Archiv für März 2011

Besuch von Staatsminister Bernd Neumann im Museum

Dienstag, 29. März 2011

Das Ostpreußische Landesmuseum wird zu einem wesentlichen Teil durch die institutionelle Zuwendung vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Herrn Staatsminister Bernd Neumann, finanziert. Einer Einladung des hiesigen Bundestagsabgeordneten, Herrn Eckard Pols folgend, besuchte der Minister am 7. März “sein” Museum in Lüneburg. Allseits gut gelaunt kam es bei strahlendem Sonnenschein zu einem anregenden Austausch mit Vertretern der Ostpreußischen Kulturstiftung, Trägerin des Museums, gefolgt von einem Rundgang durch die ständige Ausstellung sowie zu den umliegenden Liegenschaften, auf denen sich das Museum mit Unterstützung unter anderem des BKM erweitern soll.

Der Minister zeigte sich interessiert und wohlinformiert. Im westpreußischen Elbing geboren sind ihm die Regionen Ost- und Westpreußen natürlich vertraut, Flucht, Vertreibung und Wiederanfang im Westen eine persönlich durchlittene Erfahrung. Zudem verfügt das Ostpreußische Landesmuseum durchaus über eine Reihe von Elbinger Exponaten, die den Minister naturgemäß besonders ansprachen.

Staatsminister Neumann vor Fluchtinszenierung

Staatsminister Neumann vor der Inszenierung einer Flucht über das vereiste Haff mit Eckhard Pols Mdb, Direktor Dr. Joachim Mähnert und Bürgermeister Dr. Gerhard Scharf.

Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Potentialen, die dem Museum durch die Investitionen in benachbarte Liegenschaften durch den ehemaligen Trägerverein “Ostpreußisches Jagd- und Landesmuseum e.V.” sowie der “Deutschbaltischen Kulturstiftung” langfristig zur Verfügung stehen und versprach, die seit Jahren vorgesehene Erweiterung von Seiten des BKM mit 2.6 Millionen Euro zu unterstützen. Die Vertreter des Museums dankten dem Minister für seinen Besuch und natürlich besonders für die zugesichterte Unterstützung.

Staatsminister Neumann vor einem Modell der Marienburg

Staatsminister Neumann vor einem Modell der Marienburg mit Vertretern der Ostpreußischen Kulturstiftung

Nach fast zwei Stunden brach der Minister zum anschließenden Besuch des ebenfalls von ihm geförderten “Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa” auf. Am Abend sprach der Minister vor Kulturschaffenden der Region. Auch hierbei hob er die wichtige und zukunftsweisende Arbeit des Ostpreußischen Landesmuseum hervor.

Das Museum fühlt sich sich in seiner Arbeit bestätigt und dankt dem Minister für die klaren Worte.

„Die Mücke im Bernstein“ – Kindergartenkinder im Ostpreußischen Landesmuseum

Dienstag, 29. März 2011

BVMP-Projekt „Museen und Kindergärten“ 2010

von Silke Straatman und Mila Ruempler-Wenk

Das Ostpreußische Landesmuseum hat sich an einem großen Pilotprojekt des Bundesverbands Museumspädagogik (BVMP) zur frühkindlichen kulturellen Bildung im Museum beteiligt. Ziel war es, neue Methoden zu entwickeln, zu testen und dann zu veröffentlichen, so dass andere Museumspädagogen/-innen, Erzieher/-innen und alle Interessierten diese nachlesen und für ihre Arbeit benutzen können.

Die Veröffentlichung dieser Methoden und weiterer Infos zum Projekt, den beteiligten Museen und zur frühkindlichen kulturellen Bildung im Museum wurden im Internet veröffentlich unter: www.museen-und-kindergaerten.de

Das BVMP-Projekt „Museen und Kindergärten“ 2010

An dem BVMP-Projekt „Museen und Kindergärten“ beteiligten sich insgesamt sieben Museen aus ganz Deutschland mit jeweils eigenen museumspädagogischen Aktionen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, so dass die Museen den Kindergärten während der Projektlaufzeit ein kostenfreies Angebot bieten konnten.

Die Museumspädagogische Abteilung des Ostpreußischen Landesmuseums konzipierte für das BVMP-Projekt „Museen und Kindergärten“ die Aktion „Die Mücke im Bernstein“, an dem 255 Kinder aus Kindergärten der Stadt und des Landkreises Lüneburg teilnahmen.

Für das Ostpreußische Landesmuseum war es nicht das erste Mal, dass Kindergartengruppen kamen, seit vielen Jahren werden Aktionen für Kindergartenkinder angeboten. Begehrt ist z. B. das Thema „Die kleinen Ritter und ihre Burgfräuleins“. Für das BVMP-Projekt entwickelten die Museumspädagoginnen Silke Straatman und Mila Ruempler-Wenk allerdings ein neues Konzept, bei dem Experimentieren und forschendes Lernen im Vordergrund stehen sollten. So wurde ein für Kinder im Kindergartenalter eher außergewöhnliches, aber spannendes naturwissenschaftliches Thema zum „Baltischen Bernstein“ erfahrbar gemacht.

Bernstein mikroskopieren

Unter dem Stereomikroskop: An Experimentier-Stationen können eigene Erfahrungen zum Aussehen, zur Beschaffenheit und zu den Eigenschaften des Materials gesammelt werden.

„Die Mücke im Bernstein“

Was ist ein Museum? Was ist Bernstein und wie entsteht er? Wie kommen Insekten in den Bernstein? Diese und viele weitere Fragen galt es zu erforschen. Die 90-minütige Museums-Aktion wurde handlungsorientiert und abwechslungsreich gestaltet. Die Kinder hörten beispielsweise anregende Geschichten „Aus dem Bernsteinwald“, unternahmen einen Erkundungsgang durch die Ausstellung, konnten mit bereitgestellten Materialien experimentieren und eigene Erfahrungen sammeln z. B. beim Stereomikroskopieren von Bernstein und anderen Materialien, beim Testen der Schwimmtauglichkeit von Bernstein in Süß- und Salzwasser und beim Bearbeiten des Bernsteins mit Schleifpapier.

Bernstein wiegen

Was ist das denn? Wie fühlt sich das an? Objekte können angefasst und erkundet werden. Der Junge prüft gerade den Gewichtsunterschied von einem Stein und einem Bernstein.

Die Resonanz

Die Resonanz der Kindergärten der Stadt und des Landkreises Lüneburg war sehr positiv. Es kamen von Oktober bis November 2010 insgesamt 20 Gruppen mit insgesamt 255 Kindern im Alter von 3-6 Jahren und 41 begleitende Erzieherinnen ins Museum und nahmen an der Aktion „Die Mücke im Bernstein“ teil. Gerne wären auch mehr Gruppen gekommen, doch leider war das Angebot aufgrund der relativ kurzen Projektlaufzeit begrenzt.

Schwimmt Bernstein?

Hier wird die Schwimmtauglichkeit von Bernstein und anderen Materialien in einer gesättigten Salzwasserlösung getestet.

Beitrag zur Museumspädagogik

Das BVMP-Projekt war insgesamt ein großer Erfolg, sowohl für die beteiligten Museen als auch für die Kindergartenkinder, die an einem besonderen Angebot teilnehmen konnten. Darüber hinaus ist ein solches Projekt auch für die Weiterentwicklung der Museumspädagogik von großer Bedeutung, denn es gibt kaum gesicherte Erkenntnisse für die kulturelle Bildungsarbeit mit Kindergartenkindern im Museum. Dazu war das BVMP-Projekt „Museen und Kindergärten“ ein erster Schritt und das Ostpreußische Landesmuseum ist dankbar und auch stolz, dass es sich daran beteiligen durfte.

Ein herzlicher Dank geht an die Kindergärten und alle großen und kleinen Besucher und Besucherinnen, die durch ihre rege Teilnahme einen großen Anteil an dieser Forschungsarbeit hatten.

Bernstein riechen

Wie riecht der Bernsteinwald? Eine Geruchsprobe an einem Gläschen mit Bernstein-Öl.

Perspektiven für die Zukunft

Auch wenn das Projekt mittlerweile ausgelaufen ist, so haben wir weitere Kindergartenaktionen in unserem regulären Programm und sind stets offen für den Austausch mit den Kindergärten. Die Arbeit an dem Projekt hat uns gezeigt, dass Informationsfluss und Kommunikation mit den Erzieherinnen sehr wichtig ist, um auf die Kinder, ihre altersgemäßen Lernbedürfnisse und Interessen angemessen eingehen zu können. Für die Zukunft wünschen wir uns noch mehr kleine Besucher und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den pädagogischen Einrichtungen.

Mehr über das BVMP-Projekt, die Teilprojekte der beteiligten Museen sowie die Methodenkarten sind auf der offiziellen Internetseite zu finden: www.museen-und-kindergaerten.de

Informationen zum ständigen Angebot des Ostpreußischen Landesmuseums für Kindergartenkinder sehen Sie auf unserer Internetseite unter der Rubrik: Kinder.

Bernsteinschleifen

Bernstein wird mit Holzschleifpapier bearbeitet, wobei das weiße Bernsteinpulver einen unverkennbaren Duft verbreitet. Der selbst bearbeite Bernstein durfte natürlich mit nach Hause genommen werden.