 8. August 2012

25 Jahre OL – ein Rück- und Ausblick mit viel Lob und rosigen Aussichten für die Zukunft

Rosige Aussichten in Zeiten des “Kulturinfarktes”? Ja! Zumindest was die ambitionierten Um- und Neubau-Pläne des OL anbelangt. Durch die Feierlichkeiten zum Jubiläum, bei welchem das Museum mit viel Lob von allen Seiten bedacht wurde, hat sich die Aufbruchsstimmung gefestigt und nicht nur die gesamte Mannschaft des Museum freut sich auf das, was bald kommen mag, sondern auch all die Gäste. Die Weichen sind gestellt, Erweiterung und Modernisierung des Museums rücken in greifbare Nähe.

25-Jahre Ostpreußisches Landesmuseum

25 Jahre Ostpreußisches Landesmuseum

Aber der Reihe nach. Am Samstag, den 14 Juli, wurde im Lüneburger Rathaus gefeiert. Das Ostpreußische Landesmuseum hatte aus Anlass seines 25jährigen Jubiläums geladen und viele, viele kamen. Mit fast 250 Personen war der mit mittelalterlichen Malereien prächtig ausstaffierte Fürstensaal bis auf den letzten Platz gefüllt, darunter viel Prominenz: Der niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann war ebenso unter den geladenen Gästen wie mehrere Abgeordnete des Deutschen Bundestags und des niedersächsischen Landtags, Ratsmitglieder und Bürgermeister der Hansestadt. Ebenso wenig fehlten Kulturschaffende wie der Schriftsteller Arno Surminski oder der Architekt und Autor Christian Papendieck. Viele Lüneburger feierten „ihr“ Landesmuseum, aber auch das polnische Generalskonsulat erwies dem Museum die Ehre. Selbstverständlich gehörten zu den Gästen auch zahlreiche Ostpreußen mit Vertretern aus Stiftungen und Vereinen sowie Vertreter der Deutschbalten – schließlich entsteht mit dem Umbau des Museums auch eine deutschbaltische Abteilung.

Ein Streichertrio eröffnete den Festakt mit Antonin Dvorak, Terzetto für 2 Violinen und Viola 75a

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge eröffnete die Reihe der Grußworte. Er betonte die Bedeutung des Museums als wichtigen Bestandteil der städtischen Museumslandschaft, wies auf seine überregionale Bedeutung hin und bedankte sich für die vielen für die Stadt wertvollen Museumsaktivitäten wie etwa die aktuelle Hanse-Ausstellung. Zugleich verschwieg er nicht den schwierigen Start ebenso wenig wie seine persönliche damalige Skepsis, als er 1987 während der Eröffnungsfeier unter den Gegendemonstranten stand. Inzwischen sei für ihn allerdings, so hob er unter lautstarken Beifall hervor, dieses schwierige Anfangskapitel abgeschlossen und nunmehr nach vorne zu schauen.

Zu Gast im Fürstensaal v.l.: Wilhelm von Gottberg, Dr.Berggreen-Merkel, Ulrich Mädge, Dr. Josef Lange, Dr. Joachim Mähnert

Frau Dr. Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), hob hervor, dass das Museum in Lüneburg das Einzige sei, welches „die reiche Kultur und über siebenhundertjährige Geschichte der historischen Region Ostpreußen in Gänze bewahrt, erforscht und einer breiten Öffentlichkeit im In- und Ausland vermittelt.“ Zugleich erinnerte sie daran, dass „die deutsche Siedlungs- und Kulturgeschichte im nordöstlichen und östlichen Europa Teil des geschichtlichen Erbes aller Deutschen, unabhängig ihrer Herkunft“ sei. Europa sei eine Wertegemeinschaft, und das Erinnern an diese gemeinsame kulturhistorische Wurzel sei eine wichtige Legitimation dieses modernen Museums mit seinen zahlreichen Partnern aus Deutschland, aber eben auch aus Litauen, Polen und Russland.

Dr. Berggreen-Merkel betonte, dass die Pflege der Erinnerung im Museum wichtig sei, denn „es wird eine Zeit kommen, nicht all zu fern, wo die letzten, die die Zeit noch persönlich erlebten haben (…) nicht mehr unter uns sein werden.“ Für diese Zeit bedürfe es anderer Zeugen – das Ostpreußische Landesmuseum werde diese Aufgabe übernehmen.

Staatssekretär Dr. Josef Lange vertrat das Land. Er wies darauf hin, dass Niedersachsen neben Bayern den größten Teil der Flüchtlinge und Vertriebenen aufnahm; ihr Bevölkerungsanteil lag damals immerhin bei knapp 30 Prozent. Entsprechend sah er die Bedeutung des Museums auch in der Anerkennung der beeindruckenden Leistung, welche die Heimatvertriebenen beim Wiederaufbau der Bundesrepublik erbracht haben. Er lobte das Haus als ein weithin anerkanntes Museum und als Ort der Versöhnung.

BKM Referatsleiter Dr. Thomas Lindner mit dem Schriftsteller Arno Surminski

Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert wies auf die erfolgreiche Arbeit der letzten 25 Jahre hin: Über 130 Wechselausstellungen, eine nahezu ähnlich hohe Zahl von Leihausstellungen, präsentiert im In- und Ausland sowie hunderte von Lesungen, Konzerten und Studienreisen. Mähnert bedankte sich bei den Zuwendungsgebern Bund und Land sowie bei seiner hoch motivierten, kompetenten Mannschaft, zu der neben den Angestellten immerhin auch 50 aktive Ehrenamtliche zählen.
Übrigens, wer eine Übersicht der letzten 133 Ausstellungen sehen will, der muss sich nur mal die Außenfront des Museums anschauen. Beeindruckend.

Dr. Eckert führte im Anschluss an den Empang im Rathaus durch die Ausstellung „Vertraute Ferne. Kommunikation und Mobilität im Hanseraum“ im Museum

Immerhin noch etwa 100 Besucher waren vom Rathaus ins Museum gekommen, um zwischen verschiedenen Angeboten zu wählen – etwa ein Rückblick, nicht nur der letzten 25 Jahre, durch den langjährigen Kustos Dr. Jörn Barfod oder einen Ausblick auf die anstehende Erweiterung mit Direktor Dr. Joachim Mähnert. Es gab Gelegenheit, den neuen Historiker für die deutschbaltische Abteilung und dem Modul „Integration der Vertriebenen“, Herrn Dr. Eike Eckert, kennenzulernen, der durch die aktuelle Sonderausstellung zur historischen Hanse führte oder mit Dr. Christoph Hinkelmann eine Führung durch die Dauerausstellung mitzumachen, bevor diese in den kommenden zwei Jahren komplett umgebaut werden wird.

Rückblick auf die Anfänge des Ostpreußischen Landesmuseum - Dr. Barfod erinnerte auch an das 1958 entstandene Ostpreußische Jagdmuseum im Lüneburger Alten Kaufhaus am Alten Kran

25 Jahre erfolgreiche Arbeit des Ostpreußischen Landesmuseums waren Anlass genug für diese würdige wie fröhliche Feier, die sichtlich den vielen Anwesenden Spaß machte. Von den Schwierigkeiten des Anfangs, die in manchen Reden anklangen, ist kaum mehr etwas geblieben. Heute ist das Museum eine nicht nur in der Region für seine professionelle Arbeit anerkannte und geschätzte Einrichtung, dessen umfangreiches Ausstellungs- und Begleitprogramm längst auch Besucher zu begeistern versteht, die keine gebürtigen Ostpreußen sind. Seine national wie international wichtige Aufgabe ist unumstritten, und sein guter Ruf bei den Kultureinrichtungen in den heutigen Ländern des historischen Ostpreußens spricht für sich.

Kinder im Sternenzelt im Ostpreußischen Landesmuseum

In den Worten des Museumsdirektors klang das so: „Museen sind heute quicklebendige Orte, in denen Menschen zueinander kommen, schöne Momente der Besinnung und Untererhaltung erleben, Überraschendes erfahren und neugierig werden auf eine Vertiefung der gezeigten Themen. Auch das Ostpreußische Landesmuseum ist so ein lebendiger Ort, in denen z.B. Kinder mit Begeisterung ihren Geburtstag feiern und unsere Museumsräume mit ihrem fröhlichen Lachen erfüllen. Und wenn diejenigen, die noch eigene, persönliche Erinnerungen an das wunderbare und legendenerfüllte Ostpreußen mitbringen, wenn diese Jüngsten der Erlebnisgeneration heute über 70 Jahre alt sind, dann wissen sie, dass ihre Erinnerungen nicht verloren gehen, sondern bei uns im Museum weiterleben können und werden.“