Archiv für die Kategorie „Museumspädagogik“

Internationaler Museumstag

Donnerstag, 13. November 2014
Aufmerksame_Zuhörer_

Aufmerksame_Zuhörer_

Der Internationale Museumstag in diesem Jahr war für die Kinder des Museums-Kinderclubs ein ganz besonderes Highlight, denn sie durften selbst Besucher durch „ihr“ Museum führen und ihnen ihre Lieblingsausstellungsstücke vorstellen. An den vorherigen Terminen des Kinderclubs hatten die Kinder sich auf diesen Tag gründlich vorbereitet: Sie haben sich allein oder zu zweit ihr Lieblingsstück aus dem Museum ausgesucht, Informationen herausgesucht, einen kleinen Text verfasst und diesen geübt.

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Spannende Geschichten über den Bernstein!

Am 18. Mai war es dann soweit und die Besucher konnten von den Kindern noch einiges Neues über den Elch, den Wolf oder auch Zinnsoldaten erfahren. Am Ende waren alle stolz auf die kleinen Museumsführer und sie selbst ganz besonders!

(Sina Schurrer)

Elche sind cool_

Elche sind cool_

Zwischen Herbstferienprogramm und Schülerreise – Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Donnerstag, 13. November 2014
Marie_Schrötke

Marie_Schrötke

Hallo,

ich bin Marie Schrötke und habe gerade zwei Monate Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum gemacht. Das Praktikum gehört zum Abschluss meines Studiums “Museum und Ausstellung” an der Universität Oldenburg.

Während der Praktikumszeit war ich in der Abteilung Bildung und Vermittlung und im Kulturreferat tätig. Für die Museumspädagogik habe ich an dem Konzept für Mitmach-Stationen in der neuen Dauerausstellung mitgearbeitet und einige Formate entwickelt. Das war eine sehr spannende Arbeit, weil ich meine eigenen Ideen einbringen konnte und in ganz neue Themen eingetaucht bin. So hatte ich mich beispielsweise mit der Jagd vorher noch nie beschäftigt. Zum Abschluss meiner Zeit im Museum gab es ein besonderes Highlight. Ich durfte zusammen mit einer Kollegin das Herbstferienprogramm „Farben und Formen“ für Kinder planen und auch leiten. Die Arbeit mit den kleinen Museumsbesuchern von 6 bis 12 Jahren hat mir viel Spaß gemacht.

Auch im Kulturreferat hatte ich vielseitige Aufgaben. Ich habe Pressemitteilungen geschrieben, recherchiert und Anfragen für Veranstaltungen verschickt. Außerdem habe ich interessante Orte für eine Schülerreise nach Ostpreußen gesucht und daraus ein Reiseprogramm erstellt. Schön war auch, dass ich eine Schulklasse bei ihrem Besuch in die Hamburger Kunsthalle begleiten durfte. Dort haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem berühmten ostpreußischen Maler Lovis Corinth beschäftigt.

Für mich war das Praktikum eine gute Erfahrung. Ich konnte mich ausprobieren und viel Neues lernen. Es waren zwei tolle Monate, in denen ich mich unter den freundlichen und hilfsbereiten Museumsmitarbeitern sehr wohl gefühlt habe. Jetzt bin ich gespannt auf die neue Dauerausstellung und ob ich von meinen eigenen Ideen vielleicht einige wiederentdecken kann.

Lesen beginnt mit Vorlesen

Sonntag, 27. Juli 2014
Schöne Geschichte…

Schöne Geschichte…

Es steht längst außer Frage, wie wichtig für das ganze Leben eine hohe Lesekompetenz ist. Zahlreiche Studien belegen, dass bei einer erschreckend großen Gruppe erheblicher Nachholbedarf besteht. Das Ostpreußische Landesmuseum will hierzu seinen Teil beitragen und unterstützt im Verbund mit zahlreichen Partnern, darunter v.a. auch die Leuphana-Universität, entsprechende Projekte des Netzwerkes Leseförderung.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Abschlusspräsentation: Die Kinder des Museumskinderclubs stellen ihre Bildergeschichten vor. Dr. Muthhardt Hackbarth will mit „Netzwerk Leseförderung“ das Lese-Interesse bei Kindern fördern.

Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Lüneburg: „Lüneburg liest“ (2. bis 6. Juni 2014) präsentierten daher die Kinder des Museums-Kinderclubs einen wortgewandten literarischen Nachmittag im Ostpreußischen Landesmuseum.

Vorlesen muss geübt werden

Vorlesen muss geübt werden

Bernsteinschlösser, Feuer und Blitze! – Bei der diesjährigen Aktionswoche von „Lüneburg liest“ waren auch die Museumsclub-Kinder beteiligt und verwandelten das Ostpreußische Landesmuseum in eine Welt voll Fantasie und Hörzauber. Unter dem Motto „Lesen beginnt mit Vorlesen“, trugen die Kinder mit viel Leidenschaft und Verve den Besuchern mythische Geschichten über die Herkunft und Entstehung des Bernsteins vor. Mit selbstgestalteten Bildern illustrierten sie farbenfroh die Legenden der alten Griechen und Litauer und gaben so der Veranstaltung einen schönen stimmungsvollen Rahmen. Ein Tag also nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen.

(Lotte Heyhusen)

1. Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Die Bernsteinsgeschichte in selbstgemalten Bildern

Lesen mit verteilten Rollen

Lesen mit verteilten Rollen

Die „Leserunde“

Die „Leserunde“ mit Dr. Muthhardt Hackbarth, Vorstandsmitglied von „Netzwerk Leseförderung“ und ehemaliger Vizepräsident der Bezirksregierung Lüneburg

“Akademische Strenge und künstlerische Freiheit”

Montag, 30. Juni 2014

Ein Malworkshop mit der aus Kaliningrad/Königsberg stammenden Künstlerin Elena Steinke am 24. und 25. Mai 2014

Der Malworkshop erfolgte im Rahmen der Sonderausstellung über Karl Storch (1864 – 1954) „Zwischen Holstein und Königsberg. Ein Berliner Sezessionist der ersten Stunde“.

Der aus Bad Segeberg stammende Maler war Mitbegründer der Berliner Sezession und wirkte von 1902 bis 1929 als künstlerischer Leiter der Zeichenlehrerabteilung an der Königsberger Kunstakademie. Sein vielfältiges Gesamtwerk als Maler, Zeichner, Illustrator und Graphiker wird zum spannenden Betrachtungsfeld dieses Malworkshop.

Die Künstlerin Elena Steinke führte ein in die kunstakademischen Sichtweisen im Zeichen- und Malunterricht des 19. und 20. Jahrhunderts und begleitete die Wiorkshopteilnehmer auf einem Streifzug von der akademischen Strenge bis zur künstlerischen Freiheit, um alle zum Ausprobieren verschiedener Techniken und Malweisen anzuregen.Und tatsächlich: Es entstand ein buntes Potpourri an Werken.

Hier in einem Video zusammengefasste Impressionen (35 MB):

OL Malworkshop 2014

Zur Künstlerin:

Elena Steinke, 1964 in Kaliningrad/Russland, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren, studierte angewandte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, Autorin und Dozentin in Breklum/Nordfriesland.
Sie hat an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt. Im Sommer 2013 nahm sie an der erfolgreichen Gemeinschaftsausstellung unter der Kuratorin Dr. Melita Mucha in der Elbgalerie Winter teil.

„LANDART“ – Osterferienprogramm 2014 des Ostpreußischen Landesmuseums

Freitag, 9. Mai 2014

Um künstlerische Arbeit mit und in der Natur ging es bei einem Workshop für Jugendliche während der Osterferien. Geplant im Museum und im Kurpark durchgeführt wurde das Oster-Ferienprogramm des Ostpreußischen Landesmuseums von Petra Vollmer.

Sinn der Arbeit war, sensibel zu werden für die natürliche Umgebung, die Eigenarten und Strukturen vor Ort wahrzunehmen und auf  behutsame Art zu kommentieren, sichtbar zu machen durch Hinzufügungen aus dem, was die Natur bietet.

Dabei entstanden kleine Kunstwerke auf Zeit:

Totholzspirale

Totholzspirale

Eine Spirale aus Totholz geflochten in die gewachsene Spindel lebender Äste eines grünenden Baums.

Totholzspirale

Windspiel

Oder eine Art Windspiel aufgespannt zwischen alten Buchen, bei dem hängende Äste im Wind gegeneinander schlagen.

Land-Art im Kurpark

Land-Art im Kurpark

Begonnen auch ein Spinnennetz zwischen Zweigen.

Hölzernes "Spinnennetz"

Hölzernes "Spinnennetz"

Wind und Wetter ausgesetzt werden die Kunstwerke mit der Zeit wieder verschwinden.

Das Vorgehen, bei dem Kunstwerke aus vergänglichem Material entstehen, im Rhythmus der Natur altern und schließlich verschwinden, entwickelten Künstler in den 1960er Jahren, um Kommerz und Spekulation mit Kunstwerken in Galerien und Museen zu entgehen. Das widerständige, auch politische Konzept wurde bekannt unter dem Namen „LandArt“.

Im Lüneburger Kurpark erregten die Werke der jungen „Landart-Künstler“ Aufsehen. Spaziergänger blieben stehen, waren neugierig, fragten nach. Eine Journalistin, die ihren Hund spazieren führte, war so begeistert, dass sie schnell ihre Kamera holte und einen Artikel darüber schrieb. Die Jugendlichen waren stolz und beeindruckt davon, wie viel Kunst die Natur zu bieten hat – und umgekehrt.

Gesichter einer Stadt: Eine Schulreise nach Riga

Donnerstag, 10. April 2014

Unsere Gruppe in Rundale

Unsere Gruppe in Rundale

Riga: Die lettische Metropole ist Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2014. Seit Beginn dieses Jahres zahlt man auch in Lettland mit dem Euro. Zwei gute Anlässe, einmal genauer hinzuschauen, was sich in der größten Stadt des Baltikums gerade tut. Der richtige Moment, diese Stadt zu besuchen.

Seit zwei Jahren verbindet das Hansa-Kolleg in Hamburg – ein Gymnasium des Zweiten Bildungsweges, auf dem junge Erwachsene in drei Jahren das Abitur erwerben – und das Ostpreußische Landesmuseum eine Kooperation. Nachdem vor zwei Jahren die Wahl eines gemeinsamen Reiseziels auf Kaliningrad / Königsberg gefallen war, stand nun vom 23.-30. März dieses Jahres bereits die zweite gemeinsame Reise an. 17 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Agata Kern und zwei Lehrern des Kollegs fuhren zusammen nach Riga.

„Gesichter der Stadt“ haben wir das Projekt genannt. Wir hätten es auch, in Anlehnung an Rosa von Praunheim, einen der zahllosen bekannten Prominenten, die aus dieser Stadt stammen, „Spurensuche in Riga“ nennen können. Gedacht hatten wir dabei zunächst an die Gesichter der großen Söhne (und Töchter) der Stadt wie Heinz Erhardt, Sergej Eisenstein oder Meinhard von Gerkan; oder an die lange Liste derjenigen, die in Riga gewirkt und hier ihre Spuren hinterlassen haben – wie Johann Gottfried Herder oder Richard Wagner.

Blick von St Petri

Blick von St Petri

Schnell wurde aber klar, dass auch die Stadt selbst mehr als nur ein Gesicht hat. Das eine ist uns scheinbar vertraut. Wir erinnern uns an Lüneburg oder Bremen, das mit der Gründung Rigas vor 800 Jahren eng verbunden ist. Es ist das Gesicht der Hanse und der deutschen Städtebauer des Mittelalters, die hier am östlichen Rand der Ostsee einen letzten Außenposten vor den Grenzen des Russischen Reiches errichteten. Ist dieses ehemals deutsche heute das lettische Gesicht der Stadt? Backsteingotik und Jugendstil in seiner prachtvollsten Form. Und einige markante Blickfänge der Moderne und Gegenwart um sie herum: Wie der fast 400 Meter hohe Fernsehturm oder die gerade neu errichtete Nationalbibliothek, der Altstadt gegenüber auf der anderen Seite der Düna – oder eben auf Lettisch: Daugava.

Jugendstil in Riga

Jugendstil in Riga

Das andere Gesicht zeigte uns unsere lettische Reiseführerin Ilse Sila in der Moskauer Vorstadt. Diese beginnt unmittelbar am östlichen Rand der Altstadt, gleich hinter dem Zentralmarkt, und in ihr wird nun nicht mehr Lettisch, sondern Russisch gesprochen. Die Stadt zerfällt sprachlich in etwa zwei gleich große Hälften, und russisch ist das zweite Gesicht der Stadt. Nun könnte man eine solche doppelte Identität als Chance sehen. Aber es wird eben auch sofort sichtbar, dass sich mit der ethnischen eine soziale Grenze durch die Stadt zieht. Lettland mag, gemessen an mitteleuropäischem Wohlstand, ein eher armes Land sein. Nur: In der Altstadt bemerken wir dies nicht. In der Moskauer Vorstadt kann man es dagegen mit Händen greifen.

Während wir uns noch fragen, wie man in den heruntergekommenen Mietskasernen der Maskavas iela, der Moskauer Straße, überhaupt leben kann, erleben wir aber bereits einen ganz anderen, womöglich noch tiefer gehenden Kontrast: Wir sind zu Besuch bei orthodoxen Altgläubigen. Seit den Zeiten Peters des Großen hat diese Gemeinschaft alle Verfolgungen überstanden und an ihren überlieferten Riten festgehalten. Ein Leben, das fast mönchisch nur aus Gebet und Arbeit zu bestehen und wie aus dem Mittelalter bruchlos in die Gegenwart gelangt zu sein scheint, könnte uns kaum fremder sein. Aber der alte, bärtige Herr, der uns die Riten seiner Glaubensgemeinschaft nahe bringt, hat eine Ausstrahlung, der sich auch der eine oder die andere junge Deutsche anscheinend nicht entziehen kann. – Der gerade mal vielleicht 200 Meter weite Weg von der orthodoxen Messe am Rande der Moskauer Vorstadt zum auf Lettisch gehaltenen lutherischen Gottesdienst in der benachbarten Jesuskirche wirkt auf mich jedenfalls am folgenden Sonntag wie der Weg zwischen zwei Welten, einen ganzen Kontinent voneinander entfernt.

Sieben Tage sind wir unterwegs. Von den beiden Reisetagen abgesehen ist je ein Tag den verschiedenen Gesichtern des multikulturellen Riga gewidmet. Und es stellt sich heraus, dass Riga weit mehr als nur zwei Gesichter hat: Es hat ein lettisches, ein russisches, ein deutsches und ein jüdisches.

Die jüdische Gemeinschaft, die noch 1930 weit mehr als 10% der Stadtbevölkerung ausmachte, hat in der Zeit der nationalsozialistischen Besetzung das Schicksal aller anderen jüdischen Gemeinschaften Osteuropas teilen müssen und ist heute kaum noch existent. Umso beeindruckender ist die Leistung des fast 90-jährigen Historikers Margers Vestermannis, der, in den 40-er Jahren selbst KZ-Häftling und Partisanenkämpfer, später das Jüdische Museum in Riga aufgebaut hat. Von ihm durch das Museum geführt zu werden, war wohl die größte Ehre, die uns auf unserer Reise zuteil wurde.

Mit dieser Vergangenheit konfrontiert, staunt man als deutscher Besucher mitunter über das wohlwollende Interesse, das in Riga den Deutschen und der deutschbaltischen Geschichte entgegengebracht wird. Besonders eindrucksvoll wurde uns dies deutlich, als wir von lettischen Mitarbeiterinnen des Hauses die Arbeit von Domus Rigensis vorgestellt bekamen: Ein „Deutschbaltisch-Lettisches Zentrums“ hat sich, weitgehend getragen von lettischem Engagement, der Beschäftigung mit der deutschen Geschichte der Stadt verschrieben; einer großen Geschichte, die 1939 nach fast 750 Jahren ihr Ende fand.

Schwarzhäupterhaus

Schwarzhäupterhaus

Hört sich das alles nach einer Überdosis Geschichtsunterricht an? Wir hatten unseren Spaß in den Restaurants und Kneipen der Altstadt. Wir ließen uns faszinieren von der Atmosphäre der riesigen Markthallen. Und die Sonne schien – nicht nur bei unserem Busausflug nach Rundale und Jurmala. Ein echter Urlaubstag: Im Herrenhaus Rundale an der Grenze zu Litauen – einem Schloss, in dem man den Glanz der Zarenzeit zu spüren vermeint; und im Ferienort Jurmala, wo die Sonne am Ostseestrand einige von uns sogar zu einem Bad im eiskalten Wasser verleitete.

Jurmala

Jurmala

Rundale

Rundale

Bei aller Multikulturalität: Riga ist die Hauptstadt des EU-Mitgliedsstaates Lettland. Eines kleinen Staates mit etwas mehr Einwohnern als Hamburg und einer Fläche von der Größe Bayerns. Einer Nation, die 1918 ihre Souveränität von Russland gewonnen hat, um sie nur zwei Jahrzehnte später wieder zu verlieren. Und die 1991 die Gunst der historischen Stunde genutzt hat, um sich erneut ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen. Die Geschichte der deutschen und sowjetischen Okkupation wird uns im Okkupationsmuseum erklärt. Ganz unvermeidlich steht die tagespolitische Aktualität im Raum. Lettland gedenkt an diesem Tag der sowjetischen Deportationen des Jahres 1941. Schon beim Festakt vor dem Freiheitsdenkmal sind uns neben den baltischen die ukrainischen Flaggen aufgefallen. Ganz offensichtlich gelten der neuen ukrainischen Regierung die Sympathien der Letten. Und ganz offensichtlich erkennt man hier in Riga im Schicksal der Ukraine das eigene wieder. Lettland ist ein modernes europäisches Land. Es feiert seine Modernität mit dem Titel der Europäischen Kulturhauptstadt. Und es demonstriert seine Zugehörigkeit zu Europa mit der Einführung des Euro. Aber auf unsere Frage, ob das, was in der Ukraine geschehe, in Riga Angst auslöse, antwortet unsere junge lettischen Museumsführerin mit einem einfachen: „Ja.“

Ja – es war der richtige Moment, diese Stadt zu besuchen.

Wir danken dem Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum, das uns diese Reise ermöglichst hat; wir danken Ilse Sila, die uns eine Woche lang immer freundlich und kompetent ihre Heimatstadt nahe gebracht hat; und wir danken ganz besonders Agata Kern, die uns begleitet und diese Reise wieder einmal perfekt für uns organisiert hat!

Holger Wendebourg

(Lehrer am Hansa-Kolleg, Hamburg)

„Kunst und Meer – Aquarellmalerei in Blau“ Winterferienprogramm zur Sonderausstellung „Im Streit der Stile. Die Künstlerkolonie Nidden zwischen Impressionismus und Expressionismus“

Dienstag, 25. Februar 2014

Sarah Könke (Freie Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Vermittlung des Ostpreußischen Landesmuseums)

Malen in Blau

Malen in Blau

Gleich zu Beginn des neuen Jahres lud das OL wieder einmal Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu einem spannenden, zweitägigen Ferienprogramm ein.

Diesmal stand alles unter dem Zeichen „Kunst und Meer. Aquarellmalerei in Blau“.

Gemeinsam hatten wir es uns zum Ziel gesetzt, die Bilder der Sonderausstellung „Im Streit der Stile. Die Künstlerkolonie Nidden zwischen Impressionismus und Expressionismus“ genau zu erforschen und die Stilrichtungen des Impressionismus und Expressionismus besser kennenzulernen, zu verstehen und vor allem selbst auszuprobieren.

In diesem Sinne starteten wir am ersten Tag des Ferienprogramms, nach einer kurzen theoretischen Einführung, in der wir die malerischen Merkmale der beiden Stilrichtungen kennenlernten, mit einem kniffeligen Suchspiel, welches den rund 18 teilnehmenden Kindern dabei helfen sollte, sich der Ausstellung auf spielerische Art und Weise zu nähern und einen ersten Blick auf die Werke zu werfen.

Es folgte ein Spiel, bei dem jedes Kind eine „Gefühlskarte“, auf der eine Emotion wie „Wut“, „Glück“, „Einsamkeit“ vermerkt war, zog und anschließend ein Bild innerhalb der Ausstellung suchte, welches zu diesem Gefühl passen könnte. Alle waren überrascht, wie vielfältig die Empfindungen waren, die einige Werke auslösten.

Inspiriert von dieser Entdeckung machten wir uns dann an die praktische Arbeit. Mit drei unterschiedlichen Maltechniken, Aquarellfarben, Jaxon-Kreiden und Acrylfarben ging es nun ans Experimentieren, welcher Stimmung mit welcher Technik gestalterisch Ausdruck verliehen werden könnte. So entstanden zum Beispiel wütende, stürmische Meeresdarstellungen mit Jaxon-Kreide, sowie romantisch verträumte Sonnenaufgänge in sanften Aquarellfarben.

Auch am zweiten Tag des Ferienprogramms stiegen wir direkt wieder in die praktische Arbeit ein und versuchten uns weiter daran, den impressionistischen und den expressionistischen Malstil mithilfe verschiedener Techniken nachzuempfinden. Auch an diesem Tag entstanden wieder viele tolle Ergebnisse.

Die Kunstwerke werden präsentiert

Die Kunstwerke werden präsentiert

Den krönenden Abschluss unseres Ferienprogramms bildete schließlich eine eigene kleine Ausstellung, in der alle Werke der Kinder noch einmal an großen Stellwänden präsentiert wurden. Mit Saft, Keksen und Knabbereien machten wir es uns bequem und tauschten uns noch einmal über die entstandenen Werke und ihre Parallelen zum Impressionismus und Expressionismus aus. Für die stolzen Kinder und ihre später eintreffenden Eltern ein gelungener Abschluss

Unser Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 31. Januar 2014

Im Rahmen eines zweiwöchigen schulischen Praktikums im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg erhielten wir die Möglichkeit, Einblick in die verschiedenen Abteilungen und Bereiche des Museums zu gewinnen. Unsere Tätigkeiten umfassten hauptsächlich die Bereiche der Museumspädagogik, der Geschichtswissenschaft, des Kulturreferats und der Bibliotheksarbeit.

Die Arbeit in der Museumspädagogik begann mit dem Erstellen einer Rallye. Außerdem begleiteten wir Museumsbesuchergruppen von Erwachsenen und Kindern, mit denen wir eine Führung durch das Museum machten sowie Bernstein schleifen konnten.

Kinderführung "Ritter und Burgen"

Kinderführung "Ritter und Burgen"

Kindergruppe beim Museumsrundgang

Auch “hinter den Kulissen” des Museums gab es viel für uns zu tun. Wir lernten die Bibliothek kennen und erforschten alte Gegenstände und Dokumente, die möglicherweise für das Museum interessant sein könnten.

Silberne Kaffeekanne

Silberne Kaffeekanne

Kaffeekanne um 1800

Die zwei Wochen gingen schnell vorbei, weil wir uns immer sehr wohl fühlten, viel zu tun hatten und uns deshalb nie langweilig wurde. Jedem, der sich für Geschichte oder Ostpreußen begeistern lässt, empfehlen wir ein Praktikum hier zu machen oder einfach so mal vorbei zu kommen.

Marie (15) und Céline (15)

Abschlussfest des Projektes „Klingende Box – Brücke zu meiner Heimat” am 24. November 2013

Donnerstag, 28. November 2013

Ob Shoulder-Boogie-Woogie, Frère Jacques in allen möglichen Sprachen oder Tscheburaschka, am Sonntagnachmittag wurden auch die Zuschauer der letzten Reihe im Ostpreußischen Landesmuseum vom Sing-Spaß der Kinder der AWO-Kindertagesstätte und der Kindertafel Lüneburg mitgerissen. Mit “Hey, Hello, Bonjour, Guten Tag” begann das fröhliche Abschlussfest des Projektes “Klingende Box – Brücke zu meiner Heimat“, bei dem rund 30 Kinder über vier Monate Lieder aus vielen verschiedenen Ländern einübten und diese in Ausstellungsboxen gestalterisch umsetzten.

Eine Probe im Museum

Eine Probe im Museum

Fleißig wurde noch bis kurz vor Beginn des Festes geprobt. Schnell gab es noch etwas zu Trinken um die Stimmen zu “ölen“ und dann ging es auch schon los. Auf gleich vier Sprachen begrüßten die Kinder singend und winkend ihr Publikum, aus Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten. Musiker unterstützen die Kinderstimmen und brachten so die wunderbaren Melodien der Lieder aus den unterschiedlichsten Ländern zu den Zuhörern.

Die Ausstellungsboxen werden montiert

Die Ausstellungsboxen werden montiert

Ingonyama, ein afrikanisches Lied, in dem sich Löwen und Nilpferde darüber streiten, wie ihr Anführer aussieht, wurde von den Kindern als kleiner Tanz aufgeführt und auch als die Musik stoppte,  sangen und tanzten die Kinder weiter. Einen schönen Moment brachte das in vielen Sprachen bekannte Lied “Bruder Jakob“. Hierzu wurden auch Eltern auf die Bühne gebeten, um gemeinsam mit den Kindern Brother John, Tembel Cocuk oder Panie Janie aufzuwecken. Es folgten wunderschöne türkische, polnische und russische Melodien, vietnamesische Stimmen und deutsche Friedenslieder.

Sylvia Lawaty leitete den musikalischen Part

Sylvia Lawaty leitete den musikalischen Part

Als Höhepunkt des Singens und schon sehnsüchtig von den Kindern erwartet, kam endlich “Tscheburaschka”, ein russisches Kinderlied über das “Glücklichsein” am Geburtstag. Und der Sonntag war wohl für viele auch wie ein solcher.

Das konzentierte Proben hat sich gelohnt

Das konzentrierte Proben hat sich gelohnt

Im Anschluss an das Singen folgten alle Besucher den Kindern in die Ausstellung, welche durch kleine Geschichten zur Gestaltung der Boxen , das Anschalten der Lichter in den Boxen und das “offizielle Durchschneiden” des roten Bandes von den Kindern eröffnet wurde. Aufgeregt und stolz führten die Kinder ihre Eltern und Geschwister von Box zu Box. Hier und da hörte man ein freudiges “Oh, da bin ich” bei den Fotos oder ein überraschtes “Das Flugzeug kann ja fliegen”, wenn dieses durch Schnüre bewegt wird.

Feierliche Ausstellungseröffnung

Kurz vor dem „offiziellen Durchschneiden“ des roten Bandes

Der Sonntagnachmittag war erfüllt von strahlenden Gesichtern, leuchtenden Augen und vielem Lachen von Groß und Klein. Überall klangen die Melodien der Lieder nach und so mancher wird mit einem Ohrwurm nach Hause gekommen sein. Es war ein gelungener Abschluss für das tolle Projekt “MuseobilBOX – Museum zum Selbermachen”, das im Rahmen des bundesweiten Programms “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung” vom Bundesverband Museumspädagogik e.V. befördert und vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wurde.

Silke Straatman, Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung des Ostpreußischen Landesmuseum, und die Gesangspädagogin Sylvia Lawaty hatten die Idee für dieses Projekt. Bei der praktischen und gestalterischen Umsetzung der Ausstellungsboxen wirkte Museumspädagogin Lotte Heyhusen mit. Auch die pädagogischen Mitarbeiterinnen der AWO-Kindertagesstätte und der Kindertafel waren engagiert dabei und nicht zuletzt die Band, die die Kinder zu einem professionellen Auftritt verhalf. Ein gelungenes Projekt auf ganzer Linie, an das sich die Kinder sicher gern erinnern werden.

Neugierige Gesichter bei der Ausstellungseröffnung

Neugierige Gesichter bei der Ausstellungseröffnung

“Das ist für mich das Highlight, der Anfang und der Höhepunkt!” Museumsmarkt “Tradition und Moderne” 2013 im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Donnerstag, 7. November 2013

Am ersten Novemberwochenende eröffnet das OL wieder den unter Museumsbesuchern beliebten Museumsmarkt. Dieses Jahr geben sich 30 Aussteller die Ehre, ihre Kunstwerke, Handarbeiten und diverse Köstlichkeiten auszustellen und zu verkaufen.

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Schmuckstücke aus der Schmuckschmiede von Carlos Toledo Gomez

Der Besucher kann sich erfreuen an Schmuck-Design, Tierportraits,  sowie auch an Ostpreußischen Webarbeiten, Schnäpsen, leckeren Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen, Künstlerischer Keramik, Rügener Glaskunst, Rigaer Seifen und und und…Die Besucher haben sprichwörtlich die Qual der Wahl. Dennoch haben sich einige schon mit Weihnachtsgeschenken für ihre Familien und Freunde daheim eingedeckt.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt das Caféteria-Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das Team hatte dabei alle Hände voll zu tun, um den einen oder anderen Ansturm auf die leckere Kartoffelsuppe sowie die Kuchentafel zu bewältigen.

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Mitarbeiter des Caféteria-Teams

Statt einer Tombola haben sich die Ehrenamtlichen für den diesjährigen Museumsmarkt ein Karten-Gewinnspiel ausgedacht. Der Erlös kommt dem Museums-Kinderclub zugute.

Viele der Aussteller erzählen im Laufe des Tages, sie seien nun schon seit vielen Jahren dabei, wie zum Beispiel die Töpferin Kerstin Weber, die bereits seit 1999 dabei ist. Sie stellt an ihrem Stand die Lasdehner Gebrauchskeramik (ostpreußische Keramik mit Kornblumen-Motiv oder einem in lichten blauen Farben gestalteten Rand) aus.  Auch der Sammler Erzgebirgischer Volkskunst, Johannes Martin, ist nach eigenen Angaben schon lange dabei und erzählt, er sei schon öfters von Besucher gefragt worden, warum er gerade im OL sein Angebot an Nussknackern, Weihnachtsengeln, Räuchermännchen, Bergmannsfiguren etc. ausstellt. Seine humoristische Antwort: “Beides hört sich im sächsischen Dialekt wie “A” an!” Seine weiteren Erzählungen stimmen ihn sehr nachdenklich, als er berichtet, früher habe man Spielzeug aus dem Erzgebirge regelrecht verleugnet und es als “Nürnberger Tand” verkauft. Er selbst besitzt europaweit die wohl größte Privatsammlung und stellt immer wieder gern aus. Im Lauf der Zeit hat er allerdings beobachtet, dass die Sammlerleidenschaft vieler Besucher in Bezug auf originale Holzspielsachen immer mehr abnimmt.

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Sammler Johannes Martin mit Bekanntem vor seinen Ausstellungsstücken

Die Zeichnerin Katja Eichhorn erzählt begeistert, sie sei das erste Mal beim Museumsmarkt dabei und es mache ihr großen Spaß. Auf die Idee des Ausstellens kam sie, nachdem sie das Gemälde “Trakehner-Pferde” in diesem Sommer fertig gestellt hatte…

Auf dem Rundgang vorbei an den schön gestalteten Ständen sieht man Besucher stehen, die sich an den Ausstellungsstücken erfreuen und auch das eine oder andere Gespräch zwischen Aussteller und Besucher findet während des Tages statt.

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Angeregte Gespräche zwischen Besuchern und Aussteller Jörg Jatho

Die Museumsbesucher sind dabei von weit her gereist: Zwei Besucherinnen erzählen, sie kämen aus Bayern und haben hier im Norden vom Museumsmarkt erfahren und sind begeistert von dem Angebot. Zwei Damen, leidenschaftliche Sammlerinnen, kommen extra wegen der künstlerischen Keramik von Barbara Stehr mit der Bahn aus Nürnberg angereist.

Besucherinnen aus Bayern

Weit gereist: Zwei Besucherinnen aus Bayern

Eine Museumsbesucherin, ebenfalls aus Bayern, die ihre Freundin (eine der Ausstellerinnen) besucht, erzählt, dass sie Lüneburg so gern mag und besonders im OL fühle man sich umgeben von einem besonderen Flair – es sei ein bisschen wie in einer anderen Welt. Das kleine Mitbringsel, welches sie gekauft hat, solle doch der Enkel gleich mal seiner Oma wiederschenken, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Die Ausstellerin Heide Scheunemann erzählt, sie sei bereits seit 10 Jahren dabei und stelle gern ihr Repertoire an Stickereien und kunstvollen Gegenständen aus. Sie genieße dabei einfach immer wieder die Freude am Ausstellen. Vor Begeisterung erzählt sie von einer alten Dame, die jedes Jahr extra aus Hamburg angereist kommt, um sich beim Museumsmarkt ein Paar Socken zu kaufen. Ebenfalls sei es schön zu sehen, dass ältere Damen jedes Jahr das Museum zu diesem Anlass aufsuchen und dabei ihren kostbaren Bernsteinschmuck zur Schau stellen. Die Erfahrung mit den unterschiedlichsten Menschen zu machen und zu sammeln, sei einfach klasse sagt Frau Scheunemann. Und darüber hinaus sei das Beste “Es redet dir keiner nach dem Mund”.

Ausstellerin Heide Scheunemann

Ausstellerin Heide Scheunemann

Die Ostpreußin Gisela Harder, die wie jedes Jahr ihre Pfefferkuchen und Thorner Kathrinchen (Lebkuchen ohne Füllung; mit oder ohne Schokoladenüberzug) anbietet, erfreut sich an den netten Gesprächen mit Besuchern und erzählt, die Geschichten hinter den Ausstellungsstücken interessierten am meisten. Und sie ihrerseits erzählt dann auch gern, dass ihre Thorner Kathrinchen schon durchaus berühmter sind als der große Astronom Nikolaus Copernicus, der schließlich aus Thorn stammte.

Thorner Kathrinchen

Sie sind berühmter als Copernicus: Die Thorner Kathrinchen

Wer es statt süß lieber etwas deftiger liebt, ist am Stand von Frau Meier, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Museums und ihren Ostpreußischen Spezialitäten gut aufgehoben. Besonders die eigens zubereiteten Pikaller (Wacholderschnaps mit einem Stück Leberwurst garniert mit Senf oben auf) werden sehr gerne von den Besuchern gekauft. Die Geschichte dahinter: Früher, wenn die hohen Herrschaften Bälle und ähnliches besuchten, hatten die Diener ihre Schnäpse im Gepäck um sich vor der Kälte zu schützen. Damit sie nicht so schnell betrunken wurden, gab es die Leberwurst als feste Grundlage mit dazu.

Frau Meier beim Zubereiten der Pikaller

Die Ehrenamtliche Frau Meier beim Zubereiten der ostpreußischen Pillkaller

Beim Bienenzüchter Heinz Götzmann gibt es nicht nur leckeren Honig, sondern Kinder haben die Möglichkeit, Kerzen aus Bienenwachs selbst herzustellen und ihre Kreationen mit nach Hause zu nehmen.

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Kinder haben Spaß beim Herstellen eigener Kerzen

Auch in diesem Jahr sieht man viele fröhliche Gesichter und voll bepackte Taschen der Besucher in den Räumen des Museums, ein sehr gelungenes Wochenende. Trotz des hohen Arbeitseinsatzes sind die Aussteller und Museumsmitarbeiter zufrieden und allesamt freuen sie sich auf den nächsten Museumsmarkt.