Archiv für die Kategorie „Veranstaltungen“

Von Bernsteinkunst bis Scherenschnitt – Vielfältiges Kunsthandwerk auf dem Museumsmarkt 2016

Mittwoch, 16. November 2016

von Christina Ramsch, Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung

Auf dem folgenden Film können Sie sich einen Eindruck vom Museumsmarkt machen:

https://youtu.be/MOShlKMXR5o

„Tradition trifft Modernes“ – unter diesem Motto fand, traditionell am ersten Wochenende im November, vom 4. bis 6. November 2016, der Museumsmarkt im Ostpreußischen Landesmuseum statt. Im fertiggestellten Neubau des Museums präsentierten in dieser Zeit 31 Aussteller ihr vielfältiges Kunsthandwerk den insgesamt etwa 1800 Besuchern. Feierlich eröffnet wurde der Markt am Freitagabend durch Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Bei musikalischer Untermalung durch Jazzpianist Bernd Homann konnten die Besucher ihre Aufmerksamkeit anschließend den unterschiedlichen Ständen widmen, die mit Objekten von Keramik und Schmuck über Textilien bis hin zu kulinarischen Köstlichkeiten eine große Bandbreite zeigten.

Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert begrüßt Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der den Museumsmarkt eröffnet

Jazzpianist Bernd Homann begleitet den Eröffnungsabend musikalisch

An den Folgetagen konnte, wer sich etwas Zeit nahm, außerdem Spinnerinnen bei der Arbeit beobachten, Zeuge werden, wie ein Schmuckstück aus Bernstein entsteht oder sogar eine Künstlerskizze von sich selbst anfertigen lassen.

Künstlerin Elena Steinke präsentiert einem Besucher sein Portrait

Besucher können dem Bernsteinkünstler bei der Arbeit über die Schulter schauen

Währenddessen versuchten die Kinder sich selbst im Kerzen drehen oder ließen beim Bemalen kleiner Elchanhänger aus Holz ihrer Kreativität freien Lauf.

Elch-Malspaß am Kindertisch

Kinderprogramm mit Christina Ramsch

Erfolgreich war das Wochenende auch für den Kinderclub des Museums. Viele Besucher versuchten am Samstag und Sonntag bei der „Elch-Tombola“ zugunsten des Kinderclubs ihr Glück. So konnte manch Einer am Ende des Tages ein schönes, nützliches oder leckeres Andenken vom Markt mit nach Hause nehmen.
Alles in allem kann das Museum und die Organisatorin des Marktes Silke Straatman somit einen gelungenen Museumsmarkt verzeichnen, der auch bei mir die Vorfreude auf das nächste Jahr geweckt hat.

Königsberger Marzipan mit Trakehner Wappen

Kunsthandwerker im neuen Sonderausstellungsraum des Museums

Für mich als Praktikantin in der Abteilung Bildung und Vermittlung des Museums war es äußerst spannend, die Organisation einer solchen Großveranstaltung, die sich sehr stark vom „normalen“ Museumsalltag abhebt, aus der Nähe mitzuerleben. Es hat mir großen Spaß bereitet, in den vergangenen Wochen „hinter die Kulissen“ zu schauen, dabei die Zusammenhänge der Planung und Koordination des Marktes etwas besser verstanden und selbst einen kleinen Beitrag zu seiner Umsetzung geleistet zu haben. Damit waren die letzten Wochen der Vorbereitung sowie die Tage des Museumsmarktes selbst für mich eine Zeit, aus der ich sicherlich einige wertvolle Erfahrungen mit in die Zukunft nehmen werde.

Sommerakademie 2016

Freitag, 9. September 2016

Die Kunst der Zeichnung oder Der Weg von der Skizze zum Entwurf
Eine Woche lang, vom 25. bis 29. Juli 2016, stand die Kunst der Zeichnung in ihrer Funktion von der Skizze zum Entwurf eines Bildes im Vordergrund. Als Inspirationsquelle unserer Arbeit wurden eindrucksvolle “Architektur-Objekte” norddeutscher Backsteingotik in Lüneburg ausgewählt.

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Konzentriertes Arbeiten im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseum

Die Künstlerin Elena Steinke begleitete diesen Workshop sehr professionell und konnte die hochmotivierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer anleiten und ihrem künstlerischen Schaffen neue Perspektiven eröffnen.
Die Originalkulissen der Stadt Lüneburg, besonders seiner bedeutenden Backsteinkirche St. Johannis, boten bestmögliche Arbeitsbedingungen, um frei vor Ort zu skizzieren und dann im Atelier des Ostpreußischen Landesmuseums auf Grundlage der entstandenen Skizzen die Entwürfe für zukünftige Werke zu schaffen und zum fertigen Bild weiterzuentwickeln. Ein intensiver Prozess voll Kreativität und Kontemplation.

Die Ergebnisse werden besprochen

Die Ergebnisse werden besprochen

Machen Sie sich einen Eindruck von dieser intensiven Kunstwoche, die das Ostpreußische Landesmuseum jedes Jahr einmal im Sommer anbietet. Vielleicht haben Sie Lust, im nächsten Jahr dabei zu sein, dann schauen Sie sich den folgenden Kurzfilm an:

https://youtu.be/7SPbYwSP3Nk

(Silke Straatman)

Ostpreußen als Reiseland – vor 1945

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Vortragsangebot von Dr. Christoph Hinkelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ostpreußischen Landesmuseum

Seit der politischen Öffnung in Mitteleuropa sind die auf drei Staaten verteilten ostpreußischen Städte und Landschaften wieder zugänglich und ein interessantes Reiseziel geworden. Wieder – muss man erneut sagen, denn bereits vor dem Zweiten Weltkrieg spielte der Fremdenverkehr eine wesentliche wirtschaftliche Rolle in der damaligen Nordostecke Deutschlands.

Tourismuswerbung in den 1930er Jahren

Die Kurische Nehrung mit ihren Sanddünen war ein klassisches Reiseziel vor dem Zweiten Weltkrieg, Aufnahme 1940 (E. Schütz)

Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert begann man, andere Regionen und weiter entfernt liegende Orte wegen ihrer Geschichte, Bauwerke, Bibliotheken usw. zu besuchen. Diesen „Gelehrten-Reisen“ gesellten sich im 19. Jahrhundert Erholungsreisen hinzu, die zunehmend auch nach Ostpreußen führten. Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur, doch in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle im geographisch abgetrennten und v.a. landwirtschaftlich geprägten Ostpreußen.

Städte und Regionen warben in Prospekten mit ihren jeweiligen Besonderheiten (Marienburg, 1930er Jahre)

Die Verkehrsinfrastruktur der Provinz war vielseitig und gut auf den Fremdenverkehr eingestellt.

Ostpreußen warb mit guter Infrastruktur, moderaten Preisen für Reisen im Land ebenso wie für Übernachtungen und deutschlandweit bekannten Reisezielen. Innerhalb des Landes gelangte man mit Kleinbahnen, der Kraftpost und anderen Omnibusverbindungen sowie dem PKW zum Ziel. Für letztere gab die Mineralölfirma Shell die besten Straßenkarten heraus. Zwölf Gebiete bildeten den Schwerpunkt der Reiseziele: das Weichselland, die Frische Nehrung, Stadt und Landkreis Königsberg, das Samland, die Kurische Nehrung, das Ermland, das Oberland, Masuren, das Pregeltal, der Nordosten, die Rominter Heide sowie die immer mitberücksichtige Freie Stadt Danzig. Ferner lockten die größeren und attraktiveren Städte mit ihren Besonderheiten und ihrem Umland ebenso wie wichtige Gedenkstätten, z.B. die Abstimmungsdenkmale oder das „Reichsehrenmal“ Tannenberg, die an die Kämpfe im und die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg erinnerten, Bildungsreisende und  „Sommerfrischler“ in die entlegene Provinz. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete diese Epoche.

Auch der Tourismus in Ostpreußen blieb von der Politik und Propaganda nicht verschont. Nach dem "Wiederanschluss" des Memelgebiets im Frühjahr 1939 wurden die bis dahin verwendeten Prospekte kurzerhand einfach überdruckt.

Einen Vortrag über das Reiseland bzw. über andere landeskundliche Besonderheiten Ostpreußens vermittelt das Ostpreußische Landesmuseum bei Interesse (Dr. Christoph Hinkelmann, Tel. 04131 75995-19).

Dialogprogramm und Autorenlesung – die europäische Dimension deutsch-russischer Familiengeschichte im deutsch-russischen Begegnungszentrum am Newski Prospekt 22-24 in St.Petersburg

Montag, 8. Dezember 2014

Das Buch „Ritas Leute. Eine deutsch-russische Familiengeschichte“ von Ulla Lachauer

Ulla Lachauer

Ulla Lachauer

Am 17. November 2014 lud die Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum Sankt Petersburg“ zum Dialogprogramm und zur Autorenlesung mit der deutschen Autorin und Historikerin Ulla Lachauer ein. Unter dem Motto „Die europäische Dimension deutsch-russischer Familiengeschichte“ las und erzählte die Autorin in deutscher Sprache aus ihrem Buch „Ritas Leute. Eine deutsch-russische Familiengeschichte“.

Neben der Veranstaltung für die Besucher der deutsch-russischen Begegnungszentrums fand am 18. November auch eine weitere deutschsprachige Lesung mit Dialog im Studentenklub der staatlichen pädagogischen Herzen-Universität Sankt Petersburg statt.

An beiden Veranstaltungen wurde das Thema der EU-Russland-Beziehungen, der deutschen historischen Kulturlandschaften in Osteuropa, sowie die übergreifenden Themenbereiche über die Sowjetdeutschen  wie – Deportation, Vernichtung der deutschen Wolga-Republik, Repressionen, Trud-Armee, Aussiedlung und das 250järige Manifest von 1763 der russischen Kaiserin Katharina II. angeschnitten.

Ulla Lachauer wurde 1951 im ländlichen Westfalen geboren. Historikerin, Autorin und Dokumentarfilmerin. Ihre Liebe gilt den bäuerlichen Welten Europas, ganz besonders im Osten. Sie hat seit den 80er Jahren immer wieder Russland bereist und dort gearbeitet. Sie lebt in Stuttgart.

Als Überraschungsgast der Lesungen war Rita Pauls, die in den 1990er Jahren mit ihrer einzigartigen Biografie den Anstoß für das Buch lieferte und gleichzeitig seine Protagonistin ist, mit nach Sankt Petersburg gereist.
Aufgewachsen in einer russlanddeutschen Mennonitenfamilie, kam Rita Pauls 1989 als junge Frau aus Kasachstan nach Deutschland. Ihre Geschichte und die ihrer Familie werden von Ulla Lachauer in ihrem Buch aufmerksam und behutsam porträtiert. Rita Pauls, so heißt es im Klappentext des Buches, ist damals eine junge, lebenslustige Frau: selbstbewusst, von barocker Statur und mit einer schönen Gesangsstimme. Sie lebt in Mannheim und hat eine weit verstreute Familie – Ritas Leute. Die Pauls‘ gehören zu den mittlerweile zweiundhalb Millionen Russland-Aussiedlern. Im Mikrokosmos dieser Familie, deren Mitglieder in Deutschland, Russland und Kanada leben, spiegelt sich eine ganze Epoche bzw. ganze Jahrhunderte deutsch-russischer Historie – ein Stück Weltgeschichte.

Um Ritas Familie kennenzulernen nimmt uns Ulla Lachauer mit  auf eine große Reise mit. Es zunächst zu den Wolgadeutschen mennonitischen Siedlungen, zu Ritas Großmutter in die sibirische Weite, in die kasachische Steppe, über den Atlantik nach Kanada, wo es im Zuge der Spurensuche zu einer glücklichen Familienzusammenführung kommt. Schließlich führt es sie  ins bäuerliche Westpreußen – die Heimat von Ritas Vorfahren.

Im Anschluss an die Lesung ergab sich unter der Moderation von Irena Bijagowa, Leiterin der Kultur-und Bildungsprojekte am Begegnungszentrum,  ein lebhafter Dialog zwischen der Autorin Lachauer, Rita Pauls und dem Publikum. Besonders hervorgehoben wurden während dieses Dialoges die Parallelen und Überschneidungen zwischen der Geschichte Rita Pauls’ und der Biografie der Autorin. So war das kasachische Karaganda nicht nur die unheilvolle „Stadt der Verbannten“, in die Ritas deutsche Großeltern unter Stalin deportiert wurden. Für Rita war es der Ort einer glücklichen und behüteten Kindheit, an dem sie ohne Kenntnis der vergangenen Schrecken aufwuchs. Gleichzeitig war Karaganda für Ulla Lachauer mit der eigenen Familiengeschichte verknüpft: Ihr Schwiegervater war eben dort in Kriegsgefangenschaft gewesen. So entstehen Verbindungen, Kontakte, vielleicht sogar Freundschaften, wie die, die heute Ulla und Rita im schwäbischen Stuttgart verbindet.

Rita Pauls erzählte vom schwierigen und vielschichtigen Entscheidungsprozess, ausreisen oder bleiben, der die Familie schließlich nach Deutschland führte.
Heute arbeitet Rita als Übersetzerin in Deutschland und ist trägt damit entscheidend zum Verständnis zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimat bei.

Zu Wort kamen Besucher des Begegnungszentrums, die von ihrer eigenen Familiengeschichte mit russisch-deutschem Hintergrund erzählten. In all diesen Beiträgen zeigten sich die vielfältigen deutsch-russischen Verbindungen, deren Ausbau und Stabilisierung seit 1993 das erklärte Ziel der Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“.

Das Projekt „Dialogprogramm und Autorenlesung. Die europäische Dimension deutsch-russischer Familiengeschichte“ wurde von der  Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“ in Zusammenarbeit  mit der Konrad-Adenauer-Stiftung/ EIZ (Europäische und Internationale  Zusammenarbeit) und dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg realisiert. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für die gute Zusammenarbeit und die große Unterstützung bedanken und darauf hinweisen, dass  es ohne die dieses Projekt in seiner heutigen Form nicht möglich gewesen wäre.

Ein besonderer Dank gilt den Partnern vom Germanistik Lehrstuhl an der staatlichen pädagogischen Herzen-Universität Sankt Petersburg.

Das Deutsch-Russische Begegnungszentrum St. Petersburg (drb) kümmert sich seit 21 Jahren um Kultur- und Bildungsprojekte und eine wachsende Zahl von Stammbesuchern erfreut sich daran.

Irena Bijagowa

Wolf und Wild – Wolf und Mensch

Donnerstag, 13. November 2014
Wolf in Niedersachsen. Foto:_Eike_Mross

Wolf in Niedersachsen. Foto:_Eike_Mross

Unter diesem bewusst ein wenig polarisierenden Titel führte das Ostpreußische Landesmuseum in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft des Landkreises Lüneburg am 18. Juli 2014 im Gasthaus „Zum Anker“ in Bardowick eine Informationsveranstaltung zum Wolf in Niedersachsen durch. Der Wolf ist in eine alte Kulturlandschaft zurückgekehrt, in der er bis zu seiner Ausrottung im vorvergangenen Jahrhundert heimisch war. Zahlreiche Orts- und Flurnamen, Erinnerungen und Berichte in der Literatur früherer Jahrzehnte belegen, dass der Wolf in Niedersachsen immer anwesend war, auch wenn in den vergangenen 150 Jahren nur wenige Tiere auf den alten Wolfswechseln nach Westen zogen und dann zumeist schnell erlegt wurden.

Heute ist die Situation eine völlig andere: Der Wolf ist eine geschützte Art und dem Jagdrecht entzogen. Er ist in eine Region zurückgekehrt, die dicht besiedelt ist und land- wie forstwirtschaftlich intensiv genutzt wird. Große Freiflächen wie die Lüneburger Heide sind regelmäßige Aufenthaltsorte für viele Menschen, die dort arbeiten, sich erholen oder die die Schönheit der Landschaft genießen wollen. Die Rückkehr des Wolfs wird von vielen begrüßt, von anderen jedoch wird sie als zunehmend schwierig empfunden. Wie gehen wir mit den begründeten Sorgen der Menschen um, damit auch der Wolf eine Zukunft bei uns hat? Ein Zusammenleben von Wolf und Mensch muss sorgsam entwickelt und gestaltet werden.

Es ist unbestritten, dass der Wolf wirtschaftliche Nachteile oder Schäden bereitet und dass er auch Ängste auslöst. Mit Emotionen muss sachlich umgegangen, Probleme müssen gelöst werden. Nach einer stark durch Emotionen aufgeheizten Debatte auf anderen Informationsveranstaltungen im Landkreis Lüneburg und im Leserforum der lokalen Presse im Spätwinter/Frühjahr 2014 war es die erklärte Absicht der Veranstalter, die biologisch bedingte, ruhige Zeit im Jahresverlauf des Wolfs zu einer Versachlichung der Diskussionen beizutragen. Ausgewiesene Experten und Praktiker hatten sich bereit erklärt, auf Fragen aller Art zu antworten. Zunächst stellten sie sich kurz vor, damit die Teilnehmer erkennen konnten, in welcher Verbindung sie zum Wolf stehen und an wen sie ihre speziellen Fragen am besten richten konnten.

Torsten Broder, Vorsitzender der Jägerschaft des Landkreises Lüneburg, begann seine Vorstellung mit dem sehr treffenden Satz „Wölfe sind wie Sterne – nicht immer sichtbar, aber immer da“. Er führte aus, dass die Jäger mit dem Wolf werden leben müssen, dass sie ihn aber keineswegs völlig frei werden gewähren lassen können. Werner Oldenburg, Vertreter des Kreislandwirts des Landkreises Lüneburg, vertrat die Interessen der professionellen Tierhalter, von denen besonders die Besitzer von Schafen betroffen sind. Er machte deutlich, dass gerade die Schafhalter sich von Politik und Verwaltung im Stich gelassen fühlen, weil diese noch nicht deutlich genug auf die Konsequenzen der Wölfe bei uns reagiert hätten.

Christian Voigt, Vorsitzender des Hegerings Amelinghausen, betreut 60 Reviere im südwestlichen Teil des Landkreises Lüneburg und berichtet, dass sein Bezirk bereits seit fünf Jahren Wolfseinstandsgebiet ist. Der Wolf gehört dort zum Alltag. Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, ist mit einem Monitoring der Wolfsrückkehr nach Niedersachsen beauftragt. Sie sammelt alle Hinweise (Beobachtungen, Spuren, Losungen, Risse, Wildkamerabilder usw.) und ist mit der Erstellung eines Gesamtbildes befasst.

Michael Urbansky, Leiter des Hochwildrings Gartow-Lüchow, berichtete aus der Praxis, wie sich die verschiedenen Wildarten im Beutespektrum des Wolfs auf dessen Anwesenheit eingestellt haben. Alle sind scheuer geworden, doch zeigt mit Ausnahme des Mufflons keine einen Bestandrückgang. Peter Pabel vom Forstamt Göhrde und Leiter des Hochwildrings Göhrde hob hervor, dass der Wolf eine wichtige Rolle in der Natur habe und – neben dem Jäger – für gesunde, naturnahe Wildbestände sorgen werde.

Die Fragen und Antworten betrafen gleichermaßen die Auswirkungen der Anwesenheit des Wolfs auf das Verhalten des Wildes wie auf das Verhalten des Menschen und seiner Nutztiere. Übereinstimmend wurde betont, dass die Öffentlichkeit immer wieder mit einem Wolfsmanagement beruhigt werde, das es auf der geltenden gesetzlichen Basis aber gar nicht geben könne. Hier könne erst auf der Basis des Monitorings über konkrete Umsetzungen nachgedacht werden. Extrembeispiele aus anderen Ländern mit natürlichen Wolfspopulationen, z.B. Schweden, wurden genannt, um der Zuhörerschaft zu verdeutlichen, dass von Übergriffen der Wölfe z.B. auf Hunde, Reiter oder Kindergärten im  Wald in Niedersachsen keine Rede sein kann. Hier ist der Wolf sicher noch lange ein Wildtier, das den Kontakt mit dem Menschen meidet. Allerdings müssten Schafe, Ziegen und Gatterwild wie Damhirschhaltungen wirksamer geschützt werden.

Das Ostpreußische Landesmuseum ist das einzige Museum der Region, in dem der Wolf Thema ist, denn in Ostpreußen wurde er alljährlich nachgewiesen. Trotz des bis 1945 erklärten Ziels, die Provinz wolfsfrei zu halten, zogen in den großen Wäldern entlang der Grenzen zu Polen und Litauen immer wieder Wölfe ihre Jungen groß. Im November 2010 bereits hatte unser Museum eine gut besuchte Informationsveranstaltung durchgeführt, auf der zahlreiche, auch historische Aspekte vorgetragen wurden, die bei der zu erwartenden Rückkehr des Wolfs nach Niedersachsen bedacht werden müssen. Inzwischen ist der Wolf bei uns angekommen.

Der Festsaal im Gasthaus „Zum Anker“ in Bardowick war gut gefüllt, fast 150 Personen waren der Einladung gefolgt. Peter Burkhardt, Jäger und Wolfsberater, moderierte die Veranstaltung engagiert und souverän. Sie verlief sehr sachlich – Fragen wurden offen gestellt und nach bestem Wissen ehrlich beantwortet – und endete nach etwa 3 Stunden erst, als keine Fragen mehr gestellt wurden. In der Reihe der in Zusammenarbeit mit der Lüneburger Jägerschaft realisierten Informationsveranstaltungen (Rotwild 2012, Schwarzwild 2013, Niederwild im Februar 2014) stellte der Abend eine gelungene Fortsetzung dar. Weitere werden folgen.

Dr. Christoph Hinkelmann, Ostpreußisches Landesmuseum

Die Organisatoren und Referenten

Die Organisatoren und Referenten

Sommerfest 50 Jahre Lebenshilfe –

Donnerstag, 13. November 2014
Bernsteinbasteln fasziniert...

Bernsteinbasteln fasziniert...

Das Ostpreußische Landesmuseum war mit Bernsteinschleifen dabei

In diesem Jahr feierte die Lebenshilfe einen runden Geburtstag:

Seit 50 Jahren kümmert sich die Institution um das Wohlergehen in vielen Bereichen von Personen mit Handicap.

Dieses Jubiläum wurde mit einem inklusiven Sommerfest im Kurpark Lüneburg gefeiert. Neben Live-Musik gab es viele tolle Aktionen verschiedener Vereine und Institutionen des Raumes Lüneburg.

Auch wir vom Ostpreußischen Landesmuseum waren bei hochsommerlichen Temperaturen mit einem Aktionsstand im Kurpark vertreten.

Wir vermittelten Wissen rund um den Bernstein, boten als Mitmach-Aktion das Schleifen eines Rohbernsteins an und wer mochte, konnte sich ein kleines Loch durch seinen Stein bohren lassen und ihn als Anhänger für eine Kette verarbeiten lassen.

Viel Freude machte es uns, zu erleben, mit welcher Emsigkeit und Geduld die Besucher Ihren ganz persönlichen Rohbernstein bis auf Hochglanz polierten und ihn zum Schluss stolz als Glücks-Anhänger um den Hals trugen.

Es war ein rundum gelungenes Fest und wir möchten uns auf diesem Wege auch noch einmal ganz herzlich bei der Lebenshilfe für diesen tollen Nachmittag und die langjährige gute Zusammenarbeit bedanken. Ein rundum gelungener Nachmittag.

(Melanie Hübner)

Internationaler Museumstag

Donnerstag, 13. November 2014
Aufmerksame_Zuhörer_

Aufmerksame_Zuhörer_

Der Internationale Museumstag in diesem Jahr war für die Kinder des Museums-Kinderclubs ein ganz besonderes Highlight, denn sie durften selbst Besucher durch „ihr“ Museum führen und ihnen ihre Lieblingsausstellungsstücke vorstellen. An den vorherigen Terminen des Kinderclubs hatten die Kinder sich auf diesen Tag gründlich vorbereitet: Sie haben sich allein oder zu zweit ihr Lieblingsstück aus dem Museum ausgesucht, Informationen herausgesucht, einen kleinen Text verfasst und diesen geübt.

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Am 18. Mai war es dann soweit und die Besucher konnten von den Kindern noch einiges Neues über den Elch, den Wolf oder auch Zinnsoldaten erfahren. Am Ende waren alle stolz auf die kleinen Museumsführer und sie selbst ganz besonders!

(Sina Schurrer)

Elche sind cool_

Elche sind cool_

Lesen beginnt mit Vorlesen

Sonntag, 27. Juli 2014
Schöne Geschichte…

Schöne Geschichte…

Es steht längst außer Frage, wie wichtig für das ganze Leben eine hohe Lesekompetenz ist. Zahlreiche Studien belegen, dass bei einer erschreckend großen Gruppe erheblicher Nachholbedarf besteht. Das Ostpreußische Landesmuseum will hierzu seinen Teil beitragen und unterstützt im Verbund mit zahlreichen Partnern, darunter v.a. auch die Leuphana-Universität, entsprechende Projekte des Netzwerkes Leseförderung.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Lüneburg: „Lüneburg liest“ (2. bis 6. Juni 2014) präsentierten daher die Kinder des Museums-Kinderclubs einen wortgewandten literarischen Nachmittag im Ostpreußischen Landesmuseum.

Vorlesen muss geübt werden

Vorlesen muss geübt werden

Bernsteinschlösser, Feuer und Blitze! – Bei der diesjährigen Aktionswoche von „Lüneburg liest“ waren auch die Museumsclub-Kinder beteiligt und verwandelten das Ostpreußische Landesmuseum in eine Welt voll Fantasie und Hörzauber. Unter dem Motto „Lesen beginnt mit Vorlesen“, trugen die Kinder mit viel Leidenschaft und Verve den Besuchern mythische Geschichten über die Herkunft und Entstehung des Bernsteins vor. Mit selbstgestalteten Bildern illustrierten sie farbenfroh die Legenden der alten Griechen und Litauer und gaben so der Veranstaltung einen schönen stimmungsvollen Rahmen. Ein Tag also nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen.

(Lotte Heyhusen)

1. Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Lesen mit verteilten Rollen

Lesen mit verteilten Rollen

Die „Leserunde“

Die „Leserunde“ mit Dr. Muthhardt Hackbarth, Vorstandsmitglied von „Netzwerk Leseförderung“ und ehemaliger Vizepräsident der Bezirksregierung Lüneburg

Mit allen Sinnen – Malreise nach Nidden

Donnerstag, 24. Juli 2014
Malkurs

Malkurs

Vor dem Ausflug mit dem Kurenkahn

Vor dem Ausflug mit dem Kurenkahn

Vom Ostpreußischen Landesmuseum angeboten, von Agata Kern, der Kulturreferentin, organisiert, von der in Lüneburg lebenden Künstlerin Gudrun Jakubeit, einer klassischen Aquarellistin englischer Schule begleitet, hatte eine Gruppe von 20 Teilnehmern das Erlebnis, die erste Juliwoche auf der Kurischen Nehrung, in Nidden (Nida), zu verbringen.

Dr. Jörn Barfod, der wissenschaftliche Begleiter dieser Reise, sorgte an fast jedem Reisetag dafür, daß Maler wie auch die kleinere Gruppe der Nichtmaler Informationen erhielten, die die Augen öffneten für all das, was heute aus vergangenen Tagen nicht mehr vorhanden ist. Er beschrieb die früher erste Adresse des Ortes, das Gasthaus Hermann Blode, er zeigte historische Aufnahmen des Fischerdorfes aus den 30er Jahren, und er führte durch den Ort zu Häusern und Plätzen von (kultur-)geschichtlicher Bedeutung. Dadurch gelang der Brückenschlag zum Schwerpunktthema „Künstlerkolonie Nidden“. Die Reiseteilnehmer, so angeleitet, konnten selbst auf Spurensuche gehen, welche der bevorzugten Motive der vielen Künstler, die hier oft Sommer für Sommer tätig waren, in der Spanne von der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1944/45, heute noch zu entdecken sind.

Unsere Gruppe vor dem Hotel Nidos Smilte

Unsere Gruppe vor dem Hotel Nidos Smilte

Unter Anleitung von Frau Jakubeit übten die Maler, die Wolkenspiegelung auf der Wasserfläche des Kurischen Haffs wiederzugeben. Sie saßen im Regenschauer und in brennendem Sonnenlicht auf der Parniddener Düne und versuchten, ihre Farben und Formen auf das Blatt zu bannen. Mit nicht ermüdendem Eifer wurden die sich auf dem historischen Friedhof von Nidden ergebenden An- und Ausblicke gestaltet. Von einigen der teils semiprofessionellen Künstler wurde die evangelische Kirche, der Torbogen, das nahebei stehende Kruzifix mit in die Motivauswahl einbezogen. Den „Italienblick“, seit Jahrzehnten von bildenden Künstlern immer wieder abgebildet, nahmen alle als Herausforderung an. Das Zeichnen und Malen auf dem Schwiegermutterberg, in unmittelbarer Nähe des Thomas-Mann-Hauses, wurde ergänzt durch einen Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses.

Eine Bereicherung des thematischen Reiseschwerpunkts war auch, den vor Vollendung stehenden Film „Nidden – Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung“ zu sehen und die überarbeitete Fassung von „Thomas Mann – Mein Sommerhaus“ – beides in Anwesenheit des Regisseurs Arvydas Barysas, der obendrein mit einer angenehmen Gesangsstimme, mit litauischen Liedern überraschte.

Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses

Vortrag von Uwe Meyer zur Geschichte des Thomas-Mann-Hauses

Während die Malgruppe mit Fleiß alle in der Aufenthaltsspanne verfügbare Zeit zum Arbeiten nutzte, profitierten die Nichtmaler gleich mehrfach von Dr. Barfods Kontakten und seinem weitgespreizten Fachwissen. Ein Tagesausflug führte von der Nehrung in eine Kontrastlandschaft – in das Memelgebiet nach Heydekrug (Šilutė) und nach Ruß (Rusnė), überwiegend auf den Spuren des Wirkens des unvergessenen Hugo Scheu. Ihm, dem Ökonomierat und Menschenfreund, ist vor zwei Jahren in Heydekrug vor dem inzwischen aufwendig renovierten Wohnhaus ein beachtliches Denkmal gesetzt worden. Die Heydekrüger Kirche mit ihrem unverwechselbaren Altarbild beeindruckte, und eine Textpassage aus Hermann Sudermanns Erzählung „Jons und Erdme“ schärfte den Blick für die Moor- und Wiesenlandschaft. Noch immer gibt es im Frühjahr den „Schaktarp“!

Das Altarbild in der Heydekrüger Kirche

Das Altarbild in der Heydekrüger Kirche

Ein anderer Tagesausflug führte Dr. Barfod mit den Nichtmalern per Schiff über das Kurische Haff in das Mündungsdelta der Memel. Im Dörfchen Minge gesellte sich der Kunstsammler Alexander Popow mit seinem Enkelsohn und einer Mitarbeiterin zum Grüppchen. Gemeinsam ging es per Kleinbus zum Windenburger Eck (Vente), wo – mit Mitteln aus Töpfen der EU – z. Z. umfangreiche Bauarbeiten stattfinden, an erster Stelle Wegbefestigungen, Treppenanlagen und eine Rekonstruktion und Erweiterung des Gebäudes der Ornithologischen Station. Alexander Popow machte hier deutlich, was ihm – bis 1990 Kapitän der Handelsschiffahrt – diese Landschaft bedeutet. Seit gut zehn Jahren sammelt er Werke von Künstlern, die Motive der Kurischen Nehrung, der Hafenstadt Memel und immer wieder Blicke auf das Kurische Haff (bis 1945) festgehalten haben. Alexander Popow ist Vorsitzender der „Gesellschaft der Freunde Ostpreußischer Kunst Nidden“ (Society of East Prussian Art Lovers’ Nidden), die 2009 in Klaipeda (Memel) gegründet wurde.

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Zu Gast bei Herrn Popov

Ein Tagesausflug für alle Teilnehmer zum Besuch der Kunstgalerie Klaipeda (Franz-Domscheit-Galerie) verschaffte einen ersten Eindruck von der Sammlertätigkeit des Alexander Popow. Von den nahe 1.000 zusammengetragenen Werken, die Beispiele für das Schaffen von 300 Künstlern geben, sind hier in mehreren Sälen über 200 Werke ausgestellt, die von gut 100 Künstlern stammen. Dank der Führung von Dr. Barfod gelang es, die „Rosinen“ herauszupicken, zeitgeschichtliche Zuordnungen vorzunehmen, Beziehungen der Maler untereinander aufzudecken und die Besonderheit manch eines Werks herauszustellen. Bei dem Mangel an Zeit für die Betrachtung von so viel Schönheit, Können und Bedeutsamkeit blieb der Trost: Diese Sonderausstellung wird hier noch bis zum 8. Mai 2016 zu sehen sein!

Besuch der Kunstgalerie in Klaipeda

Besuch der Kunstgalerie in Klaipeda

Für einige Mitreisende gab es eine uneingeplante Entdeckung am Rande: Die ausgestellten Teile des umfangreichen Nachlasses von Franz Domscheit (Pranas Domšaitis), die hier in der nun nach ihm benannten Kunstgalerie sehr schön präsentiert werden und Beachtung verdienen. – Eine Führung durch die Altstadt von Memel (Klaipeda) vollendete den Tag.

Bei den auf der Nehrungsstraße zurückgelegten Busfahrten beglückte zweimal der Anblick eines Elchs – wie auch ein in der Ostsee badender Reisegefährte das Glück hatte, einen jungen auf der Düne stehenden Elch zu sehen – und davon ein Beweisfoto zu schießen!

Nidden ist auch heute noch „das Paradies der Maler“ zu nennen – davon ist die Reisegruppe überzeugt. Jeder hätte gern länger darin verweilt. Unter den Arbeitsergebnissen der Malgruppe, die am letzten Aufenthaltstag abends im Hotel „Nidos smilte“ präsentiert wurden, war viel Gelungenes, Überraschendes zu sehen und manches, das im Ansatz hoffen ließ, daß im Nachklang zu dieser Reise noch mehr daraus wird. Geplant ist ein Ausstellungsprojekt „Die Kurische Nehrung mit Maleraugen“ für 2015 in Neumünster.

Die Reisegruppe nutzte die im Zusammenhang mit der Rückreise sich ergebenden wenigen Stunden Aufenthalt in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas, um noch Sehenswürdigkeiten Rigas zu besuchen. Eine gelungene Reise, die nach Wiederholung ruft!

Riga

Riga

Ute Eichler

HH, den 10.07.2014

“Akademische Strenge und künstlerische Freiheit”

Montag, 30. Juni 2014

Ein Malworkshop mit der aus Kaliningrad/Königsberg stammenden Künstlerin Elena Steinke am 24. und 25. Mai 2014

Der Malworkshop erfolgte im Rahmen der Sonderausstellung über Karl Storch (1864 – 1954) „Zwischen Holstein und Königsberg. Ein Berliner Sezessionist der ersten Stunde“.

Der aus Bad Segeberg stammende Maler war Mitbegründer der Berliner Sezession und wirkte von 1902 bis 1929 als künstlerischer Leiter der Zeichenlehrerabteilung an der Königsberger Kunstakademie. Sein vielfältiges Gesamtwerk als Maler, Zeichner, Illustrator und Graphiker wird zum spannenden Betrachtungsfeld dieses Malworkshop.

Die Künstlerin Elena Steinke führte ein in die kunstakademischen Sichtweisen im Zeichen- und Malunterricht des 19. und 20. Jahrhunderts und begleitete die Wiorkshopteilnehmer auf einem Streifzug von der akademischen Strenge bis zur künstlerischen Freiheit, um alle zum Ausprobieren verschiedener Techniken und Malweisen anzuregen.Und tatsächlich: Es entstand ein buntes Potpourri an Werken.

Hier in einem Video zusammengefasste Impressionen (35 MB):

OL Malworkshop 2014

Zur Künstlerin:

Elena Steinke, 1964 in Kaliningrad/Russland, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren, studierte angewandte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, Autorin und Dozentin in Breklum/Nordfriesland.
Sie hat an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt. Im Sommer 2013 nahm sie an der erfolgreichen Gemeinschaftsausstellung unter der Kuratorin Dr. Melita Mucha in der Elbgalerie Winter teil.