Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Acryl-Malworkshop im neuen Kunst-Atelier

Donnerstag, 28. April 2016

Das neue lichtdurchflutete Kunst-Atelier im Ostpreußischen Landesmuseum ist künftig der Ort für Kunst und Kreativität. Beim ersten Malworkshop in den großzügigen Räumlichkeiten ging es um kunsthistorische Hintergründe und Maltechniken mit Acrylkünstlerfarben. Acrylfarben reiften im Laufe der Zeit in rasanten Entwicklungsschritten zu einem exzellenten Malmedium heran. Sie geben den Künstlern die variabelsten Ausdrucksmöglichkeiten: Lasierende Effekte wie bei der Aquarellmalerei, Spachteltechnik wie bei der Ölmalerei oder für Collagen und Assemblagen. Alles ist mit Acrylfarben möglich!

Während des Wochenendseminars mit der Künstlerin Elena Steinke wurden die fast unbegrenzten Möglichkeiten der vielfältigen Nutzung von Acrylfarben studiert und auf verschiedenen Malgründen ausprobiert. Elena Steinke ist 1964 in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg/Ostpreußen geboren. Sie studierte Kunst, Computergraphik und Design. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Breklum / Nordfriesland. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien mitgewirkt.

Gemeinsames kreatives Schaffen mit begeisterten Teilnehmerinnen beim Acryl-Malworkshop können im Video angeschaut werden: https://youtu.be/bBeN5v7N2tk

In den Semesterferien – Mein Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum vom 17.08.-26.10.2015

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Hallo,

Mein Arbeitsplatz- beim Recherchieren

Mein Arbeitsplatz- beim Recherchieren

mein Name ist Juliane Ries und ich studiere mittlerweile im 5. Semester Kulturwissenschaft und Geschichte an der Universität in Vechta. Ein wichtiger Bestandteil im Studium ist die Durchführung eines Pflichtpraktikums. Dieses wird benötigt um das Studium erfolgreich zu absolvieren.

Jedoch ist mir das Praktikum durch die tolle Atmosphäre und die interessanten Aufgaben im Ostpreußischen Landesmuseum nicht wie eine Pflicht vorgekommen – ganz im Gegenteil. Von Anfang an habe ich mich sehr auf das zehnwöchige Praktikum gefreut, da mir das Museum als gebürtige Lüneburgerin und aufgrund meiner zahlreichen Besuche im Kindesalter in positiver Erinnerung geblieben ist.

Zunächst wurde mir das gesamte Museum, inklusive des Magazins, der Sammlung und des Neubaus gezeigt. Am spannendsten waren für mich die Sammlung des Museums mit ihren unzähligen Objekten und der Neubau. Der Neubau hat mich sehr neugierig auf das Endergebnis gemacht, das bestimmt toll sein wird! Meine Aufgaben im Museum beinhalteten die Mithilfe bei der Konzeption der neuen Dauerausstellung und das Sammeln von Informationen, Daten und Objekten.

Die Geschichte in und um Ostpreußen wurde bei mir weder in der Schule noch im Studium thematisiert, deshalb durfte ich mich zum Beginn des Praktikums mit der Thematik vertraut machen und viel recherchieren. Meine Recherche habe ich hauptsächlich in der hauseigenen Bibliothek und in der musealen Partnerbibliothek des Nord–Ost-Instituts vorgenommen. Mein gewonnenes Wissen konnte ich direkt in den ersten Aufgaben zur Geschichte Ostpreußens einsetzen und vertiefen.

Im Anschluss daran durfte ich mich mit der Datenbank des Ostpreußischen Landesmuseums „First Rumos“ vertraut machen. Mittlerweile kenne ich mich mit der Datenbank gut aus. In der Museumsdatenbank werden sämtliche Angaben über die Objekte und die Objektgeber eingetragen. Am interessantesten dabei fand ich das Inventarisieren neuer Objekte. Im Zuge dessen werden vorab Laufzettel für jedes einzelne Objekt erstellt. Dort werden grundsätzliche und präzise Informationen über das Objekt, den Objektgeber, die Geschichte und den Zustand  des Objektes vermerkt. Der Laufzettel hat mich beim Inventarisieren am meisten begeistert, da ich darüber schnell Informationen über das Objekt und den Objektgeber erlangen konnte.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter haben mich sehr unterstützt und mich mit lehrreichen und abwechslungsreichen Aufgaben gefordert. Ich habe die Möglichkeit bekommen, in der deutschbaltischen, naturkundlichen und kunsthandwerklichen Abteilung Erfahrungen zu sammeln. Zudem wurde mir viel gezeigt und ich durfte an unterschiedlichen Sitzungen teilnehmen, sowie das Außenmagazin des Museums und den Sitz der Carl-Schirrin-Gesellschaft besichtigen.

Das Lager im Atombunker unter dem Schulzentrum Oedeme empfand ich als besonders beeindruckend. Hierbei handelt es sich um ein vom Museum als Außenlager genutzten Raum, der durch seine Lage im Atombunker seinen ganz eigenen Charme bekommt. Die Jagdwaffen aus dem 17./18. Jahrhundert, welche ich mir aus nächster Nähe angucken durfte, fand ich ebenfalls sehr beeindruckend.

Durch die Teilnahme an den unterschiedlichen und zeitintensiven Sitzungen habe ich gemerkt, wie aufwendig allein die Konzeption der Dauerausstellung ist und wie viel es zu beachten gilt. Es fanden sogenannte „DAK-Sitzungen“ mit allen wissenschaftlichen Mitarbeitern des Museums statt. In diesen haben sich die Mitarbeiter gegenseitig ihre Konzeptionen zur neuen Dauerausstellung vorgestellt und diskutiert. Außerdem gab es Sitzungen mit dem Ausstellungsgestalter der neuen Dauerausstellung. Während dieser Treffen wurde die neue Dauerausstellung etagenweise durchgesprochen. Dies war äußerst aufschlussreich, da mir dadurch erst die Arbeitsintensität einer so umfangreichen Ausstellung bewusst geworden ist.

Einer der zeitintensivsten, aber auch aufschlussreichen Aufgaben war die Recherche von Bildrechten. Das Museum ist auf die ständige Verwendung unterschiedlichster Bilder angewiesen und benötigt zu jedem Bild die jeweilige Bildquelle und das Bildrecht. Das Ausfindigmachen geeigneter Bilder und die dazugehörigen Quellen und Bildrechte zu finden, ist aufwendig und komplex, jedoch macht sie sehr viel Spaß, sobald man die ersten Ergebnisse erzielt hat.

Das Lesen von Fluchttagebüchern war eine weitere Aufgabe, mit der ich mich längere Zeit beschäftigt habe. Die erzählten Geschichten waren rührend und es ließen sich Parallelen zu den heutigen, aktuellen Geschehnissen erkennen. Auf diese Tagebücher werde ich wohl immer aufgrund der geschilderten Erlebnisse und Schicksale mit gemischten Gefühlen zurückblicken.

Zu meinen Aufgaben während des Praktikums gehörte es auch Telefonate mit den Objektgebern zu führen. Bei meinen ersten Telefonaten war ich zwar noch etwas aufgeregt, aber letztendlich hat mir der direkte Kontakt mit den Objektgebern gefallen. Durch die Telefonate habe ich einen emotionalen Bezug zu der Geschichte hinter den Objekten gewinnen können. Die Objekte stammten unter anderem aus der Zeit der Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen im Jahr 1945. Dies gab mir einen tieferen Einblick in die Geschichte. Mir wurde vor Augen geführt, dass die Objektgeber auch heutzutage noch sehr an ihren Habseligkeiten von damals hängen und diese in guten Händen wissen wollen. Für viele Erblasser ist das OL die erste und einzige Anlaufstelle zur Erhaltung ihrer Objekte. Die Objektgeber sind beruhigt, wenn sie diese dem OL sicher und thematisch passend überlassen können.

Der Ausflug mit den Kollegen und Ehrenamtlichen in das Museum Lüneburg mit anschließendem Beisammensein ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Die Führung im Museum Lüneburg war sehr informativ und ich konnte anschließend spannende Gespräche mit den Ehrenamtlichen führen. Die enge Verbindung des Ostpreußischen Landesmuseums zu seinen Ehrenamtlichen habe ich als sehr herzlich und positiv empfunden.

Ich freue mich sehr auf das neue Museum und die Dauerausstellung und bin gespannt, ob ich dort die Konzeptionen und Projekte, bei denen ich mitgearbeitet habe, wiedererkennen werde. Rückblickend betrachtet, hatte ich sehr viel Spaß im Museum und bin der Meinung, dass die zehn Wochen viel zu schnell vergangen sind und möchte mich auch an dieser Stelle für die tolle Unterstützung des Ostpreußischen Landesmuseums bedanken.

Besuch der Hamburger Kunsthalle

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Bericht von Jutta Pruchner, Lehrerin der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg

Wie schon im Jahr zuvor besuchte in diesem Jahr die Klasse 4b von Frau Germer der Grundschule Kerschensteinerstraße Hamburg im Rahmen des Kunstunterrichts am 26. November 2015 die Kunsthalle Hamburg in Kooperation mit dem Kulturreferat am Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg, vertreten durch Frau Kern. Die Kinder wurden von der Vermittlerin der Kunsthalle Frau Hobbing durch das Programm geleitet.
Vor der Videoinstallation von Florian Slotawa „Museums-Sprints“ im Kellergeschoss der Galerie der Gegenwart machten sich die Kinder Gedanken zu Zeit, Raum und Wahrnehmung. Danach betrachteten sie ausgewählte Kunstwerke von Caspar David Friedrich (u.a.: Eismeer, Wanderer), Philipp Otto Runge (u.a.: Der Morgen) und Lovis Corinth (Flora), thematisierten die Farbgebung, die Technik und die jeweils dargestellten Tages- und Jahreszeiten. Ebenso wurden die Kinder mit einem visuellen Farbenexperiment auf die Farbenlehre Runges hingewiesen, über die er mit Johann Wolfgang von Goethe korrespondierte.
Vor dem Bild „Flora“ von Lovis Corinth machten sich die Kinder Gedanken über die Gefühle und die Körperhaltung der dargestellten Flora und fertigten in einer kleinen praktischen Übung eine Kreidezeichnung auf beigem Papier an. Den Hintergrund konnten sie ähnlich wie beim Gemälde „Flora“ mit hellen und dunklen Kreiden kontrastreich gestalten. Für viele Kinder war es der erste Museumsbesuch in ihrem Leben und alle nahmen vielfältige Eindrücke, Fragen und Gedanken mit auf ihren Heimweg.

„In der Kunsthalle hat es mir sehr gut gefallen. Ich habe noch nie so schöne Bilder gesehen. Leider konnten wir nur einige Bilder besprechen. Aber es war trotzdem toll. Ich fand es sehr schön, dass wir gemalt haben, obwohl es sehr schwer für mich war….“ I.H.T.

„Heute waren wir in der Kunsthalle. Ich habe dort gelernt, dass man einen Menschen auch anders malen kann, nicht immer wie die Kinder ihn malen mit einem Kreis für den Kopf, runde Augen, einen Strich für den Mund und den Körper aus Strichen. Der Hintergrund ist bunt, das stellt bunte Blumen dar und braun. Ich fand es toll, dass wir selbst ein Mädchen malen durften, unserer Fantasie freien Lauf geben konnten und unsere Gefühle rausmalen durften. Das musste nicht perfekt sein – es war so schön dort.“ R.D.

Ostpreußen als Reiseland – vor 1945

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Ein Vortragsangebot von Dr. Christoph Hinkelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ostpreußischen Landesmuseum

Seit der politischen Öffnung in Mitteleuropa sind die auf drei Staaten verteilten ostpreußischen Städte und Landschaften wieder zugänglich und ein interessantes Reiseziel geworden. Wieder – muss man erneut sagen, denn bereits vor dem Zweiten Weltkrieg spielte der Fremdenverkehr eine wesentliche wirtschaftliche Rolle in der damaligen Nordostecke Deutschlands.

Tourismuswerbung in den 1930er Jahren

Die Kurische Nehrung mit ihren Sanddünen war ein klassisches Reiseziel vor dem Zweiten Weltkrieg, Aufnahme 1940 (E. Schütz)

Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert begann man, andere Regionen und weiter entfernt liegende Orte wegen ihrer Geschichte, Bauwerke, Bibliotheken usw. zu besuchen. Diesen „Gelehrten-Reisen“ gesellten sich im 19. Jahrhundert Erholungsreisen hinzu, die zunehmend auch nach Ostpreußen führten. Der Erste Weltkrieg bildete eine Zäsur, doch in den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich der Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle im geographisch abgetrennten und v.a. landwirtschaftlich geprägten Ostpreußen.

Städte und Regionen warben in Prospekten mit ihren jeweiligen Besonderheiten (Marienburg, 1930er Jahre)

Die Verkehrsinfrastruktur der Provinz war vielseitig und gut auf den Fremdenverkehr eingestellt.

Ostpreußen warb mit guter Infrastruktur, moderaten Preisen für Reisen im Land ebenso wie für Übernachtungen und deutschlandweit bekannten Reisezielen. Innerhalb des Landes gelangte man mit Kleinbahnen, der Kraftpost und anderen Omnibusverbindungen sowie dem PKW zum Ziel. Für letztere gab die Mineralölfirma Shell die besten Straßenkarten heraus. Zwölf Gebiete bildeten den Schwerpunkt der Reiseziele: das Weichselland, die Frische Nehrung, Stadt und Landkreis Königsberg, das Samland, die Kurische Nehrung, das Ermland, das Oberland, Masuren, das Pregeltal, der Nordosten, die Rominter Heide sowie die immer mitberücksichtige Freie Stadt Danzig. Ferner lockten die größeren und attraktiveren Städte mit ihren Besonderheiten und ihrem Umland ebenso wie wichtige Gedenkstätten, z.B. die Abstimmungsdenkmale oder das „Reichsehrenmal“ Tannenberg, die an die Kämpfe im und die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg erinnerten, Bildungsreisende und  „Sommerfrischler“ in die entlegene Provinz. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete diese Epoche.

Auch der Tourismus in Ostpreußen blieb von der Politik und Propaganda nicht verschont. Nach dem "Wiederanschluss" des Memelgebiets im Frühjahr 1939 wurden die bis dahin verwendeten Prospekte kurzerhand einfach überdruckt.

Einen Vortrag über das Reiseland bzw. über andere landeskundliche Besonderheiten Ostpreußens vermittelt das Ostpreußische Landesmuseum bei Interesse (Dr. Christoph Hinkelmann, Tel. 04131 75995-19).

Umbau und Erweiterung des Ostpreußischen Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung

Donnerstag, 20. August 2015

Ein Bericht von Silke Straatman

Seit vielen Jahren wurde darum gerungen, nun endlich wurden die langen Mühen belohnt: Im Sommer 2014 beginnen erste bauliche Maßnahmen zur Erweiterung des Ostpreußischen Landesmuseums. Neben dem Ostpreußischen Kernbereich soll das Museum künftig auch um eine Deutschbaltische Abteilung erweitert und vor allem rundum modernisiert werden. Hierzu erhält es einen Neubau auf der westlich angrenzenden Freifläche mit einem neuen Eingangsfoyer im Erdgeschoss und einem großen modernen Sonderausstellungsraum im ersten Stock. Der neue Zugang des Museums liegt nun in der beliebten und belebten “Heiligengeiststraße” inmitten der historischen Altstadt wenige Meter vom wichtigsten Platz Lüneburgs “Am Sande”. Für die Umsetzung wurde im Vorfeld das renommierte schleswig-holsteinische Architektenbüro Gregor Sunder-Plassmann aus Kappeln an der Schlei ausgewählt.

Visualisierung Neubau Ostpreußisches Landesmuseum (Gregor Sunder-Plassmann)

Visualisierung Neubau Ostpreußisches Landesmuseum (© Gregor Sunder-Plassmann)

Bauen in einer historischen Altstadt ist immer eine Herausforderung. So auch hier. Aber am 10. November 2014 wird endlich die sehnsüchtig erwartete Grundsteinlegung gefeiert. Wohlwollend ist die Rede von Ministerialrat Dr. Thomas Lindner als Vertreter der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der dem Bau gutes Gelingen wünscht und sich bei allen Mitförderern, dem Land Niedersachsen, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer, der Europäischen Union und nicht zuletzt den Ostpreußen und Deutschbalten für ihr finanzielles und ideelles Engagement bedankt. Er hebt lobend hervor, dass sich so viele Einzelne beruflich und im Ehrenamt über so lange Zeit für dieses Bauvorhaben eingesetzt haben. Stellvertretend für alle dankt er dem Museumsteam unter Leitung von Dr. Joachim Mähnert und würdigt zugleich an dieser Stelle den 2011 viel zu früh verstorbenen für dieses Vorhaben außerordentlich engagierten deutschbaltischen Architekten Richard Westrén-Doll.

Ministerialrat Dr. Thomas Lindner wünscht dem Bau gutes Gelingen

Ministerialrat Dr. Thomas Lindner wünscht dem Bau gutes Gelingen

Mit weiteren Erdaushebungen auf der Baustelle sind die Archäologen schnell zur Stelle und werden natürlich fündig. In Lüneburg, einer Stadt mit mittelalterlichen Wurzeln, gehört Historie dazu: Zwei Kloaken werden entdeckt und einzigartige kleine Objekte wie ein Pilgerzeichen aus der Hansezeit ausgegraben. Wir freuen uns mit den Archäologen, aber der Weiterbau verzögert sich um einige Wochen. Ein Wermutstropfen, denn das kostet viel Geld und Geduld.

Archäologen finden zwei mittelalterliche Kloaken

Archäologen finden zwei mittelalterliche Kloaken

Am 16. Februar 2015 schließt das „alte“ Museum mit einer feierlichen gut besuchten Finissage. Alle wollen noch einmal gucken und Abschied nehmen von der alten Dauerausstellung und liebgewonnenen Exponaten. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen sich richtig ins Zeug und stellen ein attraktives Programm auf die Beine.

Ehremamtliche organisieren die Finissage

Ehremamtliche organisieren die Finissage

Am 7. April 2015 kann die Verwaltung des Museums in das neu restaurierte 500 Jahre alte ehemalige Brauhaus, das so genannte “Scharffsche Haus” in der Heiligengeiststraße 38, einziehen. Hier wird auch künftig der neue Museumseingang sein. Alles ist noch provisorisch und riecht nach Farbe. Die Räume sind neu und modern, nur die Möbel sind die alten. Dafür reicht das Geld dann doch nicht. Dem Leben aus den Kisten wird mit Eifer bald ein Ende gesetzt. Und obwohl der neue Verwaltungseingang sich nur um eine Straße vorverlagert hat, fühlen sich die Mitarbeiter auf einmal voll im Leben, mitten in der Altstadt. Toll, ein echter Gewinn. Und im Altbau werden die ehemaligen Büros in schöne Räume für Gruppen und Schulklassen sowie für die Dauerausstellung umgebaut.

Umzug ins "Scharffsche Haus"

Umzug ins "Scharffsche Haus"

10. Juli: Der Rohbau ist fertig. Erleichterung bei allen, denn es gab nach dem Einsatz der Archäologen zum Glück keine unvorhergesehenen Verzögerungen mehr. Ein großes Richtfest wird nicht gefeiert, aber Grund zum Anstoßen gibt es allemal und natürlich wird das Gebäude zünftig “getauft” und mit Richtspruch und -krone eingeweiht. Ein herzliches Glück auf und die besten Wünsche für einen weiterhin unfallfreien Bauverlauf! Dank gebührt diesmal vor allem den Handwerkern, Architekten und Planern, aber letztendlich natürlich allen Beteiligten.

Endliche Richtfest!

Endlich Richtfest!

Und weiter geht’s mit Planungssitzungen und  Besprechungsrunden. Die Museumswissenschaftler, Architekten des Büros Gregor Sunder-Plassmann sowie die Ausstellungsgestalter Homann, Güner, Blum (hgb) beraten über Aussehen und gestalterische Umsetzung des historischen Innenhofes und des Eingang-Foyers. Wie können Besucherinnen und Besucher neugierig gemacht werden auf ein neu gestaltetes Ostpreußisches Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung?

Gemeinsam beraten: Gestalter, Architekt, Museumsmitarbeiter

Gemeinsam beraten: Gestalter, Architekt, Museumsmitarbeiter

Am 27. Juli 2015 wird das „Café Bernstein“ im  Erdgeschoss des „Scharffschen Haus“ mit mehr als 300 geladenen Gästen eröffnet. Der Pächter des neuen Museumscafés, Kevin James Meier, ist zufrieden und freut sich: „Mit soviel Andrang habe ich nicht gerechnet.“ Das Café zeigt sein besonderes Ambiente mit einem Lesesaal, der zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee und leckerem Kuchen einlädt. Auch kleine ostpreußische Gerichte, wie beispielsweise „Königsberger Klopse“, stehen auf der vielseitigen Karte.

"Cafe Bernstein" im neu restaurierten "Scharffschen Haus" in der Heiligengeiststraße lädt zum Verweilen ein

"Cafe Bernstein" im neu restaurierten "Scharffschen Haus" in der Heiligengeiststraße lädt zum Verweilen ein

Im Herbst 2015 muss der Neubau mit einem faszinierenden Sonderausstellungsraum fertig sein, denn Anfang November (7./8.11.2015) will sich das Museum mit seinem beliebten Museumsmarkt in den neuen Räumlichkeiten präsentieren. Wir können gespannt sein!
Der Neubau geht voran!

Der Neubau geht voran!

Demnächst in diesem Blog: Neues von der Bausstelle …

Erinnertes Leben – Gelebte Erinnerung. Arno Surminski zum 80. Geburtstag

Dienstag, 15. Juli 2014
Arno Surminski mit Frau und Sohn

Arno Surminski mit Frau und Sohn

In einer feierlichen Vernissage am 9.Mai 2014 wurde im Ostpreußischen Landesmuseum dem bekannten Schriftsteller Arno Surminski eine Ausstellung gewidmet. Der Autor hat mit so bedeutenden Büchern wie “Jokehnen oder wie lange fährt von Ostpreußen nach Deutschland” oder “Polninken oder eine deutsche Liebe” seiner Heimat Ostpreußen ein Denkmal gesetzt. Obgleich er schon als 11jähriger seinen Geburtsort Jäglack bei Rastenburg (heute Jeglawki im polnischen Landkreis Ketrzyn) verlassen musste, gelang ihm ein stimmungsvolles Bild des Bartenlands in Ostpreußen, das er voller liebevoller Details in lebendigen Farben zu malen versteht. Seine ergreifenden Geschichten erreichen bis heute auch zahlreiche Menschen, die zunächst keinerlei Bezug zu dieser einst östlichsten Provinz Deutschlands haben.

Büste Surminskis

Büste Surminskis

Arno Surminski verlor seine Eltern 1945, als sie in die Sowjetunion verschleppt wurden. Als Flüchtling kam er 1947 nach Schleswig-Holstein. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg: er ist verheiratet und hat drei Kinder sowie acht Enkel. Trotz der schwierigen Vergangenheit hat er sich seiner persönlichen Geschichte, die er v.a. im Roman “Jokehnen” verarbeitet hat, nie mit Groll gegen Polen und Russen genähert. Surminski sieht sich als Brückenbauer, der einen engen Kontakt und Austausch mit den heutigen Bewohnern des untergegangenen Ostpreußens sucht. In späteren Romanen wie “Winter 45 oder die Frauen von Palmnicken” oder “Die Vogelwelt von Auschwitz” hat sich Surminski intensiv auch mit den Verbrechen Nazi-Deutschlands auseinandergesetzt.

Gestalter Heblik und Wahl mit Projektleiterin Agata Kern

Gestalter Heblik und Wahl mit Projektleiterin Agata Kern

Die von der Berliner Agentur Heblik&Wahl gestaltete, komplett zweisprachige Ausstellung (deutsch/polnisch) greift Schlüsselszenen aus den wichtigsten Werken Surminskis auf und erlaubt so einen intensiven Einstieg in die Gedankenwelt des Autors.

Über 100 Gäste

Über 100 Gäste

Zur Ausstellungseröffnung am 9. Mai war Arno Surminski mit Ehefrau und Sohn persönlich anwesend. Der Vortragsbereich des Museums war mit weit über 100 Besuchern komplett gefüllt. Zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze und Eckard Pols, Gremienvertreter der Ostpreußischen Kulturstiftung wie der Vorstnadsvorsitzende Rolf-Dieter Carl, bekannte Museumspersönlichkeiten wie Prof. Dr. Herrmann Schäfer (einst Direktor des Hauses der Geschichte sowie Abteilungsleiter bei der BKM) oder Helmut Sander (bis 2014 Alleinvorstand Stiftung Hamburger Museen) und zahlreiche Freunde und Bekannte des Schriftstellers harrten neugierig der Wanderausstellung, die nach ihrer Lüneburger Laufzeit nach Rastenburg wandern wird, denn auch in Polen finden die Bücher des Schriftstellers stetig wachsende Nachfrage.

Direktor Joachim Mähnert

Direktor Dr. Joachim Mähnert

Stiftungsratsvorsitzender Hubertus Hilgendorff

Stiftungsratsvorsitzender Hubertus Hilgendorff

Nach der Begrüßung durch Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert fand der Vorsitzende des Stiftungsrates der Museumsträgerstiftung “OstpreußischeKulturstiftung”, Hubertus Hilgendorff, der zugleich Vorsitzender der Kreisgemeinschaft Rastenburg ist, sehr persönliche Worte für den “Landsmann” und vergaß auch nicht, Frau Surminski mit einem Blumenstrauß zu würdigen.

Von Seiten seines Verlags Ellert und Richter sprach der Verleger und Freund des Autors Gerhard Richter, der hervorhob, was ihn am Werk Surminskis beeindruckte – die uneingeschränkte Bereitschaft zum Brückenbau.

Verleger Gerhard Richter

Verleger Gerhard Richter

Auch der Kurator und Literaturwissenschaftler PD Dr. Martin Maurach gab einen reichhaltigen und tiefgründigen Einblick in das Schaffen Surminskis. Er führte auch in den Doppeltitel ein – der Wechsel von Surminskis frühen Romanen, die wesentlich aus seinen Lebenserinnerungen gespeist sind und die späteren Bücher, die sich mehr mit Formen des Erinnerns und den Auswirkungen aus das Leben seiner Protagonisten auseinander setzen.

Kurator PD Dr. Martin Maurach

Kurator PD Dr. Martin Maurach

Abschließend erlaubte der Geehrte selbst Einblicke in sein Schaffen, seine Inspirationsquellen und Motive, seine bewegte Jugend, die ersten schwierigen Gehversuche als Autor, die in den Erfolg mündeten, als er sich dem widmete, was er am besten erzählen konnte – sein eigenes Leben. So entstand vor 40 Jahren sein Roman “Jokehnen”. Seine Leser danken es ihm.

Arno Surminski

Arno Surminski

Für das Museum ist dieses Projekt ebenfalls von Bedeutung: Immerhin ist es die letzte Sonderausstellung vor der für den bevorstehenden Umbau notwendigen mehrmonatigen Schließung.

Helmut Sander

Helmut Sander

Prof. Dr. Hermann Schaefer

Prof. Dr. Hermann Schaefer

Internationaler Museumstag, 18. Mai 2014

Sonntag, 13. Juli 2014
Spannende Geschichten über Bernstein

Spannende Geschichten über Bernstein

Der Internationale Museumstag in diesem Jahr war für die Kinder des Museums-Kinderclubs ein ganz besonderes Highlight, denn sie durften selbst Besucher durch „ihr“ Museum führen und ihnen ihre Lieblingsausstellungsstücke vorstellen. An den vorherigen Terminen des Kinderclubs hatten die Kinder sich auf diesen Tag gründlich vorbereitet:

Elche_sind_cool

Elche sind cool

Sie haben sich allein oder zu zweit ihr Lieblingsstück aus dem Museum ausgesucht, Informationen herausgesucht, einen kleinen Text verfasst und diesen geübt. Am 18. Mai war es dann soweit und die Besucher konnten von den Kindern noch einiges Neues über den Elch, den Wolf oder auch Zinnsoldaten erfahren. Am Ende waren alle stolz auf die kleinen Museumsführer und sie selbst ganz besonders!

(Sina Schurrer)

Aufmerkssame und begeisterte Zuhörer

Aufmerkssame und begeisterte Zuhörer

Großer Andrang bei Ausstellungseröffnung

Samstag, 5. April 2014

Unsere neue Ausstellung begeistert:

Karl Storch (1864-1954): Zwischen Holstein und Königsberg – Ein Berliner Sezessionist der ersten Stunde

(29. März bis 15. Juni 2014)

Karl Storch in Luisenwahl in Königsberg

Karl Storch in Luisenwahl in Königsberg

Ob es allein die Anziehungskraft der Gemälde, der frühlingsmilde Abend, die zahlreichen Nachfahren des Künstlers oder vielleicht sogar der Umstand war, dass dies die letzte große Sonderausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums vor seiner Schließung im Oktober darstellt, wenn die gesamte Dauerausstellung modernisiert und ein Anbau errichtet wird – jedenfalls kamen am vergangenen Freitag weit über 100 Gäste zur Vernissage mit Werken von Karl Storch d. Ä.. Die Stühle reichten nicht, und so musste mancher stehen, um einer umfassenden und aussagestarken Einführung in das Leben und Werk des Malers durch die Ausstellungskuratorin Felicitas Brachert-Schneider zu lauschen.

Es galt allerdings auch, ein langes Künstlerleben von der Berliner Sezession über eine 40-jährige Wirkungszeit in Königsberg bis hin zu einem noch immer intensiv künstlerischen Lebensabend in Bad Segeberg abzubilden. Diese Ausstellung beleuchtet alle Facetten dieses zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlers.

Sein vielfältiges Werk umfasst Landschaften, Städteansichten, Personendarstellungen wie auch historische Szenerien. In seinen lebhaften Schilderungen trifft Storch gestaltungssicher Charaktere wie Stimmungen. Das riesige Oeuvre Storchs aus einer Schaffensperiode von über 70 Jahren ist wie bei fast allen seiner ostpreußischen Malerkollegen zu einem Gutteil verschollen oder verbrannt. Da Storch jedoch regelmäßig im Westen ausgestellt und viel verkauft hatte außerdem mehrere Bilderkisten in letzter Minute aus Ostpreußen herausschicken konnte, sind von ihm weit mehr Werke erhalten, als man es bei einem Flüchtling aus Königsberg erwarten würde. Die ausgestellten Werke stammen überwiegend aus Privatbesitz und wurden seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich gezeigt. Kein Wunder, dass die Ausstellung einer 60 Jahre währenden Schaffensperiode, von der frühen Phase in Berlin bis zum Spätwerk in Holstein, über 100 Exponate umfasst.

Die Ausstellung ist anlässlich seines 150. Geburtstages einem Maler gewidmet, der zu den einfallsreichsten und beliebtesten seinerzeit gehörte. In Berlin hatte er zum Kreis der ersten „modernen“ Maler der Sezession gehört und wurde deshalb 1902 nach Königsberg berufen, da er den damals neuen Stil des Impressionismus an die Akademie bringen sollte. Er begründete die Kunsterzieherausbildung dort und lieferte wichtige Impulse für den schulischen Werkunterricht.

Die 27-jährige Wirkenszeit Storchs als Lehrer der Königsberger Kunstakademie (1902-29) stellt ein gewichtiges Kapitel der ostpreußischen Kunstgeschichte dar. Mit seinem Werk wird zugleich der ostpreußischen Landschaftsmalerei in ihrer längsten Wirkungsphase eine Gedächtnisausstellung gewidmet. Karl Storch blieb bis 1944 in Königsberg.

Mit dieser Ausstellung wird abschließend ein künstlerischer Höhepunkt präsentiert, bevor das Museum am 6. Oktober für einige Monate schließen muss. Zuvor wird ab 10. Mai im kleineren Kabinettausstellungsbereich bis August noch eine Ausstellung zu Ehren des Schriftstellers Arno Surminski anlässlich seines 80. Geburtstags zu sehen sein.

Der “Tempelhüter” steht wieder in Trakehnen

Montag, 17. März 2014

Aus Anlass des 200. Jubiläums des Hauptgestüts Trakehnen in Ostpreußen ließ die Preußische Gestütsverwaltung am 26. September 1932 vor dem Landstallmeisterhaus eine lebensgroße Pferdeplastik auf einem Sockel aufstellen. Sie zeigte den Hengst „Tempelhüter“, der 1905 geboren mit seiner harmonischen Vereinigung von Kraft und Eleganz das ideale Pferd seiner Zeit verkörperte.

Der neue Tempelhüter...noch ganz in weiß

Der neue Tempelhüter...noch ganz in weiß

Als 12 Jahre später die Rote Armee Trakehnen eroberte, waren seine Bewohner rechtzeitig geflohen. Zurück blieb das nicht-lebende Inventar, auch der Tempelhüter. Sein weiteres Schicksal blieb zunächst unbekannt, denn über das nördliche Ostpreußen, der Kaliningrader Oblast, senkte sich der Eiserne Vorhang sehr viel rigoroser als über andere Teile Ostpreußens. Nahezu keine Information drang nach außen.

Das ehemalige Eingangstor zum Gestüt

Das ehemalige Eingangstor zum Gestüt

Erst zu Beginn der 1970er Jahre wurde durch Zufall auch im Westen bekannt, dass die berühmte Trakehner Pferdeplastik nach Moskau gebracht worden war. Auf dem Sockel in Trakehnen stand hingegen ein Denkmal zur Erinnerung an einen Sowjetsoldaten, der sein Leben bei der Eroberung Ostpreußens verloren hatte. Mit der politischen Wende 1990/91 wurde das Kaliningrader Gebiet auch wieder für Deutsche zugänglich, und natürlich zog es sie auch nach Trakehnen, das heute wie der Tolstoi-Ort nahe Moskau Jasnaja Poljana heißt.

Hagen Mörig aus Braunschweig, der ab 2001 ein Jahr lang Aufbauarbeit in Jasnaja Poljana geleistet hatte, wollte sich mit dem Verlust des Tempelhüters in Trakehnen nicht abfinden. Er setzte alle Hebel in Bewegung, sammelte Tausende von Unterschriften, um die verantwortlichen Stellen in Moskau zur Rückgabe des Tempelhüters in den schließlich nun ebenfalls russischen Ort zu bewegen. Das gelang zwar nicht, doch wurde die Erlaubnis erteilt, eine Nachbildung der Pferdeplastik im ehemaligen Trakehnen aufzustellen.

Hagen Mörig in Trakehnen

Hagen Mörig in Trakehnen

Mit diesem „Freibrief“ sammelte Möhrig mehr als 30.000,- €. Zudem fand er in Kaliningrad (Königsberg) eine Gießerei, die die Plastik herstellte.

Unklar war jedoch noch lange der genaue Standort der Plastik in Trakehnen. Einige wenige Bewohner beharrten auf dem Verbleib des Soldatendenkmals auf dem Tempelhütersockel. Um die neue Pferdeplastik dennoch im Ort aufstellen zu können, errichtete ein dem Vorhaben sehr gewogener Einwohner einen Sockel in seinem Vorgarten. Kurz vor dem lange angekündigten Termin der feierlichen Enthüllung des Denkmals kam eine Anweisung aus Moskau, die eine beide Seiten befriedigende Lösung brachte: Das Soldatendenkmal wird auf den am Dorfrand gelegenen Friedhof zu Ehren von über 2.000 Rotarmisten gebracht, die bei der Eroberung der Region ums Leben gekommen waren, und die Feierlichkeiten beginnen mit einer Kranzniederlegung dort. Im Anschluss wird dann die Pferdeplastik auf de originalen Sockel gestellt.

Der Soldatenfriedhof

Der Soldatenfriedhof

Die feierliche Enthüllung der Tempelhüter-Nachbildung fand am 29. September 2013, 81 Jahre und 3 Tage nach der ersten Zeremonie am selben Ort, statt.

Zur Feierlichkeit fanden sich über 400 Menschen aus dem Dorf Jasnaja Poljana und der Region, auch Vertreter der Gebiets-Duma, des Landrats des Kreises Stallupönen/Nesterov und der Bürgermeister ein, weiterhin zahlreiche Gäste aus Königsberg/Kaliningrad und aus allen Teilen Deutschlands. Besonders stark vertreten waren Angehörige der Kreisgemeinschaft Ebenrode/Stallupönen, also der früheren Bewohner des Landkreises, zu dem Trakehnen vor 1945 gehörte. Sie waren mit einem eigenen Bus angereist, um der Zeremonie beizuwohnen.

Der enthüllte TEmpelhüter mit Dr. Gerhard Kübart

Der enthüllte Tempelhüter mit Dr. Gerhard Kübart

Die Festrede hielt Dr. Gerhard Kuebart, Kreisvertreter der Stallupöner und Großneffe des Künstlers Reinhold Kuebart, der zu Beginn der 1930er Jahre das Tempelhüter-Original geschaffen hatte. Auch das Ostpreußische Landesmuseum war bei der Feierlichkeit vertreten.

Dr. Christoph Hinkelmann

Unser Praktikum im Ostpreußischen Landesmuseum

Freitag, 31. Januar 2014

Im Rahmen eines zweiwöchigen schulischen Praktikums im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg erhielten wir die Möglichkeit, Einblick in die verschiedenen Abteilungen und Bereiche des Museums zu gewinnen. Unsere Tätigkeiten umfassten hauptsächlich die Bereiche der Museumspädagogik, der Geschichtswissenschaft, des Kulturreferats und der Bibliotheksarbeit.

Die Arbeit in der Museumspädagogik begann mit dem Erstellen einer Rallye. Außerdem begleiteten wir Museumsbesuchergruppen von Erwachsenen und Kindern, mit denen wir eine Führung durch das Museum machten sowie Bernstein schleifen konnten.

Kinderführung "Ritter und Burgen"

Kinderführung "Ritter und Burgen"

Kindergruppe beim Museumsrundgang

Auch “hinter den Kulissen” des Museums gab es viel für uns zu tun. Wir lernten die Bibliothek kennen und erforschten alte Gegenstände und Dokumente, die möglicherweise für das Museum interessant sein könnten.

Silberne Kaffeekanne

Silberne Kaffeekanne

Kaffeekanne um 1800

Die zwei Wochen gingen schnell vorbei, weil wir uns immer sehr wohl fühlten, viel zu tun hatten und uns deshalb nie langweilig wurde. Jedem, der sich für Geschichte oder Ostpreußen begeistern lässt, empfehlen wir ein Praktikum hier zu machen oder einfach so mal vorbei zu kommen.

Marie (15) und Céline (15)