Archiv für die Kategorie „Kulturreferat“

Mal-und Kulturreise nach Krakau vom 8. bis 15. Juli 2013. Ein Reisebericht

Freitag, 4. Oktober 2013

Reiseleitung: Frau Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen und Baltikum am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg
Künstlerische Leitung: Gudrun Jakubeit, aus dem Atelier Gudrun Jakubeit in Lüneburg

Auf geht´s! Mit Malausrüstung im Reisegepäck trafen sich am 8. Juli 2013 die Malkursteilnehmer und weitere Mitreisende, sowie die Reise- und Kursleitung in den Morgenstunden am Hamburger Flughafen. Warschau war das Zwischenziel, dann ging es weiter nach Krakau. Einige Teilnehmer hatten ihre Anreise selber organisiert. Das Hotel lag so zentral in der Altstadt, dass wir direkt zu Fuß starten konnten. Schon am ersten Abend hat uns die lebendige Kulturmetropole mit einer lauer Sommernacht voller Gaukler, Kleinkünstler, Musiker und junger Menschen auf den Straßen begrüßt.

Die nächsten Tage waren reichlich angefüllt mit einem hervorragend geleiteten Besichtigungsprogramm und anschließendem Malkurs direkt vor den Motiven.

Residenz als Motiv

Die Wawelburg

Auf der oben gelegenen Terrasse, direkt auf den berühmten Tuchhallen, konnten wir recht ungestört die ersten Versuche starten. Die Skizzenbücher, Aquarellblöcke, Pinsel und Stifte wurden gezückt, dem Turmbläser gelauscht. Die riesige Marienkirche mit dem farbenfrohen Treiben auf dem Marktplatz entpuppte sich zu einer echten Herausforderung.Nach der „Eroberung“ und Besichtigung der Wawelburg wurde am Nachmittag am Weichselufer, auf der gegenüberliegenden Seite in einem schattigen Plätzchen, die imposante Residenz gemalt.

Das schattige Plätzchen

Das schattige Plätzchen

Kazimierz: das jüdische Viertel wurde leider unter Regenschirmen besichtigt, doch sein malerischer Charme reizte uns Maler zu einem weiteren Besuch.
Der Platz vor unserem Hotel bot sich wunderbar an, um Übungen in Perspektive und Farbenlehre zu praktizieren und das Trainieren schneller Farbskizzen zu unterrichten.

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Übungen in Perspektive und Farbenlehre

Krakau zeigte sich in allen Facetten: stürmisch und regnerisch, heiß und farbenfroh. Die vielen Bars, Kneipen und Restaurants rundeten nach einem arbeitsreichen Tag am Motiv das sinnliche Erlebnis mit wahren Gaumengenüssen ab.

Krakauer Eindrücke

Krakauer Eindrücke

Am letzten Maltag wurden wir wieder von der Sonne begrüßt. Es ging ein letztes Mal zu dem berühmten Platz und wir versuchten gegen die davon flitzende Zeit an zu arbeiten. Alle Maler und Malerinnen hatten große Fortschritte gemacht, schade, gerade jetzt am Ende des Tages den Pinsel wieder einpacken zu müssen. Die große Werkschau krönte als Abschlußausstellung den letzten Tag der Malreise. Es ist ein ergreifender Moment, wenn alle in dieser Woche entstandenen Bilder von allen Teilnehmern präsentiert und besprochen werden. Weit über 60 Werke zeugten von einem sehr intensiven und kreativen Schaffensprozess.

Gudrun Jakubeit

Gudrun Jakubeit

Die Künstlerin bedankte sich bei ihren Schülern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen, gab konstruktive Kritik, Tipps und konnte zusammen mit Frau Kern mit der gesamten Gruppe auf eine gelungene Reise und die Freude am Malen mit einem Glas Sekt anstoßen.

Teilnehmer

Teilnehmer der Malreise

Eine weitere Mal- und Kulturreise Anfang Juli 2014 nach Nidden, auf den Spuren der Künstlerkolonie auf die Kurische Nehrung, Litauen, in Zusammenarbeit mit Frau Agata Kern, Herrn Dr. Barfod und der Künstlerin Gudrun Jakubeit ist in Planung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Kern: Tel: 04131 – 7599515
oder an das Atelier Gudrun Jakubeit: Tel: 04131 – 603555

Wer neugierig geworden ist, ist sehr herzlich zum Besuch unserer Ausstellung eingeladen: Impressionen aus Masuren und Krakau: 5.10. – 3.11.2013 im Ostpreußischen Landesmuseum

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013

Gudrun Jakubeit Krakau Aquarell 2013


Große Namen und großer Andrang im Ostpreußischen Landesmuseum

Montag, 19. August 2013

Marie – Cécile Herzogin von Oldenburg, Urenkelin vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II., las mit Dr. Marianna Butenschön aus Briefen ihrer Vorfahrin, Alexandra, Kaiserin von Russland.

Alexandra Feodorovna, die "Preussin auf dem Zarenthron"

Alexandra Feodorovna, die "Preußin auf dem Zarenthron". Gemälde von A. Malyukov, 1836

Große Namen hallten am Abend des 14. Augustes durch den Dioramenbereich des Ostpreußischen Landesmuseums: Allen voran der Name Charlotte von Preußen (1798-1860), älteste Tochter des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. und der legendären Königin Luise. Charlotte galt als ebenso schön und bewundernswert wie ihre berühmte Mutter, mit der sie als Kind die Flucht vor Napoleon nach Ostpreußen miterleben musste. Als „Alexandra Fjodorowna“ und Gattin von Zar Nikolaus I. war sie ab 1825 Kaiserin von Russland.

Aufgeschrieben hat die Geschichte der „Preußin auf dem Zarenthron“ Dr. Marianna Butenschön. Die Osteuropa-Historikerin und Journalistin erzählte aus ihrem Buch, beschrieb die sehr engen Verknüpfungen Preußens und Russlands und gab mit historischen Fakten und Anekdoten einen spannenden und berührenden Einblick in das Leben und in die Zeit der in Deutschland viel zu wenig bekannten Adligen.

Doch nicht nur große Namen standen im Raum. Frau Dr. Butenschön hatte in ihr Programm einen prominenten Gast integriert: Immer dann, wenn aus Briefen und Reden ein Hohenzoller zitiert wurde, las Ihre Königliche Hoheit, Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg, Urenkelin des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. und damit direkte Nachkommin von Königin Luise wie auch selbst Urururenkelin von Charlotte von Preußen.

Marie-Cecile und Marianna Butenschoen

Marie-Cécile Herzogin von Oldenburg und Dr. Marianna Butenschön

Mit derart interessanten Vorfahren mag es kaum überraschen, dass die Herzogin so lebendig aus dem Leben Charlottes las, dass das Publikum eine wahre Vorstellung von Leben und Zeit bekam und selbst so private Details wie die Kosenamen “Muffi” und “Niks“ für Zarin und Zar nie peinlich wirkten. Dies ist nicht zuletzt auch Marianna Butenschön zu verdanken, die fundiert und abwechslungsreich einen spannenden und oft unerwarteten Einblick in das Leben am preußischen und russischen Hof erlaubte.

Mit deutlich mehr als 100 Besuchern war der Abend bis auf den letzten Platz ausverkauft. Manche waren wohl auch gekommen, um eine echte Hohenzollerin zu sehen. Zuletzt hatte 2010 ihr Bruder, Christian Sigismund Prinz von Preußen, die erfolgreiche Ausstellung über Leben und Mythos der Königin Luise im Ostpreußischen Landesmuseum eröffnet. Viele der Gäste erwiesen sich als Spezialisten, die mit (Ost)Preußens Geschichte bestens vertraut sind. Frau Butenschön hatte sozusagen ein Heimspiel, als sie den von Charlottes Vater König Friedrich-Wilhelm III. komponierten Präsentiermarsch anspielen ließ und dieser sofort als solcher erkannt und benannt wurde.

Viel Beifall für ein hervorragendes Team

Langer und lauter Beifall belegte: Die von der Kulturreferentin Agata Kern organisierte Veranstaltung wurde ein gelungener, besonderer und viele berührender Abend. Am Ende nahmen sich beide Gäste ausführlich Zeit für Gespräche und Buchsignaturen.

Ein Dankeschön vom Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert

Ein Dankeschön vom Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert

Übrigens, bereits 1964 war Marie Cécile Herzogin von Oldenburg zur Eröffnung des neuen Jagmuseums in Lüneburg zu Gast. Immerhin ist sie noch im ostpreußischen Cadinen geboren, wo Kaiser Wilhelm eine Fabrik für Keramik und Majolika errichtet hatte und die Entwürfe höchstpersönlich freigab. Cadiner Majolika ist vielfältig im Museum zu sehen. Die Herzogin war überrascht, wie sehr sich das Museum seither entwickelt hat. Sie versprach, bald wiederzukommen.

Eroeffnung des ostpreußischen Jagdmuseums in der Salzstraße 1964

Die junge preußische Prinzessin 1964 bei der Eröffnung des Ostpreußischen Jagdmuseums in der Lüneburger Salzstraße

Zweifach vertrieben – Spuren vergessener NS-Opfer und Gedenken im russischen Königsberger Gebiet

Donnerstag, 21. Februar 2013

Am 30. Januar 2013, zum 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten, stellte Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, im Ostpreußischen Landesmuseum ein Kapital ostpreußischer Geschichte vor, welches in der Forschung bisher nur unzureichend Beachtung findet. Der Vortrag widmete sich sieben – meist unbekannten – Orten im russischen Königsberger Gebiet (Kaliningrader Oblast), die für verschiedene Opfergruppen des Nationalsozialismus stehen, und Formen des dortigen Gedenkens an sie.

Uwe Neumaerker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Die Zeit des Dritten Reiches wird in der Erinnerungskultur zuweilen ausgeblendet, häufiger beschränkt sie sich auf die – tatsächlich – unvergleichliche Schönheit der Natur, das “Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen”, und auf die tragischen Ereignisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen sowie die grausame Rache der Soldaten Stalins 1944/45. Beschwiegen werden dann aber jene, die bereits vor Kriegsende Opfer im Deutschen Osten geworden waren – durch die eigenen Landsleute. Sie wurden ihrer Heimat beraubt und aus der Erinnerung an Ostpreußen ´vertrieben`. Hierzu gehören die ostpreußischen Juden und die als ´Zigeuner` verfolgten Sinti, die Angehörigen der polnischen Minderheit und die Patienten aus Heil- und Pflegeheimen, ebenso wie der ´Todesmarsch` und die anschließende Massenerschießung am Ostseestrand von Palmnicken Anfang 1945 mit bis zu 7.500 ermordeten jüdischen Häftlingen.

Das Holocaustdenkmal in Palmnicken: gen Himmel ausgestreckte Hände des Künstlers und Überlebenden Frank Meisler, eingeweiht am 31. Januar 2011

Das Denkmal in Palmnicken: gen Himmel ausgestreckte Hände vom Künstler und Holocaust-Überlebenden Frank Meisler, eingeweiht am 31. Januar 2011

Was wenige wissen: In Ostpreußen lebte bis zum 2. Weltkrieg die größte Sintiminderheit Deutschlands. Reinhard Florian ist ein Sinto, der überlebte – die Konzentrationslager Mauthausen, Auschwitz, Gusen und einen Todesmarsch – und der bereits seit seiner Kindheit soziale Ausgrenzung, Gewalt und Entrechtung ertragen musste. Zweifach vertrieben, dies machte Neumärker bereits mit seinen ersten Sätzen deutlich. „Vier Wochen nach seiner Befreiung am 6. Mai 1945 hat der 22-jährige Sinto Reinhard Florian aus Matheningken bei Insterburg nichts anderes im Sinn als heimzukehren: ´Ich wollte unter allen Umständen schnell zurück nach Hause. Nach Ostpreußen! In meine Heimat. Von da komm’ ich. Da gehöre ich hin! (…) Ich war doch Deutscher, ein Deutscher aus Ostpreußen. Der Krieg hatte daran nichts geändert. Wie sollte ich mich auch anders fühlen? Ich bin groß geworden in Deutschland und kenne kein anderes Land. Ich spreche auch nur Deutsch. Selbst als ich aus dem Lager kam, gab es für mich nur Deutschland`“ Der gesamte Vortrag ist bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas nachzulesen.

Im Gespräch mit dem Puplikum: Uwe Neumärker, Dr. Joachim Tauber (Direktor Nordost-Institut), Dr. Joachim Mähnert (Direktor Ostpreußisches Landesmuseum)

Im Gespräch mit dem Publikum: Uwe Neumärker, Dr. Joachim Tauber (Direktor Nordost-Institut), Dr. Joachim Mähnert (Direktor Ostpreußisches Landesmuseum)

Neumärker veranschaulichte, dass mit diesem Kapitel ostpreußischer Geschichte auch ein Kapitel gesamtdeutscher Geschichte beleuchtet wird. Sein Vortrag gab gewissermaßen auch einen Ausblick auf die sich im Entstehungsprozess befindende neue Dauerausstellung des Museums, die auch dieses Thema selbstverständlich nicht ausschließen wird.

Seit 2005 leitet Uwe Neumärker das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas”, die im Zentrum Berlins gelegene zentrale Holocaustgedenkstätte Deutschlands. Das Denkmal besteht aus dem überirdischen Stelenfeld und einem unterirdischen Ausstellungsraum, dem „Ort der Information“. Seit seiner Einweihung vor knapp 8 Jahren haben mehr als 10 Millionen Menschen das Stelenfeld besichtigt.

Zu dem Vortrag eingeladen hatte das Ostpreußische Landesmuseum gemeinsam mit dem Nordost Institut / IKGN Lüneburg.

Arno Surminski am Hansa-Kolleg in Hamburg

Donnerstag, 3. Januar 2013

Am 22. November fand das erste große Projekt in einer neuen Kooperation des Kulturreferates am Ostpreußischen Landesmuseum mit dem Hansa-Kolleg Hamburg einen letzten Höhepunkt. Im Mai dieses Jahres waren 19 Schülerinnen und Schüler, die im Zweiten Bildungsweg das Abitur anstreben, in Begleitung zweier Lehrer und der Kulturreferentin Agata Kern für sechs Tage nach Kaliningrad gereist. Über diese eindrucksvolle Reise haben wir bereits am 15. Juni 2012 im Blog berichtet.

Eingerahmt wurde dieses Reiseprojekt, das unter dem Motto „Von Kaliningrad nach Königsberg – Auf den Spuren von Marion Dönhoff“ stand, von zwei Veranstaltungen mit prominenten Ehrengästen. Nachdem am 29. Februar bereits Tatjana Gräfin Dönhoff bei der Vorstellung des Projekts vor Schülern des Hansa-Kollegs und der Lüneburger Wilhelm-Rabe-Schule gesprochen hatte, war nun bei der feierlichen Abschlussveranstaltung in der Aula des Hamburger Hansa-Kollegs Arno Surminski zu Gast.

Vorstellung der Studienreise

Vorstellung der Studienreise

Eines der eindrücklichsten Erlebnisse auf unseren Fahrten durch das Kaliningrader Gebiet war ganz sicher der Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Palmnicken. Vielen der Schüler waren die grausamen Geschehnisse des Januars 1945 aus der Lektüre von Arno Surminskis Roman „Winter Fünfunvierzig oder Die Frauen von Palmnicken“ bereits vor der Reise bekannt. Es war ein strahlender Frühlingstag, als wir auf unserer Reise das Mahnmal besuchten, das am weißen Ostseestrand an die Ermordung von 3000 jüdischen Frauen aus dem KZ Stutthoff durch Angehörige der SS erinnert – weitere 4000 Frauen hatten zuvor bereits den Todesmarsch nicht überlebt. Der friedliche Frühling an der Ostsee im Jahre 2012 – und der grausame Winter an genau der gleichen Stelle im Jahre 1945: Das war vermutlich der heftigste Kontrast auf dieser an Kontrasten überreichen Reise.

Lesung von Arno Surminski

Lesung von Arno Surminski

So war es für das Hansa-Kolleg ein ganz besonderes Glück, dass Arno Surminski sich bereit erklärte, in die Schule zu kommen und vor den Reiseteilnehmern und den Kollegiaten des Eingangsjahres aus seinem Buch zu lesen. Was an der Gedenkstätte, zumal bei Sonnenschein über der Ostsee, kaum fassbar erscheint, wird bei der Lesung plötzlich anschaulich. Die ermordeten Frauen bekommen Namen und Schicksale, und für einen Moment glauben wir, ihnen nahe zu kommen. Auf seine Weise ist Arno Surminskis Roman ein zweites Mahnmal für die ermordeten Frauen – eines nicht aus Stein, sondern aus Worten – und gerade dadurch viel fassbarer als das sichtbare Mahnmal am Strand im Norden Ostpreußens.

Die Schüler nutzten die Gelegenheit, den Autor nach seinen eigenen Erinnerungen an Ostpreußen zu fragen und zu erfahren, wie ein literarisches Werk wie dieser Roman entsteht. Am Ende der Veranstaltung stand die Preisverleihung an die Gewinner des Fotowettbewerbs, dem sich die reisenden Kollegiaten gestellt haben. Auch hier war das Motto: „Von Kaliningrad nach Königsberg“. Die Gewinner des ersten Preises haben das Thema auf ganz unterschiedliche Weise gelöst:

Während sich in der Fotographie von Thorben Beller im Fenster eines heruntergekommenen Kaliningrader Plattenbaus die Ruine eine Backsteinhauses aus deutscher Zeit spiegelt, lässt Richard Schuster vor dem im Dunkeln angestrahlten, aus Ruinen wiedererstandenen Königsberger Dom mit dem Lichtschein einer Taschenlampe den Schriftzug „Kaliningrad“ leuchten. Vergangenheit und Gegenwart; aber eben auch: Verfall und Zuversicht, vielleicht sogar ein wenig neuer Glanz – sie spiegeln sich auch in den Wettbewerbsbeiträgen der Kollegiaten. Es war eine Ehre für die Schule, dass die fünf Preisträger ihre Preise aus den Händen von Arno Surminski entgegennehmen konnten.

Wir schauen zurück und gleichzeitig nach vorn: Das erste große Projekt in der Kooperation zwischen Kolleg und Kulturreferat ist zuende. Aber weitere, kleine wie große, Projekte werden folgen. Und die Schüler des Eingangsjahres, die an diesem Vormittag zu Gast waren, konnten einen ersten Eindruck bekommen von dem, was sie in eineinhalb Jahren erwartet: Denn dann werden wir uns erneut auf den Weg machen, um Spuren des Vergangenen, vor allem aber die lebendige Gegenwart bei unseren östlichen Nachbarn zu erleben.

Holger Wendebourg (Lehrer am Hansa-Kolleg)

Der König hatte Geburtstag

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Zwar schon ein Weilchen her, aber durchaus lesenswert: Ein Reisebericht von Frauke Opitz


Es ist endlich Herbst, die Feierlichkeiten sind vorüber, die Kerzen heruntergebrannt, die Gäste abgereist. Die Musikanten haben ihre Instrumente eingepackt und im Schloss steht an einem Notenständer ein alter Mann gestützt auf seinen Krückstock. Seiner Haltung und dem leicht geneigten Kopf ist ein stilles Nachdenken anzusehen; mit den Fingern der linken Hand nestelt er behutsam an einer Querflöte, schiebt sie sorgfältig ins Futteral, wendet sich dann jedoch kraftvoll um und verlässt – begleitet vom tack-tack seines Stockes und seinen Hunden – mit etwas eckigem Gang den Raum. Kokolores, Fisematenten, denkt er, er hat anderes zu tun, auch als „Alter Fritz“ muss er immer noch präsent sein. Diese famosen Leute da aus Lüneburg, haben ihm ihre Aufwartung zu seinem 300. Geburtstag gemacht, sie sind lange wieder abgereist. Nette Leute waren das, so kunstbeflissen, das hat ihm, dem „Alten Fritz“ gefallen.

Der „Alte Fritz“? Aah, ich sehe Ihre Augen aufleuchten. Ja, genau, das war der mit den Kartoffeln und den Flötenkonzerten.  Friedrich II. oder auch Friedrich der Große. Damit hätten wir das geklärt, denn angeführt von Agata Kern und Dr. Jörn Barfod vom Ostpreußischen Landesmuseum machten wir tatsächlich Stippvisite bei Hofe anlässlich Friedrichs 300. Geburtstag. Vom 24. bis 29. Juli 2012 besuchten wir seiner Majestät Wirkungsstätten, die Schlösser und Profanbauten, die während seiner  Herrschaftszeit von 1740 bis zu seinem Tod am 17.8.1786 errichtet wurden, in denen er lebte oder regierte – oder beides tat – und die Ausstellungen anlässlich dieses Ereignisses.

Unsere Reise führt uns an einem Dienstag von Lüneburg nach Rheinsberg, einem Städtchen mit heute gut 8.000 Einwohnern., im Bundesland Brandenburg.  Hier verbrachte Friedrich II. (geboren am 24.1.1712) einige Jahre in dem ihm vom Vater Friedrich Wilhelm I. übereigneten Schloss zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth Christine, die er 1733 geheiratet hatte. Diese Jahre sind als glücklich überliefert; das Vater-Sohn-Verhältnis war dagegen nicht als gedeihlich zu bezeichnen. Dieses Verhältnis war durch den gnadenlos strengen Vater, der keinerlei Verständnis für die musischen Ambitionen seines Sohnes hatte, äußerst angespannt.

In Küstrin / Kostrzyn

In Küstrin / Kostrzyn

Die Dramatik dieses Vater-Sohn-Verhältnisses wird uns bei unserem Besuch in Küstrin besonders bewusst.

Rheinsberg ist also unser erstes Ziel, und bevor wir ins Schloss können, gibt uns Herr Dr. Barfod einen Überblick über die Geschichte der St. Laurentius-Kirche. Als ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt wurde sie ca. 1250 errichtet.

Im 16. Jh. wurde die alte Kirche komplett nach damaligem Zeitgeschmack in Stil der Renaissance umgestaltet und ausgestattet. Das alles ist fast im Originalzustand erhalten. Eine wichtige Rolle für die Stadt und die Kirche spielte um diese Zeit die Familie von Bredow, die die Gruft als Grabstätte benutzte und in Rheinsberg für ca. 150 Jahre das Sagen hatte.

Ein paar Schritte nur und wir sehen das reizende Schloss Rheinsberg in wunderschöner Lage am Grienericksee. Friedrich Wilhelm I. schenkte das Schloss seinem Sohn Friedrich im Jahr 1734. Später wurde es im Stil des frühen Klassizismus geprägt von Prinz Heinrich von Preußen, dem jüngeren Bruder Friedrich II., literarisch durch Theodor Fontane bekannt gemacht in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ und charmant beschrieben von Kurt Tucholsky; noch heute verzaubert es die Besucher. Neben Raumdekorationen noch aus der Zeit Friedrich II. sehen wir umfangreich restaurierte Räume, die gesamte Anlage mit dem weitläufigen Park vermittelt uns ein heiteres Lebensgefühl und wir können Friedrichs Erinnerungen an diese glückliche Zeit gut nachvollziehen.

Am Abend sehen wir einen Historienfilm von 1933 (Otto Gebühr gibt den Friedrich II.) über die Schlacht von Leuthen gegen das Österreichische Heer im Jahre 1757 während des Siebenjährigen Krieges. Herr Dr. Barfod gibt eine Einführung zum Thema, und es ist uns zu deutlich, dass hier der Krieg, der „große“ Kriegsherr Friedrich zu Propagandazwecken der Machthaber benutzt wird.

In Berlin

Es beginnen am Folgetag zwei wunderbare Tage in Berlin. Das Deutsche Historische Museum lockt mit einer Ausstellung „Friedrich der Große – verehrt, verklärt, verdammt…“ und stellt den König dar, wie ihn seine Nachwelt gesehen, aber auch sein Wirken missbraucht hat.

Leben und Wirken Friedrichs wurde durch die folgenden Jahrhunderte immer wieder Bezugspunkt für die unterschiedlichsten politischen Interessen. Er galt einmal als der aufgeklärte Herrscher, andererseits diente er konservativen Kreisen als Vorbild preußischer Tugenden. Das Kaiserreich idealisierte ihn zum Nationalidol, die Vertreter der Weimarer Republik schätzten an ihm alte Wertvorstellungen und Pflichtgebot und Ordnung, die Propaganda der Nazis verklärte ihn zum großen Sieger der Schlachten. In der neuen politischen Ordnung nach 1945 galt Friedrich dann als Kriegstreiber.

Die Ausstellung dokumentiert das facettenreiche Erinnerungspanorama in dreizehn thematisch gegliederten Abschnitten.

Wir verlassen das  Historische Museum nichts ahnend, dass wir bereits erwartet werden. Ein fester Gang wird hörbar, dazu das Tack-Tack eines Krückstockes, und vor uns steht seine Majestät höchstselbst. Welch eine Überraschung, und wie gut er gekleidet ist mit Uniformrock und Weste, die Stiefelhose in den Stulpenstiefeln, auf dem Kopf den Dreispitz, den Schwarzer-Adler-Orden am Revers, und nicht zu vergessen: Degen und Bandeau.

Großzügig hat Majestät seine Regierungsgeschäfte für uns ruhen lassen, und Friedrich II, der Preußenkönig (Widersacher behaupten, in Friedrichs Kleidern stecke der Schauspieler Olaf Kappelt, aber wir lassen uns ja nicht ins Bockshorn jagen…) führt uns durch seine alte Stadt, in der er viele Spuren hinterlassen hat. Prachtvolle Palais, beachtliche Bürgerhäuser zeugen von der Baugeschichte, wir machen eine Zeitreise, in der der König nicht vergisst, hier eine Anekdote zu erzählen und mit einem Augenzwinkern ihren Wahrheitsgehalt zu bestätigen, dort auf bedeutende Menschen seiner Zeit hinzuweisen oder ein Geheimnis auszuplaudern, das dann wohl doch keines war, weil wir es schon seit mehr als 200 Jahren kannten.

Wir flanieren mit seiner Majestät und lassen uns zeigen, was von alter Preußenherrschaft noch vorhanden ist. Dabei ist sein Tempo trotz Krückstock beachtlich bei seinem Alter…

Schloss Schönhausen ist unser letztes Ziel an diesem Tag.

1740 schenkte Friedrich II. das Anwesen seiner Gemahlin Elisabeth Christine, die es bis zu ihrem Tode 1797 bewohnte; allein, jedoch pflichtgemäß ihre Obliegenheiten als Königin warnehmend.

Erlauben Sie mir dazu eine sehr eigene Anmerkung: Friedrich lebte und regierte in Berlin und Potsdam. Es ist glaubhaft überliefert (dazu gibt auch Theodor Fontane ein Beispiel in seinen Aufzeichnungen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg), dass der König ein Fachmann auf allen Gebieten war, fast alles wusste und das auch besonders bei seinen Fahrten über Land reichlich kund tat. Nur da? Eigentlich steckte er seine Nase überall hinein, wusste meist alles besser und nervte seine Leute erheblich. Ob  er es privat anders hielt? Ob er in die eigenen Angelegenheiten seiner Frau, in ihr Leben auch mit Besserwisserei eingriff? Weiß man das? Für den Fall bringe ich für Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern einiges Verständnis auf, wenn sie sich ihrem königlichen Gatten entzog.

Excuses-moi Majestät, mehr als 200 Jahre nach Ihrem Ableben komme ich auf einen solchen Gedanken. Die Welt dreht sich weiter.

Das Schloss hat den II. Weltkrieg unversehrt überstanden. In weiten Teilen erhalten sind die Raumausstattungen des späten 17. und des 18. Jahrhunderts, der schöne Festsaal und das doppelläufige Treppenhaus. Dieses auch heute noch bedeutende Zeugnis friderizianisch-barocker Architektur wurde im Nationalsozialismus als Depot für die sogenannte „Entartete Kunst“ genutzt, der DDR diente es als Sitz des Präsidenten, später als Gästehaus und 1990 dem Außenministertreffen der “Zwei-plus-Vier-Gespräche” zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.

Am 3. Reisetag fahren wir nach Küstrin, heute polnisch Kostrzyn

Im Jahre 1536 beginnt dort der Bruder des Kurfürsten von Brandenburg Joachim Hektor den Bau der Festung am Zusammenfluss von Oder und Warthe. Morastige Wiesen auf der Landseite machen den Bau zu einer schwer einnehmbaren „Sumpffestung“.

Eines lässt uns auch heute noch schaudern: Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig,  ließ nach der gemeinsamen Flucht Friedrichs und des Freundes Hermann von Katte vor Friedrichs Augen in der Festung Küstrin den Scharfrichter seinen blutigen Auftrag verrichten und den Freund hinrichten. Friedrich selbst wird  zu lebenslänglicher Festungshaft verurteilt. Die Festung Küstrin wird sein Gefängnis.

Das alles war nicht gerade förderlich für eine liebevolle Vater-Sohn-Beziehungen, nicht wahr? Friedrich wurde zunächst ebenfalls zum Tode verurteilt, dann jedoch begnadigt, weil das Gericht sich außer Stande sah, gegen den Thronfolger ein solches Urteil zu fällen, er wurde aus der Armee ausgestoßen und absolvierte in Küstrin eine „Lehre“ als Verwaltungsbeamter und konnte damit sich die Kenntnisse erwerben, die ihn als Regierungsschef später in die Lage versetzten, sein Land so gut zu verwalten.

Von Städtchen und Festung hat der II. Weltkrieg nur Trümmern hinterlassen. Wir gehen auf den alten Straßenzügen, sehen noch Bordsteine und in den Trümmern, die von Kraut und Strauch längst erobert sind, gelegentlich weisen ein paar Stufen auf einen Hauseingang.

Mittagspause! In einem Gasthaus in der Nähe wird uns ein kleines Mittagessen mit einer Polnischen Spezialität serviert. Es gibt eine schmackhafte Suppe, deren einer Bestandteil vergorenes Roggenschrot ist, also Sauerteig.

Die Rückfahrt nach Berlin führt uns auch durch das Oderbruch, unter anderem nach Letschien.

Größtenteils in der Regierungszeit Friedrich II. wird im 18. Jahrhundert die Oder begradigt, das Feuchtgebiet trockengelegt und eingedeicht. In Letschien errichtete man 1905 als Dank für die Trockenlegung der oft überschwemmten Gebiete Friedrich zu Ehren ein Denkmal.

Ausführlich beschreibt Fontane in seinen Aufzeichnungen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ die Anstrengungen, das Oderbruch trocken zu legen und nutzbar zu machen.

1841 erkrankte Fontane an Typhus und konnte sich aber bei seinen in Letschin wohnenden Eltern von der Krankheit erholen.

Unsere Gruppe in Letschin

Unsere Gruppe in Letschin

Nach der Trockenlegung wurden 40 Dörfer neugegründet, und Friedrich lud Bauern und Handwerker auch aus dem europäischen Ausland ein, das Land zu besiedeln. Religionsfreiheit, weitreichende Steuerbefreiung und die langjährige Befreiung vom Militärdienst machten die Besiedelung erfolgreich.

Ein typisches Kolonistendorf ist Neulietzegöricke, 1753 gegründet wurde dieses Dorf als langes Straßendorf angelegt. Neulietzegöricke als Dorfanlage steht als ältestes Kolonistendorf im Oderbruch unter Denkmalschutz. Wir besichtigen die schöne Dorfkirche mit ihrer Ausstattung aus dem Jahre 1840, die in den letzten beiden Jahren besonders durch emsiges Tun der Dorfbewohner restauriert wurde und das Schmuckstück des Dorfes ist – neben den Fachwerk- und Wohnhäusern sowie der Gaststätte „Zum Feuchten Willi“.

Am anderen Morgen ist Freizeit. Jeder kann seine eigenen Wege gehen oder einfach nur ausruhen.

Auch in der Königlichen Porzellan Manufaktur, die wir am Nachmittag besuchen, ist der Themenschwerpunkt der Ausstellung der König. Einzigartige Porzellankreationen, modernes Design und wunderbare alte Stücke kunstvoller Handwerksarbeit und Malerei, Meisterstücke der Porzellankultur,  sind versehen mit dem königsblauen Zepter. Friedrich II gab 1763 der Manufaktur Namen und Zeichen.

Die Königliche Porzellan-Manufaktur

Die Königliche Porzellan-Manufaktur

Im der Manufaktur und Ausstellung angeschlossenen Cafe werden uns in feinstem Porzellan beste Kuchen und Kaffee serviert. Ein Genuss.

Wir fahren weiter nach Potsdam und haben noch einmal einen schönen Filmabend. 1936 spielte Otto Gebühr die Rolle Friedrichs des Großen, und die Älteren unter uns sind erfreut über Lil Dagover als Madame Pompadour, Käthe Haack als Kaiserin Maria Theresia und Paul Dahlke als Feldmarschall von Dessau. Alles in allem ein schöner Tagesausklang.

Die Sonderausstellung „Friderisiko“ im Neuen Palais in Potsdam steht am Samstag, unserem 5. Reisetag auf dem Programm.

Dieses Neue Palais, in bestem Erhaltungszustand, ist der prächtigste Schlossbau des Königs und des 18. Jahrhunderts. Friedrich ließ es nach dem Siebenjährigen Krieg zwischen 1763 und 1769 erbauen zu seinem persönlichen Ruhm und als Denkmal seines militärischen Triumphes.

Friedrich II. war ein risikofreudiger Mensch, und das soll in der Bezeichnung für diese Ausstellung auch zum Ausdruck kommen.

Aufwendig sind Räume, Säle und Kabinette restauriert worden; viele Räume waren bisher unbekannt und sind nun zugänglich. Das Interieur ist kostbar und vielfältig, die Ausstattung der Appartements fürstlich und lässt uns staunen über die Schönheiten dieses Bauwerks;

wir können uns eine Vorstellung machen von Friedrichs kulturellen Ideen und seinem Willen, seine Größe auch mit diesem Bauwerk äußerlich für alle sichtbar zu machen. Die Atmosphäre des barocken Schlosstheaters betört noch heute. In unserer Phantasie stellen wir Schauspieler und Musikanten auf die Bühne, der König hat seinen Platz eingenommen und die Vorstellung beginnt.

Friedrich selbst hat im Palais nicht gewohnt, aber große Festlichkeiten gegeben und meist dienten die Appartements als Wohnung für illustre Gäste.


Am Nachmittag dieses Tages dann Schloss Sanscouci – ohne Sorge -, so konnte der Alte Fritz leben und ausspannen in schwierigen Zeiten. Hierhin zog es ihn, mit seinen Hunden natürlich. Sansouci war sein liebster Aufenthaltsort, sein Refugium. Wir betreten das Schloss, nachdem wir zunächst die Arkaden sehen, die an die Gestaltung des Petersplatzes in Rom erinnern. Innen überwältigend die Schönheiten des friderizianischen Rokkoko, des Konzertzimmers und all der Zimmer und Flure, die wir durchschreiten.

Dieses Schloss, gelegen auf den Weinbergterrassen, beherbergt die Raumausstattungen dem 18. Jahrhunderts noch im Original, und wir bewundern auch die eleganten Möbel, die wunderschönen Stuckarbeiten und die Farbigkeit der Wandmalereien. Der Ausblick in den Park verführt zu Träumen, in denen mit einiger Phantasie man Friedrich, schon leicht altersgebeugt, mit seinen Windspielen, seinen geliebten Hunden ein wenig lustwandeln sieht.

Anschließend spazieren wir selbst ausgiebig durch den Garten von Sanssouci. Es kennt wohl jeder von Fotografien den Blick über die Terrassen hinauf zum Schloss und umgekehrt. Es ist ein Spaziergang in einer Welt, in der der Alltag ausgeschlossen scheint. Blumenrabatten und Arkaden, weite Rasenflächen, der Blick zum Chinesischen Teehaus, das nach einer von Friedrich II. ausgewählten Kupferstichvorlage erbaut wurde, Lennés landschaftliche sowie der Sizialianische und der Nordische Garten sind nur ein Teil dieses schönen und bezaubernden Parks.

Hier in diesem Park wollte der König in einer Gruft auf der obersten Terrasse beigesetzt werden, jedoch ließ sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm II., den Sarg nach Potsdam in die Garnisonskirche bringen, wo Friedrich neben seinem Vater Friedrich Wilhelm I beigesetzt wurde. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Sarg Friedrich II. – nach vielen Umwegen während der Kriegs- und Folgejahre – seinem Wunsch entsprechend in Sanssouci beigesetzt, die schlichte Grabplatte immer geschmückt mit Blumen und: Kartoffeln.

Das Grab Friedrichs des Großen

Das Grab Friedrichs des Großen

Bevor es am Sonntag um die Mittagszeit zurückgeht nach Lüneburg machen wir noch Visite im  Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zur Ausstellung „König & Kartoffel, Friedrich der Große und die preußischen Tartuffoli“

Hier wird die Legende noch einmal herausgestellt, dass Friedrich II. Kartoffeln hat anpflanzen lassen, die von Soldaten bewacht wurden, um der Bevölkerung diese Feldfrüchte zur Beseitigung der Hungersnöte nach vielen Missernten schmackhaft zu machen. Die neugierig gewordene Landbevölkerung stahl nächtens Kartoffeln von den Feldern. Und die Soldaten? Sie waren nur Staffage und angewiesen, unbedingt wegzuschauen und den Diebstahl dadurch zu fördern. Eine Legende eben, übernommen aus Frankreich, wo tatsächlich ein kluger Mann sich dieser Liste bediente, um den hungernden Menschen die Kartoffel schmackhaft zu machen.

Die Ausstellung klärt auf über die Entwicklungsgeschichte der Kartoffel,  ihren Anbau, die traditionellen Anbaumethoden, die Veränderungen in den Agrarstrukturen und die Kartoffel als Grundnahrungsmittel. Im Alltag wandelte sich die Ernährung der Menschen im 18. und 19. Jh. grundlegend.

Bilder, Küchengeräte, landwirtschaftliche Geräte, Fach- und Kochbücher, historische Kartoffelrezepte geben einen weiten Einblick in die Geschichte der Kartoffel.

Nun aber merci für Ihre Geduld und adieu Majestät; mon Dieu, was haben Sie alles geleistet, untertänigste Bewunderung und grüßen Sie bitte bei Gelegenheit Monsieur Voltaire. Sie fragen nach den Kartoffeln? Ob wir sie kennen? Seien Sie versichert, Majestät, bei uns im Lüneburger Land, in der gleichnamigen Heide und im Wendland sichern sie nicht nur die Versorgung der guten Leute mit Nahrung, sondern auch das Einkommen der Kartoffelbauern. Wir werden Euer Majestät in guter Erinnerung behalten.

Aber nun müssen wir wieder nach Hause, und wir verabschieden uns von Berlin und Brandenburg und fahren nach Lüneburg zurück. Es waren anstrengende, aber wunderbare Tage.

Worte wurden Brücken. Klaus Bednarz in Lüneburg

Donnerstag, 29. November 2012

Am Mittwoch, dem 28. November, empfing das Ostpreußische Landesmuseum einen der bekanntesten deutschen Journalisten – Klaus Bednarz – in der Handwerkskammer Lüneburg.

Bednarz war lange Zeit ARD-Korrespondent in Warschau und Moskau, Leiter des Politmagazins “Monitor” und Chefreporter des WDR. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Fernsehdokumentationen über Russland, Polen und Ostpreußen.

Dr. Mähnert, Direktor des OL, eröffnete die Veranstaltung. Im Hintergrund Heinrich Böll und Lew Kopelew.

Dr. Joachim Mähnert, Direktor des OL, eröffnete die Veranstaltung. Im Hintergrund: Heinrich Böll und Lew Kopelew.

Thema des Abends in Lüneburg war jedoch nicht er selbst, sondern Lew Kopelew, der berühmte russische Germanist, Philosoph und Schriftsteller, der 2012 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Als Klaus Bednarz 1977 ARD-Korrespondent in Moskau wurde, machte ihn Fritz  Pleitgen, sein Vorgänger auf diesem Posten, mit Lew Kopelew bekannt. Daraus erwuchs eine enge Freundschaft, die auch nach Kopelews  Ausbürgerung aus der Sowjetunion 1981 weiter gepflegt wurde. Klaus Bednarz erzählte von seinen Begegnungen mit Lew Kopelew und gab einen intensiven, lebendigen Einblick in das Leben dieses berühmten Mannes und großen Menschenfreundes.

Klaus Bednarz während seines Vortrags. Im Hintergrund: Lew Kopelew.

Klaus Bednarz während seines Vortrags. Im Hintergrund: Lew Kopelew.

Dabei wurde den Zuhörern anhand von zahlreichen großen und kleinen Begebenheiten das Bild eines Menschen gezeichnet, für den Mitmenschlichkeit immer an erster Stelle stand. Kopelew hatte einen großen, weit vernetzten Freundeskreis, der in Deutschland bis zu Heinrich Böll oder Marion Gräfin Dönhoff reichte. So war es auch keine Seltenheit, dass er seine Kontakte nutzte, um Menschen zu helfen, indem er beispielsweise über ARD- Korrespondenten Medikamente aus Deutschland nach Moskau holte, um diese dann über weitere Mittler zu Gefangenen in Gulags in Sibirien zu bringen.

Klaus Bednarz und Agata Kern, die Kulturreferentin des OL

Klaus Bednarz und Agata Kern, die Kulturreferentin des OL

“Worte werden Brücken”, Kopelew lebte diese Worte, seine Worte. Kopelew liebte die deutsche Sprache, Literatur und Kultur, er kämpfte für die Abschaffung von Streubomben, setzte sich für die Völkerverständigung und für die Aussöhnung zwischen Russen und Deutschen ein, verpasste nie die Tagesschau und meinte, dass Bednarz einen Fernseher reparieren könne, weil er beim Fernsehen arbeite. All das und wohl vieles mehr war Lew Kopelew. Am Ende der Veranstaltung hatten die Zuhörer nicht nur zahlreiche neue Einzelheiten aus dem Leben Kopelews erfahren, sie konnten auch den Menschen ein wenig kennenlernen.

Wer mehr über Lew Kopolew erfahren möchte, dem empfiehlt Klaus Bednarz Kopolews autobiographisches Buch “Aufbewahren für alle Zeit”, in dem er seine Erlebnisse aufgeschrieben hat. Leider ist Kopelew in Russland weitaus weniger bekannt als in Deutschland. Aber auch hierzulande lässt der Bekanntheitsgrad nach.

Vielen Dank für den Eintrag ins Gästebuch

Das OL als "Brückenpfeiler für Kulturaustausch und Völkerverständigung"

Klaus Bednarz war bereits vor 10 Jahren Gast des Ostpreußischen Landesmuseums und wieder hat es ihm gut gefallen. In seiner augenzwinkernden Art bemerkte er, dass kein Besucher den Saal verlassen hätte, “ein gutes Zeichen”. Eine wirklich gelungene Veranstaltung. Und nicht zuletzt lobte Bednarz auch die  Arbeit des OL insgesamt als Brückenpfeiler für Kulturaustausch und Völkerverständigung.

Da sagt das OL doch: Vielen Dank!

Mal- und Kulturreise nach Masuren/Steinort vom 11.9. – 18.9.2012 – ein Reisebericht

Donnerstag, 15. November 2012

Reiseleitung: Frau Agata Kern, Kulturreferentin für Ostpreußen und das Baltikum am OL in Lüneburg

Künstlerische Leitung: Gudrun Jakubeit, aus dem Atelier Gudrun Jakubeit in Lüneburg

Auf geht´s! Mit Malausrüstung im Reisegepäck trafen sich am 11.September 2012 neun Malkursteilnehmer, drei Mitreisende und die Reise- und Kursleitung in den Morgenstunden am Hamburger  Flughafen. Warschau war das Flugziel und dann ging es mit einem Kleinbus durch die polnische Landschaft bis zum Ziel, der masurischen Seenplatte.

Das Schloss in Steinort samt Malkursteilnehmer

Die letzte Stunde der Anreise entschädigte das hungrige Malerauge für den langen Reisetag: Ankommen in Ostpreußen in der goldenen tiefstehenden Abendsonne. Die kleine Straße schlängelte sich durch sanfte Hügel mit schwerem frisch gepflügtem Ackerboden, Seenlandschaften, deren Wasserfarbe von Türkis über Indigoblau bis Tiefschwarz reichte und das Glitzern des Lichtes, das gleich weißen Perlen über die Oberfläche huschte. Dazu gab es Birkenwälder, wie hingeworfene vertikale weiße Linien, deren Spiegelungen  kaum malerischer auf den dunklen Wasserflächen von einem Künstler hätte komponiert werden können.

Am nächsten Morgen gab es die ersten Unterrichtsstunden Pleinair am Mauersee:  Kennenlernen des Aquarellkastens, im 10 –Minutentakt mussten die ersten fünf praktischen Übungen bewältigt werden. Noch waren die bestaunten Landschaften frisch in der Erinnerung und konnten so, ohne theoretische Fachlehre, aus der Tiefe der eigenen Empfindung ungestört aufs Papier gebracht werden. Der Zauber des Anfangs ist immer wieder eine köstliche Erfahrung bei jeder Malreise. Sehr konzentriertes Arbeiten. Die Kursteilnehmer sind glücklich erschöpft, die Kursleiterin ist zufrieden.

Am Nachmittag wurde das Wetter etwas zu feucht, um die Malschule im Freien fortführen zu können. Frau Kern konnte sehr spontan eine Führung in Steinort im und um das Schloss der Familie Heinrich Graf von Lehndorff organisieren. Piotr Wagner von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz erklärte uns die Geschichte des Schlosses und dessen aktuellen Zustand. Tief bewegt und durch das Buch „Doppelleben – Heinrich und Gottliebe von Lehndorff im Wiederstand gegen Hitler und von Ribbentrop“ von Antje Vollmer sehr gut vorbereitet, konnten alle Schlossbesucher den Atem der Geschichte noch aus jeder Pore des Bauwerkes spüren.

Schloss Steinort: Das historische Treppenhaus

Am folgenden Tag ging es zu einem Ausflug nach Allenstein. Eine kompetente Führerin leitete die Burg- und Stadtbesichtigung. Kulinarische Genüsse in einem typischen polnischen Restaurant ließen den Regen fast vergessen. Der Malblock musste an diesem Tag in der Tasche bleiben. Abends wurde sich am Kamin in den Ferienhäusern gewärmt.

Am nächsten Morgen ging über dem Feriendorf Mamry wieder die Masurische Sonne auf. Zur größten Bewunderung der Kursleiterin gingen fast jeden Morgen einige der Mitreisenden vor dem Frühstück im Mauersee schwimmen. Wer so mutig vor der Unterrichtsstunde schon ohne zu zögern in das Motiv abtaucht, der kann nur gestärkt sich später diesem Motiv mit Pinsel und Stift nähern.

Auf der Terrasse mussten die Hausaufgaben gemacht werden. Das kleine Einmaleins der Farbenlehre, kalte und warme Farben, reine und getrübte Mischungen und perspektivische Wirkung, unterstützt durch die Farbenlehre, wurden erarbeitet. Dazu wärmte die Masurische Sonne den Rücken. In der Verschnaufpause erhielt das hauseigene Gästebuch die Ehre einer gemalten Eintragung.

Nach der Theorie folgte die Praxis. Von dem Ausflug nach Allenstein wurden Postkarten mitgebracht und unterstützten das Gedächtnis beim Zeichnen der Stadtansichten. Doch womit sollte man anfangen? Erst den Himmel farblich anlegen oder erst eine Vorzeichnung fertigen? Und wenn ja, mit dem Pinsel und Farbe oder doch lieber mit einem Bleistift? Ein Reiseskizzenbuch unterstützte die Erinnerung. Architekturdarstellung, Backsteingotik in Ostpreußen, alte Stadttore, Giebel und Türme oder doch lieber grüne Botanik? Jetzt hatte alle das Malfieber gepackt. Es wurde bis zum Sonnenuntergang gearbeitet. Persönliche Korrekturgespräche brachten jeden Einzelnen über seine eigenen Grenzen hinaus.

Gudrun Jakubeit übernahm die künsterlische Leitung

Der folgende Tag knüpfte an die Malfreude an, und der Ausflug nach Rastenburg begann mit einer schnellen Aquarellskizze vor Ort. 45 Minuten durfte die Maleinheit dauern, bevor es zur Kirchen- und Burgführung weiterging. Für die warmgelaufenen Maler mittlerweile kein Problem. Am Ende schloss die Bildbesprechung mit dem „Strecke legen“ traditionell die Übungseinheit ab. Der folgende Besuch der Kirche Heilige Linde mit einem kleinen Orgelkonzert lieferte ein nettes Unterhaltungsprogramm als Abwechslung zu dem intensiven Malunterricht.

Welch ein Luxus: ein ganzes Ausflugsschiff stand für uns als Malgruppe den ganzen Tag zur Verfügung! Der Kapitän holte uns mit dem Malgepäck am Privatbootssteg des Feriendorfes ab und los ging die Fahrt über die Masurische Seenplatte. Zuerst hieß es unter Deck, wettergeschützt die Baustelle einrichten. Gute Panoramafenster gaben den Blick auf die Wolken, die Uferkanten und die Weite der Seenplatte bis zum Horizont frei. Angeleitete Übungen zum Motiv ließen gar nicht erst Fragen aufkommen.

Am 7. Tag der Mal- und Kulturreise ging es noch einmal nach Steinort, zum Schloss der Familie von Lehndorff. Bei dem ersten Besuch hatte uns Piotr Wagner das Konzept zur Rettung  und Nutzung durch die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz vorgestellt. Nun hatten alle genügend Zeit und Sonnenlicht, um mit dem Malerauge den Genius loci dieses besonderen Ortes zu erfassen. Es wurde ein sehr kreativer Vormittag, der wunderbar passend die ersten düsteren Begegnungen mit Steinort in ein hoffnungsfrohes abschließendes Licht tauchte. Endlich waren die Maler zufrieden.

Die große Werkschau krönte als Abschlussausstellung den letzten Tag der Malreise. Es war ein ergreifender Moment, als alle in dieser Woche entstandenen Bilder von allen Teilnehmern präsentiert und besprochen wurden. Weit über 50 Werke zeugten von einem sehr intensiven und kreativen Schaffensprozess. Die Künstlerin bedankte sich bei ihren Schülern für das ihr entgegengebrachte Vertrauen. Sie gab konstruktive Kritik und Tipps und konnte zusammen mit Frau Kern mit der gesamten Gruppe auf eine gelungene Reise und die Freude am Malen mit einem Glas Sekt anstoßen.

Eine weitere Mal- und Kulturreise des Kulturreferats am Ostpreußischen Landesmuseum im Mai 2013 nach Krakau in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Gudrun Jakubeit ist in Planung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Kern, Tel: 04131 – 7599515

oder an das Atelier Gudrun Jakubeit, Tel: 04131 – 603555

Herzlicher Empfang in Kaliningrad für die Teilnehmer der ersten Lesereise des Ostpreußischen Landesmuseums und Russland Reisen Romanova

Freitag, 19. Oktober 2012

Mit Arno Surminski, Stephanie Kuhlmann und Hans Graf zu Dohna

Ob im Deutsch-Russischen Haus, im Dohnaturm oder in Jantarny / Palmnicken, überall waren die deutschen Gäste willkommen und wurden die Lesungen von der russischen Bevölkerung und der Presse mit großem Interesse begleitet.

Die Reisegruppe am Kant Denkmal

Die Reisegruppe am Kant Denkmal

Freitags wird auch in Russland geheiratet. Jedes Kaliningrader Hochzeitspaar lässt sich am Dom und vor der Grabstätte Kants für die Familienalben ablichten. Denn gestern wie heute wird der Königsberger Philosoph von Russen und Deutschen gleichermaßen verehrt. Die Reisegruppe aus Deutschland fand Gefallen an einem der schönen Brautpaare und fotografierte es begeistert. Geschmeichelt von so viel Interesse, stellte es sich zu der Gruppe für weitere Fotos, denn das war ein ganz besonderes Motiv.

Solche und andere Begegnungen waren charakteristisch für die erste Lesereise nach Kaliningrad/Königsberg vom 27.09.-02.10.2012 organisiert vom Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg und Russland Reisen Romanova. Es war ein Besuch unter freundlichen, herzlichen und offenen Menschen.

Ein russisches Hochzeitpaar mit den Teilnehmern der Reise

Ein russisches Hochzeitpaar mit den Teilnehmern der Reise

Bereits am ersten Tag nach der Anreise empfing Direktor A. P. Portnjagin vom Deutsch-Russischen Haus seine Gäste. Daniel Lissner, Kulturreferent des Deutschen Konsulates, betonte seine Verbundenheit und nannte Arno Surminski („Winter Fünfundvierzig oder die Frauen von Palmnicken“) den Grand Seigneur des Ostpreußenromans. Stephanie Kuhlmann („Hoffnung heißt Nadjeschda“) als Vertreterin der jüngeren Generation begrüßte ihre Gäste mit einer Ansprache auf Russisch: „Ich habe lange davon geträumt, in der Heimat meines Vaters vor russischem Publikum aus meinem Roman zu lesen, jetzt ist dieser Traum wahr geworden.“ Arno Surminski hatte im Deutsch-Russischen Haus, das für Verständigung steht, schon öfter gelesen. Zu den Besuchern der Lesung gehörten neben der deutschen Reisegruppe Russlanddeutsche, Studenten, Schriftsteller und Pressevertreter.

Einzigartige Natur und große Gesten im Dohnaturm

Die Kurische Nehrung zeigte sich auf der Reise bei schönstem Sonnenschein, sodass von der Epha-Düne aus eine gute Sicht bis nach Litauen möglich war. In der Außenstation der Vogelwarte Rybatschi / Rossitten konnten die Reiseteilnehmer die wissenschaftlichen Arbeiten hautnah miterleben. Der Ornitologe Prof. Leonid Sokolov demonstrierte die Beringung an Goldhähnchen, Tannenmeise und einer Eule. In Rossitten lud das Ufer am Kurischen Haff zu einer Erholungspause ein.

Ornitologe Prof. Leonid Sokolov

Ornitologe Prof. Leonid Sokolov

Ein weiteres Highlight der Reise war der herzliche Empfang im Dohnaturm. Dort bekam die Gruppe zunächst eine Führung durch die Bernsteinsammlung. Hans Graf zu Dohna hielt einen sehr persönlichen Vortrag über seine Familiengeschichte. Die stellvertretende Direktorin des Museums, Natalia Schewtschuk sagte in ihrer Begrüßungsrede: „Jeden Tag erwähnen wir Ihren Namen bei unseren Führungen, weil sich das Museum im Dohnaturm befindet.“ Das Interesse an dem adligen Autor war von Seiten des Museums und der örtlichen Presse sehr groß. Dohna hat ein beeindruckendes Buch über seine ostpreußischen Vorfahren geschrieben. Gedankt wurde ihm mit Gastgeschenken und einer besonders großen Geste: „Wenn Sie damit einverstanden sind, werden wir ein Dohnazimmer errichten, in dem wir Ihre Dokumentationen ausstellen.“

Hans Graf zu Dohna im Dohnaturm

Hans Graf zu Dohna im Dohnaturm

Sichtlich gerührt betonte Graf Dohna, er habe, nachdem er bei seinen ersten Reisen ein großes kulturelles Loch über dem Kaliningrader Gebiet vorgefunden hatte, nun das Gefühl, seine Heimat wiedergefunden zu haben. Avenir Ovsjanov, Heimatforscher und Autor zahlreicher Bücher, war ebenfalls gekommen und erklärte, er werde alles in seiner Macht Stehende tun, die in einer Liste aufgeführte „Beutekunst“ aus dem Schloss Schlobitten aufzuspüren.

Dunkle Seiten der Geschichte und Begegnungen an der Kantuniversität

Der einzige Tag mit Regen und Sturm stand unter einem bewegenden Thema. In Palmnicken bewegte sich die Gruppe auf den Spuren des so genannten Todesmarsches, der im Januar 1945 mit der Massenerschießung von tausenden von jüdischen Frauen bei der an der Ostsee gelegenen Annagrube endete. Nach dem Besuch des örtlichen Bernsteinkombinats versammelte sich die Gruppe an der Gedenkstätte der Opfer des Massakers von Palmnicken.

Mit Arno Surminski an der Gedenkstätte der Opfer des Massakers von Palmicken

Mit Arno Surminski an der Gedenkstätte der Opfer des Massakers von Palmicken

Im Kulturhaus fand im Anschluss eine Lesung mit Arno Surminski aus seinem Buch „Winter Fünfundvierzig oder die Frauen von Palmnicken“ statt. Interessierte Zuhörer waren die Vertreterin der Stadtverwaltung, Irina Ivanova, die Journalistin Valentina Lutschnikowa sowie die Deutschlehrerin Natalia Sopovo mit ihren Schülern. Entspannte Stunden genossen die Teilnehmer im mondänen Ostseebad Swetlogorsk / Rauschen.

Nach der Lesung in Palmnicken mit den Schülern der dortigen Schule

Nach der Lesung in Palmnicken mit den Schülern der dortigen Schule

In der Kantuniversität hielt das ungewöhnliche Autorengespann am letzten Tag seine Abschlusslesung. Eingeladen waren neben den Germanistikstudenten auch andere Interessierte. Ein Teilnehmer der Reise, Professor Martin Teising, Rektor der International Psychoanalytic University Berlin (kurz: IPU Berlin), hielt eine Ansprache, in der er die russischen jungen Leute nach Deutschland zu einem Austausch einlud. Die Dozentin Elena Gordeeva freute sich über das Angebot und betonte die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen und Programme für die deutsch-russische Verständigung. Bei Stephanie Kuhlmann bedankte sie sich für ihr Werk, da es das Kaliningrader Gebiet in ein positives Licht rücke.

Lesung an der Kantuniversität - Arno Surminski, Stephanie Kuhlmann, Hans Graf zu Dohna (von links)

Lesung an der Kantuniversität - Arno Surminski, Stephanie Kuhlmann, Hans Graf zu Dohna (von links)

Natalia Romanova, Inhaberin des Reisebüros Russland Reisen Romanova, und Kulturreferentin Agata Kern vom Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg sind sich einig: „Wir wollen auf jeden Fall im nächsten Jahr um die gleiche Zeit eine weitere Lesereise nach Kaliningrad veranstalten.“ Der eine oder andere aus der Reisegruppe hat bereits sein Interesse dafür bekundet. Der ortskundige deutschsprachige Reiseleiter Evgenij Snegovskij, der die Gruppe an allen Tagen begleitete, forderte dazu auf: „Kommen Sie wieder!“

Von Stephanie Kuhlmann

Praktikum in der Museumspädagogik

Donnerstag, 30. August 2012

Im Rahmen eines dreiwöchigen Praktikums in der museumspädagogischen Abteilung des Ostpreußischen Landesmuseums (OL) unter der Anleitung von Silke Straatman, der hauptamtlichen Museumspädagogin, gewann ich u.a. Einblicke in die pädagogische und die Öffentlichkeitsarbeit des Museums und konnte sogar ein eigenes Projekt durchführen.

Das vielfältige museumspädagogische Angebot des OL reicht von Kindergeburtstagen, der Betreuung von Schulklassen über Führungen durch das Museum bis hin zu einem regelmäßig stattfindenden, kostenlosen Kinderclub mit wechselnden Themenschwerpunkten.

Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit, bei einigen dieser Angebote zuzuschauen und mitzuhelfen. So konnte man bei der Aktion, „Von Rittern und Burgen“ das mittelalterliche Burgleben und der Alltag von Rittern und Burgfräuleins spielerisch wieder  aufleben lassen. Bei der Aktion „Im Garten des Malers“ lernten Kinder die bildenden Künste kennen, und während des Museumsprogramms rund um den Bernstein konnten Kinder und Jugendliche selbst einen Bernstein bearbeiten.

Beim Museums-Kinderclub wird jedes Mal ein anderes Thema behandelt. Bei dem Kinderclubtermin, bei dem ich mithalf, ging es um „Ingo, den Fischotter“ (- eine Bronzeskulptur in der Gemäldeabteilung), der aus Ton nachgeformt wurde.

Am zweiten Praktikumstag startete mein eigenes Projekt: das Erstellen eines Comics als Begleitheft für die neue Hanseausstellung “Vertraute Ferne. Kommunikation und Mobilität im Hanseraum”. Zudem nahm ich im Laufe meines Praktikums eine Zahl anderer Aufgaben wahr. So verfasste ich u.a. im Auftrag der Kulturreferentin, Frau Agata Kern, eine Pressemitteilung für das im Dezember 2012 stattfindende Weihnachtskonzert des “Blue Strings Duo” im OL. Nach Abschluss des Comic-Projekts „Damals in der Hansezeit“, der auch gedruckt wurde, überarbeitete ich einige Rallyebögen für Kinder. Hier arbeitete ich weitestgehend gestalterisch: Ich modernisierte das Layout, fügte zusätzlich einige Inhalte ein und versah einige Arbeitsblätter mit Zeichnungen.

Ab sofort leite ich den Kindergeburtstag "Schaf-Spinnen-Märchenstunde" - Wie kommt man vom Schaf zum Wollfaden und was hat Dornröschen mit all dem zu tun? Eine ganz besondere Kindergeburtstagsfeier hier im Museum.

Auf das gesamte Praktikum zurückblickend ziehe ich eine sehr positive Bilanz. Ich konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Erfahrungen machen und Kenntnisse dazugewinnen. Die Planung und Durchführung eines Projekts außerhalb des Universitätsumfelds war eine besonders spannende neue Erfahrung für mich. Dabei verband die inhaltliche und gestalterische Erarbeitung des Hanse-Comics wissenschaftliche und kreative Tätigkeiten. Die Projektarbeit bot mir die Möglichkeit, während des Uni- und des Selbststudiums gewonnene Kenntnisse einzusetzen und neues Wissen dazuzugewinnen.

Zudem vermittelte die mir übertragene Verantwortung für den zu veröffentlichenden Pressetext und einen eigenen Beitrag zum Vermittlungsangebot des Museums das Gefühl, dass ich und meine Fähigkeiten ernst genommen wurden. Alles in Allem konnte ich mich mit der Arbeitspraxis in einem Kulturbetrieb vertraut machen, was für einen zukünftigen Berufsweg, insbesondere in wissensvermittelnden Kultureinrichtungen, sicherlich von Vorteil sein wird.

Auf die mir angebotene, freie Mitarbeit als Honorarkraft in der Museumspädagogischen Abteilung freue ich mich.

Katharina Fuhrhop

Von Kaliningrad nach Königsberg. Eine Schulreise auf den Spuren von Marion Gräfin Dönhoff

Freitag, 15. Juni 2012

Kaliningrad? Auf meine Frage, gestellt an mehr als 100 junge Erwachsene, wer wisse, wo sich Kaliningrad befinde, heben sich weniger als zehn Hände. Kaliningrad ist fernstes Ausland – aus dem Blick verloren und nicht einmal dem Namen nach bekannt. Diese Exklave von der Größe Schleswig-Holsteins, eingezwängt zwischen Polen im Süden und Litauen im Norden – das soll Russland sein? Eine kleine Lektion in Geographie für Schüler, die ganz genau wissen, was südlich und westlich von Deutschland liegt, vom östlichen Europa aber offenbar nur sehr ungenaue Vorstellungen haben.

Königsberg? Erwartungsgemäß ist dieser Name nun bekannt, kann von dem einen oder anderen auch zugeordnet werden: Dass Ostpreußen bis 1945 Teil Deutschlands war, wissen viele. Aber Ostpreußen existiert ja nicht mehr, ist Geschichte, mehr gibt es da kaum zu wissen. Und Königsberg? Vom Erdboden verschwunden.

Gruppenfoto vor dem Kant-Mausoleum in Königsberg

Im Winter 1945 waren es sieben Wochen zu Pferde, die die aus Friedrichstein bei Königsberg stammende spätere „ZEIT“-Herausgeberin Marion Dönhoff brauchte, um auf der Flucht aus Ostpreußen nach Vinsebeck in Westfalen zu gelangen. Und die 1200 Kilometer, die hinter ihr lagen, waren eine Distanz, die in den folgenden Jahrzehnten so unüberbrückbar war, dass sie ihre Heimat jahrzehntelang nicht wieder sehen konnte.

Im Frühjahr 2012 sind es 18 Stunden mit dem Linienbus, die Hamburg von Kaliningrad trennen. 690 Kilometer Luftlinie, damals wie heute. Aber da es Königsberg nicht mehr gibt und wir von Kaliningrad nichts wissen, ist es eine Reise in weite Ferne – in die unbekannte Geschichte Deutschlands und ebenso in die unbekannte Gegenwart Russlands.

Leninskij Prospekt - Blick von einer Hochbrücke

Eine Schulreise einmal anders: Nicht Rom, Paris oder London, weiter entfernt, aber für Schüler irgendwie vertraut, selbst wenn sie zuvor nie dort waren; sondern Kaliningrad, kaum weiter als München, aber aufregende terra incognita. Das Angebot, eine solche Reise gemeinsam zu unternehmen, aus Anlass des 10-jährigen Todestages von Marion Dönhoff, kam von der Kulturreferentin am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg, Agata Kern. Die Schüler und Lehrer des Hansa-Kollegs in Hamburg, einem Gymnasium des Zweiten Bildungsweges, haben nicht gezögert, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

Der Königsberger Dom

Die Reise dauerte sechs Tage, vom 7. bis 13. Mai; sie war strapaziös, aufregend, einzigartig. Eine Reise in ein unbekanntes Land – und eine Reise in die eigene Vergangenheit. Diese Spannung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die so unterschiedlich, aber gleichermaßen fern sind, war es wohl, die alle Teilnehmer mit Aufregung der Fahrt entgegensehen ließ und unterwegs eine Faszination hervorbrachte, der sich keiner entziehen konnte. Start war am Montagnachmittag am Hamburger Busbahnhof. Russland begann aber schon im Bus: 19 deutsche Schüler und zwei deutsche Lehrer in Begleitung von Agata Kern und ansonsten nur russische Fahrgäste und russische Busfahrer. Gegen Mitternacht waren wir in Polen, und Kaliningrad immer noch endlos weit entfernt. Angesichts der Enge im Bus war an Schlaf kaum zu denken. Ostpreußen empfing uns am nächsten Morgen mit Sonnenschein; wenig später hatten wir auch die russische Grenze passiert und pünktlich um zehn Uhr, aber völlig erschöpft, konnten wir unsere Zimmer im Hotel „Kaliningrad“, mitten im Zentrum der Stadt, beziehen. Vier Stunden hatten wir zur Erholung, bevor unser russischer Reiseführer Sergej zu uns stieß und das Besichtigungsprogramm begann. Aber für viele Schüler war schnell alle Müdigkeit vergessen und schon in diesen vier Stunden stürzten sie sich in das Getümmel zwischen Kaliningrader Siegesplatz und Königsberger Dom.

Sergej erwies sich als der perfekte Reiseführer: Er kennt die Geschichte jeder Straße und jedes Gebäudes; er stellt Kontakte her, die anderen Touristen völlig unmöglich wären; er ist der perfekte Organisator und von unerschütterlicher Geduld mit den 22 Gästen aus Deutschland. Wir sehen den Dom, den Hafen und den Siegesplatz. Plattenbauten, orthodoxe Kathedralen und überraschend sorgfältig restaurierte Backsteingebäude aus deutscher Zeit.

Christ-Erlöser-Kathedrale auf dem Siegesplatz

Und immer hat Sergej irgendeine Überraschung für uns bereit: Das Boot, das der von der Anreise und dem ersten Stadtrundgang erschöpften Gruppe Gelegenheit gibt, bei einer Hafenrundfahrt im Sonnenschein die Beine baumeln zu lassen; oder das Orgelkonzert, das der Organist des Königsberger Doms eigens für unsere Gruppe gibt.

Zwei Tage fährt uns Oleg, unser Busfahrer, aus der Stadt heraus quer durch das Gebiet: In Pillau feiert die Marine am 9. Mai das Ende des Großen Vaterländischen Krieges. Am Stadtrand befindet sich das Gräberfeld für ungezählte Soldaten aller Nationen, die in eben diesem Krieg ihr Leben verloren haben. Der Strand davor lädt zum Bernsteinsammeln ein und eine Besichtigung des Bernsteintagebaus in Palmnicken darf im Programm nicht fehlen. Wieder wenige Kilometer weiter am weißen Ostseestrand von Palmnicken dann das Mahnmal für die 7000 Ende Januar 1945 in eisiger Nacht am Strand von Nazis erschossenen jüdischen Frauen – bevor es abschließend in den Touristentrubel des Seebades Rauschen geht – Kontraste, so heftig, dass sie manchmal schwer auszuhalten sind.

Eingangstor zum Gestüt Trakehnen

Der folgende Tag führt uns nach Insterburg, Gumbinnen, Trakehnen, Eydtkuhnen. Dörfer und Provinzstädte, deren Namen wir vielleicht gerade noch kennen, die aber, wie Marion Dönhoff formuliert hat, „keiner mehr nennt“. Namen, mit denen ein 25-jähriger heute kaum noch etwas verbindet.

Besuch einer Schule in Gumbinnen, heute Gusev

Fällt in Kaliningrad der Kontrast zwischen deutscher, sowjetischer und moderner russischer Architektur ins Auge, so ist es in der Provinz der oft nur mit Mühe, oft gar nicht aufgehaltene Verfall der Gebäude, gleich ob aus Vor- oder Nachkriegszeit, der uns manchmal ratlos macht. Und selbst Landschaft lässt sich, so lernen wir, zerstören: Von der großen Kulturlandschaft der ehemaligen Kornkammer Ostpreußen ist selten mehr übrig geblieben als verwilderte Wiesen. Bauerndörfer sind zu Hunderten verschwunden – entstanden ist dafür weite, einsame, sich selbst überlassene Natur, und mindestens die Störche lieben diese Landschaft …

Königsberg und Kaliningrad. Die Stadt mit zwei Gesichtern

Die stärksten Erlebnisse sind aber die persönlichen Begegnungen mit Menschen, die dieses Land endlich selbst in die Hand nehmen – die die Geschichte des Landes zu ihrer eigenen machen, die Zukunft gestalten wollen und die Begegnung mit den Besuchern aus dem fernen Deutschland suchen: Da ist die Frau aus der protestantischen Gemeinde der Salzburger Kirche in Gumbinnen – sie erzählt uns von der Unterdrückung alles Religiösen in sowjetischer Zeit und vom Aufbau des Diakoniezentrums in den letzten Jahrzehnten. Die Kollegin aus der Berufsschule im Gebäude des ehemaligen Friedrichgymnasiums von Gumbinnen – eine engagierte Deutschlehrerin, die auf der Suche nach Kooperationspartnern in Deutschland ist. Oder die Chefredakteurin und der Übersetzer des „Königsberger Express“, die das Kunststück fertig gebracht haben, als Russen in Kaliningrad eine Zeitung in deutscher Sprache zu etablieren. Ein Praktikum für Hamburger Studenten in der Redaktion dieser Zeitung? Am Ende der Reise kam unter den Schülern diese Frage auf – und sie zeigt: Wir kommen wieder …

Redaktionsräume des Königsberger Express mit Chefredakteurin und Übersetzer

Eine Schulreise nach Kaliningrad: Das hieß, sich auf etwas völlig Neues einzulassen; die üblichen Reisepfade zu verlassen, auf denen sich der deutsche Durchschnittstourist und oft genug auch Schulen immer wieder bewegen. Belohnt wird dieses Wagnis mit der Begeisterung der Schüler. Diese Begeisterung zeigt: Ein Reiseziel muss weder schön sein noch im Trend liegen, um uns zu berühren. In einer scheinbar ganz fremden Kultur die Spuren der eigenen zu suchen; und in Russland Menschen zu begegnen, die in ihrer Heimat die Spuren deutscher Geschichte pflegen, weil sie sie als gemeinsame Geschichte begreifen, im Schrecklichen wie im Guten – das lässt niemanden kalt.

Und für 21 Hamburger Schüler und Lehrer ist am Ende dieser Reise Königsberg nicht mehr tot und Kaliningrad nicht mehr fremd.

Holger Wendebourg, Lehrer am Hansa-Kolleg in Hamburg